Peter hat genug. Genug von schlechten Nachrichten, genug von seinen 128 Facebook-Freunden, denen er nicht sagen mag, dass er gerade seinen Job verloren hat. Peters Zurück in das Jahr 1985. Zurück zu dem Abend, an dem er am glücklichsten war, als er zum ersten Mal seinen Lieblingsfilm Zurück in die Zukunft im Kino gesehen hat und auf dem Schulball einen Kuss seiner Jugendliebe Jennifer bekam. Vor allem Zurück zu Jennifer. Doch dafür braucht es eine ganz große Geste. Also übernimmt er kurzerhand das marode Kino in seiner finnischen Heimatstadt und plant die große Wiedereröffnung für den Silvesterabend - natürlich mit dem Ehrengast Jennifer ...
RISTO PAKARINEN is a freelance writer who's covered international hockey for decades. He's also written several books on hockey and the 2019 novel SOMEDAY JENNIFER.
WUNDERBAR WIE JENNIFER hatte im Klappentext direkt vier Aufhänger, die meinen Namen gerufen haben: Zurück in die 80er, Musik, Finnland und Kino. Dinge mit denen mich ein Buch einfach direkt kriegt.
Pakarinens Protagonist Peter hat von seinem Leben im Hier und Jetzt genug. Nix läuft wie es soll, dann ist plötzlich der Job weg und es flattert eine Zeitmaschine in Form eines Briefes ins Haus, den Peter mit 15 an sein zukünftiges Ich verfasst hat. Dieser bringt lang vergrabene Erinnerungen an seine Jugend zurück und prompt wünscht er sich zurück. Er wollte doch schon immer wie Marty McFly sein und wieso hat er seiner Freundin Jennifer eigentlich nie gesagt, dass er mehr als Freundschaft für sie empfindet?
Kurzerhand packt er seine sieben Sachen, verabschiedet sich von allem, was uns in der Gegenwart das Leben erleichtert, es in den 80ern noch nicht gab und reist ins elterliche Zuhause nach Kumpunotko, Finnland.
Nach einigen Tagen der Eingewöhnungsphase stolpert er über sein jetzt fest verschlossenes Lieblingskino und findet so eine neue Aufgabe: Das Atlas fit machen und den Kinoglanz von früher noch einmal aufleben lassen....
Dieser Roman ist eine wahre Liebeserklärung an die 80er Jahre, voll gepackt mit Humor, Begegnungen, Kult, sowie vor allem mit Musik und Filmen. Ich hab mir während des Lesens extra eine Spotifyliste mit allen im Buch genannten Titeln zusammengestellt, 61 an der Zahl und auch die Filme hab ich mir notiert, obwohl ich den Großteil, wie auch bei den Songs, natürlich längst kenne und mitsprechen kann.
Die Handlung ist mal nachdenklich, mal amüsant, mal schräg und manchmal auch ein bisschen in die Länge gezogen, so dass ich im Mittelfeld mal nicht so ganz begeistert war. Der letzte Teil konnte dann das Ruder wieder rum reißen und ich habs einfach nur gefeiert.
Die Charaktere sind super, authentisch, manchmal bissl nordisch schroff und besonders Peters Papa hat mich total amüsiert.
Ich mochte das Buch unglaublich doll, auch wenn ich Peters Wunsch nach einem Treffen mit Jennifer nicht immer ganz nachvollziehen konnte. Sie war die einzige Person, die ich nie ganz greifen konnte.
Macht aber nix. Dafür mochte ich Peters Denkweise und konnte seinen Wunsch aufs Zurückreisen total verstehen. Manchmal hätte ich auch gern eine Zeitkapsel oder einen DeLorean um zurückzureisen, weil vieles früher einfach geiler war.
Die Musik hatte Style, die Filme hatten Stil und ohne Handy und Social Medias wars irgendwie auch ganz nett. Die Leute hatten sich mehr zu sagen und ich habe alles entspannter und entschleunigter in Erinnerung.
Mein Fazit ist also ziemlich deutlich: Es war eine gelungene Reise und ein absoluter Lesegenuss, den ich unbedingt weiterempfehlen kann.
Ich mag finnische Literatur und die 80er und stellenweise war das Buch wirklich gut unterhaltend. Allerdings insgesamt unglaublich überraschungsarm und die Verschrobenheit des Hauptcharakters, der bis zum Ende alleine nichts auf die Reihe gebracht hat, nervte mich leider bereits ab der Mitte des Buches.
Peter hat genug von seiner Ein-Mann-Firma, den schlechten Nachrichten in der Welt und irgendwie scheint aufgrund des Home Office der soziale Aspekt seines Lebens minder vertreten. Als ihm dann sein einziger Kunde kündigt, beschließt er in die Zeit zu reisen, als die Welt "noch in Ordnung" war. Damals in den 80ern, als ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT im Kino lief, er seiner Freundin Jennifer seine Gefühle nicht stand und irgendwie noch Träume hatte: Doch wie kommt man zurück in die Vergangenheit ohne Fluxkompensator? Ein herrlich-charmanter Roman über einen Mann, der beschließt wie damals zu leben, neumodische Spielereien außer Acht lässt und kurzerhand eine ganze Stadt mobilisiert, um einen seiner liebsten Filme wieder auf die Leinwand des einstigen Filmpalasts zu bringen. Gerade die Anspielungen auf Filme, Serien, Games sowie die Musik dieses Kultjahrzehnts sorgen für einen angenehmen Lesefluss, lassen einen so selbst auch die Schwere des Alltags vergessen und ein wenig nostalgisch zurückblicken auf die Dinge, die uns nicht nur damals, sondern vielleicht auch gerade jetzt mal wieder gut tun würden.
Es ist schwierig, das Buch zu bewerten. Zum einen liest man sich unverhofft (dem Klappentext nach zumindest) in die Midlife-Crisis des Finnen Peter Eskjell ein, was tws. Cringe ist. Dieser kehrt in seinen Heimatort und mental sowie äußerlich in die 80er zurück und sucht dort nach einem Sinn, nach Glück, denn in der Welt von 2015 mit all den schrecklichen Nachrichten, der Einsamkeit, der Miese machenden Firma hat er beides nicht. Ein Teil des Glücks von damals war Jennifer. Seine beste Freundin, für die er mehr sein wollte, was sich aber zu pubertären Zeiten, bevor sie sich aus den Augen verloren, leider nie vollständig entwickelt hat. Sie will er auch wieder in seinem Leben integrieren, hofft dabei aufs Schicksal. Der Autor hält den Leser bei Laune, obwohl der Plot relativ dünn ist. Dieser wird jedoch so locker und nachfühlbar rübergebracht, dass man dennoch bei jeder Lesepause Gedanken daran verschwendet, wie es denn nun weitergehen könnte. Am Ende wartet...eine Art Happy End, vllt. auch tatsächlich DAS Happy End, was eigentlich nur maximal realistisch ist. Das muss man selbst für sich entscheiden, ich bin da noch nicht so weit.
Ich war leider nicht so begeistert von diesem Buch. Zuerst muss ich gestehen, dass ich wohl die Zusammenfassung falsch gelesen habe. Ich dachte, er reist wirklich in die Vergangenheit. Das hätte mir Spaß gemacht. Aber das hier hat mich eher genervt. Diese ganze Beharrlichkeit, dass er jetzt in 1985 lebt.. dass er nicht mal das Auto vom Vater nehmen kann, weil es das in '85 noch nicht gab.. etc. Auch den Schluss fand ich nicht so überzeugend, aber da will ich nicht zuviel verraten. Alles in allem mag ich den Film nachwievor sehr gerne, aber dieses Buch "dazu" dann doch nicht...