Ein Roman, so schnell erzählt wie »Kill Bill« von Tarantino.
Cemile Sahin meldet sich mit einem rasanten Roman zurü Eine kurdische Hochzeit in Rotterdam. Ein Scharfschütze, der im Laufe des Abends einen Schuss abfeuert. Eine Gruppe von Freunden zwischen den Niederlanden, Deutschland und Kurdistan, für die auf einmal nichts mehr ist, wie es war. Ein Kunstraub. Waffen aus dem 3D-Drucker. Gefängnis. Im Stil eines Actionfilms mit schnellen Cuts erzählt Cemile Sahin die Geschichte eines Verräters, von Rache, Liebe und Freundschaft, so eindringlich, politisch, auf der Höhe der Zeit, wie nur sie es kann.
»Die Entschiedenheit, Klarheit, Härte und Sicherheit im Ton von Cemile Sahin ist eine Wucht.« FAS
Die Unübersichtlichkeit der Welt spiegelt sich literarisch im Aufsprengen sämtlicher Konventionen wider. Episodenhaft wird eine Parataxis betrieben, die einen Sachverhalt nach dem nächsten aufzählt, nacherzählt, resümiert und paraphrasiert, den Blick atemlos durch die Ereignishaftigkeit peitscht. Sibylle Bergs GRM: Brainfuck und RCE: #RemoteCodeExecution treiben die Unübersichtlichkeit verdichtend auf die Spitze, indes Barbi Marković‘ Minihorror oder eben KOMMANDO AJAX eher rudimentär, d.h. mit äußerst restringiertem Code arbeiten:
Fatma nimmt die Waffe vorsichtig in die Hand. Beretta?, fragt sie und sieht dabei Fefe mit gerunzelter Stirn an. Fefe, der Fahrer, deutet auf seine Tasche und sagt: Nike. Dann zeigt er wieder auf die Waffe und sagt: Beretta. Und Fatma versteht, dass die Waffe Beretta heißt. Weil Nike ist Nike, und Beretta ist Beretta. Logisch.
In der Tat, Spielsucht, Rachemorde, Knieschüsse, Lügen, Diebstähle, Gemäldefälschungen, häusliche Gewalt lassen sich nicht erklären, genauso wenig wie brandschatzende Armeen, verwüstete Dörfer, zerstörte Leben, Trunksucht etc … Sahins allwissende Erzählinstanz versucht es konsequenterweise auch nicht. Sie reiht auf. Sie zählt auf. Sie protokolliert:
Wir hören: Das Rascheln einer Kaugummiverpackung. Wir hören: Die Kasse am Tresen, die mit einem schnellen Ruck geschlossen wird. Wir hören: Ein Windows 95-Computer, der hochgefahren wird. […] Wir sehen: Die Sonne ist bereits untergeganen. Wir sehen: Ein kühler Wind zieht durch die Straße. Wir sehen: Niemand ist zu sehen.
Bei KOMMANDO AJAX handelt es sich um ein radikales Sprachexperiment, das subversiv das Erzählerische bis zu einem Grad aushöhlt, dass lediglich reines Rauschen und Raunen der Sinnlosigkeit übrigbleibt. Das Lügen und Betrügen erscheint als ein ewiger Kreislauf, der nur durch das Morden und Sterben kurzweilig unterbrochen werden kann, wobei die männlichen Figuren meistens für Zerstörung, die weiblichen Figuren für Selbsterhalt sorgen.
Schonungslos dramatisiert in Brecht‘scher Mackie Messer- und Die Dreigroschenoper-Manier inszeniert Sahin in KOMMANDO AJAX die Gewalt- und Armutsspirale kurdischer Flüchtlinge bis zu einem Selbstverzehrungsgrad, der schmerzhaft, konvulsiv, bei den Figuren wie in Brechts Die Maßnahme Selbstauflösungstendenzen entblößt. Der literarische Bankrott ahmt den sozialen nach – und dies mag nun von welcher Seite auch immer kritisch, defätistisch, agitatorisch oder polemisch gelesen werden.
--------------------------------- --------------------------------- Details – ab hier Spoilergefahr (zur Erinnerung für mich): --------------------------------- --------------------------------- Inhalt: ●Hauptfiguren der Familie Korkmaz: Ali Hüseyin (AH), Maler, Dachdecker, verheiratet mit Zeyno. Ali Ekber (AE), spielsüchtig, Ehemann von Ayse, Kinder: Robîn und Ridvan. Xidir (X), Witwer, Tochter Arîn, Elektriker. Ibo, genannt „Keko“, jüngster Bruder, heiratet Bêrîtan. Fatma (F), hat ihren gewalttätigen Ehemann Yüksel vertrieben, Sohn Muro Ali Haydar, Sohn Diyar, verheiratet mit Gülcan, Fußballtrainer von Amedspor. Zusammenfassung/Inhaltsangabe: In den 1990er verwüstet die türkische Armee das kurdische Gebiet Dêrsim. Die Familie Korkmaz wird nach und nach aus ihrem Dorf vertrieben. Zuerst suchen die vier älteren Brüder Arbeit in Istanbul, arbeiten auf dem Bau. AH arbeitet als Koch, findet gestohlene Gemälde, aus dem 1990er Bostoner Gemälderaub stammend, in einer Geheimkammer, tauscht einige mit seinen selbstangefertigten aus. Bald darauf flieht die Familie nach Europa, nach Rotterdam. AE, spielsüchtig, flieht als letzter, verspielt aber sein ganzes Geld und setzt eines der ausgetauschten Gemälde als Pfand ein, hierdurch verrät er seinen Bruder AH, gibt die Bilder aber nicht zurück. Der bestohlene Geschäftsmann rächt sich am Wachmann, Celal, der die Bilder bewachen sollte und daraufhin für jemand anderen eine Haftstrafe verbüßen muss, und veranlasst als Vergeltungsmaßnahme, dass Keko, der jüngste Bruder, auf seiner eigenen Hochzeit erschossen wird. Der Scharfschütze wird übermannt, AE reißt ihm das Sturmgewehr aus der Hand, gerät in Panik. Xidir reißt ihm daraufhin das Gewehr aus der Hand und in diesem Moment stürmt die Polizei den Hochzeitssaal und verhaftet Xidir, der für 22 Jahre in Haft kommt. Die Familie Korkmaz baut sich ein Leben auf. AH betreibt eine Sanierungsfirma, und Fatma schafft es, sich im Jahr 2003 als Premium-Putzfrau einen Mercedes zu kaufen. Den Mercedes verspielt Fatmas Sohn Muro, beim Versuch, die Männer im Café 2000 über den Tisch zu ziehen, um Lorin, in die er verliebt ist, einen teuren Ring zu ergattern. AH zieht einen Job beim Aktionshaus Christie’s in Rotterdam ans Land und lernt Agatha Christie kennen, der er seine Gemälde zeigt. Agatha Christie organisiert 2005 eine große PR-Aktion, auf der AHs Bilder ausgestellt werden. Die PR-Aktion, auf einem Tankschiff mit 145 BMWs, geht aber schief. Die Wertgegenstände werden allesamt geraubt. Es stellt sich heraus, Agatha Christie steckt mit Celal unter einer Decke, der sich einige Wochen später dann mit Hilfe der Familie Korkmaz an seinen ehemaligen Chef rächen will. Er verpflichtet AH ein Mondrian-Bild zu fälschen, das in einem großangelegten Ablenkmanöver vor einem vom Geschäftsmann geplanten Raub ausgetauscht wird. Der Austausch gelingt. Celal verschont die Familie Korkmaz. 2015, Ayse, Fatma, Zeyno und Gülcan betreiben eine Änderungsschneiderei. Robîn stirbt bei einem Messerattentat. Er wurde verwechelt. AE voller Schuldgefühl, begreift den Tod seines Sohnes als Schicksal für seinen Verrat und gesteht diesen Xidir, der noch immer im Gefängnis sitzt. Xidir erleidet daraufhin einen Herzanfall und stirbt. Später, im Jahr 2025, rächt sich Bêrîtan am Scharfschützen und erschießt ihn. … Verstrickung in der kriminellen Szene. Ali Ekbers Spielsucht verursacht eine Menge Probleme für die Familie. Er verrät, um seine Haut zu retten, den friedlichen Hüseyin. Durch die Vergeltungsmaßnahme stirbt der jüngste Bruder, Keko, durch einen Scharfschützer, dem Ali Ekber das Sturmgewehr entreißt, in Panik gerät, so dass Xidir ihm das Sturmgewehr abnehmen muss. Just in diesem Moment stürmt die Polizei die Hochzeit, und Xidir muss 22 Jahre hinter Gitter. Später gesteht Ali Ekber seinen Verrat, woraufhin Xidir stirbt. … Vom Wirrwarr abgesehen, völlig unplausibel wirkt die Figur von Agatha Christie. Da Celal schon weiß, wer ihn bestohlen hat, muss es diese ganze Episode mit dem Auktionshaus Christie nicht geben. Sie ist schlechthin überflüssig, und auch konstruiert, ohne Idee. Die Aufzählung von 145 Kunstwerken wirkt wie ein Platzfüller, um den Roman zu strecken. Überhaupt wirkt der Plot zu diffus, zu beliebig, fast schon plakativ grotesk. Die türkische Armee brandschatzt in Kurdistan, Ali Ekber und Muro sind spielsüchtig – die Männer verursachen ein Problem nach dem anderen. Fatmas Geschichte hat am meisten Ähnlichkeit mit einer Erzählung. Im Grunde genommen ein Agit-Prop-Potpourri, langweilig, ohne Plot. --> 1 Stern
Form: Sprachlich besitzt dieser Text keinen Anspruch. Kurzwortsätze. Viele Hilfsverben, unnötige Wiederholungen, Überverdeutlichungen. Stets wird alles immer und immer wieder wiederholt. Die Sätze besitzen fast einen Sprechgesang-Charakter. Ohne Wortwitz, ohne Sprachintensität. Nullnummer. --> 1 Stern
Erzählstimme: Auktorialer Erzähler, unsituiert, unreflektiert, zeigt sich nicht. Wechselt beliebig in Zeit und Ort, springt umher, vermag ins Innerste zu schauen. Völlige Verfügungsgewalt, Marionettenspieler, aber einer, der seine Figuren nicht achtsam behandelt. Schwarzweiß-Malerei. Plattitüden. Phrasen. Klischees. Das völlige Fehlen von einer Filterung, einer Rahmung, einer Perspektive lässt den Text in sich zusammenfallen. --> 1 Stern
Komposition: Nichtlinear erzähltes, voller Rückblende aufgelockertes Actionfilm-Geflecht. Wo aber kein Inhalt und keine Form, da ist auch keine Komposition möglich. Eher Schnitt- und Montagetechnik, die hier keine Widerspiegelung im Text finden. Die Auflockerungen, die Einwürfe, die Bilder, das Kollagierte wirken, aber sie entfalten sich nicht. --> 3 Sterne
Leseerlebnis: Ein Spielsüchtiger, der seine Familie in den Ruin treibt, Morde, willkürliche, an Kurden, brutale Machenschaften im kriminellen Gewerbe, die Ausweglosigkeiten und Sackgassenmentalitäten geben dem Text eine große Enge. Alles schlimm. Alles ist auf Blutrache aus. Alles dreht sich im Kreis. Gewalt zieht Gewalt nach sich. Die Figuren interessieren, bis auf Fatma, nicht. Ehre, Stolz, Männlichkeitsgebaren. Alles dekonstruierte Sprachlosigkeit, die als Wortmeldung zwar seine Berechtigung besitzt, aber keinerlei Wirkung hinterlässt. Hierfür zu oberflächlich, schnell, sorglos gearbeitet. --> 1 Stern
Es hat so gut getan endlich mal ein Buch zu lesen, in dem man die Perspektiven der Charaktere wirklich nachvollziehen kann. Ich selber als Kurde hab es nur schon genoßen mal Charaktere zu sehen, die Arin oder Ali Haydar heißen statt „Timothy“ :( Die Geschichte ist sehr spannend und ich würde mir wünschen, dass es irgendwann mal verfilmt wird.
Ein Buch, das viel will, aber wenig einlöst. Der Text wirkt überfrachtet und gleichzeitig zu oberflächlich. Die Sprache bleibt platt, die Erzählweise zerfasert. Auch die vielen popkulturellen Anspielungen und visuellen Spielereien wirken zu oft bemüht und beliebig. Es fehlt an erzählerischem Feingefühl, an Raum für Zwischentöne.
Die Nähe zur Dreigroschenoper ist interessant. Man spürt, dass auch hier ein politisches Anliegen brodelt. Doch statt Grautöne zuzulassen, werden Haltungen wie Kulissen aufgebaut und im Scheinwerferlicht voll ausgeleuchtet. Als hätte der Film seinen Subtext gleich mit Untertiteln versehen.
so viel freude, so viel leid. ich habe jede sekunde geliebt und dabei so viel gefühlt. was für eine spannende, originelle geschichte und die charaktere sind alle authentisch, vielschichtig und liebenswert. ali hüseyin hat für immer einen platz in meinem herzen. viele details, die vielleicht banal erscheinen, haben mich an meine familie erinnert und die geschichte enorm bereichert. werde das buch jedem empfehlen.
Mein Zwiespalt: Ich finde die Geschichte, die Ereignisse & die Personen spannend. Der Erzählstil hat mich jedoch immer wieder von sich gestoßen, sodass mir das Lesen unterm Strich leider wenig Spaß bereitete. Ich bin mir aber sicher, dass das Buch andere durchaus abholen kann.
Sprachlich von Beginn weg interessant. Im Audiobook von der Autorin selbst auch sehr stimmungsvoll vorgetragen.
In der ersten Hälfte klassisches [kann man das so sagen? ... Immigration]-Genre. In der zweiten Hälfte eine zunehmend hanebüchene und höchst komplizierte Gangsterstory; aber schon auch gut und spannend. - Evtl. für einen Tatort adaptierbar?
Das Buch ist ein bisschen konzipiert wie ein Drehbuch, hier eine Beschreibung was man hört, da eine Schnitteinstellung. Das Funktioniert gut. Man fühlt sich nach dem Lesen, als hätte man einen wirklich guten Film gesehen, den man selber mit Bildern und Musik gefüllt hat, nur die Handlung ist vorgegeben und die ist ein wenig wankelmütig. Zwischen Action - Film und Heist - Movie, Einleitung und Finale wird einem das Leben einer kurdischen Familie in Rotterdam erzählt und das ist super interessant, öffnet nur auch viele Themengebiete, die dann nicht weiter vertieft werden (können?). Und dann kommen die letzten 100 Seiten, alles fügt sich zusammen und man befindet sich wieder in einem Blockbuster und der macht ehrlich gesagt einfach nur Spaß.
es war so fun dieses buch zu lesen, hab noch nie beim lesen so oft laut gelacht. der schreibstil hat mich immer so eng gehalten und ich bin dankbar für die representation. başından sonuna kadar bir nefesde okudum. wünschte, ich könnte es immer wieder vergessen, um es immer wieder neu zu lesen.
Ein Einschub um mich vor lähmender Can Xue Lektüre zu retten. Aber in beiden Fällen die komische Angewohnheit ausgeliehene Bücher fertig lesen zu müssen; ganz nebensächlich der Fakt, dass ich ausleihe, wenn ich mir eines Kaufs unsicher bin, ob es nun wirklich ein Buch ist, welches mein Regal füllen, den Platz schmälern soll. Preis der Leipziger Buchmesse, Nominiertenliste. Wie ein Buch bewerten, anhand welcher Kriterien? Was soll es erfüllen? Zählt Lesbarkeit überhaupt oder ist sie eine Voraussetzung, die erst interessant wird, wenn sie nicht erfüllt wird? Immerhin: Taktik der Gegenwart ist geißelnde, flüchtige Lesbarkeit. Kurze Sätze oder gar keine Sätze, bloß Stücke durchdrungen von Punktionen. Und die Enter-Taste. Mittlerweile so arbiträr, diese Setzung. Da stehen Sätze grundlos im luftigen Raum. Dieser luftige Raum, der Auslassungen bedeutet. Hier haben wir das Problem oder eines. Mir fehlt zu viel von der Geschichte, weil wie wild gesprungen wird ohne sich an einem Punkt oder bei einer Figur zu lange aufzuhalten. So wird auf Ungeduld geschlossen, suggeriert, dass es keinen Grund zu verweilen gäbe. Das Denken wird uns abgenommen, ausformuliert. Die Adjektive hingelegt. Für die fehlende Fülle an Beschreibungen oder Schilderungen, müsste etwas anderes an deren Stelle stehen, aber hier hält sich die Waage nicht. Die formalen Spielereien sind, soweit ich das beurteilen kann, nichts als Schall und Rauch. Gimmick, das wiederholt und wiederholt wird. Die erzählende Kamera funktioniert nicht, sie zoomt bloß. Aber der Kameraeinsatz bringt uns näher: mehr Drehbuch oder Stücktext als Prosa. Der Unterschied ist, dass diese nur Teil eines Prozesses sind, wobei das Buch schon fertig ist.
Ach, ich weiß nicht. Nicht neu genug, um so mager zu sein.
tolles tolles buch! gegen ende hat es mich bisschen verloren aber darüber kann ich hinwegsehen. hatte eine gute zeit beim lesen 🎶 es gibt viele zeitsprünge, bei denen man aber gut hinterherkommt wegen dem schreibstil
Es war der Stil, der mich an diesem Roman fasziniert hat, diese filmisch-drehbuchartige Darstellung. Protagonisten werden kurz als Typen charakterisiert, wie Schauspieler im Casting (auffallend viele große - über 1,80 - Männer), Szenen werden herangezoomt, Dialoge flott geschrieben. Und dann gelingt es der Autorin die durchaus schwere Geschichte der Familie Korkmaz, die als kurdische Familie vor einem Massaker in der Türkei nach Holland flüchtet (der Vater wird türkischen Gefängnis ermordet), leicht und lustvoll zu erzählen, ohne den ernsten Hintergrund zu verleugnen. Es geht v.a. um einen Bilderraub eines der Brüder (Ali Huseyn) aus dem Raubgut eines größeren Kunstraubes (der Tatsachenanstoss für den Plot - Kunstraub aus dem Isabella Stewart Gardner Museum und in Biston 1990, bis heute ungeklärt). Er vertauscht 3 Bilder aus dem Raubgut mit eigenen gemalten Bildern, dafür muss der Wächter über den Kunstraub ins Gefängnis (seine Gang zwingt ihn dazu als Strafe für Unachtsamkeit). Der Wächter wiederum rächt sich Jahre später (er hat inzwischen durch Zufall herausgefunden, wer die Bilder entwendete) durch den Mord am jüngeren Bruder Huseyns Keko bei dessen Hochzeit. Schlussendlich wird sich Beritan, die betrogene Braut wieder Jahre später am Scharfschützen rächen. Die Schilderung der vielköpfigen Korkmaz-Familie (5 äußerst unterschiedliche Brüder, 1 Schwester) deren Kinder und des Unterweltumfeldes in dem diese in Rotterdam leben ist hervorragend, manche Episoden unglaublich witzig und fein gezeichnet (etwa als der Sohn Fatmas gemeinsam mit seinem Freund den geliebten und mühsam abgesparten Mercedes der Mutter verzockt - wobei sich herausstellt, dass der ja auch nur ein Statussymbol war, da Fatma gar keinen Führerschein besitzt). Macht eigentlich Lust auf mehr von der kurdisch-alevitischen in Deutschland geborenen Autorin zu lese .
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Hab das Buch an einem Tag verschlungen. Die Geschichte erinnert teilweise an einen Film von Guy Richie. Das Filmische ist auch definitiv im Stil schon angelegt, da es stark an ein Drehbuch erinnert. Es steckt viel Humor aber auch Tragik im Buch. Es treten viele Figuren auf, wobei die Hauptcharaktere durchaus vielschichtig gezeichnet sind, die Nebenfiguren aber auch gerne mal eindimensional verschroben. Familiendrama mit Gaunergeschichte vermischt - sehr lesenswert!
Ich mag es, wenn Bücher sich experimentell gestalten. Das macht Spaß. :) Bisschen gewöhnungs-bedürftig und nicht ganz mein Stil, aber sehr interessante Familiengeschichte, die gleichzeitig absurd und tragisch ist. Die Charaktere von Xidir, Fatma und Muro haben mir am besten gefallen. Ich mochte, wie spielerisch alles war.
Packend!!! Ein Meisterwerk, man will immer weiter und weiter lesen. Es ist kein erklärendes Buch und man muss mitdenken. Es ist einfach unfassbar kreativ und durchdacht und wirklich so so so „entertaining“ einfach wow