Wenn sich einer der profiliertesten deutschsprachigen Autoren unserer Zeit mit dem Thema Humor in der Literatur auseinandersetzt, braucht er gute Gründe. Sven Regener hatte Er war 2016 eingeladen, als Inhaber der Grimm-Professur der Universität Kassel eine Poetik-Vorlesung zu halten und er schlägt sich, seit er Romane veröffentlicht, damit herum, dass diese als witzig, komisch, humorvoll gelten, obwohl sie eigentlich traurige Geschichten erzählen von Leuten, die es im Leben nicht leicht haben und bei denen das Scheitern stets wahrscheinlicher ist als das Gelingen.
In Zwischen Depression und Witzelsucht geht deshalb Sven Regener der Sache auf den Grund und kommt zu verblüffenden, ihn selber erstaunenden Ergebnissen, macht sich auf zu einem Parforce-Ritt durch die Kunstgattungen, Stile und Methoden, untersucht das Wesen und das Verhältnis von Kunst, Gefühl und Humor zueinander und wirft dabei mit jeder Antwort zwei neue Fragen auf, ohne dass das von Schaden wäre.
Zwischen Depression und Witzelsucht ist ein großer Wurf, ein kühner Versuch über ein großes, fast unerforschtes Thema und wird, da kann man sicher sein, für Aufsehen sorgen.
Sven Regener is a German musician and writer living in Berlin. In 1982 he recorded his first LP with the band Zatopek and in 1984 he joined Neue Liebe. In 1985 he founded the Berlin band Element of Crime together with Jakob Friderichs. He writes almost all their lyrics as well as playing trumpet. In 2001 he published his first novel, Berlin Blues (original title Herr Lehmann), which achieved sales of around one million copies. The book takes place in autumn 1989 in Berlin. In 2004, Regener was awarded the Deutscher Filmpreis for the screenplay to the film of the same name (best screenplay that has been turned into a film). His second novel, Neue Vahr Süd, was released in 2004 and follows the life of Frank Lehmann while serving in the Bundeswehr in 1980 in Bremen. In 2008 this was followed by a third novel, Der kleine Bruder (The Little Brother) which dealt with the time between 1980 and 1989.
Wer über darstellende Kunst schreibt, sollte sich vielleicht auch ein bisschen mit ihr beschäftigen; so wie Regener über "Kasperletheater" schreibt, scheint er nie welches erlebt zu haben, die literarische Gattung des Dramas wird mit der Praxis auf der Bühne verwechselt und das komische Potential von körperbetonten Theaterformen fälschlicherweise negiert. Treffend und berührend hingegen sind Regeners Beobachtungen über die humoristische Praxis in der Belletristik - vielleicht hätte er es dabei belassen sollen.
Kleines Büchlein mit Regeners Überlegungen zu Humor in der Literatur. Basiert auf seiner Rede für eine Literaturpreisverleihung an Frank Schulz und enthält auch Anmerkungen zu Regeners eigenen Werken, die Freunde von „Herr Lehmann“ sicher mit Interesse verfolgen werden. Dass mir die Investition von 14 Euro für ein rund 80-seitiges Büchlein im Nachhinein doch noch etwas wehtut, ist wohl ein Indiz dafür, dass ich noch etwas mehr von Regener erwartet habe. Vielleicht ist aber auch viel gewonnen bzw. wiedergutgemacht, wenn der besungene Frank Schulz, der mir in diesem Buch nahegelegt wurde und der mein humoristisches Interesse (gibt es sowas?) geweckt hat, als guter Autor entpuppt.
war als Vorlesung sicher interessant und nett, so hab ich mich vom Titel ein bisschen fehlleiten lassen und mehr tatsächlich wissenschaftliches erwartet als die eigenen Erfahrungen des Autors. Trotzdem ganz gut, ich mag ihn ja einfach auch sehr gerne :)
Beim Titel wusste ich gar nicht, was mich erwartet und war dann sehr positiv überrascht, wie philosophisch der Einstieg ist. Es enthält viele neue Denkanstöße, aber auch viele Gedanken, die einem eigentlich schon vertraut sind, nur hier besonders treffend und schön formuliert.
Tolle Rede von Sven Regener über Humor. Man erfährt auch viel über Herr Lehman und Regenrs Beziehung zu diesem Buch. Ich verstehe es jetzt noch besser.