Lieferdienste bringen dir alles, was du willst – und das binnen Minuten. Doch ein Geschäft machen nur Zusteller, die besonders schnell und besonders skrupellos sind. Tom Hillenbrands brillanter neuer Thriller erzählt von einer Welt, in der Kuriere bis an die Zähne bewaffnet sind – und Lieferdienste mehr Macht haben, als wir uns vorstellen können.
Neu-Berlin, irgendwann in der Arkadis Arbeitgeber Rio ist darauf spezialisiert, Bestellungen per 3D-Drucker herzustellen und unverzüglich auszuliefern. Der Druck ist Sobald etwas geordert wird, egal ob Spielekonsole oder Zahnpasta, beginnt ein gnadenloser Wettlauf aller Lieferdienste um die schnellste Zustellung.
Die Fußsoldaten dieses brutalen Wettbewerbs sind sogenannte Bringer. Auf Hoverboards sausen Arkadi und andere Kuriere durch die Stadt und versuchen, die Konkurrenz mit allen Mitteln auszustechen.
Eines Tages bittet ihn ein Kollege, einen Auftrag für ihn zu übernehmen. Kaum hat Arkadi die Lieferung übernommen, muss er mitansehen, wie sein Kollege stirbt. Der junge Kurier gerät in einen Strudel von Ereignissen, aus dem er sich kaum mehr befreien Arkadi soll seltsame Sonderaufträge ausführen und seine Chefetage interessiert sich plötzlich sehr für ihn. Kann er die mysteriösen Lieferungen zustellen, bevor ihn die Marketing-Drohnen der Konkurrenz aus der Luft holen?
Was ich erwartet habe: "Hoffentlich keine Abklatsch von Snowcrash." Erfüllt. Keine Anlehnung, keine Referenz gefunden. Aber ganz viele bewusst gesetzte Zitate. Das macht Spaß. Es liest sich am Strand genauso gut wie auf dem Sofa, schöne Urlaubslektüre.
Die geschilderte Welt ist völlig überdreht und satirisch überhöht: militärisch organisierte Lieferdienste zwischen denen es heftige Auseinandersetzungen gibt, unökologischer Lieferunfug, bei dem gigantische Müllberge entstehen, absolute Identifikation mit der Firma. Die Kritik, die der Dad des Ich-Erzählers äussert ist völlig berechtigt: “Alle verrückt geworden” (S. 60) bzw. “Todeszuckungen des Kapitalismus” (S. 61). So steckt in diesem Büchlein schon eine gehörige Portion Kapitalismus-Kritik. Es schimmert auch immer wieder etwas vom Rest der Welt durch und am Schluss gibt es sogar noch eine große neue Erfindung, die man aber besser nicht weiter hinterfragt. Ein Büchlein, das sich schnell lesen ließ und mich gut unterhalten hat. Es hat einen ganzen Schwung interessanter Ideen und sein größter Nachteil ist seine Kürze. Die Handlung hätte aber durchaus komplexer sein können und kritischer. Als dünnes Hardcover mit noch nicht einmal 200 Seiten empfand ich das Buch zudem als überteuert.
Hillenbrand ist einer der wenigen Autoren, die man sofort am Schreibstil erkennt. Mal wieder eine tolle Geschichte aus der typischen Hillenbrand Zukunft. Klasse Unterhaltung, viele Verweise und sehr gut vorgelesen von Oliver Siebeck
In Tom Hillenbrands neuestem SF-Roman geht es um eine anarchokapitalistische Dystopie in einer nicht genau zu bestimmenden Zukunft, in der die Welt zwischen hart umkämpften Lieferdiensten aufgeteilt wurde, nach einem (nicht näher beleuchteten) Atomkrieg, der in Europa wütete und z.B. Berlin völlig zerstört hat. Diese Art Lieferdienste wurden auch schon in Neal Stephensons Roman "Snow Crash" (1992) und auch in John Scalzis Roman "The Kaiju Preservation Society" (2022) thematisiert, jedoch steht diese Thematik bei Hillenbrand an erster Stelle. Gefallen hat mir der Slang der "Bringer", die, fast militärische, Organisation und Gehabe der Lieferdienste und noch andere Gimmiks, die Hillenbrand zu dieser Geschichte zusammengetragen hat. Natürlich ist vieles auch satirisch überhöht, macht aber dennoch Spaß und führt aber auch zum Nachdenken. Schade nur, dass der Roman vom Umfang her eher einer Novelle entspricht, aber lieber so, als ellenlange Fülltexte, die eher langweilen. Ich habe den Roman genossen und sehe mir jetzt die Lieferdienste etwas genauer an...
Wer sich knapp jenseits der Baby Boom Generation befindet, sollte nicht Jugendsprech benutzen. Das kommt 100pro cringe rüber. Abgesehen von der unrealistischen weil fake-flapsigen Sprache ist die Geschichte gewohnt dystopisch unterhaltsam. Was aus uns wird, wenn die Welt nur fast den Bach runter geht und man (mal wieder) nix dabei gelernt hat... Als Roman würde ich es allerdings nicht bezeichnen, eher als Erzählung, die Teil eins Romans sein könnte, eine Episode, ein Ereignis.
Noch ein Wort zum Hörbuch. Oliver Siebeck mag ein bekannter Hörbuchsprecher sein. Aber warum muss ein zu diesem Zeitpunkt 63jähriger Mann einen jungen Mann von 28 Jahren sprechen. Diese Stimme ist so ein Fehlgriff!
Zwei alte Männer, einer der denkt, er weiß wie Jugendsprache funktioniert und damit voll in die Tonne greift und der nächste alte Mann, der das sprachlich peinlich umsetzt.
Für mich fühlte sich die Geschichte auch nicht wie weit in der Zukunft an, sondern eher wie 2001 in einem Berliner Paralluniversum mit mehr Technik. Digga ( ゚∀゚)人(゚∀゚ )
Idee und futuristisches Setting sind ganz gut, aber dass es dabei beim Frauenbild rückwärts geht hätte nicht sein müssen. Frauen als „Alte“ zu bezeichnen, auf Kurven zu reduzieren und parallel Pakete „geil abzuliefern“ macht die Charaktere extrem unsympathisch.
Das beste Wort um dieses Buch zu beschreiben: COOL! Willkommen in der Zukunft, im futuristischen New Berlin, wo Lieferboten mit ihren fliegend rasenden Hooverboards die wahren Stars sind! Hier geht es darum, welcher Lieferdienst am schnellsten delivern kann, und es wird auch nicht davor zurückgeschreckt, die Konkurrenz im Flug vom Himmel zu schießen.
Bisher war auch Arkadi stolz auf seinen Job als Bringer, doch dann wird er von einem Kollegen gebeten, eine Lieferung zu übernehmen. Arkadi kommt der Bitte nach, doch kurz darauf kommt der Kollege ums Leben. Zufall? Ungewollt wird Arkadi nun in eine Kette von Ereignissen verwickelt - mysteriöse Pakete, die er ausliefern soll und tödliche Unglücke, die daraufhin geschehen. Schnell wird ihm klar, dass das ganz und gar keine Zufälle sind. Und dann gerät er selbst ins Fadenkreuz...
Ein knackiger SiFi-Thriller, wo einfach alles passt.
Dieses Buch bietet einen tollen Ansatz und, vor allem im ersten Teil, ein viel versprechendes World Building. Leider passt die Länge für mich nicht: Für eine Kurzgeschichte hätte der Fokus auf den Hauptplot (bis hin zum wirklich guten Twist) gereicht. Stattdessen gibt es halbgare Nebencharaktere und -plots. Oder man hätte die ausbauen und die Geschichte auf mehr als 200 Seiten erzählen können. Lässt mich in der Form unbefriedigt zurück, schade.
Mehr zum Buch in unserer ausführlichen Besprechung @ Papierstau Podcast: #314: Apropos-Kalypse
Vollständig linear und Mono-perspektivisch - daher ungewöhnliches Lesegefühl. Am Anfang etwas seltsam - dann immer besser und dann leider viel zu schnell zu Ende. Schade. Bitte mehr ... :-)
‘*‘ Meine Meinung ‘*‘ Im futuristische Berlin wird nur noch online bestellt und jede Bestellung wird von jeder Firma mit dem 3D-Drucker auf Teufel-komm-raus produziert. Natürlich wird nur die erste Lieferung angenommen, die anderen Waren werden recycelt. Arkadi gehört zu den Bringern, die die bestellten Waren ausliefern. Und ich wartete auf den Moment, in dem Arkadi eine Bestellung von einem Kollegen übernimmt. Und das dauerte und dauerte. Dabei ist das Hörbuch nur knapp 4 Stunden lang. Tja, mal wieder Klappentext-Fail *genervt-gen-himmel-blick . Das raubte mir dann auch die Spannung, weil ich die Hälfte der Handlung kannte und viel zu viel Zeit auf das Worldbuilding verschwendet wurde. Dann ging es endlich los und wurde spannend. Es gab ein oder zwei Überraschungen, aber so wirklich hat mich die die Story dann nicht abgeholt. Und zum Schluss ging alles ratzfatz und war irgendwie abstrus. Die Figuren waren Klischees und blieben farblos. Gut hat mir die Kritik am Konsumverhalten gefallen. Es wird immer mehr bestellt und dementsprechend zurückgeschickt. Und anschließend entsorgt, statt neu zu verpacken und wieder anzubieten. Oder wenigstens zu verschenken. Die Städte und Einkaufsmalls veröden, weil immer mehr Geschäfte schließen. Das ist ja bittere Realität. Aber die Handlung des Buches konnte mich trotzdem nicht überzeugen. Der Schreibstil des Autors ist locker-leicht und Oliver Siebeck erschuf mit seiner akzentuierten Sprechart Kopfkino. Doch all das kann das Buch für mich nicht retten und es gibt nur 2 Liefer-Sterne. ‘*‘ Klappentext ‘*‘ Lieferdienste bringen dir alles, was du willst - und das binnen Minuten. Doch ein Geschäft machen nur Zusteller, die besonders schnell und besonders skrupellos sind. Tom Hillenbrands brillanter neuer Thriller erzählt von einer Welt, in der Kuriere bis an die Zähne bewaffnet sind - und Lieferdienste mehr Macht haben, als wir uns vorstellen können. Neu-Berlin, irgendwann in der Zukunft: Arkadis Arbeitgeber Rio ist darauf spezialisiert, Bestellungen per 3D-Drucker herzustellen und unverzüglich auszuliefern. Der Druck ist enorm: Sobald etwas geordert wird, egal ob Spielekonsole oder Zahnpasta, beginnt ein gnadenloser Wettlauf aller Lieferdienste um die schnellste Zustellung. Die Fußsoldaten dieses brutalen Wettbewerbs sind sogenannte Bringer. Auf Hoverboards sausen Arkadi und andere Kuriere durch die Stadt und versuchen, die Konkurrenz mit allen Mitteln auszustechen. Eines Tages bittet ihn ein Kollege, einen Auftrag für ihn zu übernehmen. Kaum hat Arkadi die Lieferung übernommen, muss er mitansehen, wie sein Kollege stirbt. Der junge Kurier gerät in einen Strudel von Ereignissen, aus dem er sich kaum mehr befreien kann: Arkadi soll seltsame Sonderaufträge ausführen und seine Chefetage interessiert sich plötzlich sehr für ihn. Kann er die mysteriösen Lieferungen zustellen, bevor ihn die Marketing-Drohnen der Konkurrenz aus der Luft holen?
Für Fans von Marc-Uwe Kling: Auf die Spitze getriebene Kritik an der Konsumgesellschaft, mit trockenem Humor und viel Schwung erzählt. Kurz, aber auf den Punkt fesselt die Geschichte um Lieferdienst, deren Mitarbeitende sich gegenseitig von ihren Hoverboards schießen, um ihre Marktmacht auszubauen. Erschreckend, faszinierend und rasant.
Nett! Als Berliner haben es mir insbesondere die satirischen Anspielungen auf die “Alt-Berliner” Bezirksnamen wie Zahlewitz angetan. Es ist durchaus spannend in Teilen Dieses Buch auf der Couch und ein Döner aus der Mikrowelle, was will man mehr. Good read!
Setting und Figuren haben mir gut gefallen und mich schnell gepackt, aber die Geschichte selbst war mir leider zu wenig, sonst hätte es einen Stern mehr gegeben.
Egal ob Krimi oder Zukunftsvisionen - fast alles, was aus Tom Hillenbrands Feder kommt, lese ich gerne und mit großen Erwartungen. “Lieferdienst” war letztlich anders, als ich dachte, und es hat für mich ein paar Fragen aufgeworfen. Was nichts Schlechtes sein muss.
Die Geschichte dreht sich um Arkadi Schneider, der im Berlin einer nicht genau verorteten Zukunft lebt. Unsere Konsumgesellschaft scheint sich bis dahin nur insofern weiterentwickelt zu haben, als dass alles nur noch maßloser und verschwenderischer wird.
Produkte werden zwar erst bei Bestellung erzeugt und geliefert - das aber parallel von mehrere Anbietern, die sich dann darum streiten, wer das Ding zuerst zustellt. Hier kommt Arkadi ins Spiel, denn er arbeitet bei einer dieser mächtigen Erzeuger-/Zustellfirmen. Zwar wird vieles einfach per Drohnen verschickt, aber es gibt auch noch die menschlichen “Bringer”, die auf ihren Hoverboards futuristische Götterboten abgeben.
Alles ist digital, wird getrackt und wer das Leistungsprinzip nicht verinnerlicht hat, hat schlechte Karten. Arkadi lebt danach und möchte einfach nur seinen Job erledigen, als ihm immer wieder sonderbare Zufälle und Begegnungen dazwischenkommen. Gar nicht gut für seine Reputation, aber gut für die Handlung, die nun Schwung aufnimmt.
Unser Protagonist gerät zwischen die Fronten und deckt etwas auf, das brisanter ist als alles, was er sich bisher vorstellen konnte…
“Lieferdienst” wird auf dem Cover als Roman bezeichnet, auf der Umschlagrückseite ist von Thriller die Rede. Beides trifft die Geschichte nicht so ganz. Die mit weniger als 200 Seiten eher wie eine Novelle anmutende Handlung ist dystopisch und gesellschaftskritisch. In sich bietet sie ausgefeilte Details, die die Science Fiction hinter der Story logischer machen.
In Summe wirkt es auf mich aber so, als wäre die Idee der “Zustell-Krieger” aus einer anderen Buchidee entnommen und ausgebaut worden. Allerdings nicht so weit, wie es vielleicht möglich gewesen wäre. Das ist der Punkt, den ich so von Hillenbrand nicht erwartet hätte.
Abgeschlossene Bücher von ihm haben, soweit ich sie kenne, eigentlich immer eine sehr starke Handlungstiefe, sind bis ins Detail ausgefeilt und dementsprechend umfangreich. Hier empfinde ich die Idee sehr gut, aber etwas unausgereift, als wäre nicht genug Zeit gewesen. Das eher abrupte Ende verstärkt diesen Effekt noch.
In einer nicht näher datierten Zukunft ist Berlin einer Katastrophe zum Opfer gefallen. Da der Wiederaufbau nicht so richtig in die Gänge kam, wurde das zunächst als vorübergehender Behelf gegründete Berlin 2.0 zur neuen Heimat der Einwohner. Einkäufe laufen mittlerweile über Lieferdienste, die alles per 3D-Drucker auszudrucken und dann zustellen. Unter den verschiedenen Lieferdiensten herrscht ein harter Konkurrenzkampf.
Arkadi Schneider ist einer der Bringer des Lieferdienstes Rio. Eines Tages muss er ein Attentat auf einen Kollegen miterleben. Danach scheint der Wurm drin, er macht eine merkwürdige Entdeckung, einige seiner Kund:innen sterben, und auch sein eigenes Leben scheint in Gefahr.
Der Roman ist nicht gerade lang, hat es aber in sich. Tom Hillenbrand skizziert die Welt, in der Arkadi lebt, sehr schnell, man kann sie sich gut vorstellen, und auch der technische Hintergrund ist vorstellbar, auch als mögliche Zukunft. Der Autor lässt Arkadi selbst in Ich-Form erzählen, man ist somit mitten im Geschehen, und spürt die herrschende Atmosphäre und die Gefahr deutlich. So drückt man Arkadi auch schnell die Daumen, und hofft, dass er das Ganze heil übersteht. Erzählt wird so rasant, wie Arkadi mit seinem Hooverboard durch beziehungsweise über Berlins Straßen rauscht, die Geschichte ist spannend.
Arkadi war mir schnell sympathisch, auch seinen Freund Ufuq mochte ich. Ich könnte mir gut eine weitere Geschichte mit den beiden vorstellen.
Sehr gut haben mir die Anspielungen gefallen, nicht nur, dass Straßen und Orte nach heute bekannten Persönlichkeiten benannt sind, die oben schon erwähnte mehr als lange Dauer des Wiederaufbaus von Berlin, nämlich nie, ließ mich zum Bespiel an den Bau des Berliner Flughafens BER denken.
Die Geschichte liest sich spannend und rasant und hat mich gut unterhalten.
Wie wäre es, wenn das Lieferversprechen an uns Konsumenten ins Extreme überführt wird? Wenn ein Artikel nicht erst in 24 geliefert wird, sondern innerhalb von 10 Minuten? Das ist die Welt, die Tom Hillenbrand dem Leser präsentiert. Produkte werden in 3D-Druckern auf atomarer Basis gedruckt (weshalb auch jeder Artikel in dem Drucker erstellt werden kann) und die »Bringer« düsen auf Hoverboards mit wahnwitzigen Geschwindigkeiten und liefern das soeben Ausgedruckte.
Die Handlung ist irgendwann in der Zukunft verortet, wo das heutige Berlin ein wenig gelitten hat und die Menschen sich in Neu-Berlin übereinander stapeln. Dort schauen wir einem der Bringer über die Schultern, der zufällig ein Paket überbringen muss, das gegen diverse Lieferregeln verstößt. Und damit gerät dieser Bringer in die Bredouille und in ein Netz undurchsichtiger Machenschaften der Konzerne.
Wer eine Verdenglischung der deutschen Sprache abgeneigt ist, sollte Abstand von diesem Buch nehmen. Tom Hillenbrand packt sehr viele bekannte und erfundene Begriffe in diesen Roman, so dass so mancher Absatz sehr denglisch klingt. Was natürlich gewollt ist und dazu beiträgt, dass dieser Roman genau diese Atmosphäre schafft, die schon ins Absurde hereinreicht, aber so durchaus vorstellbar ist.
Fazit Dieser dezent dystopische Zukunfts-Thriller liest sich sehr kurzweilig und kann nicht nur mit einer rasanten Handlung punkten, sondern auch mit einem überraschenden Finale. Natürlich prangert der Autor das heutige Konsumverhalten an. Und natürlich sind einige Parallelen zu bekannten Online-Shops sichtbar. Und vielleicht motiviert es den ein oder anderen Leser, mal darüber nachzudenken, weshalb es so schlimm ist, auf ein Paket drei oder vier Tage zu warten.
Lieferdienst von Tom Hillenbrand, erschienen im Kiepenheuer & Witsch Verlag am 15. August 2024.
Neu-Berlins Himmel ist voller Auslieferer auf Hoverboards, die innerhalb von Minuten bestellte Ware bringen. Es herrscht ein beinharter Kampf um die schnellste Zustellung. Arkadi, einer der sogenannten Bringer übernimmt eine Lieferung für einen Kollegen, der vor seinen Augen stirbt. Von da an erhält er Sonderaufträge und er soll besondere Lieferungen zustellen.
Der Autor nimmt unsere Macken von Heute, vervielfacht sie und schafft es uns damit auch noch zum Lachen zu bekommen.
Da wir uns in bildungsfernen Schichten bewegen, ist die Sprache von Schimpfworten durchzogen und wirkt manchmal männlich, jung und denglisch.
Ja, die Praktiken von Lieferdiensten werden hier aufgezeigt und verschärft, aber auch sonst hat sich der Autor ziemlich frei an aktuelleren Themen bedient. Die unaussprechlichen Bestellungen für Kaffee sind genau so dabei, wie die Neigung die Portionsgröße in immer abstruseren Wortgebilden zu verschleiern. Überlebt haben auch andere Dinge unserer heutigen Zeit, aber ich empfehle dieses kurze Buch einfach selbst zu lesen. Klare Kaufempfehlung.
Neu-Berlin, in nicht allzu ferner Zukunft: Arkadi ist Lieferbote für einen der größten Lieferdienste namens Rio. Läden sind komplett aus der Mode, die Menschen lassen sich jegliche Dinge liefern. Und dadurch entsteht einer harter Konkurrenzkampf zwischen den Lieferdiensten. Als die neuste Konsole auf den Markt kommt, muss Arkadi ranklotzen. Und wird von dem besten Lieferboten seiner Zunft aufgehalten. Der hat großes mit ihm vor. Zu großes für Arkadi?
"Lieferdienst" ist der neuste Roman von Tom Hillenbrand und hat mich sehr gut unterhalten. Der Autor wirft seiner Leserschaft mitten hinein in eine Welt, die sich schon jetzt abzeichnet: Alles wird geliefert, Konsum ist das Gebot der Stunde. Einziges Manko an dem Roman: Er ist zu kurz. Ich hätte mir so viel mehr Details und Hintergründe gewünscht.
Arkadi erzählt seine Geschichte zwischen Rankings, Hoverboards und harten Konkurrenzkämpfen. Als sein Idol ihn bittet, eine Lieferung für ihn schwarz zu übernehmen, denkt der junge Mann gar nicht weiter nach. Und verfängt sich in einem Strudel aus Intrigen und Geheimnissen.
Der Roman legt seinen Finger in die Wunden der aktuellen kapitalistischen Gesellschaft. Hillebrand spricht Konsum, kurzzeitigen Genuss, Recycling und den Drang nach Neuerungen humorvoll und mit so viel Spitzen an, dass mir das Lachen im Halse stecken blieb.
Die Story ist rasant, spannend und dennoch bleibt sie oberflächlich. Nach der Lektüre hatte ich den Eindruck, eine Zusammenfassung eines viel größeren Romans gelesen zu haben.
Dieser Roman hat mich aufgrund seines außergewöhnlichen Settings und der kreativen Ideen überrascht. Die futuristische Welt, in der Lieferdienste und Kuriere einen gnadenlosen Wettbewerb führen, ist originell und gesellschaftskritisch angelegt. Besonders die Begrifflichkeiten und Technologien tragen zum besonderen Flair des Buches bei, obwohl sie anfangs etwas gewöhnungsbedürftig sind.
Dennoch konnte ich mich nicht ganz mit der Geschichte identifizieren. Für einen Thriller hat es mir an Spannung gefehlt, und auch die Charaktere blieben eher flach, was bei der relativ kurzen Länge des Buches vielleicht verständlich ist. Positiv ist jedoch, dass es keine Längen gibt und unnötige Beschreibungen vermieden werden, was den Roman kurzweilig macht.
Interessant ist die gesellschaftskritische Dimension: Das Buch regt zum Nachdenken über die Schnelllebigkeit unserer Bestellgewohnheiten und die damit verbundenen Konsequenzen an. Trotz der fehlenden Tiefe bei den Figuren hat es etwas künstlerisch Verrücktes, das zum Nachdenken anregt. Für mich war es kein Thriller im klassischen Sinne, aber definitiv ein einzigartiges Buch.
In einer nicht all zu fernen Zukunft in Neu-Berlin lebt der Bringer Arkadi. Er arbeitet für einen der großen Lieferdienste. Mit seinem Hoverboard bringt er die frisch aus dem 3D-Drucker erstellten Produkte zu den Kunden, immer unter der Devise „schneller sein als die Konkurrenz“. Doch dann erhält er auf einmal Sonderaufträge und die haben es in sich, denn mehr als einmal findet sich Arkadi in einer Schießerei wieder. Seine Neugier ist geweckt und so versucht er, herauszufinden, was hinter den Anschläge auf vermeintlich harmlose Liefer-Jungen steckt.
Rasant in das Tempo in diesem High-Tech-Sci-Fi-Roman von Tom Hillenbrand und spannend ist es noch dazu. Während man sich fragt, was hinter den Anschlägen steckt, wird uns Lesern und unserem Konsumverhalten direkt der Spiegel vorgehalten: jede Lieferung muss so schnell wie möglich beim Kunden eintreffen, produziert wird auf Verdacht, im Zweifel für die Halde. Das alles vor der Kulisse von Neu-Berlin, denn das eigentliche, alte Berlin ist längst nicht mehr existent. Schöne neue Welt des Konsum-Terrors.
Mein Fazit: Spannend, rasant und stellenweise auch witzig – lesenswert.
Die vier Punkte sind aus Sympathie aufgerundet. Der Kurzroman hat Spaß gemacht. Die Satire auf die großartige Welt der Lieferdienste steht klar im Mittilpunkt, ist natürlich auch ein sehr unterhaltender SF-Roman mit ein paar SF-Ideen, die nicht neu sind, aber in einem neuen Rahmen präsentiert werden. Ich habe ein paar mal sogar gelacht aus Verblüffung. Arkadi Schneider, der Held und Erzähler berichtet locker im Präsenz von seinen Erlebnissen als Bringer in einem der Lieferdienste, die sich einen harten Konkurrenzkampf liefern und mitlitärisch organisiert sind. Er gerät in Lebensgefahr, als er einen vermeintlichen Grill an eine dubiose Adresse ausliefert. Berlin Zwei wird zum Schauplatz von tödlichen Machenschaften. Er lockere Ton ist die passende Verpackung des gedankenschweren Kerns. Eine Satire muss nicht wie ein "realistischer" SF-Roman durch und durch plausibel sein. Das ist "Lieferdienst" wie "Quality Land" von Marc-Uwe Kling oder "Logoland" von Max Barry auch nicht. Hillenbrand überlasst die Meinungsbildung seiner Leserschaft, er erzählt nur. Dafür sei ihm gedankt. P.s. Seit über drei Wochen endlich mal wieder ein Buch beendet!
Thematisch finde ich es super interessant und spannend kurzweilig erzählt. Das Hörbuch hat gerade mal 3h, das Buch keine 200 Seiten. Deswegen ist es wenig verwunderlich, dass die Handlung sehr zielstrebig ist, actiongeladen, aber dadurch machen wir definitiv Abzüge im Worldbuilding, der Kritik und Arkadi. Der Junge hinterfragt einfach nichts! Wirklich nichts. Der perfekte Mitläufer. Wtf? Ich an seiner Stelle wäre so oft stutzig geworden, hätte nachgeforscht (an einer Stelle macht er das auch, aber er zieht nicht wirklich eine Schlussfolgerung daraus oder Konsequenzen für sich) oder hätte mehr Nachfragen gestellt. Er zuckt einfach mit den Schultern, sagt sein Sprüchlein auf und liefert seine Pakete aus... 😂🤷🏻♀️ Mir war das alles ein Tick zu wenig, besonders weil das Ende ziemlich offen bleibt. Deswegen kann ich die Geschichte, den Snack, denjenigen empfehlen, die einen gedanklichen Stupser haben möchten, aber auch nicht mehr erwarten 😂🤷🏻♀️ Das Hörbuch kann ich besonders empfehlen. Der Hörbuchsprecher macht das echt gut 👍🏻
Du bestellst etwas online, der Lieferdienst bringt es – und zwar innert Minuten. Das Geschäft macht der, der die Ware am schnellsten aus dem 3D-Drucker jagt und sie als erster per Hoverboard-Kurier bei dir abliefert. Arkadi ist einer dieser sogenannten Bringer. Als er eines Tages mitansehen muss, wie ein Kollege abstürzt, gerät er in einen Strudel mysteriöser Ereignisse – und die Chefetage interessiert sich plötzlich sehr für ihn …
«Lieferdienst» ist ein schmales Buch mit vielversprechendem Worldbuilding. Konsum und dessen Befriedigung werden ins Masslose gesteigert, die Ausbeutung von Arbeitskraft erreicht einen neuen Höhepunkt. Der Plot hingegen ist unterkomplex, die Auflösung wird hektisch abgehandelt. Es fühlt sich an, als hätte die Geschichte entweder weniger oder aber mehr Raum gebraucht. Als unterhaltsame Lektüre zum Abschalten ist das Buch aber bestens geeignet.
Ein sehr unterhaltsames, temporeiches Büchlein mit einer spannenden Prämisse. Lieferdienste kämpfen (gefühlt wie eine militärische Spezialeinheit) um die schnellste Lieferung. Konsum, Konsum, Konsum - und natürlich Retouren. Wir begleiten Arkadi, einen ganz normalen Zusteller auf einem Hoverboard, der einfach nur "geil abliefen" will und dabei in etwas hineingerät, was nicht ganz mit rechten Dingen zugeht und recht schnell auch ungemütlich wird. Die Geschichte bleibt dabei eher nüchtern und kratzt an der Oberfläche, vor allem wenn es um den Charakter geht. Mich persönlich hat das nicht gestört - die Welt war dafür umso verrückter und ich habe auch ein paar coole Zukunftstechnologien geboten bekommen. Es war mehr Sci-Fi/Dystopie als erwartet und das hat mich positiv überrascht. Kleiner Abzug: die Hauptfigur und die Frauen. Die Umsetzung hat mir nicht so gut gefallen, aber sie nahm zum Glück nur 2-3 Seiten des Buches ein. War noch erträglich.
Lieferdienst von Tom Hillenbrand Gelesen dank Netgalley Irgendwann in der Zukunft in NeuBerlin. Alle Waren werden online bestellt, digital ausgedruckt und von Lieferboten direkt zugestellt. Diese fliegen mit Hooverbords und geben sich ein brutales Rennen um den ersten Platz, denn die Bestellungen sind offen, bezahlt wird nur die erste Lieferung und so wird alles xmal gedruckt und nur einmal zugestellt. Ein erbarmungsloser Kampf und darüber hinaus entwickelt sich eine Mischung aus Verschwörung, Mordversuchen und einer Verfolgungsjagd. Die Geschichte ist rasant, die Gesellschaft recht stimmig, wenn auch unangenehm. Der „Held“ ist eine Mischung von ganz normal und etwas zu neugierig und denkt nicht nur daran seinen Job zu behalten. Keine Geschichte zum Mehrmals-Lesen aber unterhaltsam und mit Denkanstößen #Lieferdienst #TomHillenbrand #NetGalleyDE! #KathrinliebtLesen #Bookstagram #Rezension
Ein rasanter und absurd dystopischer Zukunfts-Thriller der anderen Art
Was sich Tom Hillenbrand hier ausgedacht hat klingt zu ausgeklügelt und schlüssig, als dass es erfunden sein könnte. Die Welt, in der Lieferdienste allgegenwärtig und allmächtig sind, bei der ihre Angestellten in Echtzeit nach einem Punktesystem beurteilt werden und der Paketzusteller dank seines Hoverboards zumindest bei der Jugend Ansehen genießt, erscheint nicht allzu weit hergeholt.
Alles in allem handelt es sich hier um eine kurzweilige und spannende Geschichte, die man definitiv einmal lesen kann.
Ein witziger Zukunftsentwurf von einem Autor, der immer wieder fantastische Zukunftsentwürfe produziert. Diesmal jedoch nicht ausdrücklich als Krimi, sondern als humorvolle Novelle, die gut gefüllt mit subtilen Querverweisen im Genre und ironischen Referenzen auf die kommerzielle Realität ist. Relativ kurz, aber an Ende ist dann auch alles erzählt, was man über die Geschichte wissen will, daher ist es auch schön mal Fiction zu lesen, die einfach einen gut gemachten Schluss hat.
3.5⭐️ Lieferdienste der Zukunft sind ein harter Konkurrenzkampf. Diese Geschichte spielt in Berlin 2.0 irgendwann in der Zukunft. Man begleitet den Zusteller Arkadis. Der eigentlich nur seinen Job macht. Allerdings sind die Pakete, die er auf einmal zustellen soll eher mysteriös als normal. Die Geschichte ist an sich echt spannend und beschreibt eine interessante Welt . Aber ist man gerade drin ist die Story auch wieder zu Ende.