Japanische Populärkultur in Gestalt von Manga, Anime, K-Pop, Fernsehserien und Computerspielen erfreut sich in der gesamten westlichen Welt großer Beliebtheit, und japanische Marken sind in der globalen Konsumkultur in den Bereichen Automobilität, Fahrradtechnik, Elektronik, Sport, Mode und Kosmetik fest etabliert. Der vorliegende Band sucht das heutige Japan historisch zu erhellen. Nach einem knappen Durchgang durch die vormoderne Geschichte wird der Neuzeit deutlich mehr Platz eingeräumt, weil sie für die Erklärung der gesellschaftlichen und kulturellen Gegenwart Japans ungleich wichtiger ist. Eine kurze Einführung in die geografischen und klimatischen Grundlagen der japanischen Geschichte bildet den Auftakt des Bandes.
Prof. Dr. Hans Martin Krämer (Habil., East Asian Studies, Ruhr-Universität Bochum (Germany), 2012; Ph.D., Japanese Studies, Ruhr, 2005) is professor for Japanese Studies (History/Society) in the Center for Asian and Transcultural Studies at Heidelberg University in Germany.
Anfangs durch die hohe Informationsdichte sperrig (keine Überraschung bei den wenigen Seiten) versucht Professor Krämer die gesamte Geschichte Japans mit einer Überschneidung verschiedenster Aspekte und Perspektiven teils kausal darzustellen. Ab dem Beginn der Moderne (Meiji-Zeit) erkennt man viele seiner Spezialgebiete wieder, und persönlich verbesserte sich auch der Lesefluss. Ein besonderer Punkt an diesem Übersichtswerk ist die konsequent angestrebte Beleuchtung der Frauengeschichte.
Das Buch empfiehlt sich eher für Geschichtswissenschaft-Interessierte als für Leser, die eine grobe, leicht verständliche und erzählerische Einführung in die Geschichte Japans suchen.