Wäre es nicht schön, wenn wir die eine Lösung für ein emotional stabileres Leben finden könnten? Dieses Buch ist Enttäuschung und Versprechen zugleich. Es liefert zwar kein Patentrezept, zeigt aber realistisch und persönlich, wie es uns besser gehen kann. Ob Schlafprobleme, hohe Ansprüche, Grübelschleifen, Neid, Wut oder Grenzü Gemeinsam mit dem Psychotherapeuten Sina Haghiri ergründet die Journalistin Verena Fiebiger, welche Strategien uns nicht nur kurz-, sondern auch langfristig helfen, gelassener durchs Leben zu gehen. Eine herrlich ehrliche und selbstironische Zwischenbilanz darüber, was wir in unserem Leben mehr tun und was wir besser lassen sollten, um Ordnung in unser Gefühlschaos und unsere vermeintlichen Unzulänglichkeiten zu bringen.
Das hier ist ein Ratgeber, doch wie bereits der Titel sagt, wollen Verena Fiebiger und Sina Haghiri keine übertriebenen Versprechen geben, sondern einen realistischen und wissenschaftlichen Blick auf typische Probleme unserer Zeit richten. Dabei schreiben sie u.a. über Stress, Schlaf, Selbstwert oder Perfektionismus.
Pro: 👍 Im Buch wird betont, dass es keine universellen Lösungen gibt und das Leben häufig aus Höhen, Tiefen und Rückfällen in alte Muster besteht. 👍 Die politische Komponente des eigenen Wohlbefindens wird nicht außen vor gelassen. Systemische Probleme werden klar benannt. Es wird betont, dass nicht jeder „seines Glückes Schmied“ ist, da gesellschaftliche und individuelle Voraussetzungen stark variieren. Wissenschaftliche Quellen werden genutzt und zitiert. 👍 Ich fand die Sprache gut, da sie weder zu fachlich noch zu angestrengt witzig war. 👍 Das Buch ist übersichtlich gestaltet. Es ist aufgeteilt in die beiden Teile „Machen“ und „Lassen“ und alle Kapitel sind mit Unterüberschriften und kleinen Illustrationen versehen und haben eine ähnliche Aufteilung. 👍 Es stimmte mich vorsichtig hoffnungsvoll.
Contra: 👎 Manche Lösungsansätze hat man schon so oft gehört, dass sie banal wirken, auch wenn sie wissenschaftlich gestützt sind (Beispiel: Handy in einen anderen Raum legen, um weniger Bildschirmzeit zu haben. Oder: Sportkleidung abends neben das Bett legen, um am nächsten Morgen laufen zu gehen). 👎 Die kapiteleinleitenden Anekdoten fand ich manchmal ganz witzig, hätte ich aber nicht bei jedem Kapitel gebraucht. 👎 Die Kritik an außerfamiliärer Betreuung im U3-Bereich im Stress-Kapitel aufgrund hoher Cortisolspiegel bei Kindern lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Ohne Zweifel ein wichtiges Thema, aber abgesehen davon, dass es da Nuancen sowie Vor- und Nachteile gibt, fand ich die „Lösung“ (längere Elternzeit, kürzere außerfamiliäre Betreuungszeiten und ein Appell an die Politik) nicht unbedingt hilfreich bzw. machbar für alle Familien
Fazit: Ich mochte den Grundgedanken des Buches: Einen Ratgeber zu lesen wird niemals die Lösung für alle Probleme sein. Mehrere kleine Stellschrauben, Reflexion, Zeit, der Umgang mit Rückschlägen und in manchen Fällen Psychotherapie können zu Verbesserungen führen.
War okay Es ist natürlich noch mal etwas anderes, wenn man hört, was man eigentlich schon weiß. So ist es auch mit diesem Buch. Es ist nichts Neues und nichts, was mir selbst schon klar war. Dennoch kann es hilfreich sein, es noch einmal von jemand anderem zu hören und zu lesen. Hat mir gut gefallen, ich bevorzuge jedoch andere psychologische Literatur
Schade ... das könnte auch ein Kommentar zum Titel sein - dass es also die Lösung für all "meine" Probleme nicht gibt. Aber den Titel finde ich ziemlich gewitzt und einladend. Keine Heilsversprechen, aber schöne Erkenntnisse, die den Alltag hier mal und da mal kraftvoller machen. Dachte ich - das sei das Versprechen. Bei der Leseprobe war ich sehr angetan vom Vorwort - die politischen Auswirkungen verletzter Seelen, es leuchtet so sehr ein - und vor allem von der Gliederung. Lassen / Machen und die Unterpunkte, die man sich wie ein Mantra merken kann. Die mir alle auch schon etwas sagten, entsprechend einleuchtend vorkamen, aber das macht ja nichts - wie gesagt: Neue Erkenntnisse immer willkommen.
Und jetzt: schade! So sehr viel Hilfreiches habe ich gar nicht erfahren. Dabei stehen hie und da schon Dinge, die ich interessant finde, die ich nicht wusste. Ein Beispiel: DIe Unterschiedung von primären und sekundären Emotionen. Wie wir mit erlernten zugelassene Emotionen die ursprünglichen, die wir nicht zeigen dürfen / wollen, überdecken. Und wieso wir deswegen für anere manchmal in unseren Bedürfnissen so schwer wahrnehmbar sind...
Aber: Das Buch ist irgendwie schwer zu lesen. Den Unterkapitel scheint der rote Faden zu fehlen. Stilistisch nimmt mich das Buch nicht mit. Irgendwie wirken die Themen, die die Überschriften ankündigen "abgearbeitet" in einer Mischung aus persönlicher Erfahrung sowie wissenschaftlichen Splittern und Erwägungen, die aber auch kein rundes Ganzes ergeben. Auch fehlt mir im zweiten Teil: MACHEN! ein empowernder Stil. Auch hier erst mal viel übers Problem. So recht kann ich keinen Unterschied im Zugang bei den Kapiteln aus Teil 1 und aus Teil 2 finden - und das wäre der Witz gewesen...
Fazit: Es ist gar nicht so einfach, ein wirklich überzeugendes, psychologisches Buch zu finden, das mir auch noch Spaß macht zu lesen. Das letzte beeindruckende dieser Art war für mich "Nie gut genug" von Thomas Curran, das ich auch hier bei vorablesen fand. Es geht gar nicht so sehr darum, dass wirklich jeder Satz im Buch etwas "Neues" ist, denn auch gut formulierte Erinnerungen an etwas, was man längst weiß, sind mir recht. Aber es sollte ein runder Text und Kontext sein und lesbar!
Fiebiger und Haghiri haben ein gut strukturiertes Buch geschrieben, in dem sie auf ehrliche und praxisnahe Weise zeigen, wie man sich emotional stabilisieren kann. Besonders gefällt mir die Mischung aus wissenschaftlichen Hintergründen und praktischen therapeutischen Ansätzen, die sie zu Werkzeugen vereinen, die man direkt anwenden kann. Die Themen sind vielfältig – ob Schlafprobleme, Grübeleien, Wut oder Grenzüberschreitungen – und die beiden Autorinnen erklären alles schön rund, sodass wirklich für jede:n etwas dabei ist.
Ein kleiner Kritikpunkt meinerseits: Die wissenschaftlichen Hintergründe sind für meinen Geschmack etwas zu oberflächlich dargestellt. Es wird oft auf „Studien“ verwiesen, ohne diese wirklich einzuordnen. Aussagen wie „viele Studien haben gezeigt“ bleiben zu vage, ohne dass klar wird, welche Studien gemeint sind, wer sie durchgeführt hat oder wie lange sie liefen. Da hätte ich mir eine tiefere Einordnung gewünscht, um die Aussagen besser bewerten zu können. Einfach darauf zu vertrauen, dass die Studien schon richtig sein werden, reicht mir da nicht ganz. Für Leser:innen, die wissenschaftlich fundierte Beweise schätzen, hinterlässt dies ein gewisses Ungleichgewicht. Ein intensiverer Blick auf die Studien könnte das Buch noch überzeugender machen.
Insgesamt ist es eine wertvolle Lektüre für all jene, die nach praxisnahen Lösungen für ein stabileres emotionales Leben suchen. Das Buch kann man sicherlich immer wieder zur Hand nehmen.
Wissenschaftlich fundierte Erklärungen und hilfreiche Impulse für Veränderung
Wer, so wie ich, Verena Fiebiger bereits aus ihrem Podcast "Die Lösung" kennt und schätzt, für den ist „Die Lösung für alle deine Probleme: Gibt’s nicht“ ein absolutes Must-Read. Etwas verwirrend finde ich es, dass auch Sina Haghiri als Co- Autor genannt wird, Hauptverfasserin war aber wohl Verena Fiebiger die auch immer wieder Persönliches erzählt. Hauptsächlich geht es im Buch aber um fundiertes psychologisches Wissen, wobei breit gestreut über unterschiedliche Therapieansätze und Methoden aus den Vollen geschöpft wird. Alles ist dabei wissenschaftlich fundiert und so hebt sich das Buch durch seine Expertise deutlich von anderen Ratgebern ab. Übertriebene und unrealistische Versprechen findet man hier nicht, Erklärungen und mögliche Ideen um sich selbst etwas Gutes zu tun hingegen schon. Nebenbei geht der Fokus auch immer wieder auf (unsere) Kinder und die Autorin vermittelt was bereits in frühester Kindheit wichtige Stellschrauben für eine gesunde Psyche sind. Diese eingeschobenen Erkenntnisse gefielen mir gut, wobei es primär aber um uns Erwachsene geht. Auch wenn der Ratgeber für mich keine bahnbrechenden neuen Erkenntnisse bereithielt, mochte ich Verena Fiebigers sympathische und gut lesbare Aufbereitung. Komplexe Zusammenhänge werden nachvollziehbar vermittelt und erreichen hoffentlich noch viele Interessierte, letztlich geht es schließlich um Themen die uns wirklich alle angehen.
Es gibt zwar nicht die Lösung für all deine Probleme, aber das Buch liefert einige Lösungsansätze. Was im Titel schon so super auffällig beschrieben ist und mich auch zu diesem Ratgeber greifen ließ, zeigt sich im Inhalt deutlich. Ich wurde nicht enttäuscht. Alle Baustellen kann man nicht zeitgleich abschließen, aber mit den richtigen Ideen schon einige Weichen stellen. Was mich bei diesem Ratgeber richtig begeistert hat, dass er sehr auf das verstehen der Zusammenhänge eingeht. Auch hormonelle, bio-chemische Prozesse spielen eine wichtige Rolle, warum es uns schlecht gehen kann. Schlafmangel und schlecht gelaunt, ja klar, weil die Hormone da nicht mehr im natürlichen Gleichgewicht sind. Selten schafft es ein Sachbuch dieser Art, mit noch neue Impulse an die Vand zu geben, doch hier ist es geschehen. Daher kann ich das Buch jedem empfehlen, auch wenn man sich schon mit Selfcare, Achtsamkeit und Co auseinandergesetzt hat.
Dieses Buch bietet genau das, was im Titel steht: Keine fixe Lösung für alle Probleme, die für jeden gilt. Denn diese gibt es einfach nicht. Und das wird einem durch das Lesen des Buches auch schnell bewusst. Psychische Gesundheit ist abhängig von so vielen unterschiedlichen Faktoren, die unterschiedlich ausgeprägt sind bei jedem Menschen. Diese einzelnen Faktoren werden im Buch aufgezeigt, deren Einfluss wissenschaftlich belegt und Anregungen gegeben, wie man diese Faktoren speziell und individuell beeinflussen kann. Das Buch gibt also einiges an Anregungen für das eigene Leben, um dieses positiver und glücklicher zu gestalten. Es ist auch nicht das Standard 08/15-Selbsthilfebuch, finde ich. Mir hat es definitiv neue Perspektiven eröffnet, die ich in naher Zukunft umsetzen möchte. Zudem war es leicht und schnell durchzulesen. Der Schreibstil war angenehm, was bei mir bei Sachbüchern oft nicht der Fall ist. Ich kann das Buch jedoch uneingeschränkt weiterempfehlen.
Selfcare- und Selbstgilfebücher gibt es mittlerweile zu Genüge auf dem Markt, oft sind es meiner Erfahrung nach Bücher, die entweder sehr spirituell angehaucht sind oder aber dem erschöpften Leser eigentlich nur mit auf dem Weg geben, dass er es doch lediglich gebacken bekommen müsse, jeden Bereich seines Lebens zu perfektionieren, dann ginge es ihm auch besser.
Verena Fiebiger schafft es mit ihrem Ratgeber 'Die Lösung für all Deine Probleme gibt's nicht', zum einem fundierte Informationen kurz und knackig zusammenzufassen und andererseits wertvolle und umsetzbare Impulse an die Hand zu geben, wie wir an kleinen Stellschrauben drehen können, ohne durch vermeintliche Selfcare noch weiter in den drohenden Burnout zu rutschen.
Ein Buch, bei dem man sich verstanden fühlt und wirklich ein gewisser Wohlfühlfaktor auftritt!
„Die Lösung für alle deine Probleme: Gibt’s nicht“ ist kein typisches Selbsthilfebuch, das eine allumfassende Lösung verspricht. Stattdessen geht es darum, eine realistische Haltung gegenüber den eigenen Herausforderungen zu entwickeln und einen nachhaltigen Umgang mit der eigenen Psyche zu finden. Es ist ein erfrischender und ehrlicher Begleiter für Menschen, die auf der Suche nach praktischen, aber auch tiefgehenden Ansätzen für ihre psychische Gesundheit sind. Wer bereit ist, die Verantwortung für das eigene Wohlbefinden zu übernehmen und sich auf einen offenen Dialog mit sich selbst einzulassen, wird von diesem Buch profitieren. Es eignet sich besonders für Leser, die nicht auf einfache Antworten hoffen, sondern bereit sind, die vielschichtige Natur ihrer psychischen Gesundheit zu verstehen und zu akzeptieren.