Ein erschütternder Roman über Missbrauch im Breitensport ab 14 Jahren
Lena liebt Fußball. Und den neuen Trainer Charly findet sie endlich einer, der was draufhat, endlich mal spannende Trainingseinheiten, endlich die Möglichkeit, sportlich etwas zu erreichen. Und er macht Lena zu seiner neuen Kapitänin! Aber er hält auch ihre Hand, als die Mannschaft in der Pizzeria ihren ersten Sieg feiert. Viel zu lange. Lena ist das unangenehm, aber sie traut sich nicht, die Hand wegzuziehen. Und vielleicht ist das ja auch alles ganz normal?
Basierend auf ausführlichen Gesprächen des Autors mit Betroffenen und Expert*innenDer Autor zeigt, wie leicht es Tätern gemacht wird, weil alle die Betroffenen aus Scham, die Beobachtenden aus Unsicherheit, die Vereine, um Skandale zu vermeiden. Ein Buch, das einem die Augen öffnet und zutiefst erschüttert.
Ich kannte Martin Schäuble bereits von seinem Jugendbuch "Heldentage" und war bereits da schon sehr von seinem Schreibstil und seiner Erzählweise eingenommen.
Doch "Warum du schweigst" ist nochmal zwei Hausnummern höher anzusiedeln. Dieses Buch sollte JEDER gelesen haben.
Seien es Eltern, die sensibiliert werden sollten ob ihre Kinder Auffälligkeiten zeigen. Die sie dazu ermuntern ihre Meinung zu sagen und niemals etwas mit sich machen zu lassen was nicht angemessen und gegen ihren Willen ist. Sprich wie zu starken Persönlichkeiten zu formen.
Aber auch für Mitglieder in Vereinen finde ich es wichtig zu sensibilisieren, denn es gibt überall ein Machtgefälle und schwache Menschen können sich häufig nicht selbständig aus Übergriffigkeiten befreien.
Desweiteren zeigt es auf wie Vereinsstrukturen häufig funktionierten. So steht Schadensbegrenzung häufig über Opferschutz, leider.
Doch worum geht es in diesem Buch?
Lena spielt schon lange im Fußballverein, und das gar nicht mal so schlecht. Als ihr Trainer in Ruhestand geht und ein neuer Trainer hochmotiviert und mit völlig neuen Trainingsansätzen startet ist sie glücklich. Sollte mit diesem Mann ein Aufstieg möglich werden? Ja, die Leistung des Teams steigert sich, doch immer häufiger bemerkt Lena Übergriffigkeiten gegenüber ihren Freundinnen, aber auch an ihr selbst. Ist das normal, und sie einfach nur zu empfindlich? Oder geht das gar nicht? Lena ist im Zwiespalt. Bis das unsagbare geschieht und Lena auf einmal gar kein Fussball mehr spielen mag.
Als Gegenpart lesen wie immer wieder von Tim. Er spielt kein Fußball, sondern ist Schlagzeuger der Schulband und hat ein Auge auf Lena geworfen. Doch nach kurzer Annäherung zieht sie sich zurück und wirkt merkwürdig. Was ist da geschehen?
Ich fand den Charakter von Tim sehr gut dargestellt. Er ist ein Teenager durch und durch, von seinen Gefühlen verunsichert, mal wütend, mal traurig. Und doch ist er so feinfühlig wie man es sich für einen Betroffenen nur wünschen kann.
Auch die Mutter von Lena fand ich toll. Alleinerziehend und oft überfordert, reagiert sie zwar auch über als die Mathearbeit verhauen ist, doch sie ist ihrer Tochter sehr zugetan und bemerkt dass da etwas faul ist...
Und Lena ist der Star der Geschichte! Sie schafft es ihre furchtbaren Erfahrungen hinter sich zu lassen, sucht sich Hilfe. Es bleibt zu hoffen, dass sie das Erlebte irgendwann verblassen lassen kann. Denn das Gefühl von "vorher" wird es nie wieder geben. Und auch das schafft dieses Buch, es vermittelt respektvoll und wertschätzend was einzelne Situationen, Songs oder Gerüche in Betroffenen auslösen können.
Man merkt der Erzählweise an, dass Martin Schäuble sehr intensiv recherchiert hat und sich mit vielen Betroffenen und Fachleuten ausführlich ausgetauscht hat.
Ich habe das Buch bereits mehrfach weiterempfohlen und werde es weiter verbreiten. Denn meiner Meinung nach kann man gar nicht genug aufklären. Und diese Aufgabe übernimmt dieses Werk ganz hervorragend.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Ich lese wirklich viel und aus ganz unterschiedlichen Genres, aber ich habe noch nie eine so gut ausgearbeitete Triggerwarnung VORNE in einem Buch gelesen.
Besonders möchte ich daran hervorheben, dass sie nicht nur klar und hilfreich, sondern unglaublich respektvoll formuliert ist. Es werden konkrete Anlaufstellen und Hilfsangebote für Deutschland, Österreich und die Schweiz genannt. Das finde ich extrem wichtig und alles andere als selbstverständlich.
Genauso möchte ich auch die Danksagung am Ende des Buches erwähnen. Die ist so wertschätzend gegenüber Betroffenen sexualisierter Gewalt geschrieben, wie ich es wirklich noch nie gelesen habe. Und ich habe schon einige Bücher zu diesem Thema gelesen. Das hat bei mir einen sehr bleibenden Eindruck hinterlassen und verdient für mich ein großes, ehrliches Lob.
Zum Inhalt selbst möchte ich gar nicht so viel sagen. Es geht um Lena und Tim und es wird aus diesen beiden Perspektiven erzählt.
Was ich sehr stark fand, war Tim. Er hat dieses Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt. Dieses feine Gespür, dass etwas falsch ist, aber er kann nicht greifen was genau nicht stimmt. Daraus entsteht eine große Hilflosigkeit, weil Lena immer mehr abblockt und er nicht mehr an sie ran kommt.
Und dann ist da Lena, die völlig mit dieser abnormen Situation überfordert ist. In ihr herrscht völliges Chaos und sie bemüht sich nach außen hin „normal“ zu wirken.
Ich schreibe das jetzt bewusst persönlich: Als Überlebende sexualisierter Gewalt kann ich sagen, dass sich die Empfindungen und Reaktionen von Lena sehr real anfühlen. Ich konnte mich in der Protagonistin absolut wiedererkennen. In ihrem inneren Gefühlschaos, aus zu wenig und zu viel fühlen und in ihren extremen Verhaltensweisen. Im Wunsch nach Nähe wollen und dem gleichzeitigen Unvermögen, sie zulassen zu können. In der Dynamik mit Tim, diesem Wechselbad der Gefühle und dem total getriggerten Kontrollverlust.
Was ich auch sehr stark fand, war das Thema Nähe, wie widersprüchlich es für Betroffene sexualisierter Gewalt ist. der Wunsch nach Nähe und Geborgenheit ist oft sehr groß, aber gleichzeitig herrscht im Inneren Panik und es braucht viel Vertrauen, dass Nähe überhaupt möglich ist.
Auch fand ich die äußerst manipulativen Strategien des Täters, nicht nur dem Opfer gegenüber, sehr glaubwürdig und gut beschrieben.
Für mich ist das ein wirklich unglaublich gut geschriebenes Buch. Man merkt, dass es gut recherchiert ist, aber vor allem merkt man, wie respektvoll hier über Betroffene sexualisierter Gewalt und der schweren Thematik umgegangen wird.
Ich finde, das wäre eine sehr gute Schullektüre. Gleichzeitig ist es, wenn man gut auf sich achtet und die Triggerwarnung berücksichtigt, ein Buch, das viele lesen sollten. Von mir gibt es 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!
Lena hat das Problem vieler Gleichaltriger: sie sollte dringend für Mathe lernen, spielt leidenschaftlich gern Fußball und ihre Mutter wünscht sich, dass sie weiter Klavier spielt. Nun will die fast 16-Jährige in ihrem Leben noch die zarte Beziehung zu Tim unterbringen. Doch in der Liebesbeziehung gibt es für Lena offenbar mehr als nur ein Tabu. In ihrer Fußballmannschaft hatte ein Trainer, den niemand vorher kannte, neue Saiten aufgezogen. Zugegeben, war sein Vorgänger etwas zu bequem gewesen und hätte seine Mädels stärker zum Klassenaufstieg motivieren sollen. Charly, der Neue, jedoch lässt keinen Vorwand aus, an seinen Spielerinnen herumzufingern. Er arbeitet offenbar die Negativliste ab an unakzeptablem Verhalten gegenüber Minderjährigen und für das Team toxischem Verhalten. Dass Lena aus Scham und Unsicherheit nicht weiß, wie und mit wem sie über die Vorfälle sprechen kann, zerstört nun offenbar ihre Beziehung zu Tim, ehe sie begonnen hat. Der Auftritt weiterer erwachsener Figuren führt jedoch zur Frage, welche Signale in Lindas Geschichte Erwachsene den Jugendlichen gegeben haben und welche Unterstützung es für Betroffene geben kann.
Fazit Lena und Tim, von denen mit wechselndem Fokus erzählt wird, bieten hier großes Identifikationspotential, aber auch die Reaktionen des Fußball-Teams und von Tims gleichaltrigen Band-Kollegen finde ich so authentisch wie glaubwürdig. Die schiere Menge unterschiedlicher Grenzüberschreitungen und sexualisierter Gewalt durch den Trainer war mir allerdings zu viel. Vermutlich sollten sie unmissverständlich klarstellen, welche Handlungen bereits sexualisierte Gewalt ausmachen. Auch wäre es mir lieber, wenn für das unbestreitbar wichtige Buch nicht mit der Phrase „Missbrauch im Breitensport“ geworben würde, weil Missbrauch in meinem Sprachverständnis voraussetzt, dass es überhaupt einen „Gebrauch“ von minderjährigen Sportlern geben kann. Mit einem Umfang von nur 240 Seiten spricht der Jugendroman auch ungeübte Leser:innen an. Für die Zielgruppe ab 14 wirkt er jedoch sprachlich eher schlicht.
Unterrichtsmaterialien werden demnächst auf der Verlagswebseite verfügbar sein.
Das Buch geht schon ganz schön unter die Haut. Schon in der ersten Hälfte möchte man eigentlich die ganze Zeit die rote Fahne hochhalten und Charly anbrüllen und loswerden. Es ist schockierend, wie realistisch Lena und die anderen Mädchen das Verhalten von Charly - der als Trainer immer wieder den Mädchen gegenüber Übergriffig wird - relativieren “das ist halt Charly”, insbesondere weil sein Verhalten sie so sehr verwirrt. Es erinnert mich doch sehr an meine Jugend, in der wir, aber gerade auch erwachsene Frauen und Männder, das Verhalten der Jungs und Männer in unserem Umfeld relativiert haben „sind halt Jungs“ - weil sie es einfach nicht verstanden haben und weil uns niemand gesagt hat, was richtig und falsch ist in dem Zusammenhang, und weil auch niemand da war, um uns zu schützen. Und auch das erlebt Lena hier, sie hat Angst über zu reagieren, Charly schafft es, die Mädchen nicht nur zu verunsichern, er gaslightet sie schlichtweg, so dass sie eher darüber nachdenken, ob sie nicht überreagieren, anstatt festzustellen, dass Charlie Verhalten falsch ist. Tim als Charakter ist nicht nur ein besonderer Junge, sehr emotional und vorsichtig, sondern dass er auch uns als Leser*innen als kurze Insel zum durchatmen dient. Man merkt, dass das Buch auf sehr viel Recherche, Interviews, vermute ich und vielleicht auch eigenes Erleben basiert. Ich möchte Lena in den Arm nehmen und sie vor Charly beschützen! Das Buch ist unfassbar gut geschrieben und recherchiert, was ist aber auch so schlimm macht! Es macht mich fassungslos, wie Menschen, wie Charly mit ihrer Masche immer wieder durchkommen, einfach nur, weil sie von anderen Männern gedeckt und immer wieder ohne Warnung in den nächsten Verein weitergereicht werden - wo sie dann mit Ihrer Masche mit neuen Opfern weitermachen können. Und vor allem finde ich es auch schlimm, wie wenig den Opfern zugehört wird hier am Beispiel des Vereinsvorsitzenden, der selbst in seiner Abschlussrede noch verharmlosen wollte.
Ein sehr gelungenes Buch zum Thema sexualisierte Gewalt. Der Autor eröffnet mit einem Warnhinweis, den es früher am Ende von Büchern gab - entgegen der Meinung meiner Sprachlehrerin finde ich genau diese Änderung sehr wichtig, da doch ziemlich sensibele Inhalte angesprochen werden. Es geht um Lena, die im Fußballverein durch ihren neuen Trainer körperlichen und am Ende auch seelischen Missbrauch erfährt. Es ist die Art, wie der Trainer die Schuld von sich ab schiebt und auf Lena wälzt, die mich schockiert und zum Nachdenken gebracht hat.. Warum ist es so, dass die wenigsten Menschen, die dieser Art von Gewalt erfahren, darüber sprechen? Einen guten Erkläransatz findet sich in diesem Buch. Ich kann gut mit Lena sympathisieren und ihre Unsicherheit verstehen. Die Auswirkungen, was das mit einem ( jungen) Menschen macht werden ebenfalls sehr greifbar. Auch die Entwicklung wirkt sehr realitätsnah. Das Buch lässt sich anmerken, dass es mit viel Recherche und Feingefühl geschrieben wurde. Dennoch behält es eine sehr leichte, einfach zu verstehende Sprache, liegt am Puls der Zeit und hat mich zeitweilen in mein eigenes jugendliches Empfinden zurück getragen. Für die heutigen Generationen also ein guter Ansatzpunkt, um einen Zugang zur Geschichte zu finden.
Unvoreingenommen bin ich in dieses Buch gestolpert und habe es in einem Haps gelesen. Auch, wenn das Thema ein wirklich unschönes ist, so lädt dieses Buch zum darüber nachdenken ein und bietet - meiner Meinung nach - eine gute Grundlage, um das Thema auch mit anderen zu thematisieren, darüber zu diskutieren und gemeinsame Lösungen und Strategien zu entwickeln, wie man sexualisierte Gewalt in Zukunft verringern, im besten Fall verhindern würde.
This entire review has been hidden because of spoilers.
„Warum du schweigst“ von Martin Schäuble ist ein Jugendbuch über ein sehr wichtiges und auch sehr aktuelles Thema, nämlich sexueller Mißbrauch im Sport. Als Fan von Sportarten wie Eiskunstlauf und Kunstturnen ist man hier leider Schlimmes gewohnt: strukturelles Versagen, Systeme die Machtmissbrauch begünstigen und oftmals die Verweigerung von Verbänden Missstände tatsächlich sichtbar zu machen und aufzuklären. In Martin Schäubles Buch geht es um Mädchenfußball, aber die Erfahrungen sind wohl leider überall ähnlich.
Das Buch wird abwechselnd aus Sicht von Lena und Tim erzählt. Lena ist 16 und begeisterte Fußballspielerin in einer Jugendmannschaft. Tim findet Lena gut und traut sich am Anfang des Buches endlich sie um ein Date zu bitten. Doch in den nächsten Wochen merkt er, dass Lena sich merkwürdig verhält. Lena wiederum freut sich zunächst, dass ihr etwas dröger älterer Trainer, der das Team nicht genug fordert durch Charly, einen jüngeren engagierten Trainer ersetzt wird. Doch schnell wird ihr unbehaglich zumute, denn Charly überschreitet Grenzen, kleinere und größere…
Der Roman hat mir wirklich gut gefallen, er behandelt natürlich heftige Themen, aber das ganze ist sensibel und sehr einfühlsam umgesetzt. Vom Schreibstil entfacht das Buch so einen Sog, dass ich es innerhalb eines Tages ausgelesen hatte. Der Wechsel zwischen Tim und Lena beim Erzählen gibt Leser:innen immer wieder eine kleine Verschnaufpause von Lenas Erfahrungen und zeigt außerdem auf wie auch ein aufmerksames und sich sorgendes Umfeld mit so einer Situation überfordert sein kann. Das Buch ist sehr wichtig und eignet sich sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene. Absolute Leseempfehlung!
Dieses Buch ist ganz sicher nichts für schwache Nerven: Es thematisiert sexualisierte Gewalt im Sport. Trotz des schweren Themas lies sich das Buch sehr gut lesen: Ich wollte nur mal kurz reinlesen und dann war das Buch auch schon durchgelesen... Die kurzen Kapitel und Perspektivwechsel helfen ganz klar beim Lesefluss. Erzählt wird die Handlung vornehmlich aus der Perspektive von Lena, die sexualisierte Gewalt durch ihren Trainer Charly erfährt, und von Tim, Lenas Freund. Ich habe zu beiden Protagonist:innen sehr schnell Zugang gefunden und ihre beschriebenen Gefühle nachvollziehen können. Schnell merkt Lena, dass das Verhalten von C. nicht okay ist, sie schafft es aber nicht ihr Unbehagen zu äußern - aus Scham. Diese Scham mitzuerleben, Lenas Ringen mit sich, war sehr schwer auszuhalten. Ich wünschte mir, dass das Ende des Buches häufiger auch so in der Realität stattfinden würde. Vermutlich enden nur die wenigsten Fälle auf diese Art. Dennoch bin ich sehr froh um diese Endung, sie hat die Story gut abgerundet. Mich hat es bei den Beschreibungen von Charlys Verhalten echt geschüttelt und ich bin wirklich richtig wütend geworden. Die Beschreibungen fand ich sehr eindringlich und auch authentisch - beim Lesen vom Nachwort wurde dann auch klar warum... Der Autor stand mit Betroffenen im Austausch und konnte somit tatsächlich erlebte Perspektiven und Gefühle erfahren. Das hat das Buch enorm bereichert. Ich finde, dass dieses Buch sehr sensibilisiert und auf ein wichtiges Thema aufmerksam macht. Es ist wichtig, darüber zu sprechen und Betroffene zu stärken!
Es ist eine große Frage unserer Zeit, in der immer mehr Missbrauchsfälle bekannt werden, aber eben längst nicht alle. Warum schweigen wir? Warum schweigen Opfer? Wie kann Missbrauch unbemerkt stattfinden?
Zunächst handelt der Roman von Lena, einer begeisterten Fußballspielerin. Sie verliebt sich in Tim, einen außergewöhnlichen jungen Mann. Doch da kommt auch noch der neue Fußballtrainer in ihr Leben. Es beginnt langsam, mit Grenzüberschreitungen, mit Berührungen, die Lena zwar nicht gefallen, die sie aber eben auch nicht benennt. Sie fragt weniger ihr eigenes Gefühl - was stets richtig liegt - sondern sie redet sich diese Übergriffigkeit klein.
Ihr Umfeld, allen voran Tim, bemerkt zwar ihre Veränderungen, kann diese aber nicht richtig einordnen. Damit nimmt eine Spirale der Gewalt ihren Lauf.
Der Roman erzählt eindringlich, aber nie aufdringlich, nie mit Pathos, sondern eher ein wenig sachlich. Erschüttert war ich nach em Lesen auch davon, wie solche Fälle klein geredet oder gar vertuscht werden - Stichwort Täterschutz. Da geht es um verharmlosende Formulierungen, um Schweigen und Wegsehen.
Letztlich ist das ein gesamtgesellschaftliches Problem. Selbst wenn wir Verhaltensänderungen bei Schülern, Kindern, Jugendlichen, Schutzbefohlenen wahrnehmen, ziehen wir eben nicht die richtigen Schlüsse, gerade so, als hätten wir diesen Grund nicht für möglich gehalten. Genau das muss sich ändern. Eine Hilfestellung dazu ist dieser Roman.
Das Buch erzählt eine Geschichte, die schwer auszuhalten ist – und genau deshalb so wichtig. Im Mittelpunkt steht eine junge Sportlerin, die in einem Umfeld Vertrauen aufbauen möchte und dabei in eine Situation gerät, in der Grenzen schleichend überschritten werden. Die Geschichte zeigt eindrücklich, wie schwer es ist, solche Entwicklungen überhaupt zu erkennen, einzuordnen und vor allem darüber zu sprechen. Dabei wird sehr sensibel dargestellt, wie Unsicherheit, Abhängigkeit und Angst dazu führen können, dass Betroffene lange schweigen – und wie auch das Umfeld oft nicht hinsieht oder nicht handeln kann. Besonders hervorzuheben ist, dass die Geschichte dieses schwierige Thema greifbar macht, ohne es zu sensationalisieren. Sie schafft Bewusstsein und regt dazu an, genauer hinzusehen. Dabei bleibt es nicht nur bei der Darstellung des Problems, sondern die Geschichte zeigt auch Möglichkeiten auf, wie Hilfe aussehen kann und dass Unterstützung erreichbar ist. Der wichtigste Aspekt ist jedoch die klare Botschaft: Wegsehen darf keine Option sein. Die Geschichte fordert dazu auf, aufmerksam zu sein, hinzuhören und Verantwortung zu übernehmen.
Ein bewegendes, wichtiges Buch, das aufklärt, sensibilisiert und lange nachwirkt.
Martin Schäuble ist für mich kein Unbekannter. Und da mir bereits seine anderen Werke sehr gut gefallen haben, wollte ich unbedingt auch "Warum du schweigst" lesen. Ich war sehr gespannt, wie Schäuble die Thematik "Missbrauch im Breitensport" umgesetzt hat. Durch die Story führen uns die beiden Protagonisten Lena und Tim. Abwechselnd wird aus ihren Sichtweisen berichtet. Die Lesenden bekommen ein Gefühl davon wie die Grenzen immer wieder überschritten werden, verbal und körperlich, und mit welchen Fragen sich die Betroffenen beschäftigen. Wo sagt man rechtzeitig halt und unterbindet das Ganze? Schäuble zeigt, dass der Missbrauch als schleichender Prozess beginnt und durch Duldung, von diversen Seiten, aber auch vom Wegschauen lebt. Bei "Warum du schweigst" weiß man schon am Anfang wie sich das Ganze entwickeln und worauf es hinauslaufen wird. Trotzdem fesselt der Roman bis zum Ende. Mir gefällt, wie der Autor das schwierige und wichtige Thema aufbereitet hat und dass durch Lena den betroffenen Personen eine Stimme gegeben wurde.
Lena: Lena ist 14 und muss Mathe lernen für ihre Klausur, jedoch lernt sie viel und muss nebenbei auch Fußball gehen. Ihre Mutter hält nichts vom Fußballspielen und ist eigentlich dagegen. Nun bekommen Lenas Team einen neuen Trainer:Charly. Dieser versucht immer mehr Körperkontakt aufzubauen und vergewaltigt Lena. Dies hat er schonmal getan Bei einer sogenannten Amelie. Diese sucht Lena auf und sie zeigen ihn schließlich an
Tim: Tim ist in Lena verliebt und versucht mit ihr sich zu verabreden. Er bemerkt das es etwas aufsich hat mit dem neuen Trainer aber bekommt lena nicht dazu zu sprechen, versucht es aber weiter. Als er mit ihr … haben wollte schrie sie weil sie das trauma hatte und er vergab sich die schuld…..
Fazit: Das buch war sehr interessant und fesselnd.
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Sehr gut geschrieben. (Für mich) passende Sprache und ein gelungenes Gesamtkonzept. Musste beim lesen mehrfach unterbrechen, daher für mich eines der ersten Male, dass ich eine Trigger Warnung am Anfang absolut notwendig fand. Schäuble sorgt mit seiner Sprache dafür, dass man problemlos in die Charaktere reinrutscht und mitfühlt ... Das Ende tut dem Buch finde ich gut, denn gerade bei Jugendlektüre sollte doch das hoffnungsvolle für mich überwiegen.
Sehr empfehlenswert. Kann mir das Thema als Schullektüre allerdings sehr schwierig vorstellen. Braucht denke ich viel parallele Einordnung.
dieses buch gehört weit verbreitet und nicht nur im schulunterricht gelesen unter begleitung und mit vielen gesprächen, sondern überall, um zu informieren und um aufzuklären. sehr bewegend wird beschrieben was alles sein kann, wie schon etwas zu lange berührungen oder falsche worte sich auswirken können. dieses buch zeigt, wie betroffene aber auch angehörige oft falsch verstehen oder nicht wahr haben wollen was evtl schon übergriffig ist und wie sich alles auswirken kann. gut geschrieben und doch klar und deutlich vermittelt das buch ein wichtiges thema. für mich eine absolute leseempfehlung.
Wichtiges Thema und gut, dass mit diesen Buch drauf aufmerksam gemacht wird 🧐 Ich mag ehrlich gesagt keine wechselnde Perspektive. Doch hier ist es super wichtig, dass man sich die Sichtweise zu lesen bekommt, was Außenstehende denken und warum im Bekanntenkreis nicht eingeschritten wird 😕 ist nicht mein Lieblingsgenre aber trotzdem nicht schlecht es mal gelesen zu haben 👍🏻