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Und was ist mit unserer Zukunft? Aufwachsen mit der Klimakrise

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Paula Steingäßer erzählt, was es bedeutet, in einer Welt aufzuwachsen, in der die Zukunft nicht mehr sicher ist.

Angst, Selbstzweifel und die Wie sieht meine Zukunft aus? Junge Menschen befinden sich schon immer auf der Suche. Aber in einer Gesellschaft, in der die Klimakrise die Zukunft bedroht, scheint die Orientierungslosigkeit unüberwindbar zu werden. Die Gefühle, die die Auseinandersetzung mit der Klimakrise auslöst, können isolieren und lähmen. Welchen Einfluss das auf uns alle und insbesondere die Jugend hat, wird viel zu wenig thematisiert – wie auch, wenn die öffentlichen Debatten und Entscheidungsfindungen vor allem von älteren Generationen geprägt werden.

Aus einer sehr persönlichen Perspektive beschreibt Paula Steingäßer das Aufwachsen in einer Welt, in der eine ganze Generation aus allen Sicherheiten und Überzeugungen gerissen wird. Sie erzählt von ihren Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen, von Ängsten und Problemen und dem Gefühl, nichts ändern zu können. Ein mutiges und eindrückliches Gesprächsangebot, das Wir müssen auch über diese Erfahrungen sprechen, über die Unsicherheit und die Verzweiflung. Nur so kann es gelingen, zukunftsfähige Geschichten zu erzählen und wirkungsvolle Formen des Aktivismus zu entwickeln.

161 pages, Kindle Edition

Published October 30, 2024

13 people want to read

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Displaying 1 - 3 of 3 reviews
Profile Image for Liv.
14 reviews3 followers
November 20, 2024
[Vorab möchte ich mich beim S. Fischer Verlag und NetGalley für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares bedanken!]


⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Das Buch hat mich wirklich mitgenommen.
Obwohl das Buch so kurz ist, konnte ich es nicht in einem Mal und auch nicht an einem Tag lesen, da ich immer wieder Zeit brauchte, darüber nachzudenken was ich gerade gelesen habe. (In einem guten Sinne) Es gibt uns einen Einblick darauf, was in unsere Gesellschaft/ Welt falsch läuft. Paula Steingäßer erzählt auch von einer der schwersten Zeiten ihres Lebens und was ihr geholfen hat. Dadurch habe ich mich verstanden und nicht mehr alleine mit meinen Problemen gefühlt.
Nachdem ich das Buch beendet habe, bin ich aufgewachter durch die Welt gegangen.
Ich kann dieses Buch wirklich nur empfehlen, ich finde jeder sollte es gelesen haben, um ein anderes Bild aufs Leben zu bekommen!
Hier noch ein paar meiner Liebling Zitate:

„Wir dürfen nicht im Weltschmerz versinken. Der macht uns nur handlungsunfähig und lähmt uns.“

„Aktivismus kann nur im eigenen Leben stattfinden, und am wirksamsten sind wir dort, wo wir unsere Stärken ausleben und unseren Schwächen begegnen können.“

„Aber scheinbare Rückschritte sind kein Nebeneffekt, sondern das Zentrum der Neuausrichtung.“
55 reviews
January 24, 2025
Paula Steingäßer erzählt in „Und was ist mit unserer Zukunft?“ davon, wie es sich für sie anfühlt, mit der Klimakrise aufzuwachsen. Sie erzählt von ihrer Kindheit als Tochter von Reisejournalisten, die schon früh viel von der Welt sieht. Die schönen Seiten mit atemberaubender Natur und faszinierenden Kulturen, aber auch die schmerzhaften Seiten mit Gesellschaften, geprägt von Armut und Mangel. Steingäßer erzählt, wie sie diese Erfahrungen geprägt und nachdenklich gemacht haben. Von ihrem eigenen Leben in Deutschland, von dem Wunsch sich zu engagieren, und wie ihr die Kraft und der Mut dazu fehlten, der Wille aber immer unbeherrschbarer wurde. Sie schildert ihr Leben mit verschiedenen psychischen Erkrankungen, die zwar nicht von der Klimakrise ausgelöst, durch sie aber verstärkt wurden. Und sie erzählt auch von der Hoffnung, die sie manchmal empfinden kann, wenn sie sich mit Gleichgesinnten austauscht und kleine Schritte in die richtige Richtung unternimmt.


Als ich „Und was ist mit unserer Zukunft?“ zum ersten Mal in die Hand genommen habe, bin ich davon ausgegangen, dass mich eine Lebensgeschichte erwartet, die verflochten ist mit der Klimakrise, ihren Auswirkungen und wie wir sie bekämpfen können. Doch das trifft nur teilweise zu. Während die Klimakrise im ersten Drittel recht präsent ist und sich wie ein roter Faden durch den Text zieht, verliert sich diese Struktur mit der Zeit und wird abgelöst von collagenartigen Erzählungen aus dem Leben der Autorin. Dabei thematisiert sie ihre Kindheit und auch ihre Jugend, positive wie negative Erfahrungen, und wie diese sie geprägt und beeinflusst haben. Ihre detaillierten Schilderungen zu ihrer Essstörung und ihrer Depression sind sehr intim und berührend. Es gelingt ihr, Einblick zu geben in ein Thema, dass die wenigsten Betroffenen so richtig in Worte fassen oder anderen begreiflich machen können. Die Klimakrise ist dabei nur die Klammer, die die verschiedenen Themenfelder zusammenhält, jedoch nicht das Hauptthema der Erzählung. Vielmehr geht es um die mentale Gesundheit der Autorin, und wie sie darum kämpft, mit ihrer eigenen Psyche Frieden zu schließen. Das ist für mich das Besondere an diesem Buch: Es greift das Thema mentale Gesundheit auf, macht es zugänglich und lässt es plastisch wirken. Die Autorin kann nicht definieren, was eine psychische Krankheit ist – aber sie kann uns von ihrer psychischen Erkrankung erzählen, uns teilhaben lassen und Einblicke geben, uns helfen zu verstehen und andere besser zu unterstützen. Das ist für mich ein unglaublicher Mehrwert, der über die x-te Erklärung der Bedeutung von pflanzlicher Ernährung und fossilen Brennstoffen hinausgeht.
„Und was ist mit unserer Zukunft?“ ist vielleicht nicht das Buch, das ich erwartet hatte, aber es ist ein Buch, das mich sehr bereichert hat, und das ich gerne weiterempfehle.
Profile Image for Kirsten.
3,220 reviews8 followers
December 7, 2024
Paula Steingäßer hatte schon früh einen schärferen Blick auf die Natur als manch anderer. Gemeinsam mit ihren Eltern und ihren jüngeren Geschwistern war sie auf der ganzen Welt unterwegs, um im Rahmen von deren Arbeit auf die Folgen der Klimakrise aufmerksam zu machen. Eine Reise nach Grönland, als sie dreizehn Jahre ist, verändert ihr Leben für immer. Anfangs sieht sie nur die schönen Seiten, die Weite des Landes und das Spielen mit den Kindern, aber dann geht ihr Blick tiefer.

Wieder in Deutschland verliert sie diesen tiefergehenden Blick nicht. Sie fühlt sich schuldig. Wie kann sie ein normales Leben führen, wenn das Eis in Grönland immer mehr zurückgeht und den Menschen ihre Existenzgrundlage nimmt. Sie verzweifelt fast an diesem Schuldgefühl und irgendwann machen Geist und Körper nicht mehr mit.

Junge Menschen sind immer auf der Suche. sie wissen noch nicht, in welche Richtung sie gehen sollen. Sie sind unsicher und die Klimakrise verschärft diese Unsicherheit noch, denn sie zeigt ihnen, dass sie nicht so weitermachen können, wie es ihre Eltern getan haben. Aber wir haben ihnen ein Erbe hinterlassen, dass zu groß für sie ist. Sie haben das Gefühl, dass sie nichts tun können, um das Ruder noch herumzureißen.

Paula Steingäßer zeigt auf eindringliche Weise, was dieses Gefühl mit ihr macht. Fast atemlos erzählt sie, wie die Gedanken nur noch um ihren ökologischen Fußabdruck kreisen und wie sie ihn verringern kann. Dafür verzichtet sie sogar aufs Essen. Es dauert lange, bis sie diesen toxischen Gedankenkreis durchbrechen kann, aber mit den richtigen Menschen an ihrer Seite gelingt es ihr.

Viel zu oft wird auf junge Menschen herabgesehen, weil sie ein ganz anderes Leben wollen als die meistens von uns es leben, und viele sprechen ihnen ernsthafte Gedanken ab. Dieses Buch belehrt seine LeserInnen eines Besseren, aber ich glaube nicht, dass wir diejenigen sind, die belehrt werden müssen.
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