In seinem Studium der Tiermedizin erkennt Karim Montasser bald, dass es in dem Fach nicht um die Gesundheit der Tiere, sondern um die der Menschen und ihre Versorgung mit tierischen Lebensmitteln geht. Sachlich und empathisch erklärt der YouTuber und Moderator, wie das Tierwohl etwa in Zucht, Haltung und Schlachtung immer den Bedürfnissen des Menschen hintangestellt wird — teils mit drastischen Folgen. Der engagierte Veterinär zeigt auf, was sich ändern muss, damit Tierwohl Wirklichkeit wird.
Es gibt nichts, was ich moralisch so verachtend finde, wie den Konsum von Fleisch und einen nicht hinterfragten Konsum von Milch, Eiern, ect.. Ich muss aufpassen mich jetzt nicht komplett von den Emotionen die dieses Thema in mir auslösen mitreißen zu lassen, daher versuche ich mich kurz zu halten. Ich bin der Meinung, dass jeder der auch nur etwas Empathie verspürt, kein Fleisch isst und wenn dies dann doch getan wird, nicht von sich behaupten kann Tiere zu lieben. Ein großer Begriff ist da die kognitive Dissonanz, die auch hervorragend in diesem Buch thematisiert wurde. Es ist immer wieder erschreckend wie unsere Gesellschaft mit Tieren umgeht und dieses Buch unterschreibt und beleuchtet dies komplett. Nun noch eine abschließende Quote des Robert Koch Institutes aus diesem Buch: "Mit zunehmender Bildung ernährt sich ein höherer Anteil von Personen üblicherweise vegetarisch." Mehr habe ich erstmal nicht zu ergänzen.
Ein schmales Buch, das mir bislang noch unbekannte Einblicke in die Veterinärmedizin und das Tierärztinnenstudium gegeben hat. In lockerem Ton, wahrscheinlich passend zu seinen Videos erzählt er von persönlichen Erfahrungen im Studium, oder bei Praktikas (bspw. im Schlachthof oder beim Kastrieren von Ferkeln), reichert seinen Text allerdings auch mit vielen Quellen und geschichtlichen Einordnungen an. Ich hätte gerne noch mehr gelesen und gerne noch mehr über ihn und seinen Werdegang erfahren. Vielleicht auch noch mehr einen Ausblick in die Zukunft und Lösungsansätze, aber vielleicht folgt ja noch mehr...