Kinder, die nicht mit auf Klassenfahrt fahren können, Teenager, die wegen der falschen Kleidung gemobbt werden, Young Professionals, die allein zu Mittag essen, weil die Kantine zu teuer Armut macht einsam und hält Betroffene klein. Denn Armut prägt und lässt dich niemals los. Und wenn Wohnen immer teurer wird, Lebensmittelpreise immer weiter steigenund wenn die Gehälter weit hinter der Inflation zurückbleiben, droht Armut auch in der bürgerlichen Mitte. Wie fühlt es sich an, arm zu sein? Es geht um Herzrasen an der Supermarktkasse, Schuldgefühle bei Spontankäufen, ein geringes Selbstwertgefühl. Celsy Dehnert zeigt aus eigener Erfahrung, was Armut mit Menschen macht und was das mit unserer Klassengesellschaft zu tun hat. Und sie gibt eine Antwort darauf, was wir tun müssen, damit alle eine Chance bekommen.
mir gefiel die persönliche perspektive auf das thema armut, die soziologischen erklärungen waren etwas holzschnittartig aber bei gut 200 seiten ist das in ordnung, insgesamt eine empfehlung!
Nach der Einleitung hätte ich ehrlicherweise fast wieder aufgehört (hatte tbh nen bisschen den vibe von “Ich bin besser als die anderen weil ich die Ungerechtigkeiten sehe & jetzt darüber aufkläre” & hatte Angst dass es nen zu moralisches und von oben herab Buch wird), aaaaber ich bin sehr froh, dass ich weitergelesen habe. Eine sehr gute (wenn auch vereinfacht dargestellte) Klassenanalyse, anschauliche & schön geschriebene Einblicke in das Leben in Armut und größtenteils gute Vorschläge für Veränderungen (sorry aber glaube nicht dass links wählen oder Geld spenden der way to go sind, parteipolitisch kommste nämlich nicht so weit & zu Spenden kann ich die 21. Folge von dem Podcast “Wohlstand für alle” sehr empfehlen, die heißt “sind spenden wirklich gut? Sie charity-Ideologie). Insgesamt aber echt nen sehr sehr gutes Buch, welche Ungleichheit faktisch, aber auch persönlich behandelt. Eine tolle Ergänzung zu trockener Theorie!!
Zwischen Rechtfertigungen, Selbstbeweihräucherung und vielen Wiederholungen, finden sich auch gute Sätze. Es wäre nun aber wirklich Zeit, dass Aufgestiegene Platz für aktuell Armutsbetroffene und ihre Geschichten machen!
Absolute Leseempfehlung für ALLE! Celsy Dehnert nimmt uns in diesem sehr gut geschrieben Buch mit in eine Welt, die uns allen bekannt und doch wieder (in Teilen oder ganz) fremd ist. Ohne Vorwürfe beleuchtet sie verschiedene Aspekte der Gesellschaft (zB Hobby, Geld, Konsum) und gibt zT mit autobiografischem Hintergrund Einblicke in Gedanken und Beweggründe Armutsbetroffener. Das Buch regt zum Denken, Reflektieren und Handeln an - selbst im "kleinen" persönlichen Umfeld kann durch Solidarität, urteilsfreiem Helfen und Einstehen für die, die es aus unterschiedlichsten Gründen nicht tun oder tun können, viel bewirkt werden. Dieses Buch sollte eine Pflichtlektüre für jeden Entscheidungsträger sein.
Wie bei Vom Tellerwäscher zum Tellerwäscher habe ich mir auch bei diesem Buch gedacht, dass Kempers und Weinbachs Klassismus immer noch die beste Einführung in das Thema ist. Hier haben mir die persönlichen Elemente gut gefallen, die recht vorstellbar waren, aber ich fand die Anmerkung auf den ersten Seiten seltsam, dass manche Ereignisse „für den dramatischen Effekt“ verfremdet wurden. Auch war es etwas nervig, wie oft Dehnert erwähnt, wie gut sie in der Schule gewesen ist. Die Geschlechterebene wird ebenfalls angesprochen, aber leider zu kurz. Irgendwie hatte ich auch das Gefühl, dass teilweise Frauen gegeneinander ausgespielt werden. Dies ist mir besonders im Abschnitt zum Nagellack aufgefallen und auch in der Art, wie Clean Girls kritisiert wurden. Auch das Verteidigen von Shein und die Kritik an Kleiderkreisel fand ich etwas seltsam. Da hat mir der Blick auf die ganzheitlichen Prozesse gefehlt; hier hätte z. B. erwähnt werden können, dass Ultra-Fast-Fashion wie Shein mit seiner Umweltverschmutzung auch armen Menschen in anderen Ländern schadet.
Celsy Dehnert berichtet seit langer Zeit auf SocialMedia über Armut, Armutsrisiken, das Leben als (ehemals) Armutsbetroffene und wie sich das (für sie) anfühlt. Ihre Texte sind sachlich, gut recherchiert und dennoch persönlich. Diese Gedanken, Erkenntnisse und ihre Ideen für eine gerechtere Gesellschaft nun in einem Buch in der Hand zu halten ist einerseits wunderbar, andererseits ist es wahrlich beschämend, dass es ein solches Buch geben muss. Ich empfehle es allen, insbesondere aber all jenen, die in irgendeiner Weise mit Menschen arbeiten. Unser eigenes Wissen um Armut, um Privilegien und welchen Unterschied wir machen können könnte Leben verändern.
Ich persönlich finde das Buch sehr persönlich, unter anderem, da viele persönliche Erfahrungen eingebaut werden und viele im Buch angesprochen Themen mich sehr mitgenommen haben. Durch das Buch werden Missstände aufgezeigt und auf Themen eingegangen, die oft ignoriert oder verschwiegen werden, wodurch es, zugegeben auch für mich, sehr neue Themen waren. Nach dem Lesen des Buchs ändert sich der Blickwinkel auf „Armut“ als großen Begriff in vielerlei Hinsicht.
wichtiges und persönliches buch für menschen, die vielleicht keine Kontaktpunkte mit den thema armut haben am anfang war es mir nicht wirklich klar, in welche Richtung es gehen sollte, die Identität des Textes verschwimmte immer mal wieder, zwischen Erzählungen biografischer Erlebnisse und Sachbuch zum ende hin wurde es aber immer besser, bin sehr froh, dass dehnert stellung nimmt und sich politisch positioniert, find ich stark
Weniger eine soziologische Analyse als vielmehr ein persönlicher Erfahrungsbericht – nicht das, was ich gesucht habe. Betroffenen zuzuhören ist immer eine gute Idee, mindert die Gefahr akademisch abzustumpfen.
Insgesamt ein gut verständlich und anständig geschriebenes Buch, das ich allen empfehlen kann, die das Armutsproblem in Deutschland nicht sehen wollen oder nicht ernst nehmen. Als Arbeiterkind erkannte ich das ein oder andere auch selbst wieder. Stellenweise hätte ich mir aber etwas mehr Umsicht gewünscht, die über die eigene Erfahrung hinausgeht. Aktuelle Zahlen wären dabei sicherlich eine gute Unterstützung gewesen. Ein stärkerer Fokus auf Lösungen hätte mir auch gefallen.