Kein ruhiger Sommer für Commissaire Geneviève Morel. Auf einer der letzten Windmühlen am Montmartre wird die gekreuzigte Leiche einer Moulin-Rouge-Tänzerin gefunden - im Engelskostüm. Kurz darauf stirbt noch ein zweiter „Engel“. Die Kommissarin stürzt sich in die Ermittlungen und trifft auf eine Mauer des Schweigens, selbst in ihren eigenen Reihen. Welche Geheimnisse hüteten die Engel, dass niemand an der Aufklärung der Morde interessiert zu sein scheint? Und was führt Genevièves Großmutter Mamie schon wieder im Schilde?
Ein neuer Fall für die coole Ermittlerin vom Montmartre und ihr Team. Wenn eine Frauenleiche auf einen Flügel der "Rouge Moulin" gekreuzigt gefunden wird, muss bei der Lösung des Falls auch die eigene Familie behilflich sein, aber sogar die schweigt. Nur Mamie führt schon wieder selbst irgendetwas im Schilde. Und dann stirbt eine zweite Frau. Die Ermittlungen führen in das berühmte Moulin Rouge, aber für unterhaltsame Abende im Nachtclub bleibt Genevieve keine Zeit... Unterhaltsam, lässig, klug und witziger Cozy-Crime. Jeder Band ein Kurztrip in die Stadt an die Seine, besser als jeder Reiseführer.
Ich fand den ersten Band um Madame Commissaire Morel schon sehr witzig und gelungen, und von daher habe ich mich sehr auf den zweiten Teil gefreut. Die Fälle sind in sich abgeschlossen, man kann also auch wunderbar hiermit anfangen, was ich immer sehr entspannt finde.
Dies vorab; und vielleicht noch eins vorab: der zweite Band ist noch besser 🙂
Hierum geht’s: Wir sind in Paris, am Montmartre, dem Viertel, in dem Geneviève Morel wohnt und dessen Kommissariat sie leitet. Geneviève ist speziell: intelligent, gutaussehend, und von Haus aus reich. Sehr reich. Ihre Familie ist bekannt als Kunstkenner und -sammler, und was weniger bekannt ist: die Kunstschätze sind zusammenergaunert …. Geneviève ist der rechtschaffene Ausnahmezustand in der Sippschaft, und ihr genaues Gegenteil ist Großmutter Mamie, Patriarchin der Familie – und geliebte Oma, die im selben Haus wie Geneviève wohnt. Diese Konstellation sorgt regelmäßig für witzig-skurrile Momente und Elemente. Das sind natürlich die Momente, die immer fern jeglicher Realität sind, aber eben genau diese künstlerisch-schriftstellerische Freiheit machen die Bücher für mich so liebenswert und speziell 😉 Witzigster Moment hier: wenn Mamie und Geneviève zusammen auf einem schweren Motorrad durch die Stadt fahren – und natürlich sitzt Mamie auf dem Fahrersitz.
Zum Fall: auf einer Windmühle am Montmartre wird frühmorgens eine Leiche gefunden. Eine Revuetänzerin vom Moulin Rouge wurde voll kostümiert brutal ermordet und gekreuzigt. Das Team um Geneviève nimmt die Ermittlungen auf, wird aber schon bald ausgebremst: Kurz darauf gibt es nämlich noch eine zweite Tote; eine Sängerin der Oper wird auf ähnliche Art und Weise ermordet, und plötzlich schalten sich das Innenministerium und der Geheimdienst ein. Geneviève und ihre Assistentin Lunette lassen sich den Fall natürlich nicht einfach so wieder aus der Hand nehmen, und entgegen aller Schwierigkeiten kommen sie dem Kern des Geschehens immer näher….
Ohne jetzt zu viel zu verraten, man kann es sich denken, dieser Fall ist kein simpler Mordfall, sondern zieht weite Kreise und internationale Verstrickungen mit sich. Hatte einen Touch Agententhriller, und ich fand es echt spannend gemacht. Hat mich abgeholt, ich hatte das Gefühl, der Autor hat sich mit seiner neuen Reihe hiermit „warmgeschrieben“. Gut geplottet, cooler Fall, und als Nebenstrang hatten wir im Hintergrund immer Mamie, die irgendeinen Coup plant, der Geneviève und uns im Hinterkopf zusätzlich beschäftigt. Der Agententhriller und die Morde im Vordergrund, und Großmama Morel und ihr Kunstraubimperium als cozycrime im Nebenstrang. Und beides hat vorzüglich miteinander harmoniert 😉
Natürlich überzeugt auch hier wieder das Lokalkolorit, für mich war das wieder ein literarischer Ausflug an die Seine, und das ist natürlich einfach klasse. Macht Spaß, und das Parisfeeling kommt für mich rüber. Sehr charmant, einfach gut gemacht.
Die Charaktere gewinnen an Tiefe, und wachsen mir allesamt ans Herz. Ich bin erklärter Fan von Mamie und Lunette. Die toughe Lunette, die bei den Anschlägen aufs Bataclan vor Jahren ein Bein verlor, und jetzt wieder ihren Lebensmut voll wieder gefunden hat, ist mein Lieblingscharakter. So lustig, wie sie in diesem Band sich als Theater- und Tanzlady outet und hardcore feiert …. ich glaube, hier hatte der Autor selbst Spaß beim Schreiben.
Wie auch immer, das Buch war toll, hat mich bestens unterhalten, und ich freue mich schon jetzt auf Nachfolgebände! Bitte mehr davon!
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!
"Die toten Engel vom Montmartre: Commissaire Morel ermittelt" ist Band 2 in der Krimi-Serie rund um Commissaire Geneviève Morel . Hat mich der erste Band schon in jeder Hinsicht überzeugt, so bin ich nach Band 2 komplett begeistert. Das liegt nicht nur an der äußerst sympathischen und kompetenten Hauptprotagonistin, die das sogenannte weiße Schaf in ihrer "Kunstsammler-"(sprich professionellen Kunstdieb-)Familie ist und dadurch oft zwischen die Fronten gerät, sondern auch an der überaus spannenden, perfekt strukturierten Handlung, die mich als Leserin einfach von Beginn an mitgerissen hat.
Es beginnt schon sehr dramatisch mit dem schaurig inszenierten Mord einer jungen Moulin-Rouge-Tänzerin. Doch so sehr Geneviève und ihr Team, allen voran ihre engagierte Assistentin Lunette, sich auch anstrengen, scheinen alle Ermittlungen im Sand zu verlaufen. Bis schließlich ein weiterer Mord geschieht und die Hintergründe für die Taten langsam ans Tageslicht kommen. Die Spuren führen bis in die höchsten politischen Etagen, wodurch Geneviève selbst ins Visier skrupelloser Menschen gerät, die alles versuchen, ihre Ermittlungen zu stoppen.
Der Showdown am Schluss ist an Spannung kaum mehr zu überbieten und ich habe das Buch am Ende mit großem Bedauern weggelegt, weil ich mich einfach noch nicht von den Protagonist:innen, die mir inzwischen alle ans Herz gewachsen waren, trennen wollte.
Der Autor versteht es wirklich ausgezeichnet, die Charaktere so zu beschreiben, dass sie vor dem inneren Auge zu lebendigen, authentischen und komplexen Menschen werden, die so handeln und sprechen, wie es "reale" Personen tun würden. Ein dickes Lob an dieser Stelle für die Dialoge, die wunderbar natürlich klingen und das Tempo der Handlung vorantreiben. Man fliegt nur so durch die Seiten, was auch an dem ungemein flüssigen Schreibstil des Autors liegt!
Neben der grandiosen Geneviève und ihrer kompetenten Assistentin Lunette, ist mir ganz besonders auch Genevièves Großmutter Mamie ans Herz gewachsen. Sie ist ohne Zweifel das Operhaupt ihrer Familie und ein richtiges Schlitzohr, wenn es darum geht, wertvolle Kunstwerke zu entwenden. Sie mischt sich immer wieder in Genevièves Ermittlungen ein, um ihrer Enkelin zu helfen, und liefert Szenen, die so witzig sind, dass mir mehr als einmal die Tränen vor Lachen kamen. Und damit bin ich bei einem weiteren Punkt, der diese Krimi-Serie für mich so lesenswert macht: Der Humor (schön trocken, wie ich es liebe), der wohldosiert in die Handlung eingestreut wird.
Und zum Darüberstreuen gibt es für die Leser:innen auch diesmal wieder ganz viel französisches Lokalkolorit. Der Autor liefert immer wieder tiefe und interessante Einblicke in die französische Kunst, Kultur und Kulinarik.
Ich kann es wirklich kaum erwarten, bis Band 3 erscheint, und ich würde mir auch sehr wünschen, dass diese Krimi-Serie irgendwann einmal verfilmt wird. Sie besitzt alle Zutaten, ein echter TV-Erfolg zu werden.
Unterhaltsame Urlaubslektüre, besser als der erste Teil. Eine kurzweilige Jagd nach den Mördern der „Engel“ mit einer Brise Komik und Agententhriller. Gelungene Unterhaltung eines österreichischen Autors.