Festtagsstimmung im Périgord und ein perfider Mordfall
Es ist Sommer in Saint-André, und das mehrtägige Traditionsfest Félibrée steht bevor. Dieses Mal will auch Kommissarin Marie Mercier daran teilnehmen. Doch während ihre Großtante Léonie sich als begnadete Köchin auf kulinarische Highlights freut, gibt es für Marie plötzlich einen ernsten Anlass für den Besuch: Die 16-jährige Tochter der dort ausstellenden Winzerin Jeanne Laroussine ist verschwunden. Kurz darauf spitzen sich die Ereignisse weiter zu: Ein angesehener Bürger der Stadt, der im Rahmen der Félibrée ein wichtiges Amt innehatte, wurde ermordet aufgefunden. Während das Fest in vollem Gang ist, kommen Marie und ihr Kollege Richard Martin einem makabren Verwirrspiel auf die Spur ...
Felibree heißt das Zauberwort in und um Perigueux, das sie ganzen Bewohner und auch eine Menge Touristen elektrisiert. Doch genau während dieser Zeit verschwindet Emma, die Tochter der Winzerin Jeanne Laroussine, spurlos. Natürlich hat die Suche nach dem Mädchen Vorrang, da der Druck der Öffentlichkeit, keinen Schatten auf das große Fest fallen zu lassen, sehr groß ist. Also muss Marie ihre Pläne für das Wochenende zurückstellen und sich ausschließlich um diesen Fall kümmern. Doch auch Richard ihren Kollegen, der gerade Vater geworden ist, darf seine Pläne begraben. Die Suche nach dem verschwundenen Mädchen kommt allerdings nur sehr langsam voran, da die Mutter keine Ahnung hat und auch sonst niemand eine Beobachtung gemacht hat. Als dann noch ein Mädchen verschwindet und der Hauptmann der Felibree tot aufgefunden wird, nehmen die Ermittlungen neuen Schwung auf. Traubenfest von Julie Dubois ist ein Krimi, der im Perigord spielt. Schon das Cover lässt den Leser die Atmosphäre spüren, die ihn im Buch erwartet. Man sieht das ein Volksfest dargestellt wird und es hier die Felibree ist, die im Mittelpunkt des Krimis steht. Die Stärke dieses Romans ist meiner Meinung, das Vermögen der Autorin den Leser mitzunehmen in diesen Landstrich. Sie beschreibt die Menschen und die Landschaft sehr bildhaft und es ist ein leichtes einzutauchen in diese Bilder. Manchmal habe ich den Eindruck, der Kriminalfall wird so am Rande mitbehandelt. Das trifft hier nicht wirklich zu. Denn dieser Kriminalfall ist schon sehr bedrohlich von Anfang an. Er ist außerdem vielschichtig aufgebaut und es werden verschiedene Themen verarbeitet. Zu Beginn liegt der Focus ganz auf dem Verschwinden eines 16 jährigen Mädchens, das ohne eine Spur zu hinterlassen verschwindet. Außerdem geht es hier noch um Drogen und natürlich auch um einen Mord. All diese Themen machen den Krimi zu einem ganz besonderen Mix. Es wird natürlich auch noch die fehlende Kommunikation zwischen Eltern und Kinder verarbeitet und es ist auch nicht überraschend, das Eltern manchmal nicht viel über ihre Kinder wissen. Julie Dubois benutzt in ihren Krimis immer Zeitleisten, so dass man fast in Echtzeit den Fortschritt der Kommissare mitverfolgen kann. Doc, wie ich zu Beginn schon feststellte, sie schreibt auch viel über die Menschen und ihre Besonderheiten, wie z.B. Leonie, Rose und Georges und seine Schweine oder Marie und Michel, ebenfalls Kommissar, aber in Bordeaux und ihren Kollegen Richard, mit seiner Tochter Elodie. Manchmal schon eine große Idylle. Aber auch die Spannung kommt nicht zu kurz und die liegt hier in den Ermittlungserfolgen der sympathischen Kommissare. Ich bin ein Fan von diesen regionalen Krimis, die dann auch noch in wunderschönen Landstrichen spielen und mein Kopfkino hier voll auf seine Kosten kommt. Für mich ist das Lesen dieses Krimis, wie Urlaub auf der Couch. Deshalb auch meine uneingeschränkte Leseempfehlung.
Julie Dubois hat den nunmehr vierten Périgord-Krimi vorgelegt, auch mit „Traubenfest“ ist ihr ein vielschichtiger Kriminalroman mit viel Lokalkolorit gelungen, den zu lesen es sich lohnt. Neben Großtante Léonies Kochkünsten und ihren stets kredenzten Köstlichkeiten spürt man die idyllische Landschaft und trifft so mach liebgewonnene Figur aus den Vorgängerbüchern wieder.
Zwei vermisste Mädchen und ein Mordfall trüben die Festtagsstimmung im Périgord, Marie Merciers Wochenende ist vollgepackt mit Arbeit. Gilt es doch, die 16jährige Emma, die Tochter der Winzerin Jeanne Laroussine, zu finden. Kaum hat das mehrtägige Traditionsfest Félibrée begonnen, ist Emma, die mit ihrer Mutter hinter dem Verkaufsstand ihres Winzerbetriebes war, verschwunden. Die Winzerin macht Marie unmissverständlich klar, dass die Suche nach ihrer Tochter Vorrang vor allem anderen hat. Marie ermittelt mit ihrem Kollegen Richard in alle Richtungen und als ein zweites Mädchen abgängig ist, stellt sich die Frage, ob die beiden sich gekannt haben. Kurz danach wird eine männliche Leiche gefunden – auch dieser Tote und die Umstände, die zu seinem Tod geführt haben, geben viele Rätsel auf.
Sie finden einen blutgetränkten Pullover mit einer DNA, die zweifellos zugeordnet werden kann und doch nicht einzuordnen ist, der Fund eines größeren Geldbetrages und ein Testament werfen viele Fragen auf, auch ist von einem lange zurückliegenden Unfall die Rede, eine Spur führt bis nach Spanien und nicht zuletzt sind es geheimnisvolle Fotos mit einem unklaren Motiv. Sind all diese Indizien verwertbare, brauchbare Hinweise?
Ganz schön viel, was da auf Marie und Richard einstürzt. Sie hat ihrer Großtante Léonie versprochen, mit ihr zum Fest zu gehen. Dieses Versprechen wird sie nicht einlösen können. Nur gut, dass Maries Lebenspartner Michel und Léonie sich bestens verstehen und die beiden sich auf dem Fest so manche Gaumenfreude gönnen. Die Beschreibungen all dieser kulinarischen Leckerbissen gehören unbedingt dazu, genau so die malerische Landschaft des Périgord, auch darf natürlich George mit seinen Hängebauchschweinen Augustine und Joseph nicht fehlen.
Sowohl die Vermisstensuche als auch die Mordermittlungen sind abgeschlossen, Marie kommt endlich zur Ruhe und kann sich von Léonie verwöhnen lassen, auch wird ihr Michel ihre anstehenden Urlaubstage versüßen, da bin ich mir ganz sicher. Es war eine wiederum spannende Lektüre, die nächste Herausforderung für die charmante Kommissarin Marie Mercier lässt bestimmt nicht lange auf sich warten.
Ich habe den Vorgängerband "Lorbeerglanz" von Julie Dubois gelesen, und er hat mir sehr gut gefallen.
Auch das "Traubenfest" ist von Anfang an wieder diese Mischung aus softem Krimi, Familien- und Liebesgeschichte(n), kombiniert mit dem Lokalkolorit des schönen Périgord und leckeren Kochrezepten, die ich so sehr mag.
Die Charaktere, Leonie und Georges, Marie und Sophie, die ich regelrecht "lieb" gewonnen habe, treten wieder auf, und das Wiedererkennen ist schön. Ein bisschen wie Heimkommen in die Familie.
Sehr spannend fand ich die Geschichte der verschwundenen Teenager. Dass die eine Mutter ein Weingut betreibt, interessierte mich auch, man bekam dabei gute Einblicke ins Winzertum - und ich liebe leckere Weine ;-).
Ansonsten tappte ich bis zum letzten Viertel des Buches noch völlig im Dunkeln - das ist wohl auch so gewollt.
Supergut gefällt mir trotz aller dunklen Vorkommnisse und ausführlich, aber keineswegs langweiligen Ermittlungen die Schilderung der Landschaft, der heimelige Hof mit Léonie, Georges und den Schweinen, die harmonischen Beziehungen zwischen Marie und Michel, Richard und Sophie..
Und immer gibt es ein gutes Glas Wein :-)
Am Ende löst sich vieles in Wohlgefallen auf, allerdings nicht alles.
Alles in allem eine schöne Geschichte, spannend zweifelsohne, mit viel Lokalkolorit und gut geschilderten Charakteren. Die Krimihandlung ist mir fast zu beiläufig und zu soft, andererseits ist es ja ein „Cozy Krimi“, also das, was ich erwarten sollte und erwartet habe.
Kommissarin Marie Mercier freut sich auf den Besuch ihres Lebensgefährten Michel, der in Paris arbeitet und das Wochenende mit ihr in ihrem Heimatdorf Saint-André verbringen möchte. Sie haben vor, das traditionelle Périgord-Festival, die „Félibrée“ zu besuchen und sich von den Koch- und Backkünsten von Maries Großtante Léonie verwöhnen zu lassen. Doch der Bürgermeister des Dorfes macht ihr einen Strich durch die Pläne. Er bittet sie um Hilfe bei der Suche nach der spurlos verschwundenen 16jährigen Tochter einer Winzerin aus dem Dorf. Kurz darauf verschwindet ein weiteres junges Mädchen und dann wird auch noch eine der Weinmajestäten des Festes, François Durand, brutal ermordet. Handelt es sich um Entführungen, hängen die Ereignisse zusammen? Marie und ihr Kollege Richard ermitteln in alle Richtungen. Ich habe Marie Mercier erst durch „Traubenfest“ kennengelernt, es ist allerdings schon ihr vierter Fall aus der Périgord-Krimireihe von Julie Dubois. Vorgeschichten, Beziehung und Familie der Kommissarin werden aber ausreichend erklärt, so dass man die vorherigen Bücher nicht gelesen haben muss, um ihr in „Traubenfest“ folgen zu können.
Mit Marie Mercier hat Julie Dubois eine sehr sympathische Protagonistin geschaffen, eine selbstbewusste Frau, intelligent, humorvoll und empathisch, aber auch durchsetzungsstark. Auch alle anderen Personen, Maries Kollegen, ihr Freund, ihre Familie, werden liebevoll und lebendig beschrieben. Dank des flüssigen, lebhaften Schreibstils und der gekonnt geschilderten ländlichen Idylle fühlte ich mich direkt ins Périgord versetzt. Aber auch der Krimiaspekt kam nicht zu kurz - verwirrende Hinweise und falsche Fährten hielten die Spannung bis zum Schluss aufrecht.
Alles in allem hat mir „Traubenfest“ einige vergnügliche Lesestunden beschert und es wird nicht der letzte Fall von Marie Mercier sein, den ich gelesen habe! Von den diversen Frankreich-Krimireihen, die es inzwischen gibt, ist die Reihe um Marie Mercier sicher eine der besten! Wer unterhaltsame, spannende, aber keine blutrünstige Unterhaltung sucht, ist hier an der richtigen Adresse. Und natürlich ein MUSS für jeden Frankreichfan!
Kommissarin Marie Mercier aus Saint-André freut sich auf das Wochenende, denn das Fest Felibrée findet im Nachbarort statt und sie hat ihrer Großtante Léonie versprochen, sie dorthin zu begleiten. Auch ihr Freund Michel will kommen. Doch aus den schönen Plänen wird leider nichts, denn im benachbarten Montignac wird ein 16-jähriges Mädchen vermisst. Deren Mutter ist Winzerin und hat einen Stand auf dem Fest. Kurz darauf verschwindet ein zweites Mädchen im gleichen Alter - wurden sie entführt oder sind sie ausgerissen?
Marie und ihr Kollege Richard ermitteln in alle Richtungen - ohne großen Erfolg. Da wird das große Fest von einem schrecklichen Mord überschattet, ein angesehener Bürger, der bei dem Fest ein bedeutendes Amt hatte, wurde tot in seinem Hof aufgefunden. Gibt es eine Verbindung zwischen diesen Fällen?
Dies ist bereits der vierte Band aus der Reihe, die im malerischen Périgord spielt. Die wunderbare Landschaft und das großartige Essen dort werden wie immer sehr genau beschrieben, sodass man sofort Lust auf eine Reise dorthin bekommt. Die Personen sind alle äußerst sympathisch und der alte Georges mit seinen geliebten Hängebauchschweinen ist ein richtiges Original. Also ein richtiger Wohlfühl-Krimi, mit Spannung und Humor, von dem es hoffentlich noch viele weitere Bände gibt!