Kritik am empirisch-systemischen Paradigma kommt sowohl von innerhalb als auch von außerhalb des Paradigmas. Die meiste interne Kritik wird in Hermans (1999: Kap. 3–10) behandelt. Im Folgenden wird die Kritik von außerhalb dargestellt. Es handelt sich natürlich nicht um eine vollständige Aufzählung einzelner Kritikpunkte, sondern eher um eine kurze und sehr selektive Darstellung von Kritiktypen. Verschiedene Kategorien lassen sich unterscheiden. Einerseits finden wir eine generelle Ablehnung der gesamten Orientierung und Zielsetzung des deskriptiven Ansatzes. Ein Beispiel hierfür ist die Kritik von Peter Newmark. Andererseits können auch bei grundsätzlicher Zustimmung zu diesem Paradigma einzelne theoretische und methodologische Aspekte kritisiert werden. Zu dieser Kategorie gehört die Kritik der Mitglieder des Göttinger Sonderforschungsbereichs „Die literarische Übersetzung“. Zwischen diesen beiden Polen gibt es verschiedene Typen von Kritik, die zwar die Leistungen der Manipulationsgruppe – wie man die Vertreter deskriptiv-systemischer Ansätze gelegentlich auch nennt – anerkennen, jedoch aufgrund ihrer anderen Zielsetzung auch Schwächen und Mängel sehen. Beispiele finden sich in der Hermeneutik, dem Kulturmaterialismus, der Geschlechterforschung und dem Postkolonialismus. Im Folgenden wird auf einige dieser Kommentare und Unterschiede eingegangen.