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Das Haus in dem Gudelia stirbt

Was Mauern verschweigen und Erde nicht begraben kann
Eine Sturmflut sucht das kleine Dorf Unterlingen heim, Wassermassen drängen die Anwohner aus ihren Häusern – nur eine bleibt, so wie sie es schon immer getan Gudelia. Sie blieb 1984, als ihr Sohn ermordet wurde, 1998, als sie sich von ihrem Mann trennte, und auch jetzt, als ihr Haus in den Fluten einzustürzen droht. Nicht einmal die beiden gefesselten Leichen, die an ihrem Fenster vorbeitreiben, können sie umstimmen. Denn Gudelias Gedanken gelten nur ihrem Haus, in dem sich ihr dunkelstes Geheimnis verbirgt.
»So ein großartiges Debüt gab es schon lange nicht mehr. Thomas Knüwer erweitert die Grenzen des Genres!« Christian Koch | Hammett Krimibuchhandlung Berlin

269 pages, Kindle Edition

Published August 21, 2024

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About the author

Thomas Knüwer

7 books1 follower
Thomas Knüwer arbeitet seit mehr als 13 Jahren in der Werbe- und Kommunikationsbranche, wo er Kampagnen für Marken wie Netflix, DAZN, Bionade, Zalando und Google verantwortet.

»Ventadorn« ist sein erster Roman. Zu seinen literarischen Vorbildern gehören die Science-Fiction- und Fantasy-Autoren Dan Simmons, Neal Stephenson und Neil Gaiman.

Folgen Sie Thomas Knüwer auf www.ventadorn.de oder Instagram: @thomas_knuewer

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Community Reviews

5 stars
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4 stars
36 (48%)
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14 (18%)
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3 (4%)
1 star
1 (1%)
Displaying 1 - 19 of 19 reviews
Profile Image for Gunnar.
439 reviews13 followers
December 20, 2025
2024: Ein großes Unwetter mit einem Jahrhunderthochwasser sucht den kleinen Ort Überlingen heim. Die meisten Dorfbewohner haben ihre Häuser rechtzeitig verlassen, nur eine alte Frau harrt in ihrem Haus aus. Als sie nachts aus dem Fenster blickt, treiben zwei Leichen vorbei - mit gefesselten Händen. Doch das will Gudelia niemand glauben. Sie hat aber auch einen Grund, auf ihrer Beobachtung nicht allzu sehr zu beharren, denn sie hat ihr Haus nicht ohne Grund nicht verlassen. Der Grund liegt 40 Jahre zurück, als Gudelia ihren Sohn tot aufgefunden hat.

Ein interessanter und ungewöhnlich konstruierter Kriminalroman von Thomas Knüwer, der dafür 2024 auch den Deutschen Krimipreis gewann. Drei Zeitebenen 1984, 1998 und 2024 wechseln sich ab und enthüllen nach und nach eine tragische Geschichte über den Tod eines Teenagers und die darauffolgenden tragischen Ereignisse, vor allem die Entfremdung zwischen Gudelia und ihrem Mann und den Grund, der Gudelia nach 40 Jahren immer noch an ihr Haus fesselt. Sehr gelungen komponiert, psychologisch fein herausgearbeitete Figuren. Lediglich die Spannung hätte höher ausfallen können, manches wurde für meinen Geschmack zu früh angedeutet.
Profile Image for Agnieszka Hofmann.
Author 24 books58 followers
November 4, 2024
Świetne! Lakonicznie opowiedziane, ale wciągające jak bagno. Trzy czasowe płaszczyzny przeplatają się ze sobą i odkrywają archaiczną wręcz w swej wymowie historię odwetu, w której główni aktorzy, pozornie słabi i niewidzialni, odnajdują w sobie niesamowite pokłady energii, by działać. Działać w sposób niekonwencjonalny, nieporadny i bardzo brzemienny w skutkach.
Profile Image for Charlystante.
244 reviews2 followers
November 28, 2024
Ein ungewöhnlicher Kriminalroman.
Die Trauer um den Verlust ihres Sohnes lässt Gudelias Psyche irreparabel zerbrechen. Von ihrem Leid und ihrer Verzweiflung getrieben, läd sie Schuld auf sich, die sie bis zu ihrem Tod in dem Haus- ihrem Zufluchtsort- ,in dem sie sterben wird, als dunkles Geheimnis Jahrzehnte hinweg verfolgt.
Verbittert und enttäuscht lässt sie sich von ihrem Ehemann scheiden. Das, was übrig bleibt, verteidigt sie unerbittlich, bis die Flut kommt.
Trotz der eher langsamen Handlung erzeugt der Roman durch den Wechsel der Zeitebenen und dem bildhaften Schreibstil Spannung.
Das Ende kommt etwas abrupt.
57 reviews
October 21, 2024
Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Der Erzählstil und die Sprache haben mir gut gefallen. Auch Gudelias handeln und denken konnte ich gut nachvollziehen. Die Trauer, die Sprachlosigkeit und was daraus wurde.
Unrealistisch fand ich, dass sie die Kraft hatte, so zu handeln. Es war insgesamt auch zu früh absehbar, was passiert ist. Etwas komplexer hätte die Handlung gerne sein dürfen.
Profile Image for Laura.
219 reviews2 followers
August 24, 2024
Der Horror des Dorflebens

(Rezensionsexemplar)

Das Haus in dem Gudelia stirbt ist ein sehr fesselnd geschriebener Kriminalroman, der immer wieder zwischen verschiedenen Zeitpunkten in Gudelias Leben hin und her springt. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass ich immer tiefer in den Morast gezogen werde, der nach der Flut von Gudelias Leben übrig ist. An einigen Stellen war ich auch geschockt, wie grafisch das Buch wird. Das Setting fand ich sehr realistisch und Gudelia als Protagonistin sehr spannend (aber nicht unbedingt immer sympathisch). Generell hat sich das Buch sehr „real“ angefühlt, besonders die Beschreibung der Flut war erschreckend.
Profile Image for nel.readss.
167 reviews
June 22, 2024
eine gute Krimigeschichte die sich über viele Jahrzehnte zieht und immer wieder aus einer anderen Zeit erzählt wird. Ich fand die Geschichte gut und habe auch mit einigen Dingen nicht gerechnet, trotzdem hätte es für mich ein paar mehr plots geben können. aber insgesamt ein gutes buch!

(danke netgalley für das Rezensionsexemplar)
Profile Image for Patricia Krüger | miss.amanogawa.
241 reviews4 followers
August 4, 2024
Eine Flutkatastrophe, wie Deutschland sie bisher schon mehrmals erleben durfte, zerstört das Dorf Unterlingen.
Die Menschen fliehen, retten sich und ihre Liebsten. Nur Gudelia, 81-jährige Rentnerin mit einem Dickschädel von Ausmaßen des Polareises, lässt sich von den verheerenden Naturgewalten nicht aus ihrem Haus vertreiben und sitzt das Schauspiel aus. Doch die Fluten bringen weit mehr mit sich als die Zerstörung der Häuser und Leben der Bewohner…

Mit „Das Haus, in dem Gudelia stirbt“ hat Thomas einen Roman verfasst, der seinesgleichen sucht.
Dieser Krimi, welcher über drei Zeitlinien hinweg spielt, erzählt die tragische Geschichte einer zerbrochenen Familie nach dem gewaltsamen Tod des eigenen Kindes. Sie beschreibt die Stärke einer trauernden Mutter, die in ihrem alkoholabhängigen Mann keine Stütze findet. Es ist ebenso eine Geschichte über die Selbstbestimmung einer verheirateten Hausfrau in den späten 90ern, ihrer knallharten Eigeninitiative - furchtlos und skrupellos.

Gudelia ist nicht nur eine alte, tatterige Dame. Gudelia hatte es schon immer faustdick hinter den Ohren.
Sie ist schlitzohrig, vorausschauend, äußerst gescheit und weiß sich zu verteidigen.
Sie hat sich ihr Zuhause, ihr Reich, ihren Besitz hart erkämpft. Und so wäre es töricht zu behaupten, ich hätte anders gehandelt als Gudelia. Blut und Tränen sind geflossen, damit sie ihr Haus ihr Eigen nennen durfte. Verzweiflung und Wut haben sie jahrelang begleiten müssen. Die Angst, dass ihr Geheimnis entlarvt wird, war stets präsent.

Die Flut nahm viele Leben, doch die Flut brachte auch Erlösung und Klarheit, schuf ein neues Fundament.

Ich habe noch nie einen Roman gelesen, dessen Hauptfigur eine ältere Dame ist. Sie hat mich sehr an meine Oma erinnert, und das ist vollkommen positiv gemeint. Vermutlich wird Gudelia uns alle an unsere Großmütter erinnern.
Leider unterschätzen wir die ältere Generation in unserer Gesellschaft und hinterfragen kaum, wie diese Menschen zu der Person wurden, die sie heute sind. Welche Schicksalsschläge sie bis heute nicht verarbeiten konnten. Welche Wünsche oder Ängste sie weiterhin begleiten.

Dieses Buch, so tragisch die Handlung auch sein mag, ist für mich eine Hommage an all die Mütter, die ihr Kind viel zu früh beerdigen mussten, die ihre Trauer weiter im Herzen tragen und mit ihr gealtert sind. Eine Hommage an unsere Großmütter und alle Seniorinnen da draußen.
Profile Image for Barbara.
104 reviews1 follower
July 12, 2024
Die Zerstörung und der Tod

Im Juni 2024 versinkt der kleine Dorf Unterlingen im Hochwasser. In aller Eile verlassen Menschen ihre Häuser, retten ihr Leben, ihr Hab und Gut. Nur die 81-jährige Gudelia bleibt in ihrem einsturzgefährdeten Haus. Aus dem Fenster ihrer Wohnung im ersten Stock beobachtet sie das Geschehen, die tobenden dunklen Wassermassen, die alles zu vernichten drohen. Sie sieht: „Die Zerstörung und den Tod. Von Schweinen und Menschen“. (71)
Die Sturmflut ist nicht die erste Katastrophe in ihrem Leben. Im Jahre 1984 kam unter tragischen Umständen ihr 15-jähriger Sohn Nico ums Leben. Vierzehn Jahre später trennt sie sich von ihrem alkoholkranken Mann und lebt seitdem in ihrem Haus allein.
Das Haus bedeutet ihr alles, denn es kennt all ihre Gedanken und hütet ihr schlimmes Geheimnis.

Es ist Gudelia selbst, die in dem Roman über ihr Leben spricht. Sie verrät ihre intimsten Gedanken, erzählt über ihre Pläne und ihre Taten und Untaten. Sie erzählt über drei Unglücksjahre, die ihr Wesen und ihr Leben nachhaltig verändert haben. Der furchtbare Tod ihres Sohnes war die schlimmste Tragödie ihres Lebens, ein Schicksalsschlag, den sie und ihr Mann nicht verkraften konnten. Jeder von ihnen ging mit dem Schmerz anders um.
Das Haus ist ein stummer Zeuge der Ereignisse. Hinter seinen Mauern geschahen Sachen, die genauso -wie zum Schluss die Sturmflut – alles im Leben seiner Bewohner mitgerissen und zerstört haben.
Die Geschichte entwickelt von Anfang an einen Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte. Die Ereignisse sind so dramatisch und unfassbar, dass ich unbedingt die ganze Wahrheit sofort erfahren wollte. Auch die Protagonistin Gudelia, deren Verlustschmerz deutlich spürbar ist, zieht mit ihrem skurrilen Verhalten in ihren Bann. Beeindruckend sind ihr Einfallsreichtum und die Beharrlichkeit, mit der sie ihre Ziele verfolgt.
Das Buch lässt sich flüssig lesen; dank dem fesselnden Schreibstil und ausdrucksstarken Bildern der Ereignisse ist man mittendrin im Geschehen, fiebert und leidet mit.
Den spannenden Kriminalroman kann ich nur wärmstens empfehlen!
„Das Haus in dem Gudelia stirbt“ ist ein Debütroman von Thomas Knüwer. Das Buch erscheint am 21.08.2024 im Pendragon Verlag.

Vielen Dank an den Pendragon Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars über NetGalley. Die geäußerte Meinung ist meine eigene.
81 reviews
September 14, 2024
Das beschauliche Dorf Unterlingen wirkt verlassen. Die drohende Flut hat die meisten Anwohner schon längst aus ihren Häusern vertrieben. Doch nicht Gudelia. Sie bleibt. Sie kann das Haus nicht zurücklassen, denn das Haus ist ihr Leben. Der Hüter ihrer dunkelsten Geheimnisse. Nein, Gudelia kann nicht gehen. Selbst wenn das bedeutet, in dem Haus zu sterben.

Thomas Knüwer hat mit „Das Haus in dem Gudelia stirbt“ ein hervorragendes Krimi-Debüt hingelegt. Der Schreibstil arbeitet mit kurzen, beinahe pragmatisch wirkenden Sätzen, wenig Dialog und der nüchtern wirkenden Betrachtungsweise der Ich-Erzählerin. Ich war mir am Anfang nicht sicher, ob mir dieser knappe Erzählduktus zusagt, allerdings hat sich die Frage schnell erübrigt. Es entsteht eine bedrückende Atmosphäre und die Spannung bleibt dicht und beständig, sodass ich im Sog der Geschichte vollkommen gefangen war.
Die Handlung erstreckt sich auf drei Zeitebenen, 1984, als Gudelias Sohn gewaltsam ums Leben kommt, 1998, als sie sich von ihrem Mann trennte und 2024, als sich Unterlingen einer Flutkatastrophe ausgesetzt sieht. Über den drei Handlungssträngen schwebt ein dunkles Geheimnis, das jede Entscheidung Gudelias lenkt und dem Leser nur sehr langsam offenbart wird. Es ist ein gelungener Drahtseilakt zwischen Vorhersehbarem und Unvorhersehbaren, der mich beim Lesen ungemein gefesselt hat.
„Das Haus in dem Gudelia stirbt“ ist in keiner Weise ein herkömmlicher Krimi, dadurch aber nicht weniger lesenswert. Es ist eine mitreißende Auseinandersetzung mit Verlust, Trauer und Schuld, die die Grenzen des Genres herausfordert und dabei bestens Unterhalten kann. Ich empfehle es auf jeden Fall weiter.
Profile Image for [     ].
2 reviews
March 24, 2026
Eine alte Dame, ihr Haus und ein großes Geheimnis, das die Katastrophenflut ans Tageslicht befördert hat. Ich war sehr positiv überrascht über den (für mich) etwas ungewöhnlichen Schreibstil, an dem ich mich am Anfang etwas gewöhnen musste, dann aber schnell in seinen Bann sog und nicht mehr losließ. Gudelia, als Hauptcharakter, ist für mich als ein unglaublich realistischer Mensch erzählt worden. Ich konnte mir sie gut als alte Dame mit ihren Eigenheiten und Sturheit vorstellen. Auf der anderen Seite ermöglichte es mir, bzw. dem Leser auch, dadurch auch einen tiefen Einblick in ihre Psyche, ihre Motivation und deren Zerfall zu erhaschen. Und je länger ich las, umso mehr sah ich wie der Autor durch Gudelia auch das Haus zu einem eigenen Charakter (und Geheimnisträger) machte.
Die an die Katastrophenflut im Ahrtal erinnernde Situation verlieh der gesamten Geschichte einen fast dystopischen Zug und erhöhte die Spannung um ein vielfaches. Auch die drei "Zeitepochen" zwischen die man kapitelweise sprang halfen wunderbar, nicht nur die Vergangenheit und Beziehungen der einzelnen Charaktere vorzustellen und zu erklären, sondern dem Leser auch das Puzzle Stück für Stück selbst zusammenzusetzen. Man schlüpfte selbst in die ermittelnde Rolle. Insgesamt eine sehr gelungene Geschichte, die ich weiterempfehle für Leute, die mal gerne einen etwas ungewöhnlichen Krimi lesen wollen.
Den einen Stern Abzug gibt es, weil ich das Ende zwar gut fand (gibt's echt nix zu meckern), aber ich hätte einfach gerne mehr über das weitere Geschehen gewusst. Wie geht es in dem kleinen Dorf und seinen Bewohnern weiter?
150 reviews1 follower
September 13, 2024
Eine Flutkatastrophe trifft den kleinen Ort Unterlingen. Die Bewohner werden rechtzeitig evakuiert, nur die 81-jährige Gudelia weigert sich ihr Haus zu verlassen. Sie sitzt die Flut aus… genauso, wie sie schon die anderen Schicksalsschläge ertragen hat - den Tod ihres Sohnes und später die Trennung von ihrem Mann. Für Gudelia zählt nur ihr Haus… in dem sie ihr dunkelstes Geheimnis bewahrt.

Der Krimi und somit Gudelias Leben wird auf drei Zeitebenen, welche die größten Einschnitte in ihrem Leben aufzeigen, erzählt: 1984, 1998 und 2024. Sprachlich finde ich den Krimi absolut gelungen - es wird mit kurzen Sätzen gearbeitet, die aber dennoch all die tragischen Ereignisse treffend darstellen und Atmosphäre erzeugen. Gudelia ist dabei ein Charakter, der viele Facetten in sich trägt, oft ziemlich unsympathisch rüberkommt, von ihren Überzeugungen lebt. Der Autor zeigt gekonnt auf, was solche Schicksalsschläge aus einen Menschen machen können, wie tief die Liebe einer Mutter gehen kann. Die Tragik ist mit Händen greifbar, das Aufarbeiten der relevanten Szenen spannend. Somit hat der Krimi alles, was ein solcher braucht und ist gleichzeitig alles andere als ein „Standard-Krimi“. Leseempfehlung von mir. 4,5*
Profile Image for Elke.
2,010 reviews43 followers
November 22, 2025
Das Buch fängt langsam an, und erst nach und nach erschließt sich die gesamte Tragweite des Geschehens, . Im Wechsel aus Rückblenden auf zwei Zeitebenen mit der Gegenwart, in der eine Flutkatastrophe den Ort heimsucht, in dem Gudelia wohnt, erfahren wir häppchenweise, welche tragische Vergangenheit Gudelia bis in die Gegenwart verfolgt und wieso sie selbst angesichts der nassen Gefahr so stur an ihrem Haus festhält. Dabei wird man auch immer wieder geschickt in die Irre geführt: Anfangs glaubt man noch, die Flut selbst sei die große Gefahr, dann macht Gudelia eine grausige Beobachtung, die das Augenmerk auf eine ganze andere Geschichte lenkt. Aber das ist noch längst nicht alles, denn die Handlung schlägt Haken wie ein Hase auf der Flucht, bis schließlich alle Puzzleteile die schreckliche Wahrheit ans Licht bringen, die in einem furiosen Finale endet. Gudelias pragmatische Haltung und ihr sachlicher Ton wirken dabei oft fehl am Platz, gleichzeitig aber wie ein Schutzschild der ihr hilft die Ereignisse durchzustehen und mit den Folgen zu leben. Ich liebe Krimis, die nicht nach bekanntem Schema ablaufen und die es tatsächlich noch schaffen mich bis zum Ende immer wieder zu überraschen, und dieses Buch gehört eindeutig an die Spitze dieser Kategorie. Fazit: unbedingt lesen!
Profile Image for Eva.
100 reviews
July 3, 2024
"Früher habe ich mir ein Haus am See gewünscht, heute habe ich eine Wohnung in den Fluten"

Als Helferin im THW hat es mich gefreut, unsere Organisation und unsere Arbeit in einem Buch repräsentiert zu sehen. Das kommt äußerst selten vor.
Darüber hinaus, konnte ich dem Buch allerdings nicht sehr viel abgewinnen. Obwohl genug Fragen für einen Spannungsbogen offen gelassen werden, fiel es mir schwer, die Motivation und Spannung zum lesen aufrecht zu erhalten.
Das Buch hinterlässt ein düsteres, klammes, eher frustrierendes Gefühl.
Mir persönlich fehlte denke ich eine Art Silberstreif am Horizont. Etwas positives, dass aus der Klärung oder Lösung eines Falles hervorgeht.
Daher vergebe ich insgesamt nur 2,5/5 Sternen.
Profile Image for Buchdoktor.
2,530 reviews195 followers
June 5, 2024
Als Gudelia Krols Straße nach dem Jahrhunderthochwasser 2024 evakuiert wird, ignoriert die 81-Jährige die Anweisung und bleibt in ihrer Wohnung im ersten Stock. Der Strom ist ausgefallen, darum hat sie weder Wasser noch Telefonverbindung; ihre Welt endet am Kühlschrank der leeren Wohnung im Erdgeschoss. Gudelia kann das Haus wirklich nicht verlassen, in dem sie einmal mit Mann und Sohn gewohnt hat und für das beide sich abgerackert hatten. Sollte ihr in ihrem Haus gerade jetzt etwas passieren, wird das höchstwahrscheinlich ihr Ende sein. Außer zahlreichen toten Schweinen schwimmen am Haus zwei Tote vorbei, Mann und Frau, an den Händen mit Kabelbindern gefesselt. Als Frau eines Bauarbeiters kennt Gudelia Kabelbinder, aber das können die jungen Männer vom THW nicht wissen und glauben ihr nicht. In der Ichform erzählt Gudelia in Dreiersprüngen abwechselnd aus dem Jahr 1984, als ihr damals 15-jähriger Sohn tot aufgefunden wird, 1998, als sie mit 55 die Wechseljahre hinter sich hat und ihren Mann Heinz endlich zur Entgiftung vom Alkohol einweisen lässt, und der Gegenwart 2024, als sie - vom Wasser eingeschlossen - mit ihren Erinnerungen und Alpträumen zurückbleibt. Mit Nicos Tod hat Gudelia immer noch auf vielerlei Art zu hadern, mit sich selbst, Heinz und Nicos Altersjahrgang, der ihn bis zu seinem Tod offenbar verhöhnt hat. Als die Behörden die Statik der Häuser überprüfen, damit die Bewohner möglichst bald zurückkehren können, eskalieren die Dinge im Hause Krol – und man fragt sich, welche Rolle Gudelia in der Vergangenheit wohl gespielt hat.

Durch den regelmäßigen Rhythmus der Zeitebenen und die Perspektive der Icherzählerin verschwammen für mich Gudelias Erinnerungen, ihre möglichen Alpträume und meine eigene makabre Fantasie miteinander, mit der ich mir ausmalte, was eine Person gerade vorhatte. Während in meiner Realität noch die Pumpen laufen und Notbetten für Evakuierte transportiert werden, war „Das Haus, in dem Gudelia stirbt“ eine höchst makabre Lektüre, die ich nur Leser:innen empfehle, die Handlungen mit menschlichen und tierischen Leichen ertragen.
Profile Image for Read.And.Create.
330 reviews
June 27, 2024
„Schuld schwimmt oben.“

Dieses Buch hat mich auf eine ganz besondere Weise angesprochen. Schon der Titel lässt eine düstere und geheimnisvolle Geschichte vermuten, und genau das bietet das Buch auch.

Der Einstieg war für mich nicht ganz einfach und es hat auch etwas gedauert, bis ich wirklich in die Geschichte hineingefunden habe. Denn der Schreibstil des Autors ist eigen, was sowohl seine Sprache als auch die Hauptprotagonistin Gudelia betrifft.
Gudelia ist eine alte Dame, die ein sehr unglückliches und keineswegs einfaches Leben führt. Ihre tragische Lebensgeschichte wird im Buch sehr einfühlsam und detailliert dargestellt, was mir gut gefallen hat. Allerdings muss ich sagen, dass dem Buch mehr Spannung gut getan hätte. Die Geschichte hätte an einigen Stellen durchaus mehr Plots vertragen können, um das Tempo zu erhöhen und die Spannung zu (er)halten.

Trotz dieser kleinen Kritikpunkte will ich betonen, dass das Buch insgesamt gut ist. Die tiefgründige Darstellung von Gudelias Leben und die atmosphärische Beschreibung des Hauses und der Umgebung haben mir gut gefallen. Es ist eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt und die Tragik des menschlichen Lebens eindrucksvoll schildert. Die Stärken liegen in der Charakterzeichnung und der atmosphärischen Erzählweise. Wer sich auf diese etwas eigenwillige Erzählweise einlassen kann und keine durchgängige Hochspannung erwartet, wird hier eine tiefgründige und berührende Geschichte finden. Über Liebe und Verlust, über Stärke und Schuld, über Jahrzehnte hinweg.
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