Johanna liebt ihren Job: Für die Vereinten Nationen ist sie auf humanitären Einsätzen in der ganzen Welt unterwegs. Sie erlebt Kriege, Verfolgung und Hungersnöte hautnah mit. Doch jedes Mal, wenn sie endlich wieder zu ihrer Familie in ihre Wahlheimat New York zurückkehrt, die sie sehnlichst vermisst hat, fühlt sie sich wie ein Gast im eigenen Zuhause. Ihr Mann Ralph und ihre Tochter Elsa sind der Ansicht, dass sie sich mehr um andere kümmert als um die eigene Familie, und haben sich in ihrem Alltag ohne sie eingerichtet. Als Johanna sechzig ist und Elsa längst erfolgreiche Anwältin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, erbt Johanna das Haus ihrer Tante Toni in Sankt Goar am Rhein. In diesem Haus hat sie die Sommer ihrer Kindheit verbracht, und es ist immer ein Sehnsuchtsort für sie geblieben. Kurz nach ihrem Einzug dort erleidet Elsa einen Burnout, und trotz des frostigen Verhältnisses zu ihrer Mutter, beschließt sie, in Tante Tonis Haus zur Ruhe kommen zu wollen. Und während Elsa nach und nach begreift, dass sie ihre Mutter besser verstehen kann, als ihr bewusst war, enthüllt diese ihr ein Geheimnis aus der Vergangenheit, das beinahe sie selbst und ihre Familie zerstört hätte …
Ein bewegender Roman über die Zerrissenheit einer Mutter zwischen der Leidenschaft für ihren Beruf und dem Bedürfnis, für ihre Familie da zu sein, über tief sitzenden Schmerz, Schuld und Versöhnung – vor großartigen internationalen Settings.
Selten hat ein Cover so über den Inhalt hinweg getäuscht. Und dass eine Autorin eng mit einer Thematik verbunden ist, hat man in dieser Form auch nicht so oft. Melanie Levensohn war Sprecherin der WHO und Pressereferentin der Weltbank. In erster Funktion war sie oft in Krisengebieten auf der Welt unterwegs. Das macht diesen Roman sehr authentisch.
Johanna arbeitet für die UNO. Sie wird zur Koordination von humanitären Hilfen weltweit in Gebiete eingesetzt, die oft von Krieg bedroht oder zerstört wurden. Sie ist für ihren Arbeitgeber unentbehrlich, und das merken auch ihr Mann und ihre Tochter Elsa. Die Mutter ist selten zu Hause und wenn sie dann doch müde und erschöpft wiederkommt, hat sie mit Jetlag und Depressionen zu kämpfen. Nach und nach zerstört das nicht nur ihre Ehe, sondern auch die Beziehung zu ihrem Kind. Dabei wissen beide noch nicht mal von Johannas größtem Geheimnis. Elsa scheint als erwachsene Frau in die Fußstapfen ihrer Mutter zu treten. Sie wird Strafverteidigerin beim internationalen Gerichtshof in Den Haag. Nach einem Zusammenbruch reist sie nach Sankt Goar, wo ihre Mutter das Haus der kürzlich verstorbenen und sehr geliebten Tante Toni renoviert. Es beginnt eine Auseinandersetzung zwischen Mutter und Tochter, die an den Nerven zerrt und manch Unausgesprochenes offen legt
Lange wurde ich nicht mehr in eine Geschichte so reingezogen wie in diese. Die über 400 Seiten habe ich an zwei Tagen weggesuchtet – ich hab es als Hörbuch gehört, indem die zwei Perspektiven von unterschiedlichen Sprecherinnen interpretiert wurden. Die wechselnden Erzählstimmen , die unterschiedlichen Zeitebenen und authentischen Schauplätze waren so lebhaft beschrieben, dass ich nicht aufhören konnte. Ich musste einfach wissen, wie es weitergeht. Die Konfliktgespräche zwischen Mutter und Tochter fand ich auch sehr nah an der Realität. Elsa kam mir zwar meist pubertär rüber, denn ich hätte einer Anfang 30-jährigen Anwältin mehr Sachlichkeit zu getraut, doch wenn ich recht überlege, führen Familienprobleme, die nicht aufgearbeitet wurden oft auch im wahren Leben zu unangemessenem Verhalten. Natürlich bedeutet das nicht, dass ich die Reaktionen von Johanna immer gutheißen konnte, doch ich konnte die Leidenschaft für ihren Job, die sofort ein schlechtes Gewissen nach sich zog, weil sie die Mutterrolle nicht mehr so erfüllen konnte, wie ihr Kind es gebraucht hätte, nachvollziehen. Solche Situationen gibt es, und mir kamen reale Personen in den Kopf, wie zum Beispiel Annalena Baerbock, ohne mir jetzt anmaßen zu wollen, dass ich weiß wie ihr Privatleben abläuft. Ich stelle es mir aber unmöglich vor alles unter einen Hut zu kriegen. Auch die Rolle der Alex Levy in „The Morning Show“, gespielt von Jennifer Aniston hat Parallelen zu Johanna. Es ist jedoch oft die Unentschlossenheit und das schlechte Gewissen, die das Selbstwertgefühl in so einem komplizierten Job noch schlimmer machen. Den meisten Männern wäre das wahrscheinlich egal.
Die Rückblicke in die Krisenherde der vergangenen Jahrzehnte waren mega interessant. Wir können ja davon ausgehen, dass sehr vieles genauso ist. Das Geheimnis, dass Johanna mit sich rum schleppt möchte ich nicht spoilern, aber es hat mich auf einigen Ebenen sehr berührt. Auch die Wendungen im Plot, die unterschiedlichen Ereignisse, die zum Ende hin einen Sinn geben waren logisch erzählt. Bis auf eine Stelle, die dazu führten, dass es kein 5 Sterne Highlight wurde. Johanna agiert einmal so unpassend naiv was im Endeeffekt dazu führt, dass sie sehr unglücklich wird. Ich wusste, wie das ausgehen würde, und dachte mir nur, das kann jetzt nicht dein Ernst sein, dass du das verlangst?! Das passte nicht zu dieser professionellen Frau, die auf der ganzen Welt Krisen managed. Außerdem neigt die Autorin hin und wieder dazu ein bisschen zu dick aufzutragen. Das wird besonders zum Ende hin sehr deutlich. Man hätte an vielen Stellen einen Cut setzen können damit es ein durch und durch hervorragendes Werk wird. Aber als eigentlich alles gesagt ist und man hätte schließen können, setzt sie noch einen drauf. Vieles, was Dramatik erzeugen soll, hätte es nicht gebraucht, um zu unterstreichen wie tragisch etwas enden kann. Das war stellenweise too much drama.
Insgesamt ist es aber eine packende Lektüre, die einen nicht so schnell loslässt und die mich sehr mitgenommen hat. Ich hab mir immer wieder vorgestellt, wie Hollywood das verfilmen würde. Es hat alles was ein Blockbuster braucht.
Ich empfehle euch diesen Roman, wenn ihr konfliktbeladene Familiengeschichten mögt, die an außergewöhnlichen Schauplätzen spielen und eine Balance zwischen heftigen Szenarien und Rheinidyll gut aushalten könnt.
„Der richtige Zeitpunkt, etwas aus der Welt zu schaffen, ist immer jetzt.“ S. 155
Eine Mutter-Tochter-Beziehung, die nicht komplizierter sein könnte: Johanna war lange Zeit für die Vereinten Nationen auf humanitären Einsätzen in der ganzen Welt unterwegs. Das war ihre Berufung und ihre Familie dafür zuhause zurückzulassen ein notwendiges Übel. Ihr Mann Ralph und ihre Tochter Elsa haben eine verschworene Einheit gebildet und sind bestens ohne sie ausgekommen, oder?
Nun ist Johanna sechzig und tritt beruflich kürzer. Elsa ist eine erfolgreiche Anwältin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, das Verhältnis der beiden ist stark distanziert. Kann das Haus von Tante Toni in Sankt Goar sie wieder zusammenbringen? Als Elsa einen Burnout bekommt, ist das nämlich der einzige Ort, wo sie sein will. Auch wenn ihre Mutter das Haus geerbt hat und dort nun lebt ...
Mir hat das Buch echt gut gefallen, komplizierte Mutter-Tochter-Beziehungen sind total mein Ding! Ich konnte beide Seiten sehr gut verstehen, Elsa als Tochter, die sehr unter der Lebensgestaltung ihrer Mutter gelitten hat und Johanna als Mutter, die versucht hat, auf ihre Weise ihr eigenes Leben und das ihrer Tochter zu vereinen.
Ich fand die Pace bzw. die Entwicklung der Geschichte sehr authentisch. Es gibt kein Wundermittel, keine Wunderheilung für diesen Konflikt, der sich über Jahre angebahnt hat. Es gibt Geheimnisse, die erst nach und nach gelüftet werden. Dadurch bildet sich ein guter Lesesog und die Erzählung wirkt sehr glaubwürdig. Thematisch total interessant, mit dem internationalen Gerichtshof und Johannas Arbeit für die UN!
Dieser Mutter-Tochter-Roman von Melanie Levensohn ist eine einfühlsame Geschichte, die mich bereits bei der Leseprobe mitgerissen hat. Johanna arbeitet für die Vereinten Nationen, wo sie Hilfseinsätze in Krisengebieten koordiniert und plant. Sie liebt ihren Beruf und ist gezwungen, oft wochenlang in diversen Kriegsgebieten zu bleiben, was ihre Ehe und das Verhältnis zu ihrer Tochter zunehmens erschwert. Nach einigen Jahren und kurz vor ihrer Rente, erbt sie das Haus ihrer geliebten Tante Toni in Sankt Goar am Rhein. Dort möchte sie sich zurückziehen und später zur Ruhe setzen. Mit dem Häuschen verbindet sie wunderschöne Erinnerungen an ihre Kindheit, ebenso wie ihr Tochter Elsa, die sich bei Großtante Toni immer geborgen und geliebt gefühlt hat. Als Elsa nach einem Burnout ebenfalls in Sankt Goar eintrifft, erweist sich der ungeplante gemeinsame Aufenthalt, der von Schuldzuweisungen und Streitereien geprägt ist, als schwierig. Nur langsam beginnen sich die beiden Frauen anzunähern und sich zu öffnen.
Abwechselnd wird aus der Sicht von Johanna und Elsa erzählt. Dabei gibt es viele Rückblicke in die Vergangenheit. Das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter ist seit Jahren zerrüttet. Der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit zeigt das langsame Auseinanderdriften der Familie sehr deutlich. Während Johanna Familie und Karriere unter einem Hut bringen möchte und daran verzweifelt, dass sie nicht überall hundert Prozent geben kann, fühlt sich ihre Tochter Elsa mit zunehmenden Alter ungeliebt. Ich konnte ihre Verzweiflung und Wut auf ihre Mutter verstehen. Als Kind bringt man kein Verständnis für die pausenlose Abwesenheit der Mutter über längere Zeiträume auf - egal, wie wichtig ihre Arbeit ist. Auch die Ehe von Johanna und Ralph leidet darunter, denn Johanna liebt ihren Beruf und ihre humanitären Einsätze in Kriegsgebieten, die unvorhersehbar lang sein können. Aber auch Elsa wurde als erwachsene Frau zu einem Workaholic und ähnelt ihrer Mutter sehr. Sie ist erfolgreiche Staatsanwältin beim Europäischen Gerichtshof in Den Haag. Umso weniger verwunderlich ist es, dass sie zwar ihre Mutter nie verstehen konnte, aber selbst in ihre Fußstapfen tritt. Keine der beiden Frauen möchte ihre Schwächen und ihre Verletzlichkeit preisgeben, egal wie sehr sie darunter leiden. Missverständnisse und Geheimnisse stehen zwischen den Beiden, bis es zu einem Vorfall kommt, der die beiden Frauen entzweit....
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Einfühlsam und bildhaft werden hier Gefühle transportiert, die mich als Leser mitgerissen haben. Die Charaktere sind authentisch und lebendig dargestellt. Die Figuren entwickeln sich weiter und haben Tiefe. Die Sprachlosigkeit zwischen Elsa und Johanna und ihre Einsamkeit wird mit sehr viel Empathie erzählt. Man fühlt mit den Frauen mit und empfindet für beide Sympathie, denn Melanie Levensohn zeigt beide Seiten und beide Blickwinkel gekonnt auf. Gefallen hat mir auch Tante Tonis Stimme aus dem Off, die etwas Humor in die Handlung bringt und die Schwere aus der Geschichte genommen hat.
Sehr interessant fand ich die Einblicke in die Arbeit der UN Hilfsorganisation. Dabei fühlt man mit Johanna mit und hofft, dass ihr keine der oftmals sehr gefährlichen Situationen Schaden zufügen. Ein Thema, welches ich bisher noch in keinem Roman als Handlungsstrang hatte und über das ich sehr gerne gelesen habe. Das im Klappentext angedeutete schwerwiegende Geheimnis hat mich ebenfallls sehr berührt.
Fazit: Eine einfühlsame Geschichte über eine Mutter, deren berufliches Leben immer im Vordergrund stand, zu Lasten der Beziehung zu ihrer Tochter. Die langsame Annäherung der beiden wirkt sehr authentisch und man empfindet Verständnis für beide Seiten. Ein sehr gelungener Roman, den ich sehr gerne weiterempfehle!
3,5🌟 puuuhhh.. eigentlich fand ich das Buch gut, die Thematik, die Aufarbeitung der Kriegsereignisse und auch die Dynamik zwischen den Charakteren spannend. Vor allem, dass es keine Antagonistin gab, sondern beide (oder alle) Perspektiven so schmerzhaft und nachvollziehbar war!! Aber das Buch hatte einfach so ungefähr 100 Seiten zu viel mMn. Es ist immer noch was und noch was und noch was passiert. Dadurch hat es sich für mich sehr gezogen und war einfach nicht nötig.
In diesem Roman geht es um Johanna und Elsa, Mutter und Tochter, die ein schwieriges, bzw mehr oder weniger gar kein Verhältnis mehr zueinander haben.
Das liegt daran das Johanna früher für die vereinten Nationen gearbeitet hat und während Elsas Kindheit auf humanitären Einsätzen in der ganzen Welt in Kriegsgebieten unterwegs gewesen ist. Durch diese Umstände war Johanna immer wieder wochenlang unterwegs und hat sich zwischendurch, zurück zu Hause, in New York, mehr und mehr nur noch als Gast in ihrer eigenen Familie gefühlt.
Jahre später erbt Johanna das Haus ihrer Tante Toni in Sankt Goar am Rhein und entschließt sich daraufhin New York den Rücken zu kehren und zurück nach Deutschland zu gehen.
Fast Zeitgleich erleidet Elsa in Den Haag, wo sie mittlerweile lebt einen Burnout. Daraufhin entschließt Elsa sich in das Haus von Tante Toni zu gehen um sich dort zu erholen. Als faden Beigeschmack wird sie sich allerdings mit ihrer Mutter dort arrangieren müssen.
Soweit, so gut. Der Roman wird damit beschrieben, das Elsa nach und nach begreift dass sie ihre Mutter besser verstehen kann, als ihr bewusst war und das Johanna ihrer Tochter ein schwerwiegendes Geheimnis offenbart, das beinahe sie selbst und ihre Familie zerstört hätte.
Wenn dem dann wirklich so gewesen wäre, hätte mir dieser Roman sehr gut gefallen und ich hätte auch die vollen fünf Sterne gegeben. Doch leider kam die Geschichte anders als erwartet.
Johanna habe ich durchweg als sehr egoistisch empfunden, vollkommen egal in welcher Hinsicht. Sie wurde mir auch nie so richtig sympathisch. Elsa konnte ich viel besser verstehen und ihr Verhalten konnte ich gut nachvollziehen.
Im Vordergrund standen hier immer wieder die Erzählungen aus den Kriegsgebieten die für mein Empfinden viel zu viel Raum eingenommen haben, das hätte alles viel mehr eingekürzt werden müssen. Ja, natürlich auch mit dem Hintergrund der Liebesgeschichte, dennoch lag für mich hier definitiv der Focus.
Der Burnout von Elsa wurde sehr gut beschrieben, so dass jeder nachvollziehen kann wie schlimm das wirklich werden kann. Dem geschuldet lag Elsa ja dreiviertel in diesem Roman "nur" im Bett und wurde von ihrer Mutter lediglich mit abgestellten Tabletts vor der Zimmertüre mit Essen versorgt. Selbstverständlich ist es so, dass man sich während einer solchen Erkrankung in einem Ausnahmezustand befindet und dankbar dafür ist, wenn man es auf die Toilette schafft und es schafft seine Körperhygiene einigermaßen zu vollziehen.
Nichts desto Trotz möchte ich hier nochmal explizit auf die Passage vom Klappen Text hinweisen: ...während Elsa nach und nach begreift, dass sie ihre Mutter besser verstehen kann, als ihr bewusst war...
Dem ist leider absolut nicht so! Ich habe hier viele Gespräche erwartet, das Elsa und Johanna sich nach und nach annähern, ganz langsam Stück für Stück, das sie immer wieder Geschehnisse ansprechen und eventuelle Missverständnisse aus dem Weg schaffen, das einer den anderen besser verstehen lernt, doch leider bleibt bei mir eine große Enttäuschung zurück.
Unterm Strich herrscht zwischen Elsa und Johanna eine regelrechte Endzeitstimmung, Elsa ist so gut wie unsichtbar, die Erzählungen aus den Kriegsgebieten werden gefühlt immer mehr und zwischen Mutter und Tochter passiert genau nichts.
Dazu gesellen sich noch ständige Wiederholungen mit denen man erstmal nichts anzufangen weiß. Der Spannungsbogen über dieses Geheimnis ist auch ab einem gewissen Punkt nur noch nervend, weil man sich denken kann worum es geht. Ganz besonders hier hat die Autorin den Egoismus von Johanna sehr gut heraus gearbeitet.
Zum guten Schluss findet ein Streit Gespräch zwischen Johanna und Elsa statt in dem dann gerade einmal vier Worte!!!!!!!! ausreichend sind und alles ist vergeben und vergessen. Da sitzt man dann da vor diesem Roman und denkt sich nur, echt jetzt??? Denn um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen ist ab diesem Moment alles ganz toll und Friede Freude, Eierkuchen wäre stark untertrieben. Mir hat hier nur noch gefehlt das Elsa sich bei Johanna auf den Schoß gesetzt hätte.
Als ob das dann noch nicht genug Enttäuschung war bleibt die Frage offen, was ist mit Niklas?
Das Ende ist einfach nur zack, bum, abgehakt und für mich nicht zufriedenstellend.
Mein Fazit Wenn man keine hohen Erwartungen hat was die Gespräche zwischen Mutter und Tochter angeht kann man diesen Roman mal ganz gut lesen, es liest sich flüssig und angenehm.
Johanna hat das Haus von ihrer Tante Toni geerbt. Ein Haus, wunderschön gelegen, das viele Erinnerungen birgt. Sie hat ein bewegtes Leben hinter sich gelassen, sie war beruflich viel unterwegs und nun, nach dreißig Jahren der Rastlosigkeit, will sie mit diesem Haus auch ihr Leben umkrempeln, es – wie das in die Jahre gekommene Haus – zu neuem Glanz verhelfen. Altes will sie entsorgen und dafür Neuem Platz machen. Gleich mal trifft sie auf ihren Nachbarn, der ihr Adressen von zuverlässigen Handwerkern gibt, der Renovierung steht nichts mehr im Wege.
Johannas Tochter Elsa lebt und arbeitet in Den Haag, sie gehört zu einem Verteidigerteam, das unter anderem grausamste Kriegsverbrecher vertritt. Ihr chronischer Erschöpfungszustand, vermutlich Burnout, zwingt sie zu einem mehrmonatigen Urlaub. Entschleunigung ist das Zauberwort, ihr Arzt redet ihr ins Gewissen. Tonis Haus in Sankt Goar wäre so ein Ort, an dem sie wieder Kraft schöpfen könnte. Nach anfänglichem Zögern freut sie sich dann doch darauf, aber das Aufeinandertreffen von Mutter und Tochter lässt alte Wunden neu aufbrechen…
…denn Johanna hatte nie Zeit für ihre Tochter. Kaum daheim, musste sie schon wieder weg, die Welt retten. Elsa blieb dabei auf der Stecke. Gut, sie hatte ihren Vater, der immer für sie da war, der ihre kleinen und großen Sorgen ernst nahm, der sie umsorgte, sie in die Schule begleitete, der ihr Vater und Mutter zugleich war. Elsa erinnert sich – sie war nie gut genug, Mutter hatte immer (wenn sie mal da war) etwas an ihr auszusetzen. Und genau das und noch vieles mehr steht zwischen ihnen. Es waren immer diese Ausreden, dass Mutter „so wahnsinnig gern dabei gewesen wäre…“. Nur hatte sie nie Zeit. Und jetzt sind sie beide in Tante Tonis Haus und wollen beide etwas anderes damit. Johanna reißt alles raus, will modernisieren. Elsa dagegen hängt an Tonis Vermächtnis.
Beide sind sie Powerfrauen, wenn man so will. Beide sind sie leidenschaftlich, gehen ihren Weg. Und ja, sie bewegen etwas. Die Erzählung wechselt zwischen Johannas und Elsas Geschichte und ist dann wieder im Hier und Jetzt in dem Haus, das auf Johannas Zutun renoviert wird, das gerade mal so bewohnbar ist. Mutter und Tochter – beide sind sie mir nahe, auch wenn ich Johanna als die eher egoistische Person wahrnehme, so kann ich sie und ihren Antrieb, immer wieder wegzugehen, dennoch gut verstehen.
Ja, es braucht viel Geduld und noch viel mehr Einsicht, was alles falsch gelaufen ist. Johanna muss hilflos zusehen, wie ihre Tochter ihr auch hier entgleitet. Vieles, sehr vieles gibt es aufzuarbeiten, viele Kränkungen und noch viel mehr Ungesagtes steht zwischen ihnen. Ist eine Annäherung überhaupt möglich? Miteinander reden, ohne anklagend zu sein, hilft. Wenn das mal so einfach wäre. Missverständnisse gibt und gab es reichlich und da ist ein gut gehütetes Geheimnis, das nicht länger zwischen ihnen stehen darf.
Dies alles und noch viel mehr hat Melanie Levensohn in ihrem wundervollen Roman „Der Morgen nach dem Regen“ beschrieben. Eine Mutter-Tochter-Geschichte, die es in vielen Abstufungen gibt, die das Zwischenmenschliche in geradezu brutaler Schonungslosigkeit präsentiert. Und doch irgendwo auch versöhnlich stimmt.
Unscheinbar und fast seicht kommt der Klappentext und das Cover dieses Romans daher- und dann trifft einen der Inhalt mit einer unfassbaren Wucht. „Der Morgen nach dem Regen“ hat mich auf eine Weise berührt, wie es lange kein Buch mehr geschafft hat. Schon die ersten Seiten tragen einen zurück an den Sehnsuchtsort von Mutter und Tochter – ein Ort, der mehr ist als nur Landschaft, mehr als Häuser und Gassen. Er ist durchdrungen von Erinnerungen, von der Melancholie einer Kindheit, die trotz der vielen Brüche voller Wärme und stiller Momente war. Diese Nostalgie schwingt durch die gesamte Geschichte mit und weckt eigene Emotionen nach dem eigenen Rückzugsort der Kindheitserinnerung.
Gleichzeitig entfaltet sich ein schonungslos ehrlicher Blick auf das zerrüttete Verhältnis zwischen Mutter und Tochter. Die Autorin schildert mit feiner Genauigkeit, wie die Mutter zwischen UN-Karriere in Kriegsgebieten und Kind zu zerreißen droht und dabei gerade das verliert, was am wichtigsten gewesen wäre: das Vertrauen und die Nähe zu ihrer Tochter. Der Schmerz der jungen Frau, die sich ihr Leben lang weniger wertvoll fühlte als die Menschen der humanitären Krisen, um die sich ihre Mutter voller Inbrunst kümmerte, geht tief. Ich konnte diese Verletzung fast körperlich spüren, weil sie so glaubwürdig und unverstellt erzählt wurde – voller Bitterkeit, aber auch voller Sehnsucht nach Anerkennung und Liebe.
Besonders beeindruckend waren die Einblicke in den Internationalen Strafgerichtshof und die Arbeit der UN. Vor dem Roman habe ich mich nicht wirklich mit den Aufgabengebieten und dem Ethos dessen auseinandergesetzt. Der Druck, die Last der Verantwortung und die moralischen Abgründe, die sich auftun, wenn man Kriegsverbrecher verteidigt oder in Kriegsgebieten arbeitet– all das wurde greifbar. Und doch gelingt es der Autorin, eine Perspektive zu eröffnen, die jenseits von Schwarz und Weiß liegt: Täter erscheinen nicht nur als Monster, sondern als Menschen, die selbst in einem zerstörerischen System gefangen sind. Dieser Gedanke hat mich lange beschäftigt, ebenso wie die faszinierenden Einblicke in die Arbeit der UN, deren Bedeutung im Roman eindrucksvoll und voller Respekt herausgestellt wird.
„Der Morgen nach dem Regen“ ist kein Buch, das man einfach zuschlägt und vergisst. Es hallt nach, weil es von Sehnsucht und Verletzung erzählt, aber auch von Hoffnung und der Möglichkeit, alte Wunden vielleicht doch zu heilen. Für mich war es ein intensives Leseerlebnis, das den Blick auf Familie, Schuld und Gerechtigkeit erweitert hat – und das einen tief im Innersten berührt.
ein wirklich gutes Buch das ich gerne gelesen habe Nach „Zwischen uns ein ganzes Leben“ ist „Der Morgen nach dem Regen“. Das zweite Buch das ich von dieser Autorin lese. Am Anfang habe ich gedacht, dass wird ein neues Jahreshighlight für mich, leider war mir der Schluss dann doch etwas zu schwülstig.
Johanna arbeitet bei den Vereinten Nationen und koordiniert und plant Hilfseinsätze in Kriegsregionen, um den Menschen bzw Flüchtlingen in diesen Regionen das Leben einigermaßen erträglich zu machen und ihnen teilweise das Leben zu retten.Sie brennt für ihren Beruf, ist aber gezwungen sich oft wochenlang in diesen Krisenregionen aufzuhalten, was ihre Ehe und die Beziehung zu ihrer Tochter, je älter sie wird, stark belastet, denn diese fühlt sich von ihrer Mutter im Stich gelassen und zu wenig beachtet.
Als erwachsene Frau arbeitet ihre Tochter Elsa beim internationalen Gerichtshof in den Haag genauso engagiert wie ihre Mutter in ihrem Beruf.
Als sie einen Burnout erlebt zieht es sie in das Haus ihrer verstorbenen Großtante Toni, in dem mittlerweile ihre Mutter lebt, die dieses Haus geerbt hat.
Das Aufeinandertreffen der beiden lässt viele Wunden wieder aufbrechen.
In vielen Rückblicken erfährt der Leser, wie die Leben der beiden verlaufen sind Viele Verletzungen, aber auch Geheimnisse und Missverständnisse haben auf beiden Seiten ihre Spuren hinterlassen und verhindern für beide einen Neuanfang.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich hatte Verständnis für beide Seiten, obwohl mir Elsa mit ihrem kindlichen Trotz schon manches Mal auf die Nerven gegangen ist. Interessant fand ich die vielen Informationen über die Arbeit der UNO in den Krisenregionen unsere Welt und ließ bei mir sofort die aktuelle Situation im Nahen Osten vor meinen Augen entstehen.
Ich fand das Buch sehr empathisch geschrieben, gerade was die Gefühlsebenen der beiden Protagonisten Elsa und Johanna anging. Einzig der Schluss war mir dann doch zu schnell und zu glatt. Zu viel Friede , Freude, Eierkuchen , das hat meine anfängliche Euphorie etwas geschmälert. Trotzdem habe ich mich für 5 Sterne entschieden, weil es in vielen anderen Bereichen einfach richtig gut war.
Bei "Der Morgen nach dem Regen" handelt es sich um ein konfliktreiches Mutter-Tochter-Portrait von Melanie Levensohn, die selbst als Sprecherin der WHO oft in Krisengebieten im Einsatz war. Zusätzlich hat sie das Wissen anderer Experten einbezogen, z.B vom Völkerrechtler und Politikwissenschaftler Benjamin Dürr über den IStGH und von der UNHRC Repräsentantin Rema Jamous Imseis über die UN und ihre Missionen.
Beide Protagonistinnen haben es beruflich weit gebracht und sind äußerst erfolgreich: Johanna, die Mutter, bei der UNO; Elsa, die Tochter, als Anwältin am IStGH in Den Haag. Verletzt davon, dass ihre Mutter wenig Zeit für die Familie hatte, haben sich Mutter und Tochter immer weiter auseinander gelebt, bis sie ein Erlebnis ganz entzweit hat. Johanna erbt das Haus der von beiden geliebten Tante Toni. Kurz darauf erleidet Elsa einen Burnout und hofft im Haus ihrer Großtante Ruhe zu finden. Zwischen Mutter und Tochter kriselt es. Mit der Zeit kommen immer mehr Geheimnisse ans Licht und das gegenseitige Verständnis wächst.
Das Cover zeigt eine Frau vor einem offenen Fenster. Hauptaugenmerk liegt auf dem Baum mit roten Mirabellen, die im Laufe des Buches eine emotionale Rolle spielen werden. Somit passt die Wahl des Titelbildes sehr gut zum Buch.
Zunächst hatte ich die Befürchtung, dass der Konflikt zwischen Mutter und Tochter sehr einfach dargestellt wird, doch sowohl in die Gefühle von Mutter als auch der Tochter konnte man sich sehr gut hineinversetzen. Für beide konnte man ein großes Verständnis aufbauen.
Der Schreibstil hat es sehr leicht gemacht, sofort Teil der Geschichte zu sein und das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu können. Auch der Wechsel der Sichtweisen zwischen Johanna und Elsa sowie die Zeitsprünge sind sehr passend eingebaut worden, ohne dass sie einen aus dem Lesefluss geworfen haben.
Das gegenseitige Vertrauen und die mütterliche/kindliche Zuneigung, die in all den Jahren der Zerwürfnis zerstört wurden, lassen sich im wahren Leben leider nicht so schnell wiederherstellen wie im Buch. Dennoch sind Handlung und Ende sehr gut gelungen!
Dieser Roman ist so toll geschrieben und erzählt die Geschichte von Mutter und Tochter, die sich entfremdet haben, aber wieder zueinander finden in dem sie sich alles offen erzählen und ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Mir hat vor allem der Einblick in die berufliche Laufbahn von Johanna und ihrem Beruf sehr gut gefallen. Es waren spannende Einblicke in die Arbeit von Johanna, über die ich mir davor noch nie Gedanken gemacht habe wie gefährlich dieser Beruf eigentlich ist. Johanna arbeitet nämlich für die UNO und leistet humanitäre Arbeit. Beim Lesen habe ich die Zerrissenheit zwischen Beruf und Privatleben/Familie bei Johanna extrem gespürt. Vorallem die Schilderungen wie es Johanna ergeht, wenn sie wieder aus einem Kriegsgebiet in ihren normalen Alltag zurückkommt und sich zurecht finden muss und bei ihrer Familie nicht immer auf Verständnis stößt. Die Kriegsgeschichte war wirklich super interessant und spannend geschrieben, auch die kleinen Einblicke in den Prozess. Mich hat das Buch sehr berührt. Wie die Geschichte ausgehen könnte bzw. in welche Richtung sie gehen könnte, habe ich schon am Anfang gemerkt, aber es kamen doch noch ein paar unerwarte Wendungen, die mich zutiefst berührt haben. Alles in allem ist dieser Familienroman eine Geschichte, die viel Einblick in die Arbeit bei der UNO gibt und welchen Risikien die Mitarbeiter dort riskieren um anderen Menschen helfen zu können, zudem greift er einen Familienkonflikt auf und zeigt wie man einen zerrüttete Beziehung zwischen Mutter und Tochter löst, auch wenn es schmerzt. Das Buch kann ich jedem empfehlen, der gerne Familienromane und bewegende Frauenliteratur liest. Dabei möchte ich nochmal die wichtigsten Themen aufgreifen, die dieser Roman bietet. - Wir Frauen von heute - die Zerrissenheit einer Frau zwischen Beruf und Familie und ihre Schuldgefühle. - Kommunikation - Warum wir öfters offen in unserer Familie miteinander reden sollten. - UNO/humanitäre Arbeit: Einblicke in den Arbeitsalltag der UNO und deren Mitarbeiter:innen, die täglich bei humanitären Einsätzen ihr Leben riskieren um anderen Menschen zu helfen.
Johanna und Ella sind seit Jahren entfremdet, Johanna hat Jahre für die UNO in Krisengebieten gearbeitet, immer wieder von jetzt auf gleich die Familie verlassen und die Rückkehr auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Welt retten war wichtiger als die kleine Tochter, so der Eindruck bei dem Kind. Mittlerweile ist Ella eine erfolgreiche Strafverteidigerin am Internationalen Gerichtshof in Den Haag und ihre Mutter ist gerade von New York nach St. Goar am Rhein gezogen, in ein Haus das beide zusammen geerbt haben. Der Hintergedanke der Erblasserin war wohl die beiden wieder zusammen zu bringen. Beide Frauen sind sehr ehrgeizig und erfolgreich im Beruf. Beziehungen scheitern daran. Die Folgen durch die Überlastung und den Stress sind bei Elsa ein schwerer Burn Out. Das Aufeinander Treffen von Mutter und Tochter ist schrecklich Die eine will wieder eine Beziehung, die andere braucht zwar Hilfe kann aber nicht verzeihen, zu viel Unausgesprochenes liegt zwischen ihnen. Diese Situation wird derart realistisch beschrieben, dass sie unter die Haut geht. Man ist beim Lesen sofort auf Seite der Tochter ( Karriere und Familie lassen sich für eine Frau schlecht vereinbaren?! ). Ella trifft ähnliche Entscheidungen und trägt die gleichen Folgen. Die Streits, die zögerlichen Aussprachen machen die Geschichte plastisch, als ob man als Zuschauer und Hörer mit im Raum sitzt. Die Sichtweisen von beiden, es kommt mal die eine dann die andere zu Wort machen es noch deutlicher. Dazwischen gibt es Kommentare der Verstorbenen, erst störten sie, aber dann konnte ich sie als die Stimme der Vernunft oder des Gefühls einordnen und es wirkte passend. Ein Stilmittel das kurz und knackig war, ansonsten hätte es wohl lange Monologe von Johannas Auseinandersetzungen mit sich selbst gegeben. Es war kein einfacher Roman, weil er viel Verständnis erforderte für Themen zu denen es oft eine schlichte Meinung ohne Schattierung gibt. Für mich eine Aufforderung mal wieder über den Tellerrand zu schauen.
Wieder einmal ein Rezensionsexemplar, das meine Erwartungen weit übertroffen hat!
Das Cover strahlt in bunten Farben und ich kann den Duft des Regens fast schon riechen während ich gedanklich aus dem Fenster in den Garten schaue und mein Blick über die glänzenden Äpfel schweift.
Das Verhältnis zwischen Johanna und ihrer Tochter Elsa ist seit Jahren zerrüttet, doch dann zieht es beide in das beschauliche Dorf Sankt Goar am Rhein. An diesem Ort haben beide Frauen von klein auf ihren Sommer bei Tante Toni verbracht und nun kehren sie zurück, um den Stress des Großstadt-Alltags hinter sich zu lassen.
Beide Charaktere sind starke Frauen; doch sie verbindet nicht nur ihre Zielstrebigkeit, sondern auch ihre Probleme. Während die beiden kaum einen Satz miteinander wechseln können ohne sich gegenseitig Vorwürfe zu machen, wird die Stimmung immer wieder von den Erinnerungen an die lebensfrohe Toni aufgelockert.
Obwohl der Klappentext mit einem internationalen Setting wirbt, dem die Rückblicke auf jeden Fall gerecht werden, besticht das Buch in meinen Augen genau mit dem Gegenteil: Während alle Welt in den Flieger steigt, um an den schönsten Urlaubsort zu gelangen, ist es manchmal die unberührte Schönheit vor der eigenen Haustür, die die Seele heilt!
Für mich war es eine wirklich tolle Geschichte über das Verhältnis zwischen Menschen und das Verhältnis zu sich selbst, in die sich durch den Wechsel der Perspektiven sowohl jung als auch alt hineinversetzen können. Klare Leseempfehlung!
Das Buch ist sowohl aus Johannas als auch Elsas Perspektive geschrieben. Zudem gibt es immer wieder Rückblicke, in denen man Johanna auf ihren beruflichen Reisen in Krisengebiete begleitet und einen Einblick in die Entwicklung der angespannten Beziehung zwischen Mutter und Tochter bekommt. Das hat die ganze Geschichte sehr abwechslungsreich gemacht und ich konnte mich in beide hineinversetzen. Die Autorin schafft es sehr gut, ihre Gefühle zu transportieren.
Auf der einen Seite konnte ich gut verstehen, dass Elsa sich in ihrer Kindheit von ihrer Mutter allein gelassen und ungeliebt gefühlt hat. Andererseits konnte ich auch Johannas Passion für ihren Beruf und ihren Drang anderen zu helfen nachvollziehen.
Ich fand es ein sehr schönes Detail, dass beide durch die Liebe und Erinnerung an ihre Tante bzw. Großtante Toni immer verbunden geblieben sind und sie letztendlich das Erbe deren Hauses wieder näher zusammengebracht hat.
Die Geschichte ist in manchen Teilen vorhersehbar und das Ende war mir etwas zu plötzlich und ein bisschen zu kitschig. Teilweise hätte ich mir auch tiefgründigere Gespräche zwischen Mutter und Tochter gewünscht.
Trotzdem fand ich das Buch mit zwei interessanten Frauen, die sich entfremdet und viel Klärungsbedarf haben, sehr lesenswert. Der Schreibstil der Autorin ist ruhig und unaufgeregt, trotzdem ist die Beschreibung von Johannas Reisen für die Vereinten Nationen fesselnd.
Mutter - Tochter Beziehung oder ein Neuanfang Der Morgen nach dem Regen hat ein schönes Cover, das dem Trend, diese in Gemäldeform zu gestalten, folgt. Der abgebildete Apfelbaum hat einen direkten Bezug zur Story. Die Geschichte ist das Abbild von Missverständnissen, fehlender Kommunikation und verpassten Gelegenheiten. Mutter und Tochter, entfremdet durch die langjährige Tätigkeit der Mutter für die Vereinten Nationen. Elsa hat ihrer Mutter diese Entfremdung nie verziehen, aber einen vergleichsweise ähnlichen Berufsweg eingeschlagen, als Anwältin am Internationalen Strafgerichtshof. Die beiden Frauen treffen aus unterschiedlichen Gründen in St Goar im geerbten Haus von Tante Toni aufeinander. Im Rückblick und aus unterschiedlichen Perspektiven begleiten wir die beiden in die Vergangenheit. Die politischen Situationen in den Krisengebieten werden ganz gut erläutert, aber die größere Rolle spielen die Liebesbeziehungen und das Verhältnis der beiden zueinander. Es wird schon deutlich, was zu dem Zerwürfnis geführt hat. Nicht so gut gefallen haben mir einige Passagen der Liebesbeziehungen, die für meinen Geschmack schon sehr kitschig und wenig authentisch waren. Auch einige sich wiederholende Handlungen haben zu Längen geführt. Insgesamt hat mich das Buch aber gut unterhalten und ich empfehle es gerne weiter.
Abwechslungsreiche Geschichte, die sich im Nu wegliest
Nach vielen Jahren im Ausland kehrt Johanna in die Heimat am Rhein zurück und versucht dort im Haus der verstorbenen Tante einen Neuanfang. Dazu gehört aber nicht nur das Entrümpeln der in die Jahre gekommenen Einrichtung, sondern auch ein gedanklicher Rückblick in die Vergangenheit – und vielleicht ist dann ja endlich eine Versöhnung mit ihrer Tochter Elsa möglich. Der Klappentext zu diesem Buch klang einfach vielversprechend und die Leseprobe konnte mich vom Schreibstil her direkt begeistern. Besonders toll daran ist aber, dass das Buch alle Versprechen tatsächlich hält und die Geschichte um Johanna und Elsa wirklich bis zum Schluss gekonnt umgesetzt wird. Im Wechsel darf man als Leser die beiden im Jetzt und in Rückblicken in die Vergangenheit begleiten. Das alte Haus der Tante ist in der Gegenwart fast so etwas wie eine eigene Figur und ich fand die ruhigen Momente dort richtig schön erzählt. Johannas Vergangenheit im Einsatz für die Vereinten Nationen ist der komplette Gegensatz dazu und entführt einen mitten in diverse Krisengebiete. Insgesamt habe ich das Buch richtig gerne gelesen. Es ist eine abwechslungsreiche Geschichte mit gekonntem Tempowechsel und das Verhältnis von Mutter und Tochter war spannend und mitreißend geschrieben. Klare Leseempfehlung!
"Der Morgen nach dem Regen" von Melanie Levensohn führt uns vor dem Hintergrund einer schwierigen Mutter-Tochter-Beziehung in die Arbeitswelt zweier Frauen, die beide in ihrer Generation international tätig sind. Die Mutter arbeitet bei der UNO und versucht, bei ihren Ständigen Auslandsaufenthalten in den Krisengebieten der Welt, diese zu verbessern. Die Tochter, die sich als Kind und Jugendliche immer vernachlässigt gefühlt hat, geht einen anderen Weg und verteidigt die schlimmsten Kriegsverbrecher dieser Welt. Ein Burnout der Tochter und der Tod der geliebten Tante der Mutter bringen die beiden entfremdeten Frauen wieder gemeinsam ein einen Ort - das Haus in St. Goar, dass die verstorbene Tante Mutter und Tochter vererbt hat, weil beide dort immer so glücklich waren. So vereint dieser Roman internationale Kriegsschauplätze mit der ruhigen und heilen Welt eines kleinen Ortes am Rhein. Wahrscheinlicht macht dieser Kontrast einen großen Reiz des Buches aus. Die Figuren sind einfühlsam beschrieben. Man findet weder die Person der Mutter noch die der Tochter immer sympathisch, aber beide sind glaubhaft dargestellt und man begreift ihr Handeln im Zuge des Lesens immer besser. Das Buch ist fesselnd geschrieben und man kann es nur schlecht aus der Hand ldegen.
Wiederfinden «Der Morgen nach dem Regen» von Autorin Melanie Levensohn, ist ein Roman, der sich mit der komplexen Beziehung zwischen Mutter Johanna und Tochter Elisa auseinandersetzt. Die beiden gehen getrennte Wege bis Johanna das alte Haus ihrer Tante Toni am Rhein erbt. Da Elisa zudem unter einem Burnout leidet, beginnt ein Prozess der Annäherung, der Zeit beinsprucht. Ich habe mich schnell in die Geschichte eingefunden und konnte somit die Handlung von Anfang bis zum Schluss folgen. Es wird abwechselnd aus der Sicht der Mutter und Tochter erzählt, sodass man die Gedanken und Gefühle der Charaktere nachvollziehen bzw. mitfühlen kann., Beide sind starke Charaktere, die lebendig und glaubwürdig gestaltet sind. Mich persönlich konnte die Geschichte überzeugen. Diese Geschichte bringt einem über Beziehungen, Beruf und Familie nachzudenken. Insgesamt ist «Der Morgen nach dem Regen» ein Roman, der mit viel Empathie die Herausforderungen von Mutter-Tochter-Beziehungen thematisiert. Ein absolut empfehlenswerter Roman! Ich gebe 5 von 5 Sterne!⭐⭐⭐⭐⭐
Zum Inhalt: Schon lange haben sich Johanna und ihre Tochter Elsa entfremdet. Johanna war ständig auf humanitären Einsätzen rum die Welt, was Elsa ihr nie wirklich verziehen hat. Mittlerweile ist Elsa erfolgreiche Anwältin am internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Johanna hat das Haus der Tante Toni am Rhein geerbt und beginnt dieses zu renovieren als Elsa einen Burnout erleidet und es sie ins Haus der Tante Toni zieht. Kann das gutgehen? Meine Meinung: Dieses Buch ist irgendwie ganz anders als ich erwartet hatte. Es hat sehr viel mehr Facetten als man denkt und man erfährt immer als wechselnder Sicht, wie Johanna und Elsa Fibge wahrgenommen haben oder auch falsch gedeutet haben. Ich fand das Buch sehr interessant und konnte die Schwierigkeiten zwischen Mutter und Tochter sehr gut nachvollziehen. Dinge werden oft anders wahrgenommen als sie sind und nur reden hilft könnte man als Konsequenz aus dem Buch ziehen. Fazit: Hat mir gut gefallen
Melanie Levensohn schreibt in diesem Roman über eine angespannte Mutter-Tochter-Beziehung und von Missverständnissen in der Kommunikation. Mutter und Tochter kommen nach jahrelanger Distanz ungewollt durch ein gemeinsames Erbe der Tante zusammen und die Konflikte spitzen sich zu. Doch der Morgen nach dem Regen verspricht überraschenderweise eine Wendung in ihrer Beziehung und es erwacht Hoffnung. Sie fangen an ehrlich und offen über die Vergangenheit, Erwartungen und Enttäuschungen zu sprechen, sodass sie sich aneinander nähern können. Die Autorin schafft es mit ihrem leichten und bildhaften Schreibstil die Leser*innen emotional abzuholen, sodass man mit den Protagonisten hofft und mitfiebert. Man kann sich auf die Handlung einlassen, was auch mit der authentischen Skizzierung der Charaktere zusammenhängt. Daher kann ich diese Lektüre sehr empfehlen!
Neben dem Roman, der die Schwierigkeiten einer Familie beleuchtet, regt das Buch auch noch zum Nachdenken über andere Themenfelder an, nämlich: über Familie, Liebe, Kariere, Geheimnisse, Gerichtsverhandlung, Krieg, Krisensituationen, psychische Erkrankungen, Angst, Vergangenheit
Hast du dich auch schon mal gefragt…
…was Emotionen alles bewirken, ausrichten, anrichten können?
…Gedanken für sich behalten - ein Fluch oder Segen ist?
…Mutterliebe - das stärkste Gefühl, dass es gibt?
…ein Geheimnis bewahren, eine Last oder Trost?
…wie schwer es sein kann, Mut aufzubringen, über tiefliegende Gefühle zu sprechen?
…Liebe- erfüllend oder schmerzhaft?
Dann solltest du unbedingt dieses Buch lesen und dir deine eigenen Gedanken dazu bilden. Das Buch gibt den Anreiz über diese Themenpunkte nachzudenken.
gerne gelesen. Vor allem das Setting und die Naturbeschreibungen sind sehr gut gelungen. Wenn Levensohn das Haus der Tante beschreibt oder einfach einen Sommerabend an dem die Protagonisten zusammensitzen, kommt so viel Atmosphäre rüber. Zum Teil waren einige Dialoge etwas hölzern, so würde einfach niemand reden im wahren Leben. Andererseits fand ich die schwierige Beziehung zwischen Mutter und Töchter voller Vorwürfe, Wut und Enttäuschung sehr realistisch dargestellt. Auch die Thematik war mal etwas anderes: eine Mutter, die ihre Tochter aufgrund ihres Berufes vernachlässigt. Das kam mir so in der Literatur erstaunlicherweise noch nicht unter und ebenso der Einblick in die humanitäre Arbeit war spannend. Bin vorfreudig was noch von der Autorin kommen wird in Zukunft.
Johanna zieht aus New York nach Sankt Goar, in das frisch geerbte Haus ihrer verstorbenen Tante. Hier that sie viele Ferien verbracht und tolle Momente erlebt. Sie macht sich daran, das Haus zu sanieren und dem Garten neues Leben einzuhauchen. Dann steht plötzlich ihre Tochter Elsa vor der Tür, mit der sie seit Jahren nur sporadisch Kontakt hat. Auch Elsa möchte ihre Kindheitserinnerungen wiederbeleben und damit ein Burnout kurieren. Blöd nur, dass die zwei nicht wissen, wie sie miteinander umgehen sollen und dabei alte Probleme und Geheimnisse aufbrodeln.
Ein berührender, aber nicht tiefgehender Familienroman "Der Morgen nach dem Regen" hat mich zunächst durch sein wunderschönes Cover angezogen. Die Geschichte von Johanna und Elsa, die sich aufgrund von Johannas Karriere bei den Vereinten Nationen entfremdet haben, berührt ein sehr emotionales und universelles Thema: die Balance zwischen Beruf und Familie und die Suche nach Versöhnung. Nach einem Burnout zieht Elsa zu ihrer Mutter in das geerbte Haus am Rhein, wo sich die beiden allmählich wieder annähern. Trotz der bewegenden Thematik und der gelungenen bildhaften Sprache war das Buch für mich nicht ganz so vielschichtig und tiefgehend wie erhofft. An einigen Stellen fehlte mir der Hoffnungsschimmer und die Leichtigkeit, die so eine Geschichte zusätzlich meiner Meinung nach bräuchte. Die einfachen Sätze und die sprachlich leicht gehaltene Erzählweise machen das Buch gut lesbar, jedoch zieht sich die Handlung durch zu viele Details in die Länge, während andere Aspekte mehr Tiefe verdient hätten. Leider konnte ich keinen wirklichen Zugang zu den Protagonisten finden, da die Charaktere für meinen Geschmack mehr Tiefe hätten haben können. Insgesamt ist "Der Morgen nach dem Regen" eine solide Lektüre, die einige berührende Momente bietet, aber nicht ganz das Potenzial ausschöpft, das ich mir nach dem Cover und dem Klappentext erhofft hatte.