Die wilde Schönheit der Nordseeküste, ein geheimnisvolles Schiffswrack und zwei Frauen, verbunden durch das Meer...
St. Peter, 1955: Tillas Welt ist das Meer. Sie will nicht heiraten, sondern tauchen. Nicht eingeengt werden, sondern die Freiheit der Wellen spüren. Dabei entdeckt sie in der Tiefe der Nordsee ein altes Schiffswrack, von dem sich die Fischer seit Generationen Legenden erzählen. In Tilla wächst der unbändige Wunsch, seine Geheimnisse zu lüften.
Auf einer Nordseeinsel, 1633: Die junge Nes sucht mit ihrer Mutter in einem Beginenkonvent Zuflucht vor ihrer Vergangenheit. Doch bald wenden sich die Inselbewohner gegen die Frauen und gefährliche Anschuldigungen machen die Runde. Zeitgleich taucht am Horizont ein geheimnisvolles Schiff auf, das Rettung oder Verderben bedeuten könnte ...
Das Buch nimmt uns in zwei Strängen mit, zum einen nach St. Peter, Anfang der 60er Jahre und zum anderen auf die Insel Borkum, hier in die Mitte des 17. Jahrhunderts. An beiden Schauplätzen treffen wir auf starke Frauen und natürlich auf die heimliche Hauptdarstellerin - die Nordsee.
In St. Peter lernen wir Tilla Puls kennen, deren Passion das Meer ist. Bereits als kleines Mädchen zog Tilla am Steand umher und sammelte angespülte Trophäen, zu denen ihre Großmutter immer wieder geheimnisvolle Geschichten zu erzählen hatte.
Auf Borkum begegnen wir Nes, die hier gerade ankommt. 1633 ist es wirklich nicht leicht für eine Frau, ist sie nicht verheiratet, so wird sie wie Freiwild gejagt. Nur mit Mühe kann Nes mit ihrer Mutter zusammen über das Meer flüchten. Doch was wird sie an diesem anderen Ort erwarten? Nun also Borkum ...
Beide Frauen, Tilla und Nes, verbindet die Liebe zum Meer und eine große Kraft, die tief in ihnen steckt und mit der sie versuchen, ihr Leben allen Widrigkeiten zum Trotz zu meistern - in verschiedenen Zeiten gibt es unterschiedliche Schwierigkeiten ...
Es ist nicht das erste wunderbare Buch, mit dem mich die Autorin begeistern kann und ich kehre immer gern zu ihr zurück. Wieder einmal erzählt die Autorin ihre Geschichte in prächtiger und feiner Sprache und mit eindrucksvollem Schreibstil. Das Lesen des Buches ist wunderschön fließend. Ich liebe dicke Schmöker und komme hier gut mit dem Lesen voran. Die Figuren sind liebenswert und sympathisch und können mich für sich einnehmen. Ich fühle mich hervorragend unterhalten und genieße die Lesezeit. In dieses Buch kann ich hervorragend hineintauchen und mich durch die Geschichte treiben lassen. Der Lokalkolorit ist beeindruckend, ich sehe die Landschaften bildlich vor mir. Die verschiedenen Zeitebenen werden jede für sich hervorragend vertreten und machen das Lesen nur noch einmal interessanter. Die Atmosphäre ist stark fühlbar und atemberaubend.
So klar vergebe ich fünf Sterne von fünf möglichen Sternen und empfehle den Roman absolut weiter. Wer (Nordsee-) Geschichten liebt, die Geheimnisse beinhalten, liegt mit dem Buch genau richtig. Für mich ist dies definitiv ein Herzensbuch! Eine Geschichte, die mich sofort in ihren Bann zieht.
Ich habe mehrfach versucht das Buch zu beenden, nachdem ich es zu lesen begonnen habe. Aber ich schaffe es nicht. Die Geschichte konnte mich leider nicht packen.
Der Roman hat mich absolut von den Socken gehauen. Er ist zwar lang, aber jedes Wort wert. Es geht um zwei starke Frauen, die in verschiedenen Jahrhunderten gelebt haben und eine große Gemeinsamkeit haben.
Nes, jung und mit ihrer Mutter auf einer Insel inmitten von einer kleinen Gemeinschaft abgestoßen lebend, hat es schwer ihren Weg in dieser Gemeinschaft zu finden. Aber das stört sie nicht sehr, da sie schnell ein Rätsel zu lösen findet. Es verschwinden Kinder und werden nie wieder gesehen... Auf der Suche begibt sie sich in höchte Gefahr. Denn die Suche passt nicht jedem...
Drei Jahrhunderte später entdeckt Tilla an der Nordsee durch ihre tauchbegeisterte Familie ein Schiffswrack mit 16 Jahren und entdeckt ihre Leidenschaft für die Archäologie, sodass sie zu den ersten Frauen gehört, die an der Hamburger Universität zum Studium kurz nach dem zweiten Weltkrieg zugelassen werden. Das passt aber nicht jedem Professoren, denen Frauen in der Wissenschaft ein Dorn im Auge sind. Sie kämpft sich somit für ihre Bildung durch...
Wer sich für starke Frauengeschichten interessiert, die zwar fintionalisiert sind, empfehle ich den Roman. Frank hat hierfür leidenschaftlich recherchiert und sich hierzu viele Wahrheiten eingebaut. In meinen Augen ist ihr hiermit ein absolut brillantes Debüt gelungen. Die versteckten Wahrheiten finde ich erstaunlich und scheinen in der heutigen Zeit nahezu unglaublich.
Das Cover ließ mich sofort an längst vergangene Tage denken. Es spiegelt die zwei Zeitebenen der Geschichte wider. In der oberen Hälfte steht eine Frau in einem retro Badeanzug samt Sauerstoffflasche auf einer bewachsenen Düne. In der zweiten Hälfte, die scheinbar spiegelverkehrt ist, treibt ein Segelschiff in den Wellen, dessen Segel nahezu lose im Wind wehen. Zusammen ergeben diese beiden Bilder einen guten Blick auf die spannende Geschichte.
Das Echo der Gezeiten von Rebekka Frank erschien bei Krüger im Fischer Verlag. Die Geschichte spielt in St. Peter- Ording, im Geburtsort meines Vaters. Über den Titel und den Spielort wurde ich auf das Buch aufmerksam und musste es direkt lesen. Wie oben schon erwähnt spielt die Geschichte in zwei Zeitebenen. Zum Einen um das Jahr 1960 und zum Anderen im Jahre 1633. Wer sich mit der Geschichte der nordfriesischen Inseln auskennt, der kann ungefähr zu beiden Zeiten schwere Sturmfluten benennen. So ist im Jahre 1634 eine große Sturmflut übers Land gezogen, die die heutige Insel- und Halligwelt geprägt hat. In wiefern die „grote Mandränke“ im Roman eine Rolle spielt musst du selbst erfahren. Ebenfalls liegt die Sturmflut von 1962 am Rande des Geschehens, zu der ich in diesem Jahr einen weiteren spannenden Roman gelesen habe (Als der Sturm kam von Anja Marschall).
Mein Vater wurde 1947 direkt in Ording hinterm Deich geboren und ist dort aufgewachsen. Er hätte das Buch von Rebekka Frank genauso verschlungen wie ich und vermutlich mir sehr viel aus der Zeit erzählt. Am Ende des Buches gibt die Autorin eine sehr schöne Einschätzung zum Inhalt und weißt darauf hin, dass ihre Figuren fiktive Charaktere sind. Wobei die Erzählung so authentisch ins nordfriesische Geschehen geschrieben ist, dass ich mir sogar den Beginen Konvent auf Strand vorstellen konnte. Ich habe die Sprünge in der Zeit sehr genossen und bin fasziniert den Protagonistinnen in ihren jeweiligen Lebensumständen gefolgt.
Zum Einen ist das Tilla Puls, die unbedingt tauchen lernen möchte, um dem ominösen Wrack, von dem ihre Vorfahren erzählen näher auf den Grund zu gehen. Dafür schreibt sie sich in Hamburg für das Archäologie Studium ein und trifft dort auf eine Macht aus Männern, die noch nicht bereit für Frauen an der Universität sind. Zum Anderen ist da Nes Dorn, die mit ihrer Mutter flieht und auf Strand in einem Konvent landet. Mit ihren roten Haaren und dem alchimistischen Wissen ihrer Vorfahren ist sie als Hexe verschrien.
Beide Frauen tragen die Last ihrer Zeit auf ihren Schulten und wollen ausbrechen aus den für sie vorbestimmten Wegen. Der Autorin gelingt es sehr gut, hier entsprechend starke Frauen zu beschreiben und die ihren eigenen Weg gehen wollen. Durch die Sprünge zwischen den zwei Erzählebenen baut sich die Spannung kontinuierlich auf. Um so tiefer sich Tilla ins Studium begibt und versucht dem Wrack auf den Grund zu gehen, um so näher kommen wir Nes und dem dunklen Schatten, der über der Insel Strand liegt.
Ich habe mich in beiden Ebenen von Anfang an wohl gefühlt und bin gedanklich mit den zwei Frauen durch dick und dünn gegangen. Ich selbst wurde auf der Halbinsel Eiderstedt geboren und kenne somit die Gegend. Als Kind habe ich immer mal wieder etwas von der mystischen Glocke gehört, die weit im Meer zu hören ist. Was es damit auf sich hat, kannst du am besten selbst erleben. Bei dem Wrack musste ich an eine Reihe von Hölzern denken, die vor gut zwanzig Jahren auf mal in Westerhever am Strand sichtbar wurden. Mein Vater kam von einer Fahrradtour wieder und berichtete, dass der Sand langsam aber sicher wohl letzte Reste von einem Holzschiff freilegen würde. Auf den Fotos konnte man die Größe des Bootes erahnen.
Mit diesem Hintergrund habe ich mich noch mehr in die Geschichte vertieft und konnte gar nicht genug davon bekommen. Und irgendwie habe ich mich mit Nes Dorn sofort verbunden gefühlt, auch wenn sie in einer ganz anderen Zeitebene zu Hause war. Aber irgendwie verbinden rote Haare nach wie vor. Ich muss beim Lesen immer wieder schmunzeln, wenn die Protagonistinnen rote Haare haben. Außerdem war ich von der Alchemie fasziniert. Als pharmazeutisch technische Assistentin ist mir das nicht wirklich unbekannt und so habe ich mich an meine Ausbildung erinnert, in der unsere Gesetzeskunde Lehrerin uns erzählt hat, was man mit der Alchemie unserer Vorfahren lieber nicht machen sollte.
Hast du nun Lust bekommen auf einen Ausflug an die Nordsee, besser gesagt in die norfriesische Inselwelt? Dann schnappe dir: Das Echo der Gezeiten von Rebekka Frank und freue dich auf zwei spannende Abenteuer, die sehr schön mit einander verwoben sind. Erlebe Tilla in den 50er und 60er Jahren und begleite sie bei ihren ersten Tauchgängen in der Nordsee. Darüberhinaus kannst du Nes auf ihrem steinigen Weg begleiten, der sie zu einer starken jungen Frau werden lässt. Freue dich auf zwei spannende Zeitebenen, die sich mit jedem Wechsel weiter aufeinander zu bewegen und überlege beim Lesen selbst, wie es wohl zu einander passen könnte. Ich habe den Roman einfach nur verschlungen und auch wenn er absolut fiktiv ist, kommt er sehr authentisch daher. Ich konnte die Personen und Begebenheiten förmlich vor mir sehen und hätte zu gerne mit meinem Vater über das Buch gesprochen. In diesem Sinne gibt es von mir eine ganz klare Leseempfehlung und falls du lieber Geschichten vorgelesen bekommst, es ist auch als Hörbuch im Handel erhältlich.
In ihrem Roman ,,Das Echo der Gezeiten " nimmt die Autorin Rebekka Frank den Leser mit auf eine großartige Reise an die Nordsee, Mitten ins Leben von Nes und Tilla. Auch wenn sie mehr als 300 Jahre trennen, ist das Meer ihre Verbindung und ihr Mut sowie ihre Stärke .
Tilla lebt 1955 mit ihren Eltern, ihrem jüngeren Bruder und ihrer Oma Frieda in Sankt Peter an der Nordsee. Während ihre Freundinnen von Mode , der großen Liebe und einer Familie träumen, ist es Tillas Traum , eines Tages Taucherin, wie ihr Vorbild Lotte Hass zu werden und an der Universität Archäologie zu studieren. Denn seit vielen Jahren fasziniert sie die Geschichten, die das Meer verborgen hält. So wie das versunkene Schiffswrack, von dem ihre Großmutter Frieda immer erzählt. Einmal im Jahr soll man von dort das Läuten einer Glocke hören. Obwohl ihr Vater strickt dagegen ist, daß Tilla taucht, nimmt er sie mit nach..... Dort erlernt sie die Technik und muss sich in einem Wettkampf gegen die männlichen Teilnehmer behaupten. Auch ihr Wunsch nach dem Studium kann sie sich erfüllen, doch in Hamburg hat sie es unglaublich schwer, sich in der von Männern und Vorurteilen dominierten Welt ihren Platz und Anerkennung zu erkämpfen. Wird sie diesen Weg schaffen und ihre Ziele erreichen?
Die 20 jährige Nes Dorn flieht nach schrecklichen Vorkommnissen 1633 mit ihrer Mutter Belanca auf die Nordsee-Insel Strand, wo sie im Beginen-Konvent Zuflucht suchen. Belanca kennt die Insel , da sie selbst von dort stammt, sie aber vor vielen Jahren verlassen hat. Ihre Mutter Kreske, zu der sie kein gutes Verhältnis hat, führt das Konvent . Die Inselbewohner, Fischer und Bauern , betrachten die Beginen mit Misstrauen. Sie verdächtigen die Gemeinschaft der Frauen, für das Verschwinden von mehreren Kindern vor vielen Jahren verantwortlich zu sein. Nes möchte mehr über die Familie erfahren, von der sie bis jetzt nichts wusste, findet Anschluss und fühlt sich das erste Mal im Leben zuhause. Als nun wieder Kinder verschwinden, die zuvor im Konvent die Schule besuchten, werden sofort wieder die Frauen verdächtigt. Der Hass der Inselbewohner wird immer größer, das Leben im Konvent gefährlicher. Mit Hilfe von Pay, einem jungen Bauern , macht sich Nes auf die Suche , den Verantwortlichen für diese unheimlichen Vorfälle zu finden, um die Unschuld ihrer Familie und Freunde zu beweisen. Was wird sie herausfinden? Hat das Erscheinen des großen Segelschiffes Medusa irgendetwas damit zu tun? Wird man dort die Kinder finden?
Durch den ständigen Wechsel beider Zeitebenen, konnte ich mich perfekt in Nes und Tillas Leben hineinversetzen. Häufiger endete das Kapitel im spannendsten Moment, so daß ich ganz schnell weiter lesen musste, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es anschließend weitergeht. Rebekka Frank hat die beiden Frauen und ihr Denken , ihre Gefühle so hervorragend authentisch ausgearbeitet, daß ich mich stets an ihrer Seite fühlte.
Ich habe so sehr mitgefiebert, ob Nes herausfinden kann , wer für das Verschwinden der Kinder verantwortlich ist und dabei gehofft, daß sid dabei nicht in Gefahr gerät. Genauso so gespannt habe ich Tillas Leben verfolgt und ihr so sehr die Daumen gedrückt, daß sie es schafft , sich gegen die Vorurteile und Intrigen der männerdominierten Welt an der Universität zu wehren und für ihre Forschung die Anerkennung erhält, die sie verdient.
Nes und Tilla müssen sich beide ihren Platz , ihre Selbstständigkeit, ihre Anerkennung hart erkämpfen. Sie sind starke und fortschrittliche Frauen, die ich für ihren Mut und Beharrlichkeit bewundere. Beide habe ich schnell in mein Herz geschlossen. So manches Mal habe ich vor Sorge gezittert. Beim Tauchen oder als in Hamburg die große Sturmflut große Teile der Stadt überflutet. Rebekka Frank hat unglaublich eindrucksvoll die Naturgewalt des Meeres beschrieben. In einem Moment ist es ganz ruhig und friedlich , im nächsten so rauh und gefährlich, daß man beim nächsten Atemzug verschlungen wird. Dieses Meer ist das verbindende Element zwischen den beiden Zeitebenen und beiden Frauen . Mit jeder weiteren Seite habe ich gehofft, zu erfahren, wie diese beiden Stränge verknüpft werden. Unglaublich spannend und faszinierend ist es der Autorin gelungen, mich zu fesseln.
Auch die weiteren Personen sind wunderbar realistisch, liebevoll und detailliert ausgearbeitet. Besonders gut gefallen hat mir Tillas Oma Frieda . Immer einen flotten Spruch hat sie parat und mitunter lenkt sie ganz geschickt die Familienangehörigen in die richtige Richtung.
Auch das Nachwort hat mir sehr gut gefallen. Rebekka Frank berichtet über die historischen Fakten , die sie auf ihrer hervorragenden Recherche entdeckt hat, ihrer fiktiven Geschichte gegenüber. Unglaublich spannend. Wer einmal in der Nähe ist, sollte sich unbedingt das Museum ansehen.
Von ganzem Herzen gibt es von mir eine hundertprozentige Leseempfehlung für diesen großartigen, spannenden Roman, der mich wie der Sog des Meeres in den Bann gezogen hat.
Das Echo der Gezeiten, von Rebekka Frank, erschienen im Krüger Verlag am 24. April 2024 Gebundenes Buch 576 Seiten
Klappentext Die wilde Schönheit der Nordseeküste, ein geheimnisvolles Schiffswrack und zwei Frauen, verbunden durch das Meer
St. Peter, 1955: Tillas Welt ist das Meer. Sie will nicht heiraten, sondern tauchen. Nicht eingeengt werden, sondern die Freiheit der Wellen spüren. Dabei entdeckt sie in der Tiefe der Nordsee ein altes Schiffswrack, von dem sich die Fischer seit Generationen Legenden erzählen. In Tilla wächst der unbändige Wunsch, seine Geheimnisse zu lüften.
Auf einer Nordseeinsel, 1633: Die junge Nes sucht mit ihrer Mutter in einem Beginenkonvent Zuflucht vor ihrer Vergangenheit. Doch bald wenden sich die Inselbewohner gegen die Frauen und gefährliche Anschuldigungen machen die Runde. Zeitgleich taucht am Horizont ein geheimnisvolles Schiff auf, das Rettung oder Verderben bedeuten könnte ...
Meine Meinung Die junge Tilla hat einen Traum und ihre Oma unterstützt sie dabei. Erzählt ihr von dem geheimnisvollen Schiffswrack in der Nordsee. Sie setzt alles daran, ihren Traum zu verwirklichen, und ihr Vater öffnet ihr ein Stückchen die Türe. Doch das Wrack entfacht auch ihre Leidenschaft für die Unterwasserarchäologie, die es zur damaligen Zeit noch nicht gab und auch nur belächelt wurde. Tilla stößt an einige Grenzen, ob ihr Mut und ihr unbändiger Wille sie zu ihrem Ziel führen wird? Und der andere Teil des Romans erzählt die Geschichte von Nes, die mit ihrer Mutter einen Zufluchtsort auf der Insel Strand findet. Zu einer Zeit, wo Frauen nichts wert waren, Eigentum der Gesellschaft. Doch das Kloster der Beginen schütz sie eine Weile, bis die Anschuldigen immer lauter werden. Wird das Schiff am Horizont ihre Rettung sein?
Rebekka Frank erzählt hier die Geschichten zweier Frauen mit einer unglaublichen Spannung. Ich kann mich nicht entscheiden, welche Geschichte mich mehr fesselt. Denn die fiktiven Geschichten sind mit unsagbaren, vielen wahren Begebenheiten gespickt und dank der abwechselnden Kapiteln bleibt auch die Spannung erhalten. Das Leben von Nes ist eigentlich mehr ein Albtraum und wie gerne würde ich manchen Inselbewohner verfluchen. Viel Freiheiten gab es für die Beginenfrauen nicht, ihr Tag war strukturiert und mit Aufgaben gefüllt. Am späten Abend hat sich Nes oft rausgeschlichen und versucht die Anschuldigungen zu ergründen. Dagegen ist Tillas Leben ein Traum. Auch wenn hier die Frauen noch immer kein großes Mitspracherecht hatten, gab es doch schon ein paar mutige Frauen, die ihre Berufswahl öffentlich genießen konnten. Tilla gelingt es mit Mut und Durchhaltevermögen, sich ihren Platz in der Gesellschaft zu erkämpfen. Beide Frauen haben mich fasziniert, sie haben Mut bewiesen, besonders zu Zeiten, wo es wirklich schwer war.
Fazit Der Schreibstil von Rebekka Frank hat mich mit Leichtigkeit und Faszination durch den Roman geführt. Die historischen Begebenheiten hatte ich klar vor meinen Augen und gemeinsam mit Tilla durfte ich abtauchen in die Nordsee und ein Schiffswrack bewundern. Von mir gibt es 5 🐥🐥🐥🐥🐥 und eine unbedingte Leseempfehlung.
Vom Meer, vom Tauchen und von einem Schiffswrack erzählt Rebekka Frank. Und von zwei Frauen, die mehrere Jahrhunderte trennen und die doch so viel verbindet.
Nes lebt im 17. Jahrhundert, ihre Geschichte beginnt im Oktober 1633, als sie mit ihrer Mutter Belanca auf der Insel namens Strand ankommt. Sie suchen bei einer Handvoll Frauen Schutz - den Beginen, eine religiöse Laiengemeinschaft. Im zweiten Erzählstrang ist es Tillas Geschichte, sie beginnt 1955. „Wir werden gemeinsam nach Elba gehen“ meint ihr Vater. Tauchen sollen Tilla und ihr kleiner Bruder lernen. Schon lange träumt sie davon, die Unterwasserwelt zu erobern. In St. Peter aufgewachsen ist ihr die Nordsee vertraut und nicht nur das, sie fährt gern mit ihrer Großmutter hinaus, die ihr dann von den Schiffswracks an der nordfriesischen Küste erzählt. „Genau hier, tief unter uns, liegt es. Ein fast vergessenes, uraltes Wrack.“
Tilla ist gerüstet zum Tauchgang, das Wrack wartet schon unter einer dicken Schlammschicht - schon das sehr aussagekräftige Cover lädt ein, diesen Roman näher zu betrachten.
In diesem Roman hat Rebekka Frank Historie mit Fiktion verflochten. Ihr Erzählstil ist so einnehmend, er hat eine regelrechte Sogwirkung, sodass es schwer fällt, das Buch wegzulegen. Die beiden Zeitebenen werden im Wechsel erzählt, wobei ich sowohl den Erzählstrang um Nes als auch den um Tilla als sehr intensiv empfunden habe. Müsste ich mich entscheiden, welche Zeitebene mir mehr zugesagt hat – es würde mir schwerfallen. Nes und Tilla, ihre Protagonistinnen, sind starke, unerschrockene Frauen, ihrer Zeit weit voraus. Tilla etwa, die in Hamburg als eine der wenigen Frauen studiert, hat es in der patriarchalisch geprägten Gesellschaft wahrlich nicht leicht. Noch in den 1960er Jahren gab es an den Hochschulen diese Altnazis, die – als hätten sie keine Schuld auf sich geladen - wie selbstverständlich unterrichten konnten. Die Autorin bindet noch so einiges an Zeitgeschichtlichem mit ein wie etwa die Hamburger Flut 1962, auch lese ich von der verheerenden Burchardiflut am 11. und 12. Oktober 1634, die Nes und die Bewohner auf Strand in Angst und Schrecken versetzt haben.
Als Nes auf die Insel Strand kam, waren Pellworm und Nordstrand noch verbunden. Die Illustration zum Schluss veranschaulicht dies gut, auch ist das Konvent, in dem Nes und Belanca Zuflucht finden - neben den im Roman erwähnten Orten - eingezeichnet. Vorne, auf der Klappeninnenseite, ist die Nordseeküste um 1960 abgedruckt. Beide Karten leisten zur besseren Orientierung gute Dienste.
Schade. „Das Echo der Gezeiten“ war trotz seiner 576 Seiten viel zu schnell ausgelesen und zugleich schön, dass ich den Roman lesen durfte. Ein Buch, das mich ab Seite eins in seinen Bann gezogen hat. Ein Buch, das ich nicht missen möchte.
Tilla Puls, die junge Frau aus St. Peter, die mit dem klassischen Frauenbild der sechziger Jahre wenig anfangen kann. Sie will nicht heiraten, sondern tauchen. Wir begleiten sie von den ersten Anfängen auf Elba, wo sie in einer Tauchschule von ihrem Vater das Tauchen lernt, über einen gefährlichen Alleingang in der Nordsee bei der Suche nach einem uralten Wrack, bis es sie schließlich nach Hamburg zieht, um Vor- und Frühgeschichte zu studierten, bevor sie zusammen mit ihrer Forschungsgruppe in die Heimat zurückkehrt, um endlich wieder zu tauchen.
Nes Dorn, die 1633 gemeinsam mit ihrer Mutter Belenca nach einem tragischen Schicksalsschlag ihre Heimat verliert und auf die Insel Strand flieht. Die Frauen finden Zuflucht in einem Beginen-Konvent, was allerdings kein Zufall ist, denn genau dort liegen Belencas Wurzeln. Als in der Gegend immer wieder Kinder spurlos verschwinden und die Beginen in Verdacht geraten, etwas damit zu tun zu haben, nimmt das Schicksal seinen Lauf, bis es schließlich zur Katastrophe kommt.
Wie war’s?
Ein Roman, dem hundert Seiten weniger unter Umständen gutgetan hätten. Insgesamt habe ich mich zwar gut unterhalten gefühlt, aber die Geschichte hat schon ihre Längen.
Sehr gut gefallen hat mir Rebekka Franks Schreibstil, sie versteht es, geschickt mit Worten zu spielen und Atmosphäre zu schaffen. Vor allem bei Tillas Tauchgängen konnte ich richtig mitfiebern, in kritischen Situationen die Verzweiflung mitfühlen. Auch die oft komplizierte Familienkonstellation der Familie Puls fand ich sehr eindrücklich beschrieben:
»Zu fünft saßen sie nun bei normal beeinträchtigter Stimmung am Tisch, kauten und schwiegen auf die friedliche Art«.
Sehr stimmig fand ich den Schluss, in dem beide Handlungsstränge geschickt zusammengeführt werden. Wie die Autorin im Nachwort so schön schreibt, ein Buch, das uns zeigt, das wir alle, über die Jahrhunderte, miteinander verbunden sind.
Fazit:
Für alle, die noch auf der Suche nach der passenden Urlaubslektüre sind und (wie ich) die Nordsee und ihre Geheimnisse lieben, eine unbedingte Leseempfehlung. Tipp: der Schmöker ist wirklich dick, falls es im Koffer eng wird, vielleicht aufs E-Book umsteigen , so habe ich es jedenfalls gemacht.
Das Buch hat zwei Zeitebenen: einmal 1633 auf Nordstrand, und in den 1950/60er Jahren in St. Peter und Hamburg.
In beiden Ebenen geht es um junge Frauen die sich gegen widrige Umstände behaupten müssen.
1633: Die junge Nes Dorn kommt mit ihrer Mutter nach Strand und wird in dem dortigen Beginen Orden aufgenommen. Die Bevölkerung ist aber misstrauisch: Kinder verschwinden, und die Beginen werden verdächtigt.
Ende 1950: Tilla Puls zieht von St. Peter nach Hamburg, um dort Vor- und Frühgeschichte zu studieren.
Ihre große Leidenschaft ist das Tauchen, und sie hofft, sie kann eines Tages beides miteinander verbinden, um das Schiffswrack zu erforschen, das sie vor ein paar Jahren bei einem Tauchgang in der Nordsee gefunden hat.
Als Frau hat sie an der Uni einen schweren Stand, ihr Professor ist der Meinung, Frauen könnten nicht denken, aber sie findet gute Freunde und Freundinnen.
Die Zeitebenen wechseln ständig, aber es ist kein Problem, sie auseinanderzuhalten.
Beide Ebenen sind spannend, und von daher ist das Buch nicht als Bettlektüre geeignet, es sei denn, man möchte eine durchwachte Nacht verbringen(oder zwei, denn das Buch ist schon einigermaßen lang)!
Die beiden Zeitebenen werden erst ganz zum Schluss zusammengeführt -- und natürlich sind nur wenige Erkenntnisse gesichert, wie es in der Archäologie nun mal so ist.
Frau Frank ist es gelungen, Geschichte und Fiktion so zu verweben, dass ein ungeheuer spannender, und glaubwürdiger, Roman entstanden ist. gut gefallen hat mir auch der Epilog, in dem die Autorin uns etwas über die Entstehungsgeschichte des Romans erzählt, und Fakt und Fiktion benennt.
Ich kann mich erinnern, als Kind einen Bildband von Hans Hass aus der Bücherei geliehen zu haben, von daher war ich mit seinem Namen vertraut. Ist schon spannend, welche Erinnerungen bei der bloßen Lektüre eines Buches wachgerufen werden können.
Ein großes Lob geht an Eva Becker, die das Buch hervorragend liest und einen komplett in die Geschichte eintauchen lässt. (Pun intended)
Ihre Darbietung hat den Genuss des Buches erhöht!
Vielen Dank an #netgalley und #argonverlag für mein Rezensionsexemplar!
Die über zwei Zeitebenen hinweg erzählte Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen. Für mich ist beides Vergangenheit und ich muss sagen - die Vergangenheit aus den 50er und 60er Jahren mit Tillas Geschichte fühlt sich manchmal weiter entfernt an als die Geschichte rund um Nes, die mehr als 300 Jahre früher spielt.
Kurz umrissen geht es in Tillas Teil der Geschichte um das Tauchen, um das Erwachsenwerden als junge Frau in den späten 1950er Jahren, um Frauenfreundschaften und das Patriarchat und junge Liebe. Dabei bin ich mehrere Male wirklich wütend geworden über die Dinge, die Tilla passiert sind. Als studierende Frau Ende der 50er kann ich mir gut vorstellen, dass man es echt schwer hatte, und ich bin froh, dass wir - bei aller Wut über das immer noch bestehende Patriarchat - nicht mehr so offensichtliche Dinge ertragen müssen. So manchem Mann in der Geschichte hätte ich wirklich gerne mal die Meinung gesagt. Aber Tilla geht ihren Weg und das hat mich froh gemacht, auch wenn es vielen Frauen sicherlich ganz anders ging - aber es ist immer noch ein Roman und wenn ich mich schon aufregen muss, freue ich mich auch über ein Happy End.
In der Zeitebene von Nes im Jahr 1633 geht es um das Leben in einem Beginenkonvent, was auch nicht einfach war, aber zumindest den Zusammenhalt der Frauen fand ich sehr kuschelig zu lesen. Natürlich gibt es auch hier Probleme, sonst gäbe es ja auch keinen Roman. Nes ermittelt mutig in der Sache der von der Insel verschwundenen Kinder, und hier muss ich sagen, dass mich die Auflösung durchaus überrascht hat.
Am Ende wird der Bogen zwischen den beiden Geschichten gezogen, eine schöne runde Auflösung. Es hat Spaß gemacht, beiden Handlungssträngen zu folgen und bei jedem Wechsel der Zeit war ich etwas traurig, dass ich die aktuelle Handlung verlassen musste - immer ein gutes Zeichen, dass man beide Teile der Geschichte gut findet! Dabei habe ich noch ein bisschen was übers Tauchen und über Geschichte gelernt. Was will man mehr?
Das Buch beginnt mit einer Widmung, die mir sehr zu Herzen ging: „Für all die Frauen, an die sich niemand erinnert“.
Rebekka Frank erzählt die Geschichte zweier mutiger junger Frauen, die zunächst nichts miteinander zu tun haben. Aber im Laufe der Geschichte kommen sie sich immer näher und da machen die fast 300 Jahre, die zwischen ihnen liegen nichts mehr aus.
Beide lieben das Meer auf ihre Art. Ich liebe das Meer auch, aber Tauchen war nie eine Option. Ich spüre dagegen zwischen jeder Zeile, dass Rebekka Frank hier ganz im Thema ist und diese Leidenschaft ihren Lesern näher bringen möchte. Das gelingt ihr sehr gut mit wunderschönen Beschreibungen. Sehr faszinierend finde ich diese Sätze (S. 29): „Beim Tauchen vergisst man alles andere. Dort unten gibt es keine Sorgen, keinen Alltag, nichts, was einen beschwert. Da kann ich mir gut vorstellen, dass man immer mehr davon möchte.“ Rebekka Frank hat es wahrlich verstanden, mich in die Geschichten von Nes und Tilla hineinzuziehen. Aber ich lerne auch viel über die Theorie und die Schattenseiten des Tauchens.
Die Geschichte von Tilla und Nes ist fiktiv, aber das historische Drumherum ist tatsächlich so passiert. Und ich kann mir gut vorstellen, dass es solche Verbindungen gibt zwischen den Jahrhunderten und dieses Buch hat mein Gedankenkarussell in Gang gesetzt.
Außerdem bin ich schon lange fasziniert von Beginen, die es im nahe gelegenen Köln gegeben hat und auch in Brügge und ich mag Geschichten über diese mutigen und eigenständigen Frauen.
In der Gegenwart treffe ich zusammen mit Tilla die Beatles, erlebe die legendäre Sturmflut in Hamburg und muss leider miterleben, wie Frauen zu dieser Zeit doch eher belächelt wurden und den Ruhm immer die Herren der Schöpfung ernten.
Ein toller Roman, der noch eine ganze Zeit in meinem Kopf bleiben wird!
Zwei junge Frauen die eine um 1630 die andere um 1960 erleben mehr oder weniger das Gleiche. Frauen sind weniger wert als Männer, die drei K´ sind für ihr Leben bestimmend und wehe wenn sie ausbrechen wollen. In den frühen Zeiten waren sie sogar Freiwild, Ness erlebt es am eigenen Leib, nur weil sie keinen Mann will, glaubt jeder er kann mit ihr machen was er will, aber sie wehrt sich. Ähnlich ergeht es Tilla erst versucht sie die Aufmerksamkeit ihres Vaters zu erringen, dann will sie die Fachwelt als Archäologin erobern, Hohn und Spott, sogar Mobbing bestimmen ihr Leben. Wenn sie heiraten würde, wären alle Kraftanstrengungen und das Aushalten von der Häme umsonst gewesen. Mich hat der Mut und die Kraft dieser Frauen beeindruckt. Ich bin einen anderen Weg gegangen, für mich war er der Richtige. Aber hätte ich auch dieses Vermögen gehabt wenn ich es anders hätte gewollt. Diese spannende Frage die sich meiner Meinung nach automatisch stellt, wenn man sich in die Figuren hinein versetzen kann, ist nicht leicht zu beantworten. Die Autorin hat es geschafft das man Ness und Tilla als Schwestern, als Freundinnen betrachten kann, das man ihnen wünscht das sich alle ihre Hoffnungen erfüllen und am Ende des Buches denkt, das habt ihr gut gemacht, Glückwunsch! Alle drei Frauen ( die Protagonistinnen und die Autorin ) haben für kurze Zeit mein Denken bereichert, ich habe Neues erfahren und die Anregung auch mal eingefahrene Gleise zu verlassen.
Das Echo der Gezeiten von Rebekka Frank verspricht eine dichte Atmosphäre zwischen Meer und Legenden und stellt zwei Frauen vor, die durch das Meer und die Zeit verbunden sind: Tilla, die in den 1950ern gegen Konventionen ankämpft, und Nes, die im Jahr 1633 auf einer Nordseeinsel Zuflucht sucht. Die Spannung zwischen Freiheit, Geheimnissen und den Gefahren des Meeres zieht sich durch beide Erzählstränge.
Leider blieb das Buch für mich in vielerlei Hinsicht distanziert. Was besonders fehlte, war das Innenleben der Figuren – ihre innersten Gedanken und Gefühle, die einem normalerweise helfen, wirklich mit ihnen mitzufühlen. Weder Tilla noch Nes lassen uns wirklich an ihrer emotionalen Welt teilhaben; ihre Motive und inneren Kämpfe bleiben vage. Es war, als würde man die Figuren durch eine Scheibe betrachten: Man sieht ihre Handlungen, aber spürt kaum, was in ihnen vorgeht. Gerade in einem historischen Roman erwarte ich diese Nähe, die den Leser in das Leben und die Zeit der Figuren hineinzieht.
Für viele mag das Buch durch seine spannende Kulisse und die Atmosphäre der Nordseeküste dennoch funktionieren. Für mich blieb es jedoch leider zu blass und ließ mich emotional unberührt zurück. Nach etwa 200 Seiten habe ich das Buch schließlich zur Seite gelegt.
📚 Weitere Rezensionen auf Deutsch findest du auf meinem Goodreads-Profil.
Diese Geschichte, oder besser: Geschichten, denn eigentlich werden zwei Handlungen nebeneinander erzählt, nimmt einen von Anfang bis Ende gefangen. Eine spielt um 1630 auf der damaligen Insel Strand. Nes kommt mit ihrer Mutter dorthin, auf der Flucht vor Gewalt, Not und Elend. Doch leider ist es auf Strand nur vorübergehend ruhiger, die Gewalt gegen Frauen und Kinder nimmt kein Ende. Die Handlung um Tilla spielt Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts an der Nordsee und in Hamburg. Tilla lernt tauchen, entdeckt ein Schiffswrack in der Nordsee und strebt, motiviert durch diese Entdeckung, ein Studium der Archäologie an. Was Tilla als eine der wenigen Frauen an der Universität erleben muss, ist vielleicht nicht so blutig wie im Mittelalter, aber genauso von Abwertung und Gewalt durch Männer geprägt. Beide Frauen gehen ihren eigenen Weg, soweit es ihnen möglich ist, und ganz am Ende berühren sich ihrer beider Leben für einen kurzen Moment. Der Roman verknüpft geschickt Fiktion und historische Ereignisse miteinander, wie z.B. die Sturmflut in Hamburg oder die ersten Auftritte der Beatles ebendort. Die mitschwingende feministische Komponente hat mir gefallen. Lesenswert!
ein toller historischer Roman " Das Echo der Gezeiten" ist ein historischer Roman, der auf zwei Zeitebenen spielt. 1633 und 1955 werden die Geschichten von zwei Frauen erzählt, die sich gegen die Allmacht der Männerwelt stellen.
1633 wird die Geschichte von Nes Dorn erzählt, die mit ihrer Mutter auf die Insel Strand in ein Beginenkonvent flüchtet und 1955 die Geschichte von Tilla, die begeisterte Taucherin ist und das Geheimnis um ein Schiffswrack lösen will.
Beide Geschichten sind miteinander verwoben und die beiden Frauen verbindet nicht nur die Nordsee. Beide Frauengestallten sind stark und eigenwillig. Nes kämpft gegen Hexenwahn, Aberglauben und bedrohliche Machtverhältnisse, die Frauen ihrer Art heraufbeschwören. Tilla hat 1955 fast das gleiche Problem, sie muss sich gegen die männlcihe Vorherrschaft, Voruteile und Unterdrückung zur Wehr setzen. Obwophl beide Frauen Jahrhunderte trennen, kämpfen sie um das gleiche Ziel. Gleichberechtigung .
Sehr unterhalsam, spannend und mit interessanten Aspekten gespickt, ist dieses Buch ein absolutes Leseerlebnis.
Unglaublich fesselnd In diesem Buch erzählt die Autorin zwei historische Romane in zwei Zeitebenen, die am Ende zu einer Einheit werden. 1955 in St. Peter: die junge Tilla will tauchen. Sie entdeckt in der Nordsee ein altes Schiffswrack, um das sich seit Jahren Geschichten ranken. Jetzt möchte sie das Geheimnis jenes versunkenen Schiffes ergründen. Im Jahr 1633 flieht die junge Nes mit ihrer Mutter in ein Beginenkonvent, um hier Schutz zu finden. Doch hier sind sie den Anfeindungen der einheimischen Inselbewohner ausgesetzt. In beiden Handlungssträngen dreht es sich um Frauen, die sich in einer männerdominierten Welt durchsetzen müssen. Realhistorische und fiktive Ereignisse sind nachvollziehbar beschrieben und die relevanten Charaktere bildhaft in Szene gesetzt. Die unglaublich fesselnde Handlung lässt sich durch den flüssigen und mitreißenden Schreibstil sehr gut lesen. Mir hat dieses Buch spannende und kurzweilige Lesestunden bereitet. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.
Zum Inhalt: Tillas Welt ist das Meer, sie will nicht heiraten sondern frei sein und das ist 1955 eher ungewöhnlich. Als sie beim Tauchen ein altes Schiffswrack entdeckt, will sie das Geheimnis lüften, dass da hinter steckt. Auf einer Nordseeinsel suchen 1633 Nes und ihre Mutter Zuflucht bei den Beginen, doch die Inselbewohner wenden sich gegen die Frauen, zeitgleich erscheint am Horizont eine geheimnisvolles Schiff. Bringt es Glück oder Unglück? Meine Meinung: Ich hatte die Gelegenheit sowohl Buch als auch Hörbuch zu genießen und es war eindeutig ein Genuss. Das Buch hat einen tollen Schreibstil und die Geschichte an sich hat mir sehr gut gefallen. Beim Hörbuch hatte ich ab und an das Problem zuzuordnen, in welcher Zeit ich mich gerade befand, das legte sich aber zum Glück relativ schnell. Ich fand das Hörbuch sehr gut gelesen. Fazit: Tolles Buch
Sehr spannend, mit zahlreichen Cliffhangern entwickelt die Autorin zwei Erzählstränge parallel, wobei eines in den 1950er Jahren in St. Peter und Hamburg spielt und die andere um 1660 auf einer nordfriesischen Insel namens Strand. In beiden sind die Protagonistinnen weiblich und kämpfen nicht nur mit den Gezeiten, sondern auch mit den Männern. Bisweilen sehr melodramatisch und etwas pathetisch, aber zugegebenermaßen fesselnd erzählt.
S.303: „Die Sandbank von St. Peter war schier endlos. Zu Hause, da gab es die See, den Horizont, die Tiefe. Es gab immer eine Gelegenheit, durchzuatmen und allein zu sein.“
Gewaltige Nordseestürme und das unbändige Verlangen nach Gleichberechtigung, das sind die Gewalten, die Tilla und Nes zusammenführen. Zu Beginn des Buches habe ich etwas gebraucht, um den Zusammenhang zu begreifen. Am Ende war ich begeistert über die Kampfkraft der beiden Frauen. Rebekka Frank schafft es, zwei Jahrhunderte zusammen zu führen und uns Leser:innen unterhaltsam die historische Geschichte des 17. und 20. Jahrhunderts näher zubringen. Ein sehr lesenswertes Buch.
Ich fand es toll, mich in zwei verschiedene Zeitzonen zurück katapultieren zu lassen! Beide Geschichten haben mir sehr gut gefallen. Da ich selbst tauche, fand ich es daher noch spannender und das war auch der Grund, warum ich das Buch gekauft habe.
Am Anfang hat mich die Geschichte nicht so gepackt, aber ab der Mitte des Buches wurde die Verflechtung der beiden Zeit Schienen immer enger, und es entstand ein Sog, der mich nicht mehr aufhören ließ, weiter zu lesen. Gut gemacht.
Normalerweise gefällt mir bei einem Buch, das parallel auf unterschiedlichen Zeitebenen erzählt, die historische Handlung immer besser. Dieses Buch ist da anders: es gibt keine Gegenwartsgeschichte, in der eine Figur die Geheimnisse der Vergangenheit nach und nach enthüllt. Denn selbst diese Zeitebene liegt in der Vergangenheit - was mir ausgesprochen gut gefallen hat, denn so gab es quasi zwei historische Romane in einem. Neben den dramatischen Schicksalen von Tilla und Nes haben mich vor allem die Einblicke in die damaligen Zeiten fasziniert - so wusste ich bislang kaum etwas über das harte Leben der Beginen, und auch die große Sturmflut 1962 sagte mir nicht viel. Ganz zu schweigen von Details zu den Anfängen des Tauchens. Ganz wunderbar verflicht die Autorin die beiden Zeitstränge, die am Ende zu einer Einheit zusammenlaufen. Und jede Erzählebene hat ihre ganz eigene Heldin, die gegen die Widrigkeiten der Zeit und das damalige Schicksal als Frau ankämpfen muss - und dies mit viel Mut und Stärke tut. Fazit: zwei fesselnde historische Romane in einem - was will man mehr?
Zwei Frauen, zwei Geschichten, zwei Schicksale und doch irgendwie vereint: In den 60er Jahren möchte Tilla Taucherin werden, an die Uni gehen und ein großes Geheimnis um ein altes Wrack lösen. Alles Dinge, die eher den Männern zugeschrieben wird, doch sie hat eine große Vision. Zeitgleich verwebt sich ihre Geschichte mit der von Nes, die mit ihrer Mutter Zuflucht in einem Beginenkonvent sucht. Ihre Geschichte spielt jedoch 1633 und sie ist ebenfalls mit dem Meer verbunden, charakterstark wie Tilla und trotzt vielen Widrigkeiten. Und so verbindet Rebekka Frank in „Das Echo der Gezeiten“ nicht nur Nes und Tilla miteinander, sondern auch Geschichte und Fiktion. Das Cover ist faktisch ein Understatement. Spricht womöglich genau die Zielgruppe an, die schon mit historischen Romanen bewandert ist und sich bewusst für das Buch entscheiden würde. Für mich war es ein Zufall, dass das Buch auf meinem Tisch landete, denn alleine durch das Cover würde es mich nicht ansprechen. Doch hinter all dem verbirgt so viel mehr ist als „noch“ ein historischer Roman. Der Roman um Tilla und Nes, die einen schon nach kurzer Zeit ans Herz wachsen, ist zeitgleich so modern, dass man zwischenzeitlich vergisst, in welchen Zeitspannen man sich bewegt. Die Themenschwerpunkte, die, neben dem Entdecken und der Geschichte, spielen, sind so modern, dass sie genauso einen Platz in der aktuellen Zeit finden. Absolut fesselnd und für jeden, der gute Literatur mag, ein großer Tipp.