»Solch ein Gefängnisroman ist mir noch nicht begegnet. Großartig.« Alf Mayer
Der Kunstlehrer denkt, Carson sei einer der Intelligenteren im Knast, bei der Psychologin weckt er mütterliche Gefühle, der Bewährungshelfer interessiert sich vor allem für die schmuddeligen Details seiner Erzählungen. Immer wieder landet Carson im Bau, wegen Drogengeschichten oder weil er nicht ganz legal an ein Auto gekommen ist. Der Roman folgt dem jungen Noongar Aboriginal auf seinen Wegen im Gefängnis, nach draußen und zurück in die Zelle – ein Kreislauf der Gewalt, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. Carsons Geschichte wird dabei nicht von ihm selbst, sondern aus den wechselnden Perspektiven der (zumeist weißen) Menschen erzählt, die ihn umgeben. Ihr Blick, sei er wohlwollend oder gleichgültig, begehrlich oder herablassend, zeichnet Carson als komplexen Charakter, der einem nahekommt und zugleich auf Distanz bleibt – und der längst zum Spielball eines Systems geworden ist, das ihm keine echte Handlungsmacht zugesteht.
Erschütternd, aber mit düsterem Witz spiegelt Bird im Mikrokosmos des Gefängnissystems die Realität der noch immer zutiefst segregierten, rassistischen Gesellschaft Australiens, in der Freiheit nicht für alle vorgesehen ist.
Ein Mosaik der Ausweglosigkeit und rassistischer Staatsgewalt - ich mochte Australien schon davor nicht besonders. Einige Charaktere könnten von Jason Starr sein, aber der schaut dem Verbrechen nicht so tief in die Augen.
Miałam dać mniej gwiazdek, bo w którymś momencie ta książka zaczęła atakować mnie stężonym, toksycznym testosteronem, od którego zrobiło mi się niedobrze. Australijski autor Adam Morris opowiada historię Carsona, młodego Aborygena, ale opowiada ją ustami garstki różnych narratorów, epizodycznie, kalejdoskopowo. To powieść więzienna, trzeba zatem uodpornić się na obrazy, których być może nigdy nie zapomnimy. Jest duszno, beznadziejnie, i nawet herbata smakuje spermą. Miałam już rzucić tą książką o ścianę, męczyła mnie, drażniła, ale zakończenie, które walnęło mnie jak obuchem w łeb, sprawiło, że rewiduję ocenę. "Bird" to jedno wielkie oskarżenie, protest przeciwko rasizmowi, niewydolnemu systemowi, który niszczy ludzi i iluzji resocjalizacji.
„Bird“ ist der zweite Roman des australischen Autors Adam Morris, ein Gefängnisroman, und der Autor weiß, worüber er schreibt. Filmemacher, Musiker, Sonderpädagoge und Universitätsdozent, hat er in Haftanstalten nicht nur mit Indigenen gearbeitet, genau hingeschaut, sich mit Zuständen drinnen und draußen auseinandergesetzt und diese in „Bird“ verarbeitet. Ein fiktionaler Text, fußend auf seinen Beobachtungen, der realistischer nicht sein könnte, weil er eine Gesellschaft unter die Lupe nimmt, in der der Umgang miteinander von tief sitzendem Rassismus geprägt ist. Er erzählt von Herkunft, von Armut und Chancenlosigkeit, von kulturellen Unterschieden und Identität, von falschen Entscheidungen und dem Wunsch nach Veränderung. Und von einem Justizsystem, das bestehende Zustände zementiert und den für viele Aborigines verhängnisvollen Kreislauf am Leben hält.
Im Zentrum des Romans steht Carson, ein junger, intelligenter Häftling, ein Noongar, Ureinwohner, der so viele Möglichkeiten hätte, wenn er weiß wäre. So aber im System gefangen ist, mal draußen und mal drinnen. Kehrt er in sein altes Leben zurück, wehrt sich gegen rassistische Übergriffe, ist es nur eine Frage der Zeit, bis er wieder in den Fängen der Justiz landet. Keine Chance, sich aus diesem Teufelskreis, aus den Bedingungen eines Lebens zu befreien, das nicht gut ausgehen kann. Um dies eindringlich zu veranschaulichen arbeitet Morris mit verschiedenen Perspektiven, in denen die unterschiedlichsten Personen (meist weiß) d.h. Lehrer, Sachbearbeiter, Psychologin, Gefängniswärter, Knastkumpel etc. über Carson sprechen, ihre Eindrücke schildern, wobei sie allerdings gleichzeitig sich selbst entlarven, indem sie ihre Rollen offenbaren, mit denen sie dieses fatale System stützen und am Laufen halten.
Ein Kriminalroman, der Einblicke gewährt, aufrüttelt und nachdenklich macht. Ungeschönt und ehrlich, düster und rau. In der gelungenen Übersetzung von Conny Lösch, deshalb sprachlich wie immer auf höchstem Niveau.
I couldn't take my eyes of this train crash story that takes an Aboriginal man from society, into prison crushing self-reslience along the way. The story is told through the eyes of peers, prison supervisors from diverse backgrounds and community. It's an accessible introduction to the distance between justice and natural justice, and the difficulties reconciling traditional ways of being with Western society.
This is a fast, economical read that allows no time to get bored or for the plot to fall into a lull. The pace makes this a great book if you're not sure if you want to commit to reading a book based around an Aboriginal Australian story.