An die Costa Blanca sind sie nach der Pensionierung ausgewandert. Jetzt, siebzehn Jahre später, kehren Jöggu und Lisbeth zurück in die Schweiz. Doch die alte Heimat ist ihnen fremd. Jöggu regt sich auf über die helvetischen Höflichkeitsfloskeln. Der «Sternen», seine Stammbeiz, ist jetzt ein Nagelstudio. Die Bank hat keinen Kundenschalter mehr. Wo die Metzgerei war, ist ein Barbershop. Lisbeth findet: «Vilecht isch der Jöggu mis einzige Deheime. Und ig sis.» Wo bin ich zuhause? Wo möchte ich zuhause sein? Diesen Fragen geht Pedro Lenz in «Längiziti» nach. Was brauche ich, um mich zuhause zu fühlen? Kann man sich an mehreren Orten zuhause fühlen? Kann man auch ohne das Gefühl von Zugehörigkeit glücklich sein? Antonio, der Spanier, der seit vierzig Jahren in der Schweiz lebt, meint: «Furtgo isch immer fautsch.»
Uf das Buech hani mi gfreut und ha mir zum Läse au wirklich Zyt gno. Am Ändi isch es nid ganz eso stark gsi wie zum Bispil „Primitivo” aber es isch trotzdäm wieder e tolls Buech.
„An die Costa Blanca sind sie nach der Pensionierung ausgewandert. Jetzt, siebzehn Jahre später, kehren Jöggu und Lisbeth zurück in die Schweiz. Doch die alte Heimat ist ihnen fremd. Jöggu regt sich auf über die helvetischen Höflichkeitsfloskeln. Der «Sternen», seine Stammbeiz, ist jetzt ein Nagelstudio. Die Bank hat keinen Kundenschalter mehr. Wo die Metzgerei war, ist ein Barbershop. Lisbeth findet: «Vilecht isch der Jöggu mis einzige Deheime. Und ig sis.» Wo bin ich zuhause? Wo möchte ich zuhause sein? Diesen Fragen geht Pedro Lenz in «Längiziti» nach. Was brauche ich, um mich zuhause zu fühlen? Kann man sich an mehreren Orten zuhause fühlen? Kann man auch ohne das Gefühl von Zugehörigkeit glücklich sein? Antonio, der Spanier, der seit vierzig Jahren in der Schweiz lebt, meint: «Furtgo isch immer fautsch.»“
Öbbis ka dr Pedro Lenz wie sust fast niemer. Er schriebt eso, wie d Lüt in dr Schwiz wirklich sin. Mit allem wo guet isch drbi und mit allem wo schlächt isch. Keini polierte Sätz, kei schöni Fassade, sondern dr Ton wo me vom Stammtisch, vom Znüni oder vom Telefon mit dr Muetter kennt. D Sproch macht bi ihm nid nume d Stimmig, si macht d Lüt.
Und dorum hed me dr Jöggu und d Lisbeth und dr Robert und d Erika mänkmol gärn und mänkmol kame sich nur no an Kopf länge. Genau das isch für mi dr Kärn vo de Gschichte vom Pedro Lenz. Si sin nid glatt oder perfekt oder schön, si sin authentisch. Me findet in jedere Figur öppis wo me scho mol gseh hed, bi Nochbere, bi Verwandte oder im Spiegel.
Dr Titel hed für mi am Schluss meh Gwicht beko als am Aafang. Längiziti isch nid nume e Wort für Sehnsucht, es isch e Gfühl wo im ganze Buech unter allem duredruggt. Sehnsucht nach Lüt, nach ere Zyt, nach öbbis wo eigentlich nie eso gsi isch.
E trurigs Ändi, wie das bim Pedro Lenz amel isch. Es isch aber nid trurig zum Trurigsi, sondern wills gar nid anders hed könne ko. Genau dorum bliebt s Buech nochhär no e biz im Kopf.
Sehr läsenswärt und wirklich guet gschriebe. Vo mir gits 4 Stärn.
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Eifach herrlich! "Villich isch dr Jöggu mis einzige Deheime. Und ig sis". Pedro Lenz het mi i dem Theaterstück lut la lache u het mi emotional erreicht. I ha d Gspräch zwüsche de Protagonist*inne aus sehr natürlich empfunde u drum hani mi sehr schneu nöch gfüehlt. Lenz hets gschafft, dassi mi uf dene 100 Site ha gfragt: Ja, was isch de eigetlich genau es "Deheime"?
Habe schon länger kein Bühnenstück mehr gelesen. Als Jugendliche hat mir das sehr gefallen, diese Reduktion auf den Dialog und den Monolog, mit den kleinen Anweisungen dazwischen. Eine Kundin in der Bibliothek hat mir das Buch empfohlen. Sie war sehr berührt, wandte aber ein, ihre Kollegin hätte nichts Besonderes daran gefunden. Den ersten Teil habe ich laut gelesen, weil es sich bei Mundart irgendwie aufdrängt. Es ist ja nicht ganz einfach, die Wörter zu erraten, da die Schreibweise weniger einheitlich ist und ich manches zweimal lesen muss, bis ich es verstehe. Gleichzeitig ist es die Muttersprache und es macht Spass, die Ausdrücke zu entziffern und zu entdecken, die Pedro Lenz verwendet, und die ich längst nicht alle kenne. Auf jeden Fall hat mich die Geschichte berührt, obwohl alles auch sehr banal ist. Die paar Figuren im Buch, sind so normal und langweilig wie wir wohl alle auch. Aber die Gefühle sind echt, und da hat er mich erreicht. Und das Thema von Heim- und Fernweh, das ist etwas, wo ich mich sehr erkenne, und was doch für viele ein Thema ist. Meine Schwiegermutter war eine Zeit lang sehr daheim in Spanien, und jetzt ist sie wieder hier, weil es sicherer ist für sie im Alter. Und mit ihrem spanischen Freund hat sie Schluss gemacht. Eigentlich fast dramatischer als die Geschichte im Buch. In der Familie meines Mannes gibt es einige Einwanderer, mit allem drum und dran, dem Kulturschock, dem Guten und dem Schwierigen. Und ich habe mich selbst sehr schwer getan mit den Ortswechseln in meiner Kindheit, obwohl es nur im eigenen Land war. Das hat schon ausgereicht. Im Heimatdorf meiner Eltern wäre ich aber wohl auch nicht glücklich geworden. Es ist auch Freiheit, dort zu leben, wo Du selbst gewählt hast. Mir hat es vor allem der Antonio angetan in dem Buch, dem Gastarbeitersohn, der nicht weiss, ob er hier bleiben oder „zurück“ gehen soll. Und zum Schluss kommt, dass Fortgehen immer falsch sei…
3.5 - Wie immer schön in Berner Mundart zu lesen und man hört Pedros liebevollen Blick auf die Menschen heraus. Es geht um ein Ehepaar, das im Alter von 60 Jahren die Schweiz verlassen hat und dann nach 17 Jahren in Spanien ins alte Schweizer Dorf zurückkehrt. Dort trifft Jöggu seinen ehemaligen Arbeitskollegen Robert wieder und sie tauschen sich über Vergangenheit und Gegenwart aus. Es geht um die Unterschiede der Lebensart, Vergänglichkeit und es ist interessant, hinter die Kulissen einer zunächst simpel erscheinenden Geschichte zu schauen. Trotzdem schien mir die Geschichte etwas flach und einfach im Vergleich zu Pedros anderen Texten.
Im Drama Längiziti behandelt der Autor Pedro Lenz die Themen “Fremde und Heimat”. Ich konnte den Inhalt sehr gut nachvollziehen und mit alles bildlich vorstellen. Ich schätze es sehr, dass Pedro Lenz seine Texte in Mundart schreibt, denn damit beschert er mir ein ganz besonderes Kopfkino. Leider vermochte mich dieses Büchlein nicht ganz zu überzeugen, da mir die Geschichte zu wenig Inhalt hatte. Sie war mir zu sehr auf das Wesentliche reduziert.