Wo man anfangs noch über die Schrulligkeit dieses verdrossenen Beamten lacht, so verzieht sich die Miene mit Fortschreiten durch die abscheulichen Abgründe dieses Charakters von Seite zu Seite in einen Ausdruck des Ekels. Viel schlimmer noch, dass dieser Ekel nicht nur abgehoben auf den namenlosen Charakter fällt sondern auf einen Selbst. So will man nicht sein, doch so ist man nun und so wird man wohl in jeder beliebigen Gesellschaft sein. Geschichten des Aussenseiters geniessen häufig Popularität und gute Kritik, wie auch in Kafkas Verwandlung, dem Fremden von Camus, Filmen wie Taxi Driver, Joker oder Falling Down. Und wo viele Aussenseiter in diesen Geschichten spätestens gegen Ende brutale Mittel für ihre eigensinnige Weltanschauung finden, so vertieft sich Dostojewskis Freak nur noch peinlicher in seine ekelhaften Art. Sein Charakter zeigt eine extreme Folge des modernen Lebens in moderner Gesellschaft und das nicht pseudo kritisch, sondern mit psychologischer Tiefe und scharfem Blick auf Strukturen die, solche und solche Menschen schaffen. Der Mensch ist sicherlich nicht für ein solches Leben geschaffen, und doch lebt er es und sollte es auch tun. Man muss die Schwäche(n) des Protagonisten erkennen, sowie die Schwäche derer die ihn umgeben und so einen hinreichenden Schritt zum Finden der eigenen Stärke leisten können.