Hochaktuell und Ein Politthriller, der unserer Gesellschaft den Spiegel vorhält
Es ist ein erschreckender Verdacht, mit dem sich ein Kollege an die junge Journalistin Michelle Seine Recherchen zu einem Todesfall deuten darauf hin, dass es in der Hamburger Polizei ein rechtsextremes Netzwerk gibt. Er bittet Michelle um Mithilfe, doch sie ist skeptisch und hat zudem anderes im Sie ist frisch verlobt und soll ein Buch über die einflussreichsten Frauen Deutschlands schreiben – ein Traumprojekt. Dann wird Hamza niedergeschossen, und Michelle ist erschüttert. Was, wenn er recht hatte? Sie beginnt zu recherchieren und stößt schon bald auf Hinweise, die alles hinterfragen, worauf sie ihr makelloses Leben aufgebaut hat ...
Tries a little too hard to be super relevant and shove absolutely every tangentially related topic under the sun into a fairly short book with an otherwise good premise. If only the protagonist weren't such a naive and rather unlikable moron...
Die junge, unbedarfte Journalistin Michelle will ihrem Kollegen Hamza nicht glauben, als dieser ihr sagt, er sei einer rechtsradikalen Zelle in der Hamburger Polizei auf der Spur. Wenig später wird er angeschossen und Michelle, die eigentlich an ihrem Traumprojekt – ein Buch über einflussreiche Frauen in Deutschland – arbeitet, beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und stößt auf ein weit verzweigtes Netz aus Korruption, Rechtsextremismus und Kriminalität.
Das hätte thematisch MEIN Thriller werden können. Hätte. Leider – und hier kommt gleich mein Fazit – leider hat mich das Buch sehr enttäuscht. Warum?
Zum einen klingt hier alles nach einem Drehbuch für einen schlechten Tatort. Was in einem Film funktioniert, weil die Szenen in kurzen Sequenzen folgen, wirkt hier steif und konstruiert und leider wenig glaubhaft. Es wird viel behauptet, wenig gezeigt, sodass die Figuren, allen voran Michelle, nur vorgeführt werden. Sie kam mir reichlich naiv vor. Weiß eine Journalistin wirklich nicht, dass Polizisten, die aus dem Dienst ausgeschieden sind, oft als Personenschützer arbeiten? Oder soll ich mich als Leserin darüber wundern? Und echt, ich kann in einem heimlich gedrehten Video die Seriennummer auf einem Gewehr erkennen? Oder sie wundert sich, dass sie keine Auskunft über eine Person bei einer Zeitarbeitsfirma bekommt, nur weil sie sagt, sie sei von der Presse. Ja, wir haben Datenschutz und das wissen auch die Leser*innen. (Nur ein paar von vielen Beispielen, wo ich nur mit dem Kopf geschüttelt habe.) Und warum wird von ihr behauptet, sie sei eine linke Journalistin? Ich konnte keinerlei Anhaltspunkte dafür finden. Überhaupt spielen die Autoren hier mit Klischees. Volkslieder singende Rechte auf einem Sommerfest, die ewig blaue Krawatte, die Mütter ihren Anwaltssöhnen schenken. Leider schon so verbraucht, dass ich nicht mal ein müdes Lächeln dafür übrig hatte.
Immer wieder lege ich das Buch weg, weil noch ne Baustelle aufgemacht wird, noch ein neues Thema, das sicherlich brisant ist, aber es fehlt durchweg an der nötigen Tiefe. Es beginnt beim Völkermord an den Herero und reicht bis zu Scheinfirmen auf den Bahamas. Shitstorms auf Social Media, Verschwörungstheorien, illegaler Waffenhandel, und und und. Hinweise werden so subtil platziert wie ein Elefant in einem Vorgarten, dass eigentlich jede Wendung, wenn sie mal nicht konstruiert war, vorhersehbar wurde. (Ohne Beispiel, weil ich nicht spoilern will.) Sämtliche Figuren bleiben blass und unterentwickelt, ihre Handlungen sind teil so hanebüchen, dass ich echt keinen Spaß hatte und kurz vor Ende abgebrochen habe. Mein Eindruck: Man wollte hier »um jeden Preis« einen gesellschaftlich hochaktuellen Thriller schreiben, was gründlich in die Hose ging. Ich vergebe einen Stern für ein wirklich tolles Cover und einen für die gute Idee, mehr ist leider nicht drin. Ach ja, noch ein Hinweis. Falls ihr mal einen Hang in Hamburg runterpurzelt und spürt, wie Moskitos in die offene Wunde stechen, euch alle Knochen wehtun, dann lasst euch bitte nicht von eurem Freund zwei 800er Ibuprofen plus eine Novalgin geben, ihr könntet einen Leberschaden davontragen.
In "Um jeden Preis" wird die junge Journalistin Michelle mit der beunruhigenden Theorie konfrontiert, dass in der Hamburger Polizei ein rechtsextremes Netzwerk existiert. Das Buch wurde von den Autoren Maximilian Ferreira Cress und Bernd Blaschke geschrieben. Maximilian Ferreira Cress ist ein erfahrener Journalist und Autor, der in seinen Arbeiten häufig den Fokus auf gesellschaftliche und politische Strukturen legt, während Bernd Blaschke als Drehbuchautor und Dramaturgie-Dozent einen tiefen Einblick in erzählerische Gestaltung und Spannung hat. Die beiden Autoren verbinden ihre Expertise zu einem komplexen, gesellschaftlich brisanten Polithriller, der unsere Zeit spiegelt.
Worum geht's genau?
Als Michelles Kollege ihr von einem Todesfall berichtet, den er als Teil eines Netzwerks rechtsextremer Polizeibeamter vermutet, bleibt sie zunächst skeptisch. Sie plant eigentlich, ein Buch über die einflussreichsten Frauen Deutschlands zu schreiben, und ist auch persönlich stark eingespannt: Gerade frisch verlobt, sollte sie eigentlich ihre Zukunft planen, nicht die düstere Seite des Justizsystems aufdecken. Doch als ihr Kollege Hamza brutal niedergeschossen wird, ahnt sie, dass die Vorwürfe begründet sein könnten. Michelles Nachforschungen führen sie immer tiefer in ein Netz aus Korruption, Rechtsextremismus und illegalen Machenschaften. Sie stößt auf Informationen, die alles in Frage stellen, was sie bisher für wahr hielt.
Meine Meinung
Der Einstieg in die Handlung fiel mir zugegebenermaßen zunächst etwas schwierig, da sehr viele Personen und parallele Handlungsstränge eingeführt werden, die sich später jedoch allmählich verknüpfen. Anfangs irritierten mich das Layout, denn die nicht nummerierten Kapitel und die ungewöhnliche Struktur machten das Lesen ein wenig unübersichtlich. Auch wird leider nicht gegendert. Die Protagonistin Michelle fand ich nicht unbedingt von Anfang an sympathisch, aber spätestens nachdem sie in einen öffentlichen Shitstorm gerät, hab ich mit ihr mitfühlt.
Die Nebenfiguren sind vielschichtig angelegt, auch wenn einige eher unsympathische Züge zeigen. Besonders Frida wird im Verlauf immer undurchsichtiger und wirkt wie eine Marionette dubioser Kräfte, die offensichtliche moralische Grenzen übersieht. Die Andeutungen zum rechten Netzwerk in der Polizei werden zwar geschickt gestreut, doch bin ich am Ende nicht so ganz schlau daraus geworden. Die Geschichte an sich ist aber spannend geschrieben und ich hab den Verlauf so nicht kommen sehen. Die Spannung bleibt bis zum Schluss aufrecht, da die Konsequenzen für die involvierten Figuren realistisch und nachvollziehbar dargestellt werden.
Fazit
"Um jeden Preis" ist ein komplexer, spannungsgeladener Thriller, der einen kritischen Blick auf aktuelle gesellschaftliche Fragen wirft. Trotz einiger Schwächen in der Struktur und der Story überzeugt das Buch durch die spannungsgeladene Geschichte. Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen.
Die Journalistin Michelle schreibt freiberuflich für die Hamburger Zeitung und hat vor einem Jahr den Auftrag bekommen die Chronik der Reederei Doorben zu schreiben. Während dieses Projekts hat sie ihren Verlobten kennengerlernt. Die Vorstellung bringt ihr neben großem Erfolg auch scharfe Kritik. Sie nimmt sich diese zu Herzen, kann aber erst einmal nichts Schlimmes darin entdecken. In der Redaktion wird sie ein bisschen kaltgestellt. Hamza, ein Kollege, nimmt Kontakt mit ihr auf, da er den Eindruck, in der Polizei gäbe es eine rechtsextremistisches Netzwerk. Er Hatte auch schon Material gesammelt, doch Michelle hat ein weiteres großes Projekt begonnen und keine Zeit mehr zur Verfügung. Als Hamza zusammengeschlagen und angeschossen wird, steigt ihre Neugier, vor allem weil auch die Familie ihres Verlobten und er selber davon abraten, da es zu gefährlich und auch nichts dran sein an der Story. Als sie aber die Unterlagen ihres Kollegen gesichtet hat, wächst ihre journalistische Neugier. Ich finde das Cover auf diesem Politthriller „Um jeden Preis“ von Ferreira Cress und Blaschke in welchem Umfeld es spielt. Still liegt der Hamburger Hafen und hält seine Geheimnisse fest. Der Hauptcharakter die Journalistin Michelle Ist auf dem Sprung in die Upperclass von Hamburg, ihr geht es gut und alles könnte perfekt sein. Doch das ist nicht Inhalt dieses Politthrillers. Denn es schwelt etwas in Hamburg und eine Journalistin ist immer neugierig. Doch es ist ein Prozess, der in diesem Buch dargestellt wird. So einfach wie es scheint, machen es die Autoren ihrer Hauptfigur nicht. Sie muss schon Hürden überwinden und am meisten in sich selbst. Die Zweifel, die sie hat, sind schon sehr authentisch beschrieben. Den Verdacht, den ihr Kollege hat, ist für sie zu Beginn nicht greifbar und natürlich muss sie Gegenwind erwarten, von der Familie ihres Verlobten, von der Polizei und selbst von der Redaktion. Es ist ein Erwachsenwerden, das hier Form annimmt und ebenfalls eine gewisse Spannung bietet. Ansonsten haben die Autoren ein sehr brisantes Thema aufgegriffen, um daraus einen Politthriller zu machen. Das, was dort passiert ist gut nachzuvollziehen und der Sprachstil unterstützt das auch noch. Ebenfalls die Nebenschauplätze, bei der es um die Polizistin Frida geht ist sehr gut geschrieben und so wird auch die Entwicklung des Thrillers erst langsam deutlich, und ebenso wohin der Spannungsbogen steuert. Ich finde diesen Thriller bemerkenswert, da ich einige Zeit gebraucht habe, um die Thematik zu erfassen, obwohl sie doch klar vor mir lag. Das ist die Stärke dieses Buches, das nichts scheint, wie es ist. Tolles Buch, spannend und unterhaltsam in sehr verschiedenen Milieus.