Nützliche Mitbewohnerinnen, Ekelobjekte oder verblüffende Wesen? An Spinnen scheiden sich die Geister. Von manchen bewundert für ihre kunstvollen Netze und das Archaische ihrer Erscheinung, von anderen gefürchtet. Aber warum ist das so? Dieses Buch dringt tief in das Beziehungsgeflecht von Spinnen und Menschen vor. Es zeigt den Einfluss der Spinnen auf unsere Sprache, Wissen, Träume und Geschichte. Warum verglich man Napoleon mit einer Spinne? Wie prägte die christliche Symbolik die Abneigung gegenüber Spinnen? Und wieso wurden gleich drei Weltraummissionen von Spinnen begleitet? Jan Mohnhaupt lockt die Spinne kulturhistorisch aus ihrer dunklen Ecke und zeigt die vielen Verbindungen zwischen Spinne und Mensch. Eine arachnologische Apologie, wie es sie bisher nicht gab.
Die ersten Kapitel haben mir wahnsinnig gut gefallen; besonders die Studien zu Netzbau im Weltall, etc. Insgesamt ging es dort fokussiert über das Leben und Verhalten der Spinnen, wobei ich viel gelernt habe. Allerdings hat sich die Mitte für mich sehr in die Länge gezogen und ich habe das Buch für einige Wochen beiseite gelegt: Mir ging es zu viel über andere Themen, die Spinnen nur tangiert haben; zu viel über Menschen, die aufgrund ihres Verhaltens mit Spinnen assoziiert wurden und zu viel über die Geschichte der Terrarien selbst. Am Ende wurde es nochmal spannender und die Message der abschließenden Seiten hat mir gut gefallen; besonders, dass man Angst mit Wissen und Begegnung entgegenwirkt; was sicher nicht nur auf Spinnenangst zutrifft.
Mit sehr viel Empathie für eine unserer oft missverstandenen Mitbewohnerinnen geschrieben. Ich mag Spinnen so lange ich denken kann und habe hier sehr viel mitgenommen. Ich hätte noch gerne mehr über das Leben der Spinnen selbst gelernt, aber der Titel heißt ja auch "von Spinnen und Menschen" und zeigt daher unseren Blick auf Spinnen und wie er sich im Laufe der Geschichte verändert hat. War eine schöne Lektüre.
Good literary and sociological analysis of spiders as species and motif in human society. Sometimes needlessly meandering and verbose. Could be more concise. But - that's not the point. Gentle narrative voice. Thorough bibliography full of promising works to sink one's teeth into. I'm glad I read this. Probably somewhat specialised literature, but approachable by anyone.