Die Erde heizt sich auf. Sie tut dies in beispielloser Geschwindigkeit. Nicht wenige verfallen als Folge in Fatalismus und Agonie, doch es gibt Ohne zu beschönigen, versammelt Bernhard Kegel alle technischen und biologischen Möglichkeiten, um diese katastrophale Entwicklung zu stoppen. Denn es wird nicht reichen, unseren Ausstoß an Treibhausgasen zu reduzieren oder sogar einzustellen. Wir können die schlimmsten Auswirkungen der globalen Erwärmung nur dann abwenden, wenn wir der Erdatmosphäre zusätzlich in großen Mengen CO2 entziehen und in irgendeiner Weise klimaunwirksam lagern. Genau das leistet die Fotosynthese, darüber hinaus ist sie ungefährlich und lange erprobt. Das Spektrum möglicher Maßnahmen und Einsatzfelder ist groß und reicht von der Wiedervernässung und Revitalisierung der Moore über Algenfarmen, die Optimierung der Fotosynthese von Nutzpflanzen und das Bauen mit Holz bis hin zum künstlichen Blatt als Wasserstoff- und Energielieferant. Licht und Fotosynthese haben höheres Leben möglich gemacht und geformt, jetzt könnten sie helfen, es vor einer seiner schwersten Krisen zu bewahren.
geboren am 23. Dezember 1953 in Berlin wohnhaft in Berlin und Brandenburg Studium der Chemie und Biologie an der Freien Universität Berlin, Diplombiologe, Forschungstätigkeit, Arbeit als ökologischer Gutachter und Lehrbeauftragter
1986-1991 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Biologie der TU Berlin, Arbeitsschwerpunkte Zoologie (Insekten, Käfer) und Ökologie, Lehrtätigkeit
1991 Promotion zum Dr. rer. nat. mit einer agrarökologischen Arbeit über Nebenwirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf Bodentiere, zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen
1992-1995 Koordinator und Bearbeiter einer zoologischen Bestandsaufnahme („Monitoring“) aller Naturschutzgebiete von (West-)Berlin im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz Seit Mitte der Siebziger Jahre Gitarrist in diversen Berliner Jazzbands, u.a. Riff, Acoustic Guitar Orchestra Berlin, Elefanten, UTE KA Band, Animato, Sitarstudium bei Ustad Imrath Khan, produzierte 5 LPs/CDs 1993 erschien als erste Buchveröffentlichung der Roman Wenzels Pilz, danach weitere Romane und Sachbücher, mehrere Preise, seit 1996 freier Autor und Wissenschaftspublizist
Eine sachliche Einladung: gemeinsam mit der Natur gegen den Klimawandel!
**** Worum geht es? **** Punktuiert und für den allgemeinen Lesenden. Man lernt hier vieles über die natürlichen Kohlenstoffdioxidspeicher der Erde und wird einleitend in der Grundproblematik leicht verständlich abgeholt. Der Titel ist Programm. „Pflanzen allein werden die Welt nicht für uns retten, aber ohne sie, ohne unsere wichtigsten natürlichen Helfer, schaffen wir es bestimmt nicht.“
**** Mein Eindruck **** Ich habe mich selbst bereits vielfältig mit dem Thema Klima und dem Klimawandel, sowie den natürlichen, wie auch unnatürlichen Präventionsmaßnahmen beschäftigt. Mit dem Wissen bin ich in das Buch gestartet und habe vor allem Bestätigung gefunden. Das Buch bietet einen großartigen Überblick und konnte mich sogar in den Details mit manchen Tatsachen überraschen. Die Argumentationskette ist ordentlich gegliedert, leicht zugänglich und in sich schlüssig. Der Schreibstil des Autors ist angenehm und flüssig zu lesen. Trotz der Sachlichkeit des Textes baute er die Inhalte anregend und interessant auf. Die Kapitel sind kurzweilig und stets informativ. Weiterführende Literatur wird mitgegeben. Die Herkunft des Wissens ist klar erkennbar und die persönliche Meinung eindeutig vom Sachinhalt trennbar. Topaktuelle Inhalte wurden mit eingebaut und gekonnt auf eine Vielzahl von Forschungsinhalten eingegangen. Die Botschaft das Buches ist eindeutig, die Brisanz ist nicht zu verleugnen.
**** Empfehlung? **** Das Buch war für mich vor allem eine Erinnerung, die bei einem so wichtigen Thema niemals schaden kann, aber vor allem für Leser*innen, die sich mit dem Thema bisher eher oberflächlich beschäftigt haben, ist diese Lektüre eine Bereicherung.
Pflanzen allein werden die Welt nicht für uns retten, aber ohne sie schaffen wir es bestimmt nicht."
"Mit Pflanzen die Welt retten" stellt kurz und knackig vier große Komplexe der Pflanzenwelt vor: Wälder, Moore, Ökosysteme zu Wasser und Photosynthese. All diese Bereiche können uns - neben technischen Methoden - helfen, in den kommenden Jahrzehnten das überschüssige Treibhausgas aus unserer Atmosphäre zu entfernen. Und ganz nebenbei auch unsere Artenvielfalt zu schützen. Yuhu!
Was beim Lesen deutlich wird: Ganz so einfach ist es leider nicht, aber es ist schön zu sehen, woran geforscht wird und was schon auf die Beine gestellt wurde: künstliche Blätter, Moorlandwirtschaft, Seegraswiesen-Aufforstung. Es ist viel Platz zum Staunen, Träumen und Hoffen da!
Der Autor betont jedoch immer wieder, dass Pflanzen nur ein Zahnrad im großen Ganzen sein werden: "Um diese beispiellose planetare Herausforderung des Klimawandels zu meistern, werden wir viele unterschiedliche Wege verfolgen müssen. Wir werden Climeworks-Maschinen- Ungetüme genauso nutzen wie das Potenzial der Pflanzen, brauchen die erneuerbaren Energien genauso wie die Reduktion des Fleischkonsums und die Benutzung von Fahrrädern, wo immer es möglich ist. Wir benötigen nicht weniger, sondern netto Null Emissionen und werden dafür nach jedem Strohhalm greifen müssen, der sich uns bietet. Vieles spricht aber dafür, dass wir am Ende sagen werden: Ohne die Pflanzen, ohne die grünen Helfer als Verbündete hätten wir diese dramatische Phase der Menschheitsgeschichte nicht oder nur mit heftigsten Blessuren überstanden."
Vielseitig, tiefgründig und trotzdem gut verständlich Der Titel des Buches hat mich neugierig gemacht. Er hat sich so banal angehört dass mir klar war, da muss mehr dahinter stecken. Und genau das tut es. Wie sicher bei den meisten Menschen die Pflanzen im Kontext von Umweltschutz hören denkt man an den Regenwalt oder Wälder allgemein und deren Aufforstung. Und damit startet auch das Buch. Was mich beeindruckt hat war die Differenzierung mit der das Thema betrachtet und dargestellt wird. Denn Wald ist nicht gleich Wald. Und nur weil Bäume CO2 zu Sauerstoff umwandeln ist dass nicht automatisch die Lösung. Denn die Aufforstung bringt auch gewisse Schwierigkeiten mit sich die einem vielleicht nicht ganz so präsent sind. Eine Mischung aus deutschsprachigen Studien aber auch weltweiten Projekten zeigt was .bereits getan wird, was versucht wurde und wo die Vor- und Nachteile bzw. Chancen und Grenzen sind. Was mir nicht so bewusst war, waren in dem Zusammenhang auch das Thema Moore oder Wasserpflanzen. Auch hier werden viele Beispiel, Versuche und deren Möglichkeiten aufgezeigt, aber auch, warum wir hier noch nicht so weit sind wie wir sein könnten. Mir gefällt diese Mischung auf Theorie und Praxis, aus unverblümtem Pro und Contra. Dabei werden zwar Fachbegriffe verwendet aber immer so erklärt, dass sie gut verständlich sind. Das Buch lässt sich sehr gut lesen, auch für interessierte Leien. Mich hat das Buch begeistert und ich konnte viel lernen. Herzlichen Dank für die Augenöffner.