Sterben – das tun doch immer die anderen. Die Alten vielleicht, die Kranken. Aber was, wenn der Tod näher ist als gedacht? Und unser Leben unwägbarer als wir annehmen? Seit zwei Jahren weiß Katja Lewina von ihrer Herzerkrankung und dass sie ihr jederzeit das Leben kosten kann. Die Diagnose bekam sie kurz nach dem plötzlichen Tod ihres siebenjährigen Sohnes. Mit einem Mal wurde die Möglichkeit zu sterben Teil ihres Alltags. In ›Was ist schon für immer‹ beschäftigt sich Katja Lewina mit dem Thema Sterblichkeit und Verlust. Ausgehend von ihrer eigenen Situation, erkundet sie eine Erfahrung, die uns am Ende alle betrifft. Was macht unsere Endlichkeit mit der Liebe? Wie erklärt man das den Kindern? Was wollen wir hinterlassen? Was holen wir aus unserem Leben raus – sollen wir der Gesundheit zuliebe ruhig machen und damit eine Menge verpassen oder ganz im Gegenteil aufs Gas treten? Wie reagieren Menschen auf Krankheit und Tod? Gibt es richtige und falsche Worte? Was gehört geklärt und was vergessen? Diesen Fragen stellt sich Katja Lewina in elf Essays ohne die üblichen Carpe-diem-Plattitüden, dafür mit extra viel No-Bullshit-Sauce. Und dem unliebsamen Sterben geht uns alle an.
Kurz nach dem Tod ihres siebenjährigen Sohnes vor zwei Jahren wird bei Katja Lewina eine erblich bedingte, tödliche Herzerkrankung festgestellt, infolgedessen bekam sie einen Defibrillator implantiert und musste ihr Leben radikal umstellen. Statt Achterbahnen und Alkohol gibt es nun gemütliche Abende auf der Couch, Kräutertee - und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod.
In ihrem Buch "Was ist schon für immer: Vom Leben mit der Endlichkeit" bringt sie diese Auseinandersetzung in elf Essays auf den Punkt. Von der Frage nach dem, was von uns bleiben soll über das Sprechen mit Kindern über den Tod bis zu den Dingen, die man vor dem eigenen Ableben geklärt haben sollte, bespricht sie in lockerem und humorvollem Ton mit den Leser*innen all ihre Gedanken zum Sterben - und ich habe jeden dieser Gedanken gebraucht und geliebt. Seit mein Onkel kurz nach Weihnachten 2023 viel zu früh gestorben ist, setze ich mich intensiv mit dem Thema Tod auseinander - sowohl mit dem eigenen, als auch mit dem geliebter Personen. Das ist nicht immer angenehm, vor allem weil das Sterben immernoch ein Tabuthema in unserer Gesellschaft ist. Gerade Bücher wie die Essaysammlung von Katja Lewina tun mir da einfach gut. Deshalb danke ich der Autorin sehr, dass sie ihre Geschichte mit uns Lesenden teilt - und uns zeigt, wie lebensbejahend die Beschäftigung mit dem Tod sein kann!
relativ kurzes buch, nicht unbedingt weltbewegend aber schon spannend und gut geschrieben, irgendwie erdend und kleiner reminder, dass man das leben schätzen und nutzen soll, altern ein privileg ist und man nie weiß wanns vorbei sein kann. also: nicht unbedingt soooo was neues, trotzdem nicht langweilig oder repetitiv, deshalb schon eine empfehlung, kann immer gut tun sowas zwischendurch zu lesen sag ich 😚
Ich mag Katja Lewinas Schreibstil sehr und als ich gesehen habe, dass sie ein Buch über den Tod schreibt, war ich schon voller Vorfreude, trotz des schwierigen Themas. Ich fand die Mischung aus philosophischen Fragen und Anekdoten sehr ansprechend.
Fands okay, mehr aber auch nicht. Der Humor der Autorin war nicht so meins, ich glaube in meiner Situation hätte ich einen sensibleren Umgang mit dem Thema gebraucht. Kann mir aber vorstellen, dass gerade diese Lockerheit mit so einem ernsten Thema das ist, was andere an dem Buch toll finden. Einige Absätze oder Zitate sind aber trotzdem hängengeblieben.
Dass das Leben letztendlich endlich ist, wissen wir alle. Aber wahrhaben wollen wir es meistens nicht. Ich bin schon früh mit der Tatsache konfrontiert worden, dass wir Dinge, die wir unbedingt erleben möchten, nicht aufschieben sollten. Meine Mutter ist relativ früh gestorben und hat nicht viel ihrer Wünsche verwirklichen können. Das ist mir bis heute eine Mahnung im Hier und Jetzt zu leben und sich nicht darauf zu verlassen, dass uns irgendwann später die Zeit dafür bleibt.
Katja Lewina ist gleich zweimal mit Schicksalsschlägen konfrontiert worden, die sie letztendlich dazu veranlasst haben, dieses Buch zu schreiben. Erst starb ihr kleiner Sohn plötzlich und unerwartet, dann bekam sie selber eine vernichtende Diagnose. Die Auseinandersetzung mit dem Tod kam also unvorbereitet, und trotzdem hat sie sie bewundernswert gemeistert.
Ich will nicht zu viel verraten, denn dieses Buch lebt davon, Seite für Seite entdeckt zu werden, doch so viel sei gesagt: hier findet man Trost und Zuversicht. Viele kluge Gedanken helfen dabei, dankbar wahrzunehmen was wir jetzt schon haben. Der richtige Umgang mit dem Sterben ist individuell und kann von niemandem gelehrt werden. Doch gibt es in diesem Text viele Impulse um das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen. Dabei ist die Lektüre kein Ratgeber, sondern eine sehr persönliche Reflexion, angereichert mit Erfahrung und einer Prise Wissenschaft. Viel eindringlicher aber ist der Appell zu leben im Angesicht des jederzeit möglichen Todes, denn es braucht nicht erst eine schwere Krankheit oder eine große Gefahr um von der Welt zu gehen. In mir setzt das eine unbändige Lebenslust frei, und die Erfüllung meiner Ziele, Wünsche oder auch nur die Umsetzung einer Lebensrealität, die mich erdet und mich glücklich macht, hilft mir den Umgang mit dem Tod besser auszuhalten.
Ich werde auf jeden Fall weiter alles mir zur Verfügung stehende tun, so zu leben, wie ich das möchte und den Rahmen meiner Möglichkeiten voll auszuschöpfen.
Lange hat mich ein Sachbuch nicht mehr so berührt wie dieses, und so gab es Stellen, bei denen ich mit Tränen in den Augen die Buchstaben kaum noch erkennen konnte. Auch das spricht für das Buch. Katja Lewina hat mein volles Mitgefühl und meine große Bewunderung für ihren Umgang mit dem Unausweichlichen.
Ein Buch, das ich jedem aus vollstem Herzen empfehle und ein Highlight unter den Sachbüchern für mich.
Dies war mein erstes Buch von Lewina und also auch meine erste Begegnung mit ihrer literarischen Stimme - die ich bei diesem Thema erstmal gewöhnungsbedürftig fand, für die ich aber auch zunehmend dankbar war. Es gibt sicherlich genug sehr schwere und getragene Texte zum Thema Tod, Sterben und Vergänglichkeit, außerdem ist es eine gute Erinnerung an das junge Alter der Autorin. In seiner Kürze berührt das Buch trotzdem viele wichtige Themen im groben Themenbereich Sterben und auch die Zitate und Gedanken aus anderer Literatur fand ich gut gewählt. Ein Problem hatte ich mit dem Exkurs zum Thema Suizid und psychische Erkrankungen- da hier offensichtlich nichts aus eigener Erfahrung oder mit ausreichend Recherche-Hintergrund kam, wünschte ich, sie hätte das Thema einfach unberührt gelassen. Ansonsten ein tolles Buch, um den Prozess zu beginnen, das Sterben als Teil des Lebens zu betrachten und vor allem keine Angst vor einer liebevollen Erinnerung und Auseinandersetzung mit der Trauer zu haben.
Schöner, bewegender, aber auch hilfreicher und aufheiternder Essayband über ein Thema, von dem wir eigentlich nicht so gerne hören: dem Tod. Zum Umgang mit dem Lebensende gibt es ja schon ordentlich Literatur, oft aber von Menschen, die im Herbst des Lebens stehen. Das kann man von Katja Lewina nicht wirklich sagen, dieses Buch schrieb sie mit Ende Dreißig. Warum? Weil sie vor allem zum Thema unerwarteter Tod etwas zu sagen hat – erst wurde bei ihr selbst eine schwere Herzkrankheit diagnostiziert, dann starb kurz danach ihr plötzlich siebenjähriger Sohn.
Ja, da muss man auch als Unbeteiligter erstmal schlucken. Von diesem Schlucken müssen, dem Umgang mit dem Ende, handelt das kleine Büchlein. Letztendlich kommt dabei nichts wirklich Neues heraus – aber Wichtiges. Die Essenz von Lewinas schlimmen Erfahrungen lautet, zu sich selbst und anderen immer ehrlich zu sein. Das ist nicht immer einfach, aber letztendlich gibt es nichts, was mehr am Leben in der Gegenwart zehrt, als unausgesprochene Wahrheiten, unterdrückte Gefühle und der Zwang, es allen recht machen zu wollen. Die Autorin schreibt übrigens trotzt der traurigen Themas immer mit Humor, insgesamt hat mir ihr Stil sehr gut gefallen.
Es geht im Buch nicht immer nur über Trauer (die im Fall des Tods der nahestehender Menschen wohl nie ganz verschwindet), es geht auch darum, wie man sich auf den Tod vorbereiten kann beziehungsweise sollte oder wie man gelungen mit dem Älterwerden umgeht. Dabei streut Lewina auch immer wieder passende Zitate ein, sei es aus dem Altertum oder aus Werken der Gegenwart. Unter den Worten der Autorin habe mir unter anderem auch diese Sätze angestrichen, denn ihr geht es in ihrer letztendlich positiven Art darum, dass wir im Hier und Jetzt leben und sonst nirgends:
"Gegen unsere Vergänglichkeit ankämpfen bedeutet gegen das Leben ankämpfen, so viel begreife ich langsam. Alles, was dabei herauskommen kann, ist Unglücklichsein. Statt uns also darüber zu beschweren, was uns das Schicksal alles genommen hat, sollten wir viel lieber darauf gucken, was es uns alles geschenkt hat, was wir jetzt, in diesem Augenblick noch alles haben."
Dieses Buch hat mich auf einer sehr persönlichen Ebene getroffen. Ich lebe selbst seit 5 Jahren mit einer schweren Erkrankung mit ungewissem Verlauf und vieles von dem, was hier über Angst, Ungewissheit und dem Umgang mit dem eigenen Ende beschrieben wird, konnte ich sehr gut nachvollziehen. Für mich gehört zu diesem Thema auch das Recht auf Selbstbestimmung- nicht nur im Leben, sondern auch im Sterben. Wenn wir anerkennen, dass jeder Mensch selbstbestimmt leben darf, dann sollte dieses Recht auch am Lebensende gelten. Dieses Buch regt dazu an, sich mit Fragen zu beschäftigen, die man oft verdrängt: Ob man eine Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht verfassen möchte, wer im Ernstfall Entscheidungen treffen soll, wer einen auf diesem letzten Weg begleiten darf und auch, welche Form der Bestattung man sich wünscht und wo die letzte Ruhestätte sein soll. Besonders der Tod ihres Sohnes hat mich tief berührt. Und gleichzeitig zeigt das Buch etwas sehr Wahres: Der Tod ist für die meisten Menschen immer „weit weg". Jeder weiß, dass er kommen wird, aber kaum jemand glaubt, dass es einen selbst betrifft. Bis zu dem Moment, in dem man sich unweigerlich mit dem Thema auseinandersetzen muss. Z.B. wenn ein geliebter Mensch stirbt oder man selbst eine Diagnose erhält, die dieses Thema plötzlich näher rücken lässt. Mit dieser Ungewissheit nicht jeglichen Lebensmut zu verlieren, ist eine sehr schwierige Aufgabe. Denn auch hier kommt Trauer in Zyklen. Wie bei einer klassischen Trauer durchläuft man immer wieder spiralförmige Bahnen. Man meint daran zu zerbrechen und doch ist man bereits eine Runde weiter- auf derselben Höhe, aber ein Stück vorangekommen, auch wenn es sich nicht so anfühlen mag.
Wenn man selbst krank wird oder das eigene Kind stirbt, merkt man schnell, wie wenige Menschen einen guten Umgang mit Krankheit und Tod haben. Natürlich ist es schwer die richtigen Worte für solche Situationen zu finden, aber Katja Lewina beschreibt sehr eindrücklich, dass es diese ohnehin nicht gibt und manchmal ein offenes Ohr und eine Schulter viel wichtiger sind als jede Floskel und dass man Betroffenen vor allem Raum geben sollte- für ihre Gefühle und Erzählungen. Mir hat sie mit diesem Buch sehr aus dem Herzen gesprochen. Ich empfinde großen respekt und Dankbarkeit dafür, dass sie trotz- oder gerade wegen- dieser Schicksalsschläge den Mut gefunden hat, ihre Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen. Dieses kostbare Buch kann vielen Betroffenen Mut machen und zeigt Wege auf, wie man dieses Thema behutsam ins Gespräch bringt und wie man gemeinsam Wege findet, solange es eben möglich ist, sie zusammen zu gehen. Denn geliebte Menschen, insbesondere die eigenen Kinder, sind immer Teil des Prozesses: Sie erleben das Leben, die Krankheit, die Angst und die Trauer hautnah mit. Dieses Buch schaut dort hin, wo viele lieber wegsehen- und genau deshalb ist es so wichtig.
Ein tolles Buch. So wichtiges Thema, was jeden Einzelnen betrifft. Finde die Autorin auch klasse. Habe stellenweise Tränen vergossen, aber bin dennoch der Meinung, dass es noch ausführlicher hätte sein können.
Du denkst, du hast alle Zeit der Welt. Eine leise Stimme in dir weiß zwar, dass du eines Tages sterben wirst, aber es ist eben genau das: eines Tages. Nicht heute, nicht morgen, nicht nächstes Jahr. Denn Sterben ist etwas, das alte und kranke Menschen betrifft. Und du bist jung und gesund. Gerade noch sitzt du mit deinem Mann und deinen drei Kindern beim gemeinsamen Abendessen. Ihr unterhaltet euch, scherzt herum, lacht über die aufgeweckten Sprüche des siebenjährigen Sohnes. Ein ganz normaler Abend eben. Einer von so vielen. Stunden später wirst du eben jenen lebensfrohen kleinen Jungen tot in den Armen halten. Plötzlicher Herztod, das Ende eines Lebens noch bevor dieses Leben überhaupt richtig beginnen konnte. Dein Herz, zerrissen und überlastet von deiner Trauer, deiner Verzweiflung und deinem Schmerz, macht, was es, wie sich herausstellen soll, schon zu jedem anderen Zeitpunkt hätte tun können: Es gibt auf. So erfährst du also von deiner angeborenen und erblichen Herzerkrankung, die dir in jedem einzelnen Moment deines 38-jährigen Lebens den Tod hätte bringen können. Inmitten der Trauer um den Verlust deines Sohnes kämpfst du nun aus dem Nichts auch um dein eigenes Leben.
Zwei Jahre ist es her, dass Katja Lewinas Leben von einer Sekunde auf die andere für immer verändert wurde. Der Tod ihres Sohnes, die Auswirkungen seines Todes auf ihre Familie, das Leben mit ihrer Erkrankung. Viel ist passiert in diesen zwei Jahren, die Möglichkeit des Todes ist seitdem kein schwammiger Gedanke für eine ferne Zukunft mehr, sondern real, allgegenwärtig, Alltagsbegleiter. Wie lebt man in dem Wissen, dass das Leben jederzeit vorbei sein könnte? Welche Entscheidungen trifft man, die man vorher nicht getroffen hätte? Wie geht man damit um, dass nicht nur man selbst, sondern alle, die man liebt, sterben können? Wie bereitet man sich selbst und seine Liebsten auf die Möglichkeit des Todes vor? Versucht man alles, um das Unausweichliche möglichst lange aufzuschieben oder schöpft man in der verbleibenden Zeit aus allen Vollen? Wie trauert man, wie ist man für andere, die trauern? Welche Worte braucht der Tod, wie viel Raum sollte er in unseren Gedanken einnehmen? Und: Was zählt wirklich im Leben?
»Wenn ich eins gelernt habe aus allem, dann das: Wir haben wirklich gar nichts in der Hand. Weder unsere Gesundheit noch die unserer Leben, weder unser Leben noch unseren Tod. Alles, was uns bleibt, ist, uns an dem zu freuen, was wir in diesem Moment haben.«
Diesen und vielen weiteren kleinen und großen Fragen und Gedanken des Lebens und des Sterbens widmen sich Lewinas Essays in »Was ist schon für immer«. Ihre Ausführungen sind dabei so ehrlich und nahbar, wie sie nur sein können; kein Schöngerede, keine Plattitüden, sondern Ehrlichkeit und emotionale Nacktheit – eben voll und ganz Katja Lewina. Ich habe großen Respekt davor, wie es Lewina gelungen ist, die eigene Endlichkeit und noch viel mehr den Verlust ihres Sohnes so aufzuarbeiten, wie wir es in »Was ist schon für immer« zu lesen bekommen. Denn trotz der ernsten, schmerzhaften Thematik, ist dieses kurze Büchlein ein leichtes Büchlein. Voll von klugen Gedanken, kleinen Weisheiten und Anregungen für eigene Gedanken. Es ist eine Art Safe Space, die sich hier ermöglicht, sich anhand der Erlebnisse einer anderen Person mit der eigenen Endlichkeit und – vielleicht noch viel dringender – mit der seiner eigenen Liebsten auseinanderzusetzen. Impulse zu finden, wie man selbst auf das Leben und den Tod blicken möchte, was man selbst braucht, um sein Leben glücklich, erfüllt und zufrieden betrachten zu können.
Ein kleines, feines Büchlein mit starker Message: Nichts ist für immer. Nichts gehört uns. Das macht Angst, ja. Aber in der Akzeptanz dieser Erkenntnis liegt unendlich viel Freiheit und vielleicht auch Seelenfrieden.
Mit diesem unscheinbaren, aber gewaltigen Satz beginnt Katja Lewina ihr Buch "Was ist schon für immer - Vom Leben mit der Endlichkeit". Die in Moskau geborene Autorin war bislang für Bücher wie "Sie hat Bock" bekannt, und beschäftigte sich in ihren Werken hauptsächlich mit Sexualität und Beziehungen. Dafür, dass sie sich nun dem Thema Tod widmet, gibt es gleich zwei traurige Gründe: Ihr Sohn Edgar starb plötzlich im Alter von nur sieben Jahren. Als wäre das nicht schon schlimm genug, wurde kurz darauf bei ihr eine lebensbedrohliche Herzerkrankung diagnostiziert.
In "Was ist schon für immer" setzt sich die Autorin mit allen Facetten des Sterbens und des Todes auseinander. Sterbehilfe, Nachlass, die Vorstellung vom "Danach" und die eigene Beerdigung - das sind nur einige der Themen, über die sich Katja Lewina auf sehr direkte Weise Gedanken macht. Sie richtet den Fokus unverhohlen auf die eigene Endlichkeit, ohne dabei Angst zu verbreiten. "Was ist schon für immer" ist eine Einladung an die Leser, sich mit dem Thema Tod und Sterben zu befassen.
Wir haben nur keine Ahnung, ob, warum und wann. Und was danach wohl kommt? Ein Eins-a-Kontrollverlust, würde ich sagen." (Seite 11)
Dabei klingt Katja Lewina mal trotzig, mal sarkastisch, mal ironisch, aber sie schweift nie ab, verliert dieses wichtige Thema, das wir doch nur allzu gern verdrängen, niemals aus dem Blick. Auch ihr eigenes, trauriges Schicksal rückt sie nicht in den Vordergrund. Sie ergeht sich nicht in philosophischen Ausschweifungen und auch abgedroschene Kalendersprüche sucht man in diesem Buch zum Glück vergebens. Und so kommt es, dass Katja Lewina für ihre Überlegungen zur Endlichkeit nur knackige 144 Seiten braucht, die sie unverblümt, klug, mit direkten Worten und vor allem ganz viel Inhalt füllt.
"Was ist schon für immer" ist ein Klebezettelbuch. Schon am Anfang habe ich damit begonnen, kleine bunte Fähnchen an den Rand der Seiten zu kleben, um die verblüffend einfachen und dennoch genialen Gedanken der Autorin festzuhalten.
So wie diesen hier:
"Der Tod gehört nun einmal zum Leben dazu. Uns nicht nur als Lebe-, sondern auch als Sterbewesen zu akzeptieren, ist der einzige Weg, mit ihm zurechtzukommen. (Seite 18)
Mit "Was ist schon für immer", erschienen am 13. August 2024 im DuMont Buchverlag, hat Katja Lewina ein tiefgründiges Buch geschrieben, das trotz seiner zentralen Thematik Tod eine Ode an das Leben ist. Denn wenn man sich wie die Autorin des eigenen Todes bewusst wird, ploppt gleichzeitig die Frage auf, wie man leben will. Was ist wirklich wichtig? Damit befasst sich die Autorin eingehend und gibt ihren Lesern damit zahlreiche Impulse, sich selbst zu hinterfragen.
**** Worum geht es? & Mein Eindruck **** Lewina erzählt hier direkt aus ihrem Leben und nimmt dabei, wie von ihr gewohnt, kein Blatt vor den Mund. Sie erspart den Lesenden Plattitüden oder allgemeine Weisheiten, indem sie uns einfach in ihre Welt eintauchen lässt und dabei vor allem eines versucht: Ehrlich zu sein. Das Leben ist manchmal kein Ponyhof, aber was wir daraus machen, liegt ganz allein bei uns. Das und viele andere lebensbejahende Momente darf man in diesem kurzen Buch mitverfolgen. Man darf sich nehmen, was man möchte, und den Rest einfach mal so stehen lassen, ohne zu urteilen. Kein Meckern, kein Besserwissen und kein Perfektsein. Die Essays sind Ermutigungen und ein authentischer Umgang mit dem Thema Tod. Ich empfand viele Momente als tröstend und war über die Leichtigkeit in der Schwere der Thematik dankbar. Sprachlich ist das Buch anspruchsvoll und flüssig geschrieben, es werden Bezüge zu anderen Werken aufgenommen, was ich auch erfrischend fand. Im Leben darf der Tod eine neue Hoffnung darstellen, und sich damit zu beschäftigen und sich selbst nicht aufzugeben, ist Lewinas für mich gänzlich gelungene Einladung an die Leserschaft.
**** Empfehlung? **** Ein schonungslos ehrliches und zutiefst persönliches Buch. Wer eine andere Perspektive auf Leben und Tod einnehmen möchte, ist hier herzlich willkommen.
Was ist schon für immer: Vom Leben mit der Endlichkeit von Katja Lewina ist ein Buch mit 11 Essays, die sich mit dem Sterben beschäftigen. Seit zwei Jahren weiß Katja Lewina von ihrer Herzerkrankung und dass sie ihr jederzeit das Leben kosten kann. Die Diagnose bekam sie kurz nach dem plötzlichen Tod ihres siebenjährigen Sohnes. Mit einem leichten Ton und recht nüchtern bringt die Autorin den Leser*innen näher, dass wir alle endlich sind. Die Autorin erzählt in ihren Essays nicht nur von alten Menschen, sondern auch von jungen Menschen die Sterben. Sei es eine Krankheit, ein Unfall, es kann jeden immer und überall treffen. Daher schiebe nichts vor die her. Leben jetzt, den jetzt lebst du.
Ich bin mittlerweile Rentnerin. Doch das Sterben ist für mich noch so weit weg. Mit diesem Buch bin ich mir darüber bewusst geworden, dass ich mich schon jetzt darauf vorbereiten, darüber nachdenken sollte. Vielleicht schon einiges regeln und mit den Kindern sprechen. Was soll nach meinem Tod aus mir werden. Keine zu schwere Lest mehr mit sich herumschleppen. Den mit wenigem Gepäck auf den Schultern lässt es sich freier Leben.
Was ist schon für immer: Vom Leben mit der Endlichkeit enthält Geschichten über die man länger nachdenkt.
„Was ist schon für immer“ ist ein leises, aber tief berührendes Buch, das lange nach dem Zuklappen nachhallt. Die Geschichte führt uns vor Augen, wie zerbrechlich das Leben ist und wie schnell sich alles ändern kann. Mit viel Gefühl erzählt das Buch von Verlust, Abschied und der schmerzhaften Erkenntnis, dass es kein echtes „für immer“ gibt – und genau darin liegt seine große Stärke.
Zwischen den Zeilen steckt eine klare, ehrliche Botschaft: Gerade weil unser Leben endlich ist, sollten wir jeden einzelnen Tag bewusst leben. Das Buch erinnert uns daran, wie oft wir uns in Nebensächlichkeiten verlieren, in materiellen Dingen oder dem Streben nach beruflichem Erfolg, während das wirklich Wertvolle viel leiser ist. Es sind die gemeinsamen Momente, die Gespräche, das Lachen und die Liebe zu den Menschen an unserer Seite, die am Ende zählen.
„Was ist schon für immer“ hält uns den Spiegel vor und lädt dazu ein, innezuhalten, Prioritäten zu überdenken und das Leben nicht auf später zu verschieben. Eine emotionale, ehrliche Lektüre, die das Herz berührt und auch mit dem nötigen Humor daran erinnert, dass Liebe das Einzige ist, das bleibt – selbst wenn nichts für immer ist.
Ein Buch über den Tod. Ich habe ehrlicherweise noch nie ein Buch über den Tod gelesen und mich auch bisher selten intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Durch dieses Buch ist mir daher erst bewusst geworden, wie eng der Tod doch mit dem Leben verbunden ist. Auf jeden Fall hat dieses Buch meine Einstellung zu dem Thema verändert und mir in Teilen neue Blickwinkel aufgezeigt.
„Ein Schicksalsschlag macht höchstens kurzzeitig einen besseren Menschen aus uns. Im Grunde sind wir wer wir sind, und ändern und, wenn überhaupt, erschreckend langsam. Und doch, Veränderung ist möglich“
Zum Abschluss trotzdem noch kurz zum Stil der Autorin: Ich mochte die anekdotische Erzählweise mit den philosophischen Ansätzen, auch wenn ich nicht immer ganz den Humor und die Meinung der Autorin geteilt habe.
schon wieder ein buch über den tod! & schon wieder eines, das mit überraschender leichtigkeit über dieses erdrückende thema berichtet. ist es nicht bemerkenswert, was sprache schafft? worte sind so vielseitig, dass selbst der tod auf eine „leichte“ art & weise betrachtet werden kann
katja lewina schreibt in „was ist schon für immer“ so ehrlich und nah aus ihrer biografie, teilt kluge gedanken von ihr und anderen, die etwas über den tod verfasst haben und verpackt es trotzdem auf eine moderne und humorvolle art. auch, wenn ihr humor nicht immer ganz meiner ist, fand ich ihre geschichte bemerkenswert, bewundere sie als person & habe auf diese weise einen zugang zur thematik bekommen, den ich zuvor nicht hatte. einige passagen sind bei mir definitiv hängen geblieben!
Das Buch ist von einer Anfang vierzigjährigen Autorin, die ihren siebenjährigen Sohn plötzlich an einem Herztod verloren hat. Später wurde bei ihr der gleiche Herzfehler festgestellt, was ihr ihre eigene Sterblichkeit noch mehr vor Augen führt. Sie geht das Thema Trauer, Vergänglichkeit und Sterben über kurze Kapitel an. Stellenweise hat mich das Buch abgeholt und zu Tränen gerührt. Aber öfter hatte ich wenig Sympathie mit der Autorin und ihrer selbstbezogenen Art. Es interessiert mich nicht, ob sie sich ein Fadenliftung schon verpasst hat oder nicht. Die Abneigung gegenüber der Autorin hat zu längeren Lesepausen geführt. Gibt bessere Trauerbücher.
„Wir halten die Welt nicht am Laufen, wir sind bloß ein kleiner Teil von ihr. Lassen wir uns von diesen Gedanken tragen, wenn wir uns selbst einmal zu wichtig nehmen sollten. […] Du lebst nur einmal, aber wenn du es richtig machst, reicht das völlig aus.“
Ein tolles Buch über den Umgang mit dem Tod. Aufgrund persönlicher Erfahrungen konnte ich viele Aussagen sehr nachvollziehen. Einiges hat mir neuen Anstoß zum Denken gegeben und mit Sicherheit werde ich immer wieder mal reinschauen in das Buch, um ein wenig Trost oder Antrieb zu finden.
Einfühlsam, ehrlich und mit einer Prise Humor schreibt Katja Lewina über den Tod und das Leben damit. Ich liebe ihre anderen Bücher und wie sie sprachlich Tabus bricht, auch das habe ich gern gelesen, es hat mich persönlich aber nicht so ganz abgeholt. Die Mischung aus Anekdoten und philosophischer Reflektion ist wunderbar gelungen. Allzu tief geht es nicht, aber manchmal braucht man das auch gar nicht. Ein schönes, kurzweiliges, leichtes Buch zu einem sonst so schweren Thema.
Aus der Reihe "Bücher, die ich eigentlich nur wegen der guten Autorin lese": mein erstes Sachbuch zum Thema Tod und Sterben und ich fand es grandios. Sollten alle lesen, die sich bisher noch nicht so viel damit beschäftigt haben. Und dann endlich die verdammte Patient*innenverfügung und Vorsorgevollmacht machen!
Ich finde es super wichtig, über den Tod reden zu können. Es gehört leider zu unserem Leben dazu. Aber je weniger es offen angesprochen wird, desto mehr Angst haben wir. Das Buch von Katja Lewina ist wie ein ehrliches Gespräch mit einem guten Freund, wo man über alles reden kann. Must read.
Wie bei allen von Katja Lewinas Büchern ist man schnell durch. Ein schweres Thema leicht gemacht; ein bisschen wie eine Kurzfassung von "5 Dinge die sterbende am meisten bereuen" erzählt an ihrer persönlichen Geschichte.
3,5/5 tolle Sammlung von Essays, ein paar Hits ein paar Misses. Gerade die letzten Kapitel fand ich nochmal richtig heavy, aber auch schön. Solide Mischung aus verschiedenen philosophischen Theorien und persönlichen Geschichten