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Heimkehr-Trilogie #3

Vielleicht können wir glücklich sein

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Mitte der Vierzigerjahre rückt die Front immer näher an Deutschland heran. Klara ist inzwischen Mutter von vier kleinen Kindern, während ihr Mann Gustav in Schlesien ums Überleben kämpft. Zwischen Bombennächten, Hunger, Terror und Angst versucht Klara ihren Kindern eine schöne Kindheit zu bereiten – doch die Schuldgefühle, das jüdische Mädchen Tolla weggegeben zu haben, wüten in ihr. Als der Krieg vorbei ist und Europa in Trümmern liegt, muss Klara sich fragen, was sie retten konnte von ihren Träumen und Hoffnungen.
Über fünfzig Jahre spä Nach dem Tod ihrer Großmutter entdeckt Isabell einen Karton mit Tonbändern, auf die Klara ihre Lebenserinnerungen gesprochen hat. Mit ihrer Tochter auf dem Schoß, lauscht Isabell der vertrauten Stimme und begibt sich auf eine emotionale Zeitreise. Zu spät erkennt sie, wer ihre oft unnahbar wirkende Großmutter wirklich war – und sie fragt Was hätte ich getan, um die zu schützen, die ich liebe?
Inspiriert durch ihre eigene Familiengeschichte, erzählt Alexa Hennig von Lange mitreißend, klug und empathisch von dem Versuch, menschlich zu bleiben – auch in dunkelsten Zeiten –, und davon, wie die Vergangenheit uns prägt.

›Vielleicht können wir glücklich sein‹ ist nach ›Die karierten Mädchen‹ und ›Zwischen den Sommern‹ der dritte Band der ›Heimkehr-Trilogie‹. Sie ist inspiriert von den Erinnerungen von Alexa Hennig von Langes Großmutter, die diese im hohen Alter auf mehr als einhundertdreißig Tonbandkassetten aufgenommen hat.

299 pages, Kindle Edition

Published August 1, 2024

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Alexa Hennig von Lange

51 books17 followers

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Community Reviews

5 stars
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1 star
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Displaying 1 - 15 of 15 reviews
Profile Image for SusanneH.
518 reviews38 followers
June 14, 2025
Sehr gelungener Abschluss der Trilogie.
Ich habe alle Bände gerne gelesen, diesen mochte ich am liebsten.
214 reviews
August 13, 2024
für mich der Abschluss einer sehr gelungenen Trilogie
Vielleicht können wir glücklich sein“ bildet als dritter Band den Abschluss der Heimkehr-Trilogie und für mich war dieses Buch eine runde Sache.

Wieder wird auf zwei Zeitebenen erzählt.1944, Klara hat mittlerweile 4Kinder und Georg, „Täwe“ ist im Krieg. Ihre Stelle als Leiterin des Kinderheimes hat sie aufgegeben, gibt aber immer noch vor,sich mit dem Regime arrangiert zu haben. Klara versucht ihren Alltag zu meistern, sofern das unter den Umständen möglich ist. Mit ihren Gedanken ist sie oft bei Tolla, die sie in gutem Willen, dass es ihr dann besser geht, mit der Kinderlandverschickung nach England verschickt hat. Der Zug ist aber nicht in England angekommen, sondern in Theresienstadt. Klara macht sich Vorwürfe, vor allem als Täwe ihr berichtet, dass Tolla eine der Menschen war, die er auf dem „Todesmarsch“von Ausschwitz gesehen hat.Lebt Tolla noch? Schon seit langem bleiben ihre Briefe unbeantwortet. War es falsch Tolla wegzugeben?

In der Gegenwart ist Isabell, die Enkelin von Klara diejenige , die zusammen mit ihrer Mutter das Haus ihrer Großmutter nach ihrem Tod ausräumt und dabei die Kassetten ihrer Großmutter gefunden hat, auf denen sie ihre Geschichte und die von Tolla, einem jüdischen Mädchen, die sie als ihre Tochter ausgegeben hat, erzählt. Isabell will Klaras Lebensgeschichte als Buch herausbringen und beschäftigt sich ausgiebig mit Klaras Geschichte. Klara, die Großmutter, die immer etwas harsch und streng mit ihr war und die ihrer Ansicht nach mehr gegen das NS Regime hätte vorgehen sollen,mehr Widerstand hätte leisten können und nicht wie Klara, sich arrangieren .

Gerade hier im letzten Band der Trilogie wird noch mal der Unterschied des Denkens innerhalb der Generationen klar. Wer hat sich schuldig gemacht?Hätte man mehr wissen können und dementsprechend handeln?Hätte man Tolla retten können?

Ich kann mich daran erinnern, dass auch ich viele dieser Fragen meinen Eltern gestellt habe. „Warum habt ihr nicht mehr Widerstand geleistet, ihr könnt mir doch nicht erzählen, dass ihr nichts gewusst habt.“
Es ist immer leicht aus einer Komfortzone heraus Vorwürfe zu machen, aber gerade dieses Buch zeigt auf, wie schwierig es war, durch diese Zeiten zu kommen. Nicht jeder war geeignet und mutig genug in den Widerstand zu gehen, viele haben im Kleinen Widerstand geleistet, wie Klara mit Tolla. Hätte sie das Leben ihrer vier Kinder auf‘s Spiel setzen sollen.?Ich denke auch, dass die Menschen zu der Zeit Verdrängung als Mittel der Wahl angewandt haben, um nicht verrückt zu werden. Wenn sie alles an sich herangelassen hätten, hätte sie die Zeit nicht überlebt. An Klara sieht man, wieviel Kraft es sie gekostet hat, für ihre Kinder stark zu bleiben und ihnen eine einigermaßen „schöne „Kindheit zu bieten in all dem Elend und der Gewalt und gleichzeitig nach außen den Schein aufrecht zu erhalten regimetreu zu sein. Was wäre die Alternative gewesen, was hätten wir gemacht mit 4 Kindern?

Ich finde es ist der Autorin gut gelungen diesen Zwiespalt darzustellen, die Schuld, die Klara immer in sich trug Tolla gegenüber, die sie in ihrem Innern verschließen musste, um nicht verrückt zu werden.
Wer sind wir und woher nehmen wir die Arroganz hier Vorwürfe zu formulieren, wo wir uns nicht im Ansatz vorstellen können, was diese Menschen durchgemacht haben.

Wir leben in einer Demokratie,in der wir ohne Angst vor Strafe unsere Meinung äußern dürfen.Wir haben nur durch Berichte aus den Medien eine Vorstellung davon, was in Autokratien passiert und mir reicht schon die Vorstellung, um Verständnis und vor allem Respekt vor Menschen zu haben, die einfach nur versuchen zu überleben.

Bücher wie diese sind wichtig, um daran zu erinner, welches Unrecht geschehen ist und vor allem, wie gut es uns heute geht. Kämpfen wir dafür, dass so etwas nie wieder geschieht.
Profile Image for Claire.
7 reviews
September 12, 2025
Es liegt eine solche Schwere über diesen Teil der Geschichte, welche man nicht beschreiben kann.
Dennoch war das Ende sehr überstürzt, was meiner Meinung nach die ganze Realität, die mühsam in den ersten zwei Teilen aufgebaut worden ist, zerbrechlich wirken lässt. Aber das soll sie ja nicht sein. Deswegen leider nur 3 Sterne, ich habe es aber trotzdem gerne gelesen.
Profile Image for Isabelle.
87 reviews19 followers
December 17, 2025
Leider enttäuschend. Wie bereits in den vorherigen Bänden wird das Thema Mitläuferschaft und Mittäterschaft im Zweiten Weltkrieg auch hier nicht überzeugend und realistisch genug aufgearbeitet. Gerade bei dieser historischen Verantwortung bleibt das Buch für mich zu oberflächlich und zu unklar.

Hinzu kommt, dass ich die Geschichte selbst deutlich weniger spannend fand als im ersten und zweiten Band. Obwohl man sich dem Ende der Trilogie nähert, fehlt es der Handlung an Spannung und erzählerischem Zug. Das „Einweben“/Erwähnen von Tolla — puh, schwierig.

Besonders schwach ist das Ende: hastig, überstürzt und spürbar unfertig. Für den Abschluss einer Trilogie, die über drei Bände hinweg aufgebaut wurde, ist das Finale erstaunlich kraftlos und unbefriedigend. Viel Potenzial bleibt ungenutzt; inhaltlich wie erzählerisch.

Grundsätzlich bleibt das Buch mit der Thematik der Mitläuferschaft interessant als Diskussionsstarter. Außerdem (wie auch bei den Büchern von Trude Teige) ist es wichtig, die Geschichten der damaligen Zeit aus Sicht der Frauen zu erzählen, vor allem, wenn dann auch noch Originalaufnahmen vorhanden sind.

Ich schwanke zwischen zwei und drei Sternen. Vielleicht mit mehr zeitlichem Abstand noch mal eine andere Bewertung.
Profile Image for Antonia.
12 reviews
March 31, 2025
ich habe diese trilogie sehr geliebt. die charaktere und besonders den schreibstil. eine empfehlenswerte romanreihe, die an ein zeitgeschehen erinnert, welches sich niemals wiederholen darf
Profile Image for Avalonia's Lesereich.
358 reviews2 followers
February 21, 2025
5 Sterne = Perfekt, eine absolute Empfehlung

Im letzten Band der Heimkehr-Trilogie begleiten wir Klara durch die letzten beiden Kriegsjahre. Wir erleben ihren Alltag, den sie allein mit ihren vier Kindern bewältigen muss und erfahren ihre Ängste, Sorgen und Hoffnungen, die sie in sich trägt. Durch den sehr langsamen, ruhigen und detailverliebten Schreibstil der Autorin kommen wir Klara dabei unglaublich nah.

Auch im Erzählstrang der Gegenwartsebene kommen wir Klaras Enkelin Isabel mit dem dritten Band nochmal ein ganzes Stück näher und erfahren auch einiges aus ihrem Leben.

Das Ende kommt dann recht plötzlich. Ich hätte auch nach dem Krieg noch gerne mehr über Klara und ihre Familie gelesen und auch in der Gegenwartsebene noch mehr über Isabel erfahren, wie sie sich weiter mit der Vergangenheit ihrer Großmutter beschäftigt und wie sie für sich all ihre offenen Fragen beantwortet.

Insgesamt hat mich diese Trilogie tief berührt und auch zum Nachdenken über die Geschichte der eigenen Vorfahren angeregt. Eine Geschichte, die ich so schnell nicht vergessen werde...
17 reviews
March 9, 2025
"Was glaubten all die anderen Deutschen, was mit den Juden geschah? Interessierte es sie überhaupt? War es ihnen egal? Wurden sie dadurch schon zu Tätern?"

Bewegende Geschichte einer Frau, die diese Jahre erlebt und überlebt hat... Wie viel kann und muss ein Mensch verdrängen und aushalten, um weiterleben zu können? Wie war es jemals möglich, dass eine Gesellschaft ihre Menschlichkeit verloren hat? Möge sich unsere Geschichte niemals wiederholen. Hass und Verachtung sind kein Weg. Nur Liebe.
Profile Image for Oneofthefoxes.
746 reviews24 followers
September 27, 2024
Die nationalsozialistische Diktatur ist nicht einfach so über Deutschland bekommen. Sie ist den Menschen nicht einfach passiert. Deutschland wurde nicht davon überrollt. Im Gegenteil, es waren unsere Großeltern, Urgroßeltern, Vorfahren also, die dazu beigetragen haben. Mit allem was sie getan oder nicht getan haben, wurde die Diktatur ermöglicht und gestützt. Die Menschen waren eben nicht passiv und ja, es war gerade auch im Alltag nicht immer alles so gefährlich und unmöglich etwas zu tun, wie es uns gerne glauben gemacht wurde. Die Schweigekultur nach 1945 hat zu dem dazu beigetragen, das heute jeder fünfte sogar meint, ihre Großeltern seien im Widerstand gewesen (Funfact: Das kann gar nicht stimmen. Und tut es auch nicht.)

Sich die Diktatur schön zu reden, das ist in Deutschland die neue Superkraft...

Alexa Hennig von Lange hat über einen sehr privaten Zugang, versucht, sich diesen ganz normalen Menschen zu nähern. Sich der Frage zu stellen, was eigentlich im Alltag dieser Zeit so passiert. Wer stützt wann und wie und warum die bestehenden Zustände. Was passiert mit der eigenen Menschlichkeit? Die Kassetten ihrer eigenen Großmutter waren ein Ausgangspunkt, allerdings hat die Autorin dann schnell gemerkt, das viele Fragen offen blieben. Dinge über die ihre Großmutter auch in der Rückschau nicht gesprochen hat. z.B. über Verbrechen, die eindeutig sichtbar vor ihrer Haustür stattfanden.

Einerseits ist vieles dabei schonungslos ehrlich. Andererseits sitzt die Autorin dann doch auch diesem Mythos auf, das es ja schon so viele anständige Deutsche gab und alle Figuren die sie in den Fokus setzt sind daher natürlich vor allem irgendwie dagegen und mehr so hineingeraten in diese ganze Sache. Und sowieso eigentlich wirklich gar nicht dafür, nur diese dummen dummen Umstände...

Klara setzt sich eigentlich kaum mit ihrer eigenen Schuld auseinander, obwohl sie mit Tollas Geschichte und Leben immer wieder konfrontiert ist, will sie die Wahrheit nicht sehen. Fühlt sich gar von der Existenz Susannes, angegriffen, weil diese es wagt Dinge aus zu sprechen und ihr den Spiegel vor zu halten. Der interessante Konflikt wird hier aber meiner Meinung zu gefällig gelöst. Ich finde persönlich, das die Geschichte an den wichtigen Stellen nicht mehr wagt. Nicht mehr in den Blick nimmt, das es eben nicht einfach so passiert ist. Das Passivität eben nicht der Schlüssel dazu war. Sondern aktives Handeln. Dazu muss man keinen aktiven Mord begangen haben. Ja, die Schuldfrage, die Täterfrage ist komplex. Aber meiner Meinung nach kann man sich dem eben nicht entziehen. Klara verschließt sich immer wieder vor der Konfrontation.

Es ist nicht so, das man sie nicht auch versteht. Sie hat vier kleine Kinder. Ihre Karriere war ihr wichtig , gleichzeitig hat sie schon sehr genau gewusst, wem sie sich da andient. Das wird in der Reihe durchaus deutlich. Ihre Schuld an Tollas Schicksal sorgt für ein Lebenslanges Trauma. Klara hüllt sich in Schweigen bis zum Schluss. Die Entschuldigungen ihres Handelns werden in die nächste Generation übertragen. Schade fand ich, das es eigentlich recht wenig Kapitel in der Jetztzeit gibt, da ich finde, das dieser Konflikt dort auch noch stärker hätte diskutiert werden sollen. Gleichzeitig haben wir eigentlich nicht richtig gelernt, die richtigen Fragen zur richtigen Zeit zu stellen. Ich habe wie Isabelle nicht mehr die Möglichkeit unbequemes anzusprechen. Alles sträubt sich, das Thema überhaupt noch in Familien zu diskutieren, weil viele sich sofort angegriffen fühlen, wenn man nach hakt. Es tut weh, sich Wahrheiten stellen zu müssen, die eindeutig darauf hinweisen: Im Widerstand waren die wenigsten. Kaum jemand hat jüdische Nachbarn gerettet, die Wahrheit ist: Ein ganzes Volk hat davon profitiert. Und indirekt profitieren wir noch immer. Viele Wirtschaftsunternehmen haben ihr Vermögen über Zwangsarbeit erhalten. Zuufällig tauchen in den meisten Firmenhistorien die Jahre zwischen 1933 und 1945 gar nicht erst auf...

Opa war kein Nazi?? In Deutschland (und Österreich) eher unwahrscheinlich. Und dieser Wahrheit müssen wir ins Gesicht blicken. Heute mehr denn je.
Profile Image for Magnolia .
583 reviews3 followers
August 22, 2024
Sehr lesenswert

Mit „Vielleicht können wir glücklich sein“ hat die Heimkehr-Trilogie ihr Ende gefunden. Es sind beeindruckende Bücher voller Leben, voller Sorgen und doch auch voll Hoffnung, auch wenn diese zeitweise verloren scheint. Die Trilogie beginnt mitten in der Weltwirtschaftskrise 1929 und endet mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Alexa Hennig von Lange hat sich von den Lebenserinnerung ihrer Großmutter inspirieren lassen, die diese auf mehr als 130 Tonbandkassetten gesprochen hat.

Auch dieser dritte Band wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Los geht es mit Isabell, der Enkelin von Klara, im Jahre 2000. Mit ihrer kleinen Tochter auf dem Schoß liest sie den Brief ihres Großvaters, den er kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges an seine Frau geschickt hat. Er berichtet von Tolla, die Klara damals, als die Juden vor den Nationalsozialisten nicht mehr sicher waren, als ihr Kind ausgegeben hat. Um das Überleben des jüdischen Mädchens zu sichern, hat Klara sie schweren Herzens mit den Kindertransporten nach England gehen lassen, nur ist sie dort nie angekommen. Er hat sie bei einem der Todesmärsche gesehen, schreibt er. Sie alle waren nur noch Haut und Knochen, in Lumpen gewickelt und brach einer zusammen, wurde er von den SS-Wachen erschossen.

Mit Klara sind wir dann im September des Jahres 1944. Ihre vier kleinen Kinder muss sie alleine großziehen, ihr Mann Georg kämpft wie alle wehrdiensttauglichen Männer für das Vaterland. Der Kinder wegen musste sie die Leitung im Frauenbildungsheim aufgeben, sie hat genug damit zu tun, ihren Alltag und den ihrer Kinder zwischen Fliegeralarm und dem Überleben einigermaßen erträglich zu gestalten. Stramme Nazis im Ort wachen über jedes Wort und sind sofort zur Stelle, wenn dem Regime ihrer Meinung nach nicht genug gehuldigt wird.

Mit Kriegsende endet auch die Heimkehr-Trilogie. Die fiktive Figur Klara steht im Mittelpunkt dieser Erzählung. Alexa Hennig von Lange hat viel von ihrer Großmutter mit einfließen lassen, die sie beim Hören der Kassetten nochmal ganz neu kennengelernt hat. Sie nimmt ihre Leser direkt mit hinein in Klaras Familie, ich erfahre von den Pflichtschulmädchen, die kinderreiche Familien unterstützen. Das jüngste ihrer Kinder liegt noch im Waschkorb, der älteste ist mit seinen sechs Jahren so vernünftig, wie man es einem Sechsjährigen nicht zutraut. Ich bin direkt dabei, wenn die Sirene feindliche Flieger ankündigt und sie sich schleunigst in Sicherheit bringen müssen. Ich spüre eine tiefe Beklemmung, wenn ich vom täglichen Spagat zwischen der eigenen Überzeugung und dem, was nach außen dringen darf, lese.

Von den beiden Erzählebenen hat mich vor allem Klaras Erzählstrang tief beeindruckt. Man merkt förmlich, welch Gewicht auf ihr lastet. Erst gegen Ende ihres Lebens konnte Klara wenigsten dem Tonband diese Jahre anvertrauen. Ihre Geschichte steht stellvertretend für viele andere Schicksale in einer finsteren Zeit. Eine Zeit, die den Menschen viel abverlangt hat. Die Heimkehr-Trilogie ist ein einfühlsam erzähltes Zeugnis einer Zeit vor dem geschichtlichen Hintergrund voller Entbehrungen und schrecklichen Erlebnissen, aber auch voller Liebe und Fürsorge.
Profile Image for tansmariechen.
375 reviews2 followers
August 19, 2024
Den Roman “Vielleicht können wir glücklich sein” hat Alexa Hennig von Lange am 13. August 2024 gemeinsam mit dem Verlag DuMont herausgebracht. Es ist der 3. Teil der Heimkehr-Trilogie und damit der Abschluss. Der Roman kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Ich empfehle jedoch, die Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
Es hat nur ein paar Sätze gedauert und schon war ich in die Geschichte versunken. Alexa Hennig von Lange erzählt in einem literarischen Schreibstil, der sich locker und leicht lesen lässt. Für jeden, der das Wort mag, ist jede Zeile ein Genuss.
In erster Linie beschäftigt die Autorin den Leser mit der Zeit um 1945. Klara müht sich ab, so gut sie kann. Sie kümmert sich um ihre vier Kinder. Gleichzeitig kämpft ihr Mann Gustav in Schlesien um das Überleben. Der schreckliche Krieg neigt sich dem Ende entgegen und es kommen die Alliierten. Klara fragt sich, ob es einen neuen Anfang geben kann. Lockere 50 Jahre später beschäftigt sich Klaras Enkelin Isabell mit dem Nachlass ihrer Großmutter. Tonbandaufnahmen erzählen ihr aus Klaras Leben und Isabell entdeckt viele Seite an Klara, die ihr bisher verborgen geblieben sind.
Alexa Hennig von Lange erzählt aus der dunklen Vergangenheit Deutschlands. Klara ist eine starke Frau. Sie bemüht sich, in einer schwierigen Zeit das richtige zu tun. So versteckt sie über 10 Jahre ein jüdisches Flüchtlingsmädchen und gibt sie als ihre Tochter aus. Später verschickt sie das Mädchen nach England, wo es nie ankommt. Klara lässt die Frage nicht los, was mit dem Mädchen geschehen ist.
Das Besondere an dieser Geschichte ist das Gefühl das die Autorin mir beim Lesen vermittelt. Es ist eine Gänsehautmischung aus Neugier, Empathie, Achtung und der Frage, was hätte ich in der Zeit gemacht? Wäre ich auch so mutig gewesen?
Mit dieser Erzählung habe ich viele unterhaltsame und berührende Lesestunden ab vom Alltag verbracht. Die Geschichte “Vielleicht können wir glücklich sein” empfehle ich gerne allen Lesern, die sich für die deutsch-deutsche Geschichte interessieren.
139 reviews
September 21, 2024
Letzter Teil einer Trilogie

In diesem Band werden die letzten Monate des zweiten Weltkriegs erzählt. Wie erging es Klara und ihren vier Kindern? Wie lebt es sich mit der Ungewissheit, wenn der geliebte Ehemann an der Front ist?

Meine Meinung

Ich habe nur diesen Roman gelesen und ich konnte der Erzählung sehr gut folgen, obwohl ich gerne ein paar Hintergrundinformationen mehr gehabt hätte. So empfehle ich jedem Leser die ersten Bände zuerst zu lesen.

Dieses Buch ist spannend, jedoch hat es mich nicht so gepackt wie andere Bücher dieses Genre.

Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig und die Personen und Handlungen werden sehr gut erklärt und verständlich beschrieben.

Am Schluss hätte ich mir ein paar Informationen mehr über Gustav und seinen Sohn gewünscht, das ging mir zu schnell. Alles in allem ein sehr guter Roman, den ich jedem Leser empfehlen kann, zumal es sehr gut die Zeiten von damals schildert.

4 Sterne und eine Kaufempfehlung für alle Leser
Profile Image for Lisa.
2 reviews
October 1, 2024
Ich hab die ersten beiden Teile geliebt und habe den letzten Teil verschlungen. Leider bleiben sooo viele Fragen viel zu kurz erklärt und es wirkt unfertig. Ich war einfach ein wenig enttäuscht, da die geschichte einfach unrund endet.
Profile Image for Susanne Krollik.
36 reviews
November 30, 2025
Das Buch sensibilisiert für die Nöte und Zwänge des Krieges. Und die Last, die jedem einzelnen Mensch damit auferlegt wurde. Die Intergration der fiktiven Geschichte um Tola fand ich nicht sehr gelungen.
Profile Image for Elmãr.
15 reviews
August 14, 2024
Mann, harter Tobak über das Leben von einfachen Menschen in der NS Zeit.
Displaying 1 - 15 of 15 reviews

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