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Muskeln aus Plastik

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Kay ist schwer verknallt – und schwer erkrankt. Auf den Crush folgt jedes Mal ein Crash, auf starkes Herzklopfen Migräne, auf Knutschen Gliederschmerzen. Während Kay versucht, den Folgen von Long Covid zu entkommen, bringen nur die Sehnsucht nach Aron und der Wunsch nach einem starken, androgynen Körper Linderung. „Muskeln aus Plastik“ beschäftigt sich mit chronischer Erkrankung und Transness – und der Art und Weise, wie unsere Gesellschaft über „gesunde“ Körper nachdenkt und spricht. Gibt es überhaupt eine Sprache für Schmerz? Jenseits aller formalen und intellektuellen Traditionen untersucht Selma Kay Matter die dünne Linie zwischen Lust und Schmerz und erdenkt dabei neue Formen von Care, Intimität und queerem Widerstand – ein beeindruckendes, intuitives und bewegendes Debüt.

256 pages, Kindle Edition

Published October 1, 2024

49 people are currently reading
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About the author

Kay Matter

1 book3 followers

Ratings & Reviews

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Community Reviews

5 stars
167 (37%)
4 stars
170 (38%)
3 stars
83 (18%)
2 stars
17 (3%)
1 star
3 (<1%)
Displaying 1 - 30 of 46 reviews
Profile Image for aktiv müde.
68 reviews4 followers
November 30, 2024
als queere, behinderte Person sehr froh, dass es dieses Buch gibt. Die wechselnde Tonalität und der ständige Wechsel ins Englische haben mich teils sehr rausgebracht.
Die Fixierung auf Fitness und Aron haben irgendwie an mir gerieben, gerade weil Fitness für mich etwas enorm neoliberales und auf den Körper zurückgeworfenes hat.
Dafür umsomehr die Wünsche, Ängste und den Neid auf andere, die mehr Care bekommen nachempfunden. Die eignen Gedanken auf Papier wiederzufinden ist irgendwie heilend, darum happy über das Buch.
Profile Image for Lilly.
37 reviews4 followers
October 24, 2024
As a trans-masc mit semi-chronischen Schmerzen wars oft sehr (painfully (literally)) relatable!
Bei einigen soziologischen Stellen bin ich nicht 100% mitgekommen aber das ist okay & ich freu mich sehr, dass dieses Buch existiert <3
Profile Image for Sel Caeyos.
23 reviews
October 24, 2024
I already knew I needed this book in my life but reading it made me realize even more how much I actually did.
ganz ganz gaaaanz viel liebe
💕💕💕💕💕
Profile Image for Foks.
111 reviews3 followers
October 13, 2024
„Beim Schreiben an diesem Text begleitet mich ein großes Unbehagen. Ich fürchte mich vor euren Aggressionen, wenn ich euch zu meinen Zeig_innen mache.“

Kurze Nächte, lange Tage, 2 Zitate.

„Chronische Erkrankungen haben im Gegensatz zu Unfällen meiner Meinung nach vor allem ein dramaturgisches Problem: Care & Empathie halten maximal so lange wie ein Gips, und man weiß doch genau, wie das ist, wenn der Gips irgendwann gräulich und muffig wird und alle schon unterschrieben haben.

Kein einfaches Buch, aber alle sollten wissen, wie die ewige Suche nach einer Sprache für Schmerz ist.

Ich habe 5⭐️ gegeben, weil die Thematik so wichtig ist. Jedoch hatte ich ein paar Probleme mit dem Sprachwechsel beim lesen.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Nadin.
Author 1 book28 followers
July 9, 2025
Ich hatte erst Lust auf einen Roman, mich dann auf eine Memoir eingestellt und wurde von Essaypassagen mit vielen Fußnoten überrascht. Was als Stilmix distanzieren könnte, ging mir hier gerade voll nahe, in all der Authentizität und Kreativität und Reflexion. Jetzt habe ich viel gelernt und möchte gern weiter lesen.
Profile Image for Iz.
150 reviews
September 26, 2024
ganz viel neues, ganz viel vertrautes, ganz viel liebe, ganz viel schmerz.


“Ich frage mich, ob es überhaupt etwas anderes gibt als die bloße Abwesenheit von Schmerzen. Ich meine eine Art Nicht-Schmerz, der mehr ist als ein Negativ.”

“Ich bin horny und erschöpft. Es ist halb zwölf.
Für heute habe ich es geschafft. Ich habe die Akte performt, die ich jeden Tag wiederholen muss.
Wir treten hinaus in die Sonne, meine Beine frieren. Ich bin so high wie seit Monaten nicht.”
Profile Image for Valentina.
83 reviews2 followers
Read
April 28, 2025
Ich finde es gerade extrem schwer, dieses Buch zu reviewen.
Erst mal ist es natürlich extrem schön, dass es diesen Text gibt und ich habe viel gelernt. Mir hat insbesondere Matters radikale Ehrlichkeit gefallen.
Allerdings war er teilweise etwas holprig zu lesen. Zum einen gab es einen ständigen Wechsel von deutsch zu englisch und Denglish. Dann wurden auch sehr viele Fachbegriffe eingeführt und verwendet, was natürlich in diesem Kontext Sinn ergibt, aber ehrlich gesagt kam ich irgendwann nicht mehr so richtig mit. Das kann auch daran liegen, dass ich das Buch relativ schnell lesen musste und unter anderen Umständen hätte ich mich noch mal tiefer damit beschäftigt. Nichtsdestotrotz habe ich auch schon wissenschaftliche Texte gelesen, bei denen es mir leichter fiel die ganzen Begriffe auch in kurzer Zeit einzuordnen.
Ich würde schon sagen, dass das Buch sehr lesenswert ist, aber man sollte auf jeden Fall genug Zeit und Kapazitäten investieren!
Profile Image for malena.
87 reviews1 follower
January 20, 2025
wow, einfach unglaublich schön. ich bin so berührt, das buch hat zu mir gesprochen als wäre die person schon immer mein*e beste*r freund*in.
Heilung ≠ Gesundwerden, das hat mich getroffen, was bedeutet gesund werden und für wen ist das möglich? Ich hab so viel gelernt, über mich selbst und andere und wie ich helfen kann und wie ich um hilfe bitten kann oder sie erwarten darf. ein wahnsinnig beeindruckendes debüt, lesen lesen lesen!
Profile Image for Manuel.
64 reviews10 followers
December 8, 2025
Hatte einen Roman erwartet und war teilweise mit sehr theoretischen Textpassagen überfordert. Dennoch einige Literaturhinweise mitgenommen und durch die romanartigen Textpassagen geflogen.

Tolles Buch, das Intersektionalität schreit und zeigt, wie eindrücklich Stimmen von Betroffenen sind und warum sie in den Mainstream gehören.
Profile Image for Jule.
345 reviews14 followers
March 3, 2025
Ich mochte das Buch und gleichzeitig war es sehr anstrengend für mich zu lesen. Und dennoch fällt es mir schwer, Kritik anzubringen. Teilweise waren mir die Fußnoten und Zitate zu viel beziehungsweise für mich nicht schlüssig in den Text eingebunden. Das Themenhopping und die Fülle an Szenen hat mich überfordert. Könnte mir aber auch vorstellen, dass das bewusst so gewählt wurde - dann wiederum halte ich es für gut gelungen.
Profile Image for JudithKuhdith.
12 reviews
June 10, 2025
Habe mich oft gefühlt als würde mir das Buch aus der Seele sprechen. Mit dem Schreibstil hatte ich meine Schwierigkeiten. Trotzdem toll!

"Chronische Erkrankungen haben im Gegensatz zu Unfällen meiner Meinung nach vor allem ein dramaturgisches Problem: Care & Empathie halten maximal so lange wie ein Gips, und man weiß doch genau, wie das ist, wenn der Gips irgendwann gräulich und muffig wird und alle schon unterschrieben haben.“
8 reviews1 follower
October 30, 2024
Ein sehr bewegendes und berührendes Buch. Persönlich und politisch, poetisch und nachdenklich. Die Bilder die Kay zeichnet mit deren Erzählungen und die kleinen Momente aus dem Alltag schaffen eine Nähe zur Geschichte, wie ich so selten erlebt habe. Absolute Empfehlung!
5 reviews
November 28, 2024
Eine für mich perfekte Mischung aus Theorie, Autofiktion, Essay, Surrealismus etc. … Wahnsinnig ehrlich & klug geschrieben und enthält spannende Denkansätze/Theorieverknüpfungen.
Profile Image for Timea.
35 reviews5 followers
January 13, 2025
Queer folks go read this! 🫰🏼
Profile Image for Hanna.
58 reviews8 followers
December 20, 2025
Bin leider mit dem Aufbau des Buches nicht klargekommen. Durch die kurzen Absätze und die wissenschaftlichen Theorien und Fußnoten fand ich es unglaublich schwer dranzubleiben und den Zusammenhang zu verstehen. Dafür das sich das Buch viel mit Zugänglichkeit befasst, fand ich es selbst leider nicht wirklich zugänglich. Trotzdem verbindet Kay Matter unglaublich wichtige Themen wie Long COVID, transitioning, queeres Begehren und care auf eine ganz besondere Art und weise, die ich sehr echt und berührend fand.
Profile Image for Juno.
53 reviews2 followers
Read
May 19, 2025
Ich weiss noch nicht so genau...
Einerseits war das Buch nicht was ich erwartet habe und das ist allein meine Schuld, ich hatte einfach ein falsches Bild und das Buch kann nichts dafür, dass es dieses Bild nicht erüllt hat. Andererseits hat mich auch sonst etwas gestört, ich kann aber nicht benennen was.

Ich finde das Buch definitiv wichtig und wünsche mir, dass es gerade nicht-behinderte, cis und hetero Menschen lesen aber auch für Queer Crips, so wie mich ist das Buch was.
Profile Image for Vicky.
283 reviews32 followers
December 11, 2024
“Ich hätte lieber Schmerzen gehabt, die positive Aufmerksamkeit brachten; einen Knochenbruch, eine Platzwunde; stattdessen wurde ich früh mit den Stigmata langsamer Erkrankungen versehen; Neurodermitis, Depression, Migräne, Allergien.” (S. 99)


Wenn ein junger Mensch von einer nach außen nicht sichtbaren, chronischen Krankheit betroffen ist, dann wohnt dieser Tatsache eine besondere Tragik inne, die abgekoppelt existiert von der allgemeinen Tragik, die jede schwere Krankheit mit sich bringt. Selma Kay Matter (1998 geboren), Autor*in von “Muskeln aus Plastik”, ist von vielen solcher Krankheiten betroffen, die deren Leben bestimmen. Matter ist seit Kindheit chronisch krank, das Buch beginnt als dey nach einer Corona-Erkrankung auf das "Fatigue-Syndrom" und/oder auf Long Covid untersucht wird.


“Muskeln aus Plastik” ist ein hoch intellektueller Text, gespickt mit Zitaten und Querverweisen, voller Fußnoten, Quellenangaben und spezieller Begrifflichkeiten, von denen ich viele erstmal nachschlagen musste. Die Kapitel haben unterschiedliche Schwerpunkte, manche sind surreal, manche sehr intellektuell-wissenschaftlich, oft erkennt man in den dialogisch geprägten Abschnitten deren Profession als Dramatiker*in. Der autobiografische Fokus: Das Aufwachsen in privilegierten Verhältnissen in der Schweiz, die Weiterentwicklung hin zu einem unabhängigen Leben in Berlin, das Bedürfnis nach Care und körperlicher Zuwendung, Transidentität. Ist es ein autofiktional-literarisches Sachbuch?

Vielleicht am ehesten. Der Text inspiriert jedenfalls, er animiert mich dazu, weiter zu denken: Der Körper als Gefängnis, Schillers Aussage: “Es ist der Geist, der sich den Körper baut.” Dey setzt sich zum Beispiel mit dem Wesen des Schmerzes auseinander: "Alles ist im Verhältnis zum Schmerz” (S. 93). Selma Kay Matter macht sich komplett nackt vor uns Lesenden. Dey verhüllt sich selbst nicht, indem dey sich in eine literarische Persona zurückzieht und lediglich den Anschein eines autofiktionalen Einflusses geltend macht. Nein, dieses Buch ist - so nennt dey es in den Fußnoten - kein Roman, sondern ein “Essay”. Ich würde sagen, es ist ein experimenteller schriftstellender Versuch, sich die eigene Krankheit, die deren ganzes Wesen bestimmt, komplett zu erklären. Dey sagt zum Beispiel: “Seit ich Schmerz empfinde, sehne ich mich nach einer Sprache dafür.” (S. 94) Matter schreibt über die Einsamkeit des Schmerzes, über die Dramen, die sich im eigenen Inneren einer kranken Person abspielen. Dey schreibt über den Wunsch, sich mitzuteilen und die Unmöglichkeit, dies jemals komplett zu erreichen. Schmerzempfinden ist sprachlos. Und dennoch ist das vorliegende Buch ein Versuch, den Schmerz zu teilen, ihn sichtbar zu machen. Auch ist es eine Möglichkeit der Verweigerung des eigenen Daseins in der Schriftlichkeit, schließlich hadert Selma Kay an mehreren Stellen im Buch mit der eigenen Vergänglichkeit: “Vielleicht ist das auch, warum ich schreibe: um das Geschehen zu zwingen, bleibende Spuren zu hinterlassen, anstatt spurlos in der Ewigkeit zu verschwinden.” (S. 51)


Natürlich sind Geschlechtsidentität und Sexualität auch immer auf den Körper bezogen und wichtige Themen in “Muskeln aus Plastik”. Matter bezeichnet sich selbst als “nicht binäre trans* Person” (S. 202) und wir dürfen dey etwas auf deren körperlicher Transformation begleiten. Auch deren trans*Freund*innen Aron und Ilay lernen wir kennen und die warmherzige Solidarität, die zwischen diesen Menschen herrscht. Das Konzept von “Care-Arbeit” und überhaupt Care als existenziell bedeutsamer Faktor, der gesucht und so selten in seiner Vollkommenheit gefunden wird, von denen, die der Care bedürfen.


Das Buch hat einen großen Mehrwert und die lesende Person geht mit Sicherheit klüger raus als am Anfang. Ein philosophisches Buch mit schweren Themen, das dennoch eine gewisse Leichtigkeit ausstrahlt. Eine Empfehlung für alle, die sich mit der Dichotomie von Krankheit und Gesundheit sowie dem Wesen des Schmerzes näher auseinandersetzen möchten.
Profile Image for Caroline J.
4 reviews
August 23, 2025
Das Buch hat mir jetzt schon viele Denkanstöße gegeben und wird mir auch noch länger in Erinnerung bleiben. Die vielen Verweise auf andere Autor*innen, Künstler*innen etc haben mich am Anfang irritiert, allgemein die Fragmenthaftigkeit und Genremischung, jetzt schätze ich die Möglichkeit, in die ein oder andere Richtung weiterzulesen.

Für mich hat es einige Themen und ihre Verbindungen nochmal mehr verständlich gemacht: Schmerz, Magersucht, SVV, Transness, BDSM, Scham. Manchmal hat es aber auch einfach Spaß gemacht den lustigen Exkursen zu folgen: an einer Stelle entwickelt Kay den Wunsch, seine Wohnung als Männlichkeitsmaschine umzufunktionieren, in dem Sinne, wie Paul Preciado sie im Haus des Playboy-Herausgeber Hugh Hefner sieht. Das ist irgendwie schräg und unterhaltsam und macht Spaß, wenn man sich drauf einlässt.

Ich mochte die Ehrlichkeit, mit der auch Kays unperfekte bis schädlicher Umgang mit dem Schmerz und der Krankheit anderer gezeigt wurde.

Offen geblieben für mich ist die Frage, wie die Funktion von Zeug*innenschaft von Schmerz und notwendigen pain encountern funktionieren kann, wenn Schmerz aber immer etwas ist, worüber man nur unzureichend berichten kann.

Das letzte Kapitel hat gezeigt, wie Hilfsbedürftigkeit und Hilfe zu geben verbunden gehören und gelebt und geträumt werden können als Visionen von Disability Justice.

Ich denke es ist ein Buch, dass es sich lohnt Zuhause in ein Regal zu stellen, weil man hin und wieder etwas nachlesen möchte.
Profile Image for MJ.
132 reviews1 follower
January 16, 2025
Tolles Buch, sowohl für Betroffene als auch Unterstützende!

Kay schreibt sehr menschlich und ich schätze deren sexuelle Offenheit inkl. Ausführungen zu gewähltem Schmerz. Auch das ganze gender-stuff war sehr relatable und im Gegensatz zu anderen mochte ich die englischen Einschübe.

Obwohl viele Referenzen und Zitate eher verwirrend waren hatten einige trotzdem Mehrwert für mich.
Generell waren die immer wieder wechselnde Erzählart, Zeit - & Themensprünge zwar recht passend, aber leider trotzdem nicht so meins.
Besonders mit den surrealen Teilen (zB. im Ikea) hatte ich zu kämpfen - wer sowas mag wird es aber bestimmt geniessen können :)
Profile Image for Fabienne.
68 reviews1 follower
March 14, 2025
Insgesamt ein schönes Buch mit vielen wichtigen Überlegungen zu Dis_ability/Behinderung/chronische Krankheit, Zugang und Care anhand der Erfahrungen des*der Autor*in. Ich persönlich bin ein grosser Fan von der Einbettung persönlicher Erfahrungen mit Theorie und fand die Abschnitte spannend, aber ich bin auch Sozialwissenschaftlerin und verstehe, wenn das nicht für jede*n der zugänglichste Ansatz ist. Einen Stern Abzug weil ich bei neuer queerer Literatur (besonders aus dem deutschsprachigen Raum) oft das Gefühl habe, dass sich viel um die Abhandlung einer Zugehörigkeit zu einer sehr bestimmten Art von Coolness, Desirability und Diskurs innerhalb der queeren Community handelt womit ich teils nicht sehr viel anfangen kann, obwohl ich selber queer bin. Das finde ich schade. Aber alles in allem ein empfehlenswertes Buch für alle die sich für oben genannte Themen interessieren.
Profile Image for Inga Sievers.
17 reviews
March 3, 2025
Mag, dass es zwischendrin so trocken geschrieben ist und ich habe sehr viel dazugelernt, war sehr spannend über ganz andere Lebensrealitäten zu lesen. Habe allerdings gemerkt, dass ich kein großer Fan von (zu vielen) Fußnoten bin. Und einen Zwischenteil habe ich nicht so gut verstanden.
Profile Image for Seerose.
12 reviews
April 27, 2025
„It makes me pop out of any place I’m in.“


Kategorie: Lieblingsbuch, das mit jeder Seite mehr Lust auf den nächsten Gedanken macht.


Zum Typ: Es ist eine Art hybrider Text aus Roman, Tagebuch und Theorie, intelligent, zärtlich und mit einem machtkritischen Blick auf Liebe und Leben mit chronischen Krankheiten.

Eine kleine Vorfreude/Vorwarnung: durchgehenden Fußnoten erweitern das Erzählte und fordern eine gewisse Offenheit. Wer sich auf Matters dichte, verschachtelte Gedankenräume einlässt, wird jedoch belohnt! :)

Matters Bilder und Reflexionen hallen lange nach. Am häufigsten liest man wahrscheinlich diese Passage:
„Ich hätte lieber Schmerzen gehabt, die positive Aufmerksamkeit brachten; einen Knochenbruch, eine Platzwunde; stattdessen wurde ich früh mit den Stigmata langsamer Erkrankungen versehen: Neurodermitis, Depression, Migräne, Allergien. Chronische Erkrankungen haben im Gegensatz zu Unfällen meiner Meinung nach vor allem ein dramaturgisches Problem: Care und Empathie halten maximal so lange wie ein Gips, und man weiß doch genau, wie das ist, wenn der Gips irgendwann gräulich und muffig wird und alle schon unterschrieben haben.“

„Muskeln aus Plastik“ erzählt von Freundschaften und Beziehungen, die unter den Bedingungen chronischer Krankheit wachsen – ehrlich, zart und widerständig.
 Für mich eröffnet es einen neuen Blick auf Care-Arbeit, Fürsorge und die Leerstellen, Unsichtbarkeit von Intimität jenseits normierter Körpervorstellungen, die hier radikal sichtbar gemacht wird: Schmerz, Pausen, Assistenz.

Ein kluges, poetisches Buch – und ein Plädoyer für eine andere Art, Körper, Beziehungen und Liebe zu denken.
Profile Image for mara.
75 reviews
March 9, 2025
Dieses Buch ist wichtig und versucht Schmerz sichtbar zu machen. Für meinen Geschmack jedoch gab es zu viele Fußnoten, sodass sich das Buch eher wie eine Zusammenfassung viele Texte anfühlt. Ich verstehe dass oft aus verschiedenen Werken zitiert wurde, um vielleicht Worte für Gefühle und Zustände zu finden, die oft schwer zu beschreiben sind. Dennoch, hab ich mir gewünscht, es wäre mehr über die eigenen Gedanken geschrieben worden. Vorallem aber fand ich, dass der rote Faden gefehlt hat. Es wurde viel Denglisch gesprochen und es gab soo viele Gedankensprünge, was das Lesen doch echt anstrengend gemacht hat. Es scheint dadurch zwar sehr raw und echt, aber etwas mehr Struktur wäre angenehmer zum Lesen gewesen. Außerdem hat mich der starke Fokus auf Aron und das Thema Rund um Sex teilweise echt etwas gelangweilt und irritiert.
Profile Image for Anna.
175 reviews
November 29, 2024
a good read.
Mega interessanti form, wies gschriebe isch, und verdammt wicjtige iiblick.
Mich persönlich händ die sehr viele, sehr lange zitat, uf änglisch, und die usufernde fuessnote sehr unsem konzept bracht (ich bin allerdings rächt sicher dass das vu AKM beabsichtigt isch).
Profile Image for Nicola.
25 reviews1 follower
April 13, 2025
Ich wünschte wirklich ich hätte das Buch gemocht! Matter ist zweifellos wortgewandt. Gerade die literarisch-prosaischen Passagen waren spannend, aber auch oft extrem überschattet von dem selfdeprecating inneren Monolog des Autors. Bei allem liberalen Auseinandergedrösel von Unterdrückungsachsen hat mir die Differenzierung zwischen psychischer und physischer Erkrankung gefehlt. Vermutlich lassen sich diese im Erlebten nicht immer unterscheiden, wenn man aber gerade die psychische Ebene theoretisch einfangen will, brauch man andere Bezüge als das beliebig eingestreute Affekttheorien-Gedusel. Das scheint aber einfach ein Problem von Autotheorien zu sein, die es selten schaffen strukturelle Bezüge jenseits von plakativen Aussagen herzustellen, sondern oft eher Tagebuch-Charakter behalten. Vermutlich ist es einfach nicht mein Genre…
Ein relevanter Diskursbeitrag zu den Intersektionen von Transmaskulinität und chronischer Erkrankung ist es trotzdem!
Profile Image for Danny Hane.
49 reviews2 followers
December 15, 2024
Unlesbar. Schmerzvolle, privilegierte Perspektive¹ auf eine chronische Krankheit.

¹ Inklusive unzähliger, actually überflüssiger footnotes (Dt.: Fußnoten) und very, very contemporary Anglizismen*.

*Vgl. S. 61 : "Ich frage mich: Liegt in diesem Begehrtwerden als (scheinbar) fitte abled passing Person neben dem Empowerment für mich als trans-masc* Enbyauch ein Ermächtigungspotenzial im Hinblickauf meine chronische Erkrankung? Will sagen: Was bedeutet Drag - dis-abled to abled - im Kontext von Disability, unter Berücksichtigung der herrschenden Machtverhältnisse? Darf abling up ⁴², in Abgrenzung zu abled passing, als lustvolles Spiel existieren?


⁴² Den Begriff habe ich in Abgrenzung zu cripping up erfunden. Medial wird cripping uphäufig auch (ungenauerweise) als disability dragbezeichnet."


Ok bro.
Profile Image for Wylfen.
22 reviews
January 27, 2025
This book wasnt exactly written for me - i'm able-bodied as far as i know, just autistic and trans. Some parts of the book made me deeply uncomfortable, which, you know, is uncomfortable. Still, my discomfort is nothing compared to the suffering of chronically ill people and it's the least i can do to keep reading and build a better understanding of what chronically ill folks go through.
Some parts i found really fun and relatable to read (especially Möbelhaus and Diamond Beach)
Profile Image for laurenalesemaus.
89 reviews
April 29, 2025
war das erste buch vom lesekreis in dem ich bin
mir hat das buch an sich gut gefallen und die themen waren auch voll real und interessant, vor allem das thema schmerzbewältigung und identität fand ich mega anregend

leider fand ich den schreibstil schrecklich (dauerndes wechseln zwischen englisch und deutsch, zwiscjendurch auf diverse studien bezogen und komische kapitel die ich null gecheckt hab)
bin trotzdem gespannt was die anderen davon halten und freu mich drüber zu reden
Displaying 1 - 30 of 46 reviews

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