Lange hat draußen das Schild »Bis auf Weiteres geschlossen« gehangen, bis Elisabeth die Entscheidung trifft, die Bäckerei weiterzuführen. Sie allein. Jeden Morgen feuert sie an, rührt den Teig, schiebt die Brote in den Ofen – und überrascht das ganze Dorf und sich selbst dazu. In derselben Gegend Alois' Hof. Ein Hof, seit Generationen in Familienbesitz, Alois wurde nicht gefragt, ob er ihn übernehmen wollte. Er lebt mit dem Hund, überhört die Erwartung, eine Familie zu gründen – aber etwas schnürt sich zu. Vielleicht hat das mit Camenzind zu tun. Unterdessen kehrt eine junge Frau ins Dorf zurück; die drei Stufen zur Bäckerei laufen sich wie von selbst. Bei den Großeltern holt sie den Schlüssel zum Sommerhaus, es soll verkauft werden. Sie sieht alles wieder, den Bergkamm, das Tal, den Balkon mit der Zugbrücke. Bald, so scheint es ihr, beginnt das Haus mit ihr zu sprechen.
Der Roman verfolgt drei Figuren, die nichts voneinander wissen und doch verbunden sind – durch die Gegend, das Dorf und die drängende Frage, wie es eigentlich weitergehen soll. Hartnäckig haben sich in ihnen weitläufige Spuren von Vergangenem festgesetzt, aber dann gerät doch etwas in Bewegung. In ihrem sprachlich dichten Debüt beobachtet Mariann Bühler, wie Veränderung sich ihren Weg sucht und Verschiebungen passieren, die so nie vorgesehen waren, die zuweilen sogar Berge versetzen.
Fein und unaufgeregt erzählt, sprachlich interessant (Du-Form und Wiederholungen) und mit geologischem Mehrwert. Einzig die Bauernhofromantik war mir etwas zu viel des Guten.
Die schweizer Sicht auf die Enge des Landlebens, den Versuch daraus zu entfliehen, die Gummibänder, die zurückhalten. 5 Beispiele unterschiedlicher Heimatbewältigung, genial verwoben von der Autorin.
Geschichten aus der begrenzten Welt eines kleinen Dorfes Unausgesprochene Erwartungen vs. unerfüllte Wünsche. Emotionale Not vs. wortkarge Gefühlsleere Was man halt so tut vs. Ich komm zurecht
In einer unglaublich schöner Sprache erzählt die Autorin von den langsamen Verschiebungen im Gestein und den Leben die sich in den Bergen abspielen. Ruhig und dicht, aber nie langweilig.
Ein wunderbares Buch, das sich Zeit lässt, inhaltlich und sprachlich. Drei Schicksale treffen in einem verlassen Ort in einem abgelegenen Tal immer knapp nicht aufeinander. Die Leben dieser drei Menschen sind, jedes auf seine Art, im Umbruch, und unter ihnen ist es die Landschaft ebenso: Kontinentalplatten stossen aufeinander, reiben sich aneinander, führen zu kaum merkbaren Veränderungen, ähnlich wie das auch im Leben der drei Protagonisten der Fall ist.
Ein sehr schönes Buch, das mich an kein anderes erinnert. Die drei Figuren und ihre Perspektiven packten mich, die Einsicht in ihre Leben genau richtig. Nur das letzte Drittel hat nachgelassen, ich kann gar nicht genau sagen, was es war. Hätte mir ein zusammenhängenderes Ende gwünscht. Aber auf jeden Fall eine Empfehlung!
Irgendwie schneller read. Mochte die Charaktere und wie sich die Leerstellen in ihren Leben langsam füllen, aber nie ganz, sodass ich mir den Rest selbst denken kann. Alois Story war mein Favorit. Dazwischen gibts immer so halb-lyrische, halb-wissenschaftliche Beschreibungen davon, wie Gebirge entstehen. Hab ich ehrlicherweise ein wenig überlesen, aber haben auf eine angenehme Weise das Tempo rausgenommen.
3 Personen, Alois, Elisabeth und Du. Du ist evt die Autorin aus Sicht der Autorin? 3 Personen ein Dorf und eine Berglandschaft nehmen Abschied und leben einen Neuanfang. Bei Du gibt es verschiedene Abschiede und der Neuanfang bleibt offen. Das Buch las sich für mich nicht flüssig und hat mich nicht in seinen Bann gezogen. Stilistisch origenell und gekonnt strukturiert
mariann bühler beweist, dass es keine vollständigen sätze braucht um erlebnisse gefühlsstark zu schildern. die geschichten der drei figuren sind geprägt von verlust und zeugen gleichzeitig von selbstbestimmung und vergebung.
das Buch begann sehr schleppend und uninteressant, nach ein paar Seiten fing es mir an zu gefallen ich spürte die Emotionen der Protagonisten, dass sie in ihr Leben reingeboren wurden und gerne eigentlich andere Wege gegangen wären tolle Sprache, brachte mich einige Male zum Lachen sehr schöne Landschaftsbeschreibungen