Ein mitreißender Krimi, der Licht auf ein dunkles Stück Schweizer Geschichte wirft. Absolut fesselnd und eindringlich erzählt. Auf dem Sechseläutenplatz werden unter freiem Himmel Opernarien live übertragen. Im Publikum befinden sich auch Kommissar Werner Meier und Zita Schnyder, aber die Freude über das musikalische Schauspiel wird jäh unterbrochen, als ein Mann tot aufgefunden wird. Zeugen wollen die Chorleiterin Lou Müller als Täterin erkannt haben. Lou flüchtet, und eine Verfolgungsjagd beginnt, auf der Meier und Schnyder eine düstere Geschichte aufdecken, deren Ursprung im Zürich des Zweiten Weltkriegs liegt.
Emotional und fesselnd – Ein ungewöhnlicher Schweizer Regionalkrimi
„Zürcher Verrat“ von Gabriela Kasperski ist bereits der 6. Band der Reihe welche in der Schweiz, genauer gesagt in Zürich, spielt. Für mich persönlich war es die erste Begegnung mit Zita Schnyder und Werner Meier, nach diesem aufregenden Leseerlebnis wird es aber garantiert nicht die Letzte bleiben. Klar ist es von Vorteil auch die Vorbände zu kennen, um sich noch leichter in den zahlreichen Handlungsorten und der Figurenwelt zurechtzufinden. Der Kriminalfall steht allerdings für sich und ich hatte während der gesamten Lektüre nicht das Gefühl dass mir etwas Entscheidendes fehlen würde. Allerdings würde ich auch sagen, „Zürcher Verrat“ ist trotz Mordfall kein klassischer Regionalkrimi. Neben den Ermittlungen im aktuellen Erzählstrang gibt es nämlich auch noch Einblicke in die Zeit des Zweiten Weltkriegs und zwar aus Kindersicht. Gerade diese Passagen sind wirklich total emotional und gingen mir sehr Nahe. Dies liegt auch daran dass hier überaus gründlich recherchiert wurde. Die Schicksale bzw. Lebens- und Fluchtgeschichten sind zwar fiktiv, wären aber genau so denkbar gewesen. Stilistisch unterscheiden sich die beiden Erzählebenen zwar, flüssig und mühelos lesen sich allerdings beide gleichermaßen. Allgemein ist das Tempo hoch und die Autorin versteht es bis zuletzt in Atem zu halten. Die Auflösung ist letztlich schlüssig, einige gewollte lose Enden gibt es aber auch. Ich selbst konnte bis zuletzt mitfiebern und war mit dem gewählten Ende durchaus zufrieden. Selten hat mich ein Krimi emotional so mitgenommen und so vergebe ich natürlich 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Den Kriminalroman “Zürcher Verrat” hat Gabriela Kasperski im November 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Für ihren Kriminalroman “Zürcher Verstrickungen” erhielt sie 2024 den “Zürcher Krimipreis”. Es ist der neunte Fall des Ermittlerehepaares Schnyder & Meier. Er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Mit Vorkenntnissen macht es mehr Spaß. Da es sich um eine besonders gute Reihe handelt, empfehle ich, diese in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Mein erster Blick fällt auf das Cover. Das Zürcher Opernhaus. Ein Ort an dem Kunst stattfindet. Hier wird gesungen. Doch was passiert? Ein Mann stürzt in den Orchestergraben und ist tot. Im Publikum sitzt Werner Meier mit seiner hörbehinderten Tochter Lily, die dennoch im Chor singt. Meier übernimmt die Ermittlungen. Unter allen Umständen möchte er Lily aus den Ermittlungen heraushalten. Ob das so eine gute Idee ist? Schnell wird die Chorleiterin Lou Müller der Tat verdächtig. Sie hatte kurz vor dem Vorfall einen heftigen Streit mit dem Mann. Lou flieht und eine spannende Verfolgungsjagd beginnt. Han Ly, die Leiterin der Oper, wird zeitgleich erpresst. Der Erpresser droht, ihre Vergangenheit aufzudecken. Welches Geheimnis verbirgt sie? In ihrer Zürcher-Reihe bringt die Autorin Gabriela Kasperski dem Leser regelmäßig ein Stück unrühmlicher Schweizer Geschichte näher. In diesem Teil beschäftigt sie uns mit der Judenverfolgung im Zweiten Weltkrieg. Das macht sie sehr geschickt und mich fesselt dieser Teil so sehr, dass ich mich in die Geschichte von Tuli verliere und mit Gänsehaut ihre Briefe lese. Dabei vergesse ich, das ich mich in einem Kriminalroman befinde. Von ersten bis zum letzten Buchstaben ist dieser Kriminalroman unglaublich spannend. Auch wenn es verlockend ist, ihn als Pageturner in einem Stück durchzulesen, rate ich dringend davon ab. Ich selbst habe ihn in wohl dosierten Abschnitten langsam gelesen, damit mir möglichst wenig entgeht. Dennoch habe ich bis kurz vor Schluss kaum eine Ahnung, wie denn die Erzählstränge zusammenhängen und lasse mich von der Autorin durch einen spannenden Showdown führen. Am Ende ist alles aufgeklärt und meine Fragen sind beantwortet. Gabriela Kasperski hat schon viele gute Kriminalromane geschrieben. Dies ist mit Abstand ihr bester. Sie hat mit “Zürcher Verrat” eine fesselnde Geschichte auf den Büchermarkt gebracht, die vom Anfang bis zum Ende unglaublich spannend ist und geschickt einen historischen Part aus der NS-Zeit einbindet. Gerne spreche ich eine Leseempfehlung für alle aus, die komplexe, tiefgründige und actionreiche Geschichten lieben. Von mir bekommt die Autorin 5 blitzeblank polierte Lesesterne.
Das Cover gefällt mit sehr gut, das Opernhaus im Hintergrund und der Titel haben mich neugierig auf die Geschichte gemacht.
Auf dem Sechseläutenplatz werden zu Mitsommer Live Arien aus dem Opernhaus übertragen. Meier und seine Partnerin Zita sind mit ihren Kindern anwesend. Da geschieht plötzlich etwas Furchtbares. Ein Mann wird tot im Orchestergraben gefunden. Sofort fällt der Verdacht auf seine Ex-Frau Lou, sie arbeitet ehrenamtlich im Opernhaus als Dirigentin. Lou flüchtet und lässt ihre beiden Kinder zurück. Es beginnt eine spannende Verfolgungsjagd und die Wahrheit liegt in der Vergangenheit, zu der Zeit des Zweiten Weltkrieges. War Lou wirklich die Täterin oder steckt etwas anderes dahinter?
Der Krimi war wirklich spannend und mich haben besonders die Tagebucheinträge und Erzählungen aus dem Zweiten Weltkrieg berührt. Die Charaktere waren interessant. Besonders Zita fand ich sympathisch. Das Ende hat mich wirklich gefesselt und ich fand die Auflösung klasse. Ich empfehle das Buch auf jeden Fall weiter.