Mord, umstrittenes Fracking und eine Bordelleröffnung. Band 5 der erfolgreichen erfrischend anders! In Perchtoldsdorf herrscht helle Auf dem Maskenball bringt Darth Vader doch tatsächlich Batman um. Die Charlotte steht schon in den Ermittlungsstartlö Erste Hinweise zeigen, dass die beginnenden Schiefergasbohrungen auf der naturgeschützten Perchtoldsdorfer Heide etwas mit der Sache zu tun haben. Und ausgerechnet in diesem Chaos muss die Magda auch noch ihr Nobel-Bordell im Ort aufsperren! Die Charlotte hat alle Hände voll zu tun.
Den Regionalkrimi “Perchtoldsdorfer Totentanz” hat Christian Schleifer Ende September 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das düsternd wirkende Cover mit dem mittig platzierten Weinrebenblatt passt hervorragend zur Geschichte und in das Genre. Es ist das Erkennungszeichen der Reihe und ich staune über den Einfallsreichtum von Nina Schäfer. Sie überrascht mich mit ihren Ideen immer wieder. Es handelt sich um den 5. Band der Reihe mit der früheren Polizistin und der Weinbergbesitzerin Charlotte Nöhrer. Er lässt sich ohne Vorkenntnisse lesen. Von Christian Schleifer habe ich bereits “Perchtoldsdorfer Todesrausch” gelesen. Das hat mir soviel Spaß gemacht, das ich gleich zu “Perchtoldsdorfer Totentanz” gegriffen habe. Gespannt schlage ich mein Taschenbuch auf und beginne mit dem Lesen. Es hat nur wenige Sätze gedauert und mein Geist hat sich in die Geschichte vertieft. Zuerst ist mir eine wunderbare Schriftfarbe aufgefallen. Ein feiner Ton, eine erstaunlich gelungene Aneinanderreihung der modernen Wörter und ein freundlicher zum Teil leicht sarkastischer Humor, der durch die Zeilen lächelt. Dieser Schreibstil liest sich außergewöhnlich gut und ist etwas Besonderes. Er trifft exakt meine Humorlinie. Perchtoldsdorfer Totentanz. Der Titel ist erstklassig gewählt. Auf einem Kostümball bringt Darth Vader den Batman um. Charlotte steht parat und beginnt sofort mit den Ermittlungsarbeiten. Der Kriminalfall beginnt spannend und schnell wird klar, dass die Schiefergasbohrungen in der naturgeschützten Heide mit dem Todesfall zusammenhängen. Als hätte Charlotte noch nicht genug zu tun, eröffnet Magda ihr Nobel-Bordell. Nach und nach arbeitet Charlotte einen Hinweis nach den anderen ab. Als ich denke, sie hat den Fall gelöst, dreht Christian Schleifer seinen Kriminalfall noch einmal und überrascht mich mit einer exzellenten Auflösung. Das gefällt meinen Krimiherzen. Davon möchte ich gerne mehr lesen. Christian Schleifer hat mit “Perchtoldsdorfer Todesrausch” einen ausgezeichneten Kriminalroman auf den Büchermarkt gebracht, mit dem ich einige spannende und humorvolle Leseabende verbracht habe. Gerne empfehle ich diesen Regionalkrimi uneingeschränkt weiter. Es ist ein Kunstwerk. Der Autor bekommt von mir 5 auf Hochglanz polierte Lesesterne. Die hat er sich verdient.
"Perchtoldsdorfer Totentanz" von Christian Schleifer ist der fünfte Band in der beliebten Krimi-Reihe rund um die Ex-Polizistin und Neo-Winzerin Charlotte Nöhrer.
Diesmal wird Charlotte (natürlich rein zufällig 😉) in die Ermittlungen rund um den Mord am Leiter der ÖL hineingezogen, die ihr Cousin Leo, örtlicher Polizeichef, leitet. ÖL steht für "Österreichische Lizenzen", eine Gesellschaft, die die Rechte für die Ausbeutung von Bodenschätzen in Österreich verwaltet und vergibt. Wie sich herausstellt, hatte Dirk Schuster vor, Schiefergasbohrungen auf der Perchtoldsdorfer Heide durchzuführen, was natürlich besonders den Zorn der Anrainer und der Umweltschützer entfachte. Wie Charlotte mit ihrer ausgeprägten Beobachtungs- und Kombinationsgabe schnell bemerkt, gibt es für den Mord an Schuster eine Reihe von Verdächtigen, die bis in die höchsten Etagen der Landespolitik reichen. Und Dirk Schuster war kein Kind von Traurigkeit und ziemlich skrupellos, was ihm schließlich auch zum Verhängnis geworden war. Aber Affären, Korruption, Machtgier und Lügen pflastern nicht nur seinen Weg. Charlotte begegnet im Zuge ihrer (inoffiziellen) Ermittlungen Menschen in seinem Umfeld, die mehr zu wissen scheinen, als sie vorgeben, wie etwa ein geheimnisvoller Graf, eine Gemeinderätin und der Nachfolger von Dirk Schuster bei ÖL. Gegen Ende spitzen sich die Ereignisse wieder einmal zu und Charlotte hat alle Hände voll zu tun, kann aber einen weiteren Mord nicht verhindern. Und der allerletzte Absatz ist dann wirklich DER Hammer schlechthin und ließ mich ziemlich fassungslos zurück.
Wie schon die Vorgänger "Tod in Perchtoldsdorf", "Perchtoldsdorfer Schweigen", "Perchtoldsdorfer Punsch" und "Perchtoldsdorfer Todesrausch" besticht auch dieser Regionalkrimi wieder durch seinen gelungenen Mix aus Spannung, Humor und viel Lokalkolorit. Mir persönlich gefällt besonders die Hauptfigur Charlotte sehr gut, die sich voller Energie und Selbstvertrauen und mit einem lockeren Mundwerk ausgestattet gerne in alles einmischt, was sie eigentlich überhaupt nichts angeht, auch wenn sie sich dabei mitunter selbst in große Gefahr begibt. Auch ihre Familie ist mir inzwischen sehr ans Herz gewachsen.
Ich habe "Pertoldsdorfer Totentanz" wie schon die Vorgänger sehr gerne gelesen, der Krimi hat mich bestens unterhalten und auch sehr oft zum Schmunzeln gebracht. Ich mag den flüssigen Schreibstil des Autors, die teils schrulligen Protagonisten sowie die abwechslungsreiche und spannende Handlung, die immer wieder mit Überraschungen aufwartet. Auch den Blick hinter die Kulissen der Lokalpolitik fand ich sehr interessant. Ich freue ich mich jedenfalls schon sehr auf Charlottes nächsten Fall!!! 🤗