Maximilian Albert Dauthendey (1867–1918), kirjanik, maalikunstnik ja rännumees, on kaheksa vaatega Biwa järve maastikule elustanud vana, Hiinast laenatud kunstitraditsiooni, mille jaapani kunstnikud kohaldasid Jaapani paikadele ja looduspiltidele.
Kaheksa vaate hulgas on alati ehapuna, lumi, sügiskuu, õhtul koju pöörduvad purjekad, templikellad, metshanede lend, vihm ja päikseloojang. Piltide objekt on niisiis kindlaks määratud, kuid paigad erinevad. Biwa järve ümbrus oli üks tuntuimaid ja populaarsemaid maastikke, mida piltidel kujutati.
Mulle tglt meeldis peale filmi vaatamist seda lugeda! pärrrris ea
"Naine tuli esimesele terrassile, kus ühel templiväraval on kujutatud kolme ahvi, puust nikerdatud ja üle värvitud. Esimene ahv on kinni katnud oma silmad, teine ahv oma kõrvad, kolmas ahv hoiab kinni oma suud. Ahvid tähendavad: sa ei tohi midagi halba näha, sa ei tohi midagi halba kuulda, sa ei tohi midagi halba rääkida. 🙈🙉🙊 "Kui lihtne on nii toimida sellel, keda armastatakse, ja kui raske tollel, kes peab armastuses kahtlema," mõtles naine ja möödus kolmest ahvist."
Ich stolperte über diesen vergessenen Autor, weil sein Lebenslauf mir während der Recherche für die Leseliste 2021 auffiel. 1867 in Würzburg als Sohn eines international bekannten Photographen geboren, war sein Leben durch Fernweh und Reiselust gekennzeichnet. Weil man davon aber sein Leben nicht bestreiten kann, war Dauthendey stets in Geldnot. Dazu kam ein bitterer Konflikt mit seinem Vater, der ihn sogar in eine Nervenklinik einweisen lassen hat.
Im englischsprachigen Wikipedia (natürlich nicht im deutschsprachigen Bolschewikipedia!) steht, dass Dauthendey zusammen mit Richard Dehmel und Eduard von Keyserling (beide heute ebenfalls fast vergessen) einer der einflussreichsten Schriftsteller seiner Zeit gewesen sein soll. Auf den Erfolg seines Werks kann sich das aber nicht sehr ausgewirkt haben. Jedenfalls überraschte der erste Weltkrieg ihn auf Reisen in einer Zeit als es noch Gegenden wie Deutsch-Neuguinea und Niederländisch-Indien gegeben hat, wurde von den Holländern mit Heldenmut interniert und bekam Malaria, an der er auf Java 1918 verstarb.
Wie sehr Dauthendey heute vergessen ist, lässt sich auch daran erkennen, dass die Dauthendey-Gesellschaft, die in seiner Heimatstadt Würzburg 1934 gegründet wurde, um die Erinnerung an den Sohn der Stadt wach zu halten, im ominösen Jahr 2015 unter Leitung des damaligen Bürgermeisters eingestellt wurde. Die Prioritäten liegen in der fränkischen Metropole heute eben eher auf "Internationales" und Hüpferpolitik. Da passt heimische Kulturerhaltung nicht so gut ins ideologische Konzept. Ein Armutszeugnis fürwahr. Eine Plakette an Häusern oder Name einer Grundschule, viel mehr ist nicht drin.
(Das Schicksal seiner Ehefrau, die auf der Flucht bei einem der heute von den Behämmerten frenetisch bejubelten Fliegerangriffen auf Dresden umkam, wäre ebenfalls erwähnenswert.)
"Die acht Gesichter am Biwasee" ist eine Sammlung von acht Liebes- und Kurzgeschichten, die in Japan am grössten See des Landes in der Nähe von Kyoto angesiedelt sind. Meinem Verständnis nach sind sie nicht authentisch japanische Geschichten, sondern verwenden Japan als Kulisse. Ich will sie nicht hochjubeln, sie sind kein Ekstase gebietendes Werk, aber so ganz nett für Japan-Fans und allemal besser als die Spaltungslyrik einer Stokowski, Berg oder die Selbstbeweihräucherung einer Obama, die alle ihren Verfasserinnen unvergleichlich mehr Geld und Ruhm eingebracht haben, als ein Dauthendey sich je zu Lebzeiten erhoffen durfte.
“nüüd päevad kõik jälle astuma kõikuvatele laevalaudadele, tagasi lainetavale merepinnale, ebamaisesse, tolmuta mereõhku, kus päike jääb neile küll veel truuks, ent maa vajub miilide sügavusse vee alla.”
huvitavad sõnakasutused ja moraalid, aga vahepeal oli ikka väga segane ja igav
Die ★★☆☆☆ vor Allem wegen der letzten Geschichte, sonst wären’s ★★★☆☆.
»Den Abendschnee am Hirayama sehen« fängt ganz gut an, es sind sogar einige feministische Untertönen hereinzulesen. Die frisch vermählte Ehefrau beschwert sich, dass ihr Mann ständig raucht, statt dass die beiden sich besser kennenlernen. (Blöd, dass sie das nicht vor der Hochzeit gemacht haben…) Dieser »Frauen haben auch was zu sagen«-Ansatz wird leider schnell von der Großmutter ertränkt: »Liebe fordert, mißhandelt, vergewaltigt. (…) Der Mann muß die Frau unterjochen, er kann ihr ja den Wahn ihrer Selbstherrlichkeit lassen, wenn sie es noch nötig hat.« ⸘W‽ ⸘T‽ ⸘F‽ Zudem schlägt hier der Rassismus des Autors durch, wie in den anderen Geschichten, in denen nur Japaner_innen vorkommen nicht. »Dort, wo die Chinesen wie der Sand am Meere sind, wo die gelbe Rasse die braune Rasse verdrängt, wo Ilse noch gelbere Menschen als die gelben Japaner sah, (…) überfiel sie ein Schrecken und eine Angst vor der Zukunft. Die schlitzäugigen Menschen entsetzten sie. Die geschlitzten Augen, die hervorstehenden Backenknochen schienen ihr die Gesichter zu verkrüppeln.« Ich wiederhole mich, aber ⸘W‽ ⸘T‽ ⸘F‽. Was dem Buch den zweiten Stern rettet, ist, dass dieser Rassismus insgesamt doch weniger bösartig erscheint als z.B. bei Lovecraft. »Wie seltsam, daß Europa und Asien nebeneinander auf derselben Erde liegen, sie, die weniger zusammengehören als Erde und Mond.«
Insgesamt sind dies »Liebesgeschichten« eher im Sinne von Romeo und Julia. D.h. es sterben andauernd irgendwelche Leute. Das der Autor von Japan, und insbesondere der japanischen Sprache nicht viel wusste, ist nicht verwunderlich, zum Teil werden aber auch deutsche Wörter falsch gebraucht.
In »Nachtregen am Karasaki« wird der Held in einem Dämmerzustand in den Aufbau eines Bootes gelegt, und plötzlich ist von einem Bootshaus die Rede. Gemeint ist damit aber eben kein Bootshaus, sondern das Deckshaus. Jung, die beiden Wörter bezeichnen verschiedene Dinge.
Der Autor wusste auch nicht, wie Kanji funktionieren. In »Wassernde Wildgänse bei Katata« wird ein Schriftzeichen gesucht, die Tochter einen Töpfers malt es dann auf, und das eine Schriftzeichen bedeutet »Ich liebe dich, wenn ich dir nachsehe. Aber du liebst mich nicht, weil du fortsiehst.« Äh, nein. Das sind auch im Japanischen zwei Sätze, jeweils mit Nebensatz oder ähnlicher Konstruktion, und jeder Menge Grammatik-Kana, um das logische Verhältnis klar zu machen.
Ach ja, das Lieblingswort des Autors ist eindeutig »Altan«. Ständig hängen die Leute auf den Dächern ihrer Häuser – und Deckshäuser – rum.
"Die Seelen der Landschaften sind uns herzliche Brüder geworden. Sie, die bisher unsichtbar waren, zeigen uns heute leidenschaftliche Gebärden."
Dauthendey greift acht "Landschaftsgesichter" rund um den Biwasee auf, ein jedes verbunden mit einer ganz besonderen Ausprägung von leidenschaftlicher Liebe, und schafft daraus eine Sammlung von Liebesgeschichten, die geprägt sind von ihrer Beziehung zur Landschaft an den Küsten dieses Wassers. Ich habe dieses Buch im Anschluss an Tanizakis "Lob des Schattens" gelesen, weil mich interessierte, wie Dauthendey als früher Besucher Japans Anfang des letzten Jahrhunderts die von Tanizaki beschriebene Ästhetik in seinen Erzählungen verarbeitete. Im Hinterkopf hatte ich dabei auch den Einfluss japanischer Kunst, insbesondere der Farbholzschnitte, auf die impressionistische Malerei. Denn Max Dauthendey begann sein künstlerisches Schaffen als Maler; ein Blick, der sich in diesem Werk erhalten hat. Mit der Vorliebe der Impressionisten für Farben und Lichtreflexe erzählt er acht japanische Liebesgeschichten und greift dabei alte japanische Sagen auf. Manchmal, etwa wenn er von "Baumlinien" schreibt, fühle ich mich in der Tat an die Comic-haften, klaren schwarzen Umrandungslinien der japanischen Kunst und des europäischen Japonisme erinnert; den Schatten aber, den Tanizaki so lobt, findet man in den Landschaften des lichtliebenden Impressionisten selten. Anfangs erschien mir Dauthendeys Sprache geradezu holprig, mit der Zeit wurde mir aber die Qualität dieser Erzählungen als Zeugnisse eines frühen Erlebens von Exotik deutlich. Ich hatte die ganze Zeit über den Eindruck, der Dichter gebe seine japanischen Reiseeindrücke gegenüber einem westlichen Publikum wieder; dabei bleiben es immer Eindrücke eines Beobachters, dem das fremde Volk letztlich verschlossen geblieben ist. In Dauthendeys Erzählungen schwingt eine Fremdheit der Kulturen mit, die wir heute in Zeiten der Transkulturalität vielleicht auch zu Unrecht häufig kleinreden.
Pikutasin ühel unetul ööl, lugesin numbreid, edasi ja tagasi, lambaid, musti ja valgeid, igasuguseid muid asju ja kui ideed asjade osas, mida veel loetleda saaks, otsa said, andsin alla, võtsin telefoni ja avasin MIRKO. Raamatu valisin huupi ju värskelt ilmunute seast ja erakordselt õnnestunud. Seda, et tegu on armastuslugudega, sain teada alles lugemise käigus. Need on karmid lood, veriseid või vettinud laipu täis, igas loos sureb keegi. Surevad mehed ja naised, lapsed ühe kaupa ja grupiviisiliselt. Tapetakse nii vaenlaseid kui armsamaid, kindlasti ka iseendid. Ja siis veel järv, järv ei jäta ka oma osa ripakile. Ja kõik muidugi armastusest, suurest ja võimalikust, võimatust mitmel erineval põhjusel, väljakannatamatust, pimedaks tegevast või hulluks ajavast. Aga kõike seda ääretult jaapanlikult, suurema emotsioonita, sihikindlalt- või päraselt, mõõdetud sammul rahulikult, nö külma kõhuga. Ka tekst ise või atmosfäär mida Dauthendey, palju reisinud, mh Jaapanit külastanud maalikunstnik sõnadega loob, on väga jaapanlik. Maalilised loodusvaated, sekka mõned peenelt esile toodud üksikud loodusobjektid, Biwa järv on küll igas loos, aga ka nt mänd või pilliroog; inimeste, kes enamasti on nimetud, riided ja kodud, õhu liikumine, värvid, valgus ja varjud. Tõe huvides, mõni üksik ajalooline nimi lugudes siiski on, mistõttu mõnd lugu saab vähemalt umbeski dateerida. Seda, et kirjanik ei ole jaapanlane, märkasin (samuti) millalgi raamatu lõpu poole ja alles siis panin tähele, et ses mõttes on lood ka veidi klišeelikud, et järgemööda on kirjeldatud kõiki nähtusi või mõisteid, mis pakun, et keskmisele eurooplasele Jaapaniga seoses esimesena pähe tulevad: geišad ja samuraid, harakiri ja salapärased kirjamärgid. Lisaks on mitmes loos teemaks ka kultuuride erinevus või kokkupõge. Jättes nüüd Jaapani kunstitraditsiooni teooria (kaheksa vaadet millele iganes) sujuvalt kõrvale (sellest saab lugeda nt tõlkija järelsõnast) ütlen lihtsalt, et mulle meeldis. Ja sobis, mina lugesingi läbi nii, et unevaesel perioodil öösiti jupi kaupa ja iga kord mõjus kuidagi sahmivat meelt rahustavalt – kaunis järv, tasased lained loksuvad, taamal peegelduv päikeseloojang ja armastajad muudkui surevad või leinavad või … rahulikus tempos, väga mõnus.
Võitsin kinopiletid ja mõtlesin, et loen enne läbi. Nojah, kinno ma ei jõudnud (sest et Pärnu ja üksikud ajad, mis kuidagi ei sobinud), aga lühijutud lugesin läbi. Kaunid loodusega sobituvad lood. Mulle meeldib, et kirja on need pannud eurooplane - jäi mulje, et autor tundis vana kunstitraditsiooni ning selle võrra oli ka mul lihtsam mõista. Ilus lugemine. “Euroopa kuulutab oma elu vanasõna: aeg on raha. Ja Aasia ei hooli ei ajast ega rahast.”
Sakslane vahendab lüürilisi Jaapani maastikupilte ja oma hõnguga (muinas)lugusid armastusest, vaprusest, hullusest, truudusest ja kultuuridevahelistest erinevustest
Esialgseid mõtteid. Selles teoses oli huvitav kombinatsioon Lääne ja Ida kirjandusest. Sisu kaldus pigem minema Ida (täpsemalt Jaapani) poole, aga samas midagi (vist vormis) oli Läänelik (lisaks sellele, et otsesõnaliselt võrreldi Ida ja Läänt, seda teeb ka nt jaapani kirjanik Soseki Natsume). Pean selle üle veel mõtisklema ja võib-olla võrdlema Ida tekstidega, mida olen lugenud. Kindlasti ei ole see halb, vaid pigem just aitab Lääne lugejal saada kergemini sissevaadet Ida kirjandusse. Lugemiskogemus oli põnev ja eriti meeldisid kõiksugu looduskirjeldused (mis mängivad Jaapanis olulist rolli).