Die große Liebe, ein sorgenfreies Dasein, wahre Freundschaft – wir alle streben nach Glück. Doch müssen oder können wir immer glücklich sein? Ist ewiges Glück nicht eine Überforderung? Denn das Unglück ist Bestandteil, ist Preis des Glücks, so Wetz in seiner tröstlichen Analyse des Phänomens. Das moderne Glücksprojekt ist hochgradig riskant, störanfällig und es ist keineswegs sicher, dass es gelingt – aber warum sollte es auch?
“Das Glück im angedeuteten Sinne markiert eher einen unwahrscheinlichen Grenzwert als alltäglichen Normalzustand.” S.27 “Sozialprestige erlöst das Glück von seiner Unauffälligkeit.” S.30 “Gleichzeitig gibt es viele Menschen, die gar nicht genau wissen, wie sie leben möchten und worin ihre eigentlichen Stärken bestehen. Einige stoßen selbst nach reiflicher Überlegung auf nicht mehr als auf nichts.” S.61 “Zu den unverfügbaren Größen unseres Lebens gehört ganz wesentlich, dass man auch mit sich selbst Glück haben muss.” S.63 “Die »Vorfreude« ist das »Beste«, sagt Tom Buddenbrook in Manns Roman zu seiner Schwester Tony, »weil noch nicht behaftet mit allem kleinlichen, störenden, ärgerlichen Beiwerk, allem Staube der Wirklichkeit.«” S.67 “Warum bin ich vergänglich, o Zeus? So fragte die Schönheit. Macht’ ich doch, sagte der Gott, nur das Vergängliche schön.” S.77