„Wenn schon scheitern, dachte ich, dann lieber mit etwas, das ich liebte.“
mit dem geschichten schreiben (im kopf), habe ich angefangen, bevor ich richtig buchstabieren konnte. mit zehn stand für mich fest, dass ich autorin werden will. mit zwanzig blicke ich von diesem buch auf meine ersten eigenen versuche und verstehe auf einmal, warum sie sich noch nie ganz fertig angefühlt haben.
ich weiß, dass benedict wells nicht wollte, dass man alles in „die geschichten in uns“ eins zu eins auf sich überträgt, sonder kritisch hinterfragt. und das tue ich. dennoch hat mir selten ein buch so sehr die augen geöffnet oder mir gezeigt, dass da noch ein langer, steiniger, aber schöner weg vor mir liegt.
es ist ein sehr persönliches werk und es hat sich angefühlt, als würden benedict wells und ich eine unterhaltung führen. zwischen einblicken in sein leben und schreiben liegt zwischen den worten wieder die poesie, für die ich jedes seiner bücher, ohne auf den klappentext zu achten, in die hand nehme.
es ist sicherlich nicht für alle etwas, sondern vor allem die menschen, die an benedict wells und seinem handwerk interessiert sind oder sich für das schreiben interessieren (egal, ob man es schon tut oder noch den „richtigen“ anfang sucht).
„die geschichten in uns“ hat zweifel aufgegriffen, mit denen wahrscheinlich alle menschen, die schreiben, nachts wachliegen. mir hat das buch mut gemacht und mir einen spiegel vorgehalten, vor dem ich mich lange weggeduckt habe.
noch ein paar stellen, weil es einfach zu schön war:
„Ein Teil von mir wollte damals Schriftsteller werden, einer musste es, einer war es bereits - und einer zeigte allen drei den Vogel.“
„Das Einzige, was man selbst in der Hand hatte, war das Durchhalten.“
„Es gibt kein Ende der Einsamkeit, sie ist in den Stoff unserer Seele gewebt und gehört zu uns. Man kann nur den Umgang mit ihr ändern. Auch das Schreiben hat kein Happy End, es kann das Loch im Inneren nicht auffüllen.“
„Wir sind die Geschichten in uns; nicht nur die, die wir erlebt haben, sondern auch die, die wir anderen und uns selbst erzählen.“