Mit Texten von Sabrije Asani Krasniqi, Arzije Asani, Elona Beqiraj, Esra Canpalat, Ornella Rosaria Cosenza, Sofie Soujon und Barış Yüksel
Mit Fotografien von Emine Akbaba und Julius Matuschik
Im Jahr 2021 standen sogenannte Gastarbeiter:innen kurzzeitig im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Grund war das 60. Jubiläum des Anwerbeabkommens zwischen der Türkei und der Bundesrepublik Deutschland aus dem Jahr 1961. Das war zwar wichtig, aber aus unserer Sicht nicht ausreichend. Das Thema der Gastarbeit und weitergefasst das der Arbeitsmigration sollte nicht nur für eine kurze Phase und im Kontext von Jahrestagen ins Bewusstsein rücken, sondern kontinuierlich aus verschiedenen Perspektiven bearbeiten werden, um dadurch ins kollektive Gedächtnis einzugehen. Mit der vorliegenden Anthologie geht es uns jedoch nicht um eine historische Darstellung der Daten, Fakten und eine Bewertung politischer Entscheidungen, sondern um die Perspektiven derer, die in unmittelbarem Kontakt mit dem Thema Arbeitsmigration stehen, um persönliche Erfahrungen, sprich um einen Blick nach Innen und eine Einladung zur Empathie. In »Und so blieb man eben für immer« finden sich literarische Prosa-Beiträge, Essays, Gedichte, Erlebnisberichte und Fotografien, die sich mit sogenannten Gastarbeiter:innen und ihren Kindern aus unterschiedlichen Blickrichtungen befassen.
Schon der Buchtitel „Und so blieb man eben für immer“, ein Zitat des Vaters der Herausgeberin, hat mich überzeugt. Der Inhalt des Buches noch mehr. Hier halten Menschen, welche im Zuge verschiedener Anwerbeabkommen mit Deutschland nach Deutschland gekommen sind - sogenannte Gastarbeiter*innen (und ihre Kinder), ihre Gedanken, Erlebnisse, Gefühle und Erfahrungen fest. Die Autor*innen nutzen verschiedene Formen, um uns die Themen näher zu bringen: Prosa, Lyrik, Fotografie. Und so unterschiedlich die Form ist, so unterschiedlich sind auch die Erfahrungen sind, und dennoch zeigen sich unausweichlich Parallelen. Die Sammlung ist ein wertvoller(wenn auch kleiner) Einblick in Menschen mit denen wir tagtäglich zu tun haben, denen wir begegnen und denen wir ggf nicht viel Aufmerksamkeit schenken. Hier kommen sie zu Wort und es ist wichtiger denn je. Bitte mehr davon!