Was ist ein Mensch? Wo beginnt die Neurose? Ist das sexuelle Verlangen die Quelle aller Wünsche? Lassen sich Traumata, Ängste und Depressionen auflösen?
Und was, nebenbei bemerkt, ist der Sinn des Lebens?
Dieses farbenfrohe und lebendig geschriebene Buch führt uns zurück in die Geburtsstunde der Psychotherapie im Wien des Fin-de-Siècle. Es erzählt die faszinierende Geschichte von Visionären wie Freud, Jung, Adler und anderen, die das erfanden, was zu einer der Säulen der westlichen Zivilisation wurde – das Versprechen von persönlichem Wohlbefinden.
Es ist jener Wandel im Denken, der die Psychologie zu einer der prägendsten Wissenschaften des 20. Jahrhunderts machte – und mit der Psychoanalyse einen intellektuellen wie gesellschaftlichen Trend auslöste. Die Abgründe der »Seele« kannte man auch vor dieser Zeit. Doch die Vorstellung, man könne die Psyche heilen, den Menschen verbessern und seine Potenziale optimieren – diese Idee war neu und revolutionär.
Eine sehr interessante Lektüre, die in die Welt der psychoanalytischen Genese einführt und diese, was das Buch noch überzeugender macht, auch im Spannungsverhältnis zwischen etablierter Wissenschaft im Rahmen einer Diskussion um Eminenz und Evidenz kritisch beleuchtet und kommentiert. Unbedingt lesenswert!
Ein langsamer Einstieg - dan wurde ich hineingezogen in das Buch. So viele Anekdoten, Geschichten und Zusammenhänge. Die Psychologie als eine Geschichte eitler Männer auf der Suche nach Berühmtheit und dem Wunsch, anderen Menschen zu helfen. Schön, wie der Autor die Balane findet zwischen Wertschätzung und Kritik und auch an einem Aufzeigen der großen Bigotterie. Manchmal schien das Buch den Faden zu verloren, aber die Psychologie ist ja auch eine sehr komplexe Materie.