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Menschen ohne Geschichte sind Staub: Queeres Verlangen im Holocaust

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Eine Untersuchung, die für das Erinnern an queere jüdische Opfer während des Holocausts und für ein Ende der Stigmatisierung eintritt.

Queere Geschichte des Holocaust, also die Frage nach gleichgeschlechtlichem Verlangen unter den Holocaustopfern, ist bis in die heutigen Tage eine Leerstelle geblieben. Dies liegt an einer weitreichenden Homophobie der Häftlingsgesellschaft in KZs und Ghettos, was dazu führte, dass die Stimmen dieser Menschen weitgehend aus den Archiven getilgt sind. Anna Hájkovás Text baut auf bestehender Forschung zu Homophobie auf und macht den Versuch, die Geschichte dieser ausradierten Menschen zu schreiben.
Die Untersuchung ist dabei gleichzeitig eine Geschichte der Sexualität des Holocaust und nimmt in Augenschein, dass die Beziehungen im Lager mitunter ausbeuterisch und gewaltsam waren, wobei die Übergänge fließend waren. Hájková setzt sich mit einigen besonderen Fällen von Jugendlichen (unter anderem Anne Frank) und Erwachsenen auseinander, es geht um romantische, erzwungene und abhängige Beziehungen, um romantische Sexualität und sexuellen Tauschhandel. Sie zeigt die Gleichzeitigkeit von queerer und Hetero-Sexualität und argumentiert, dass wir von einem ausschließlichen Konzept der sexueller Identität Abschied nehmen und von Akten und Praktiken sprechen müssen, um das Verhalten der Opfer verstehen zu können.

126 pages, Hardcover

Published January 1, 2024

171 people want to read

About the author

Anna Hájková

11 books22 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 11 of 11 reviews
Profile Image for Hänna.
85 reviews3 followers
January 29, 2025
“menschen ohne geschichte sind staub” beinhaltet zwei wirklich kluge, dichte essays. man merkt, dass anna hájková sich auf ihr fach, die queere holocaustforschung, extrem gut versteht.

nicht nur schafft sie es, biografische geschichten differenziert und ambivalent nachzuzeichnen, abseits von kategorien wie gut/unschuldig/lesbisch. sie gibt zudem noch einige für mich augenöffnende exkurse, wie sich queere geschichte erforschen lässt, zum zeugnis geben und dem “historical citizenship”. aber auch zu explizit queeren themen wie kinship, konsens und homophobie in den lagern oder machtstrukturen und gewalt innerhalb queerer praktiken schreibt sie gut recherchiert und spannend. hier hätte ich mir teils eine klarere benennung von pädophilie gewünscht.

richtig gut hat mir gefallen, wie hájková weibliche queerness stärker in den fokus nimmt. viel geschichte bleibt nach wie vor unsichtbar, ich würde mir ähnlich detaillierte forschung (und veröffentlichung) über trans* geschichte oder auch queere menschen, die explizit wegen ihrer queerness und nicht ihres jüdischseins verfolgt wurden, sehr wünschen.

4,5/5
Profile Image for Fritz.
8 reviews
July 17, 2025
4.5 sterne, sehr sehr lesenswert, an manchen stellen etwas repetitiv aber ich habs verschlungen und sehr viel gelernt!
Profile Image for Veronika.
150 reviews2 followers
January 11, 2025
A very important book in giving the queer Holocaust survivors voices, and making their lives in all their complexities not forgotten. I could only wish there were more books like this and more survivors’ stories.
Profile Image for Lucia Plavakova.
32 reviews39 followers
April 24, 2025
Vynikajúca kniha. Dovolím si tvrdiť (ako bývalá študentka histórie)), že aj prevratná. Práve v tom, že skúma to, čo mnohí (cielene) prehliadajú - queer aspekty histórie. A krásne to ukazuje, že všetky tie výkriky o tom, že ako to že “zrazu” je tu toľko queer ľudí sú len odrazom toho, že doposiaľ boli systematicky vymazávaní a ich identita potláčaná.

Tiež oceňujem, že autorka nikomu nevnucuje žiadnu identitu. A že sa nebojí venovať aj nie veľmi ľúbivým príbehom.
Profile Image for Nadja.
2 reviews
July 11, 2025
„Das Zeugnisablegen über ein Trauma ist ein Prozess […] der die Zuhörende miteinschließt. Für die Erzählerin kann die Zuhörende jemand sein, auf den sie lange Zeit gewartet hat“
Profile Image for Michael Rapp.
60 reviews2 followers
May 13, 2025
Ein nachdenkliches Buch. Eines das Raum hält für Ambivalenzen und gerade dadurch die epistemische Ungerechtigkeit einer Vereindeutigung der Biografien von Menschen im Holocaust einfühlsam offenlegt. Hájková zeigt, wie durch eine behutsame und überlegte Sprache Dinge sag- und sichtbar werden, die 80 Jahre nach dem Ende der Nazi-Diktatur immer noch nicht gesehen werden sollen: Komplexe Identitäten und uneindeutige Beziehungen im Holocaust.

Pflichtlektüre.
Profile Image for Jan Kolář.
15 reviews2 followers
March 24, 2025
Hodne zajimava kniha zabyvajici se opomenutymi aspekty queer dejin. Preklad nekdy trochu drhne.
1 review
August 2, 2025
Skvelá kniha. Kúpila som ju celej rodine. Kiež by ju každý dokázal prečítať s porozumením.
Displaying 1 - 11 of 11 reviews

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