Es gibt massenhaft Lektüre über den Klimawandel, doch zwei Arten bestimmen das die eine, die auf dramatische Weise vor der Apokalypse warnt, und die andere, die den Alarmismus als trojanisches Pferd politischer Kräfte entlarven will. Beide blenden Wesentliches Einerseits hat die Wissenschaft überzeugend dargelegt, dass es ein Klimaproblem gibt, andererseits wird es tatsächlich politisch ausgebeutet. Anstatt also eine der beiden Kategorien zu bedienen, erzählt dieses Buch, wie aus dem Nischenfach der Meteorologie das bestimmende Thema unserer Zeit wurde. Das liegt keineswegs nur daran, dass die globale Erwärmung manifeste Risiken mit sich bringt, sondern auch daran, dass Wissenschaft als Vehikel für Macht, Einfluss und Geld missbraucht wird. Während der Klimawandel voranschreitet, eskaliert zugleich ein Lobbykrieg, der Einzelinteressen dient, aber die Lösung des zugrundeliegenden Problems erschwert. Dubiose Studien und politisierte Wissenschaftler stärken global operierende Institutionen und unterwerfen Deutschland im Dienste des Umweltschutzes einer unbarmherzigen Agenda.
Thematisch hat das Buch eigentlich spannende und interessante Ansätze und Ideen. Allerdings fehlen zu den Behauptungen und Aussagen Quellen, sodass es erschwert wird, zu den jeweiligen Behauptungen weiter zu recherchieren. Es wirkt an vielen Stellen auch wie eine Aneinanderreihung einzelner Anekdoten und die teilweise unsauberen Argumentationsketten sind dünn bis inkorrekt, was durch diverse Scheinargumente ausgedrückt wird. Eigentlich schade, weil thematisch doch mehr möglich gewesen wäre bei dem Thema.
Axel Bojanowski ist unter den deutschen Wissenschaftsjournalisten der Einzige, der es noch wagt, konsequent einen kritischen Blick auf die Darstellung der Ergebnisse der Klimaforschung in den Medien zu werfen. Dabei zeichnet er ausführlich und engagiert die Geschichte der Politisierung der Klimawissenschaften nach. Politische Aktivismus prominenter Klimaforscher hat letztlich nicht nur dazu beigetragen, dass der Kampf gegen den Klimawandel nahezu alle an anderen drängenden Menschheitsprobleme in den Schatten gestellt hat, sondern auch die Wirksamkeit der Klimapolitik schwächt. Zum einen hat der dauerhafte Panikmodus zu einem Überdruss des Themas in konservativen Milieus geführt, zugleich aber auch Besonnenheit und Rationalität bei der Wahl klimapolitischer Instrumente verhindert. Deutschlands Anspruch, mit einer Vorreiterrolle mehr Dynamik in den Klimaschutz zu bringen, hat bislang noch keine Früchte getragen. Stattdessen steht die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft aufgrund hoher Energiepreise zur Disposition, was die Anreize anderer großer Emittenten ambitionierteren Klimaschutz zu betreiben, gerade nicht erhöht. Statt kostensparende Marktanreize voranzutreiben, wurde viel Zeit und Geld für Regulierung und Subventionen verschwendet.