"Der Duft von Olivenbäumen" ist Sara Pepes neuer Roman, erschienen bei Digital Publishers.
Das Cover lädt direkt zum Träumen ein, man meint, man wäre selbst an der wunderbaren blauen Küste Siziliens. Die Sonne scheint und alles wirkt friedlich.
Ganz so friedlich ist es in der Geschichte jedoch nicht, denn Maja, unsere Protagonistin, scheint so sehr in ihrem Alltagstrott festzustecken, dass sie kurzerhand nach Sizilien flüchtet.
Auch wenn ihr die Zeit dort guttut und sie sich endlich mal mit ihren Gefühlen auseinandersetzen kann, statt sie nur zu verdrängen, merkt sie schnell, dass man davor nicht weglaufen kann.
Die Autorin hat hier eine etwas ruhigere Geschichte ohne Antihelden geschrieben. Dabei geht es nicht darum, stark zu sein, um einen Gegner zu besiegen, den betrügerischen Ex-Freund oder den fiesen Chef in die Schranken zu weisen, sondern einen herben Schicksalsschlag zu verarbeiten, seine Gefühle zu akzeptieren und zu durchleben und wieder zu sich selbst zu finden.
Sara spricht ein Tabuthema an, das keins sein sollte und macht deutlich, dass es okay ist, nicht okay zu sein, sich scheiße zu fühlen, diese Gefühle zuzulassen, und keine Maske des Lächelns aufsetzen zu müssen, sondern darüber reden zu dürfen.
Ein sehr starker Roman, der durch die gefühlvolle und realistische Art, in der die Geschichte erzählt wird, zum Nachdenken anregt. Es ist schön mal zu sehen, wie ein Neuanfang, etwas ruhiger stattfindet. Klar war es hart für Maja, aber ihre Cousine war immer da und auch mit ihrem Ex ging es respektvoll, ruhig und einvernehmlich auseinander, also etwas friedlicher, als in manch anderen Geschichten. Sehr schön. Freue mich auf weitere Romane der Autorin.