"Der große Reset" war für mich ein besonderer Einstieg ins (Wieder-)Lesen von Comics. Ich habe zuletzt als Kind viele Comics gelesen und erst jetzt wieder neu Freude daran gefunden – und dieses Buch hat mich darin sehr bestärkt.
Neben der Geschichte sind es vor allem die Zeichnungen, die mich beeindruckt haben. Die Aquarellbilder haben eine enorme Aussagekraft, wirken ruhig und gleichzeitig emotional dicht. Der künstlerische Stil hat mich sofort angesprochen und trägt die Geschichte auf eine sehr eigene, subtile Weise.
Thematisch geht es um Beziehungen, die sich während der Corona-Zeit verändern, Distanz, Sprachlosigkeit, innere Verschiebungen. Viele Leser:innen kennen vermutlich Menschen – oder Situationen –, auf die das zutrifft. Trotzdem fühlt sich das Buch ehrlich und persönlich an, nicht konstruiert.
Beim Lesen hatte ich kurz das Gefühl, „late to the party“ zu sein, weil mir das Thema schon so lange her vorkam. Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass es das eigentlich gar nicht ist – vieles wirkt noch nach. Genau darin liegt für mich die Stärke von "Der große Reset": Es schaut ruhig zurück, ohne abgeschlossen zu sein.
Ein sensibles, visuell starkes Comic, das nachhallt.