Intrigen, Machtspiele, ein berühmter Musiker und ein durchgeknallter Dackel
Hamburg, 2017: Die Elbphilharmonie ist eröffnet, die Rolling Stones spielen im Stadtpark, beim G20-Treffen brennt das Schanzenviertel – und Lukas Hammerstein kann nicht mehr. Der Reporter hat das ganze Jahr durchgearbeitet und freut sich auf ein Sabbatical. Wenn nur Dackeldame Finchen nicht wäre, die Lukas aufgenommen hat, ohne zu wissen, dass der Hund einen kleinen Schaden hat … Und es kommt noch schlimmer: Ein Journalist wird ermordet, die Polizei ist ratlos. Lukas bleibt keine Wahl, denn: »Einer muss den Job ja machen« – wie es in einem Song seines guten Freundes Udo heißt.
Das Buch war ein „Blind Date“ aus meinem Buchladen. Um im Bild zu bleiben: Aus uns wurde leider nichts ernstes. Der eigentliche Kriminalfall ist nachvollziehbar, auch der Kniff, dass hier kein Kommissar sondern ein Reporter ermittelt, ist interessant. Aber ich wurde mit vielen Figuren nicht warm; auch der Schreibstil des Autors liegt mir nicht. Ich empfand vieles als langatmig und war auch kurz davor, das Buch wegzulegen. Ganz subjektiv: Vermutlich Hit or Miss - am besten Probelesen :).
Lukas Hammerstein ist Vollblut-Journalist. Seine Frau bekommt das erste Kind und er hat sich zu einem Sabbatical überreden lassen. Einziges Zugeständnis, er darf sich einmal im Monat (wie immer) mit seinen Freunden (Bürgermeister, Makler, Restaurantbesitzer/Mäzen) treffen. Ausgerechnet da wird ein bekannter Journalist ermordet. Und dann noch ein zweiter. Heimlich nimmt Lukas Kontakt zur Polizeireporterin Kaya auf. Aber die Jagd auf die "freie Presse" scheint eröffnet und es häufen sich Unfälle. Lars und Kaya versuchen den Geschehnissen auf den Grund zu gehen, aber immer wieder verschwimmt das Bild.
Haider schreibt über das, was er kennt: den Journalismus. Über das Bauchgefühl, den Menschenverstand und das Sammeln und Sortieren von Fakten. Auch eine Klasche bleibt nicht aus: "Leider war der (Menschenverstand) manchen Kollegen mit dem Siegeszug des Internets abhandengekommen. Deren wichtigste Währung war nicht mehr Genauigkeit, sondern Schnelligkeit, und wer das nicht kapieren wollte, galt schnell als ein alter Print-Mann. Auch wenn er wie Lukas knapp über vierzig war." (Kap.42) Oder den Macho-Chef und den im Hintergrund agierenden politischen Machtmensch. Aber der heimliche Star des Buches ist definitiv Fienchen, die leicht gestörte Dackeldame.
Lars Haider war mir ein Begriff. Ich hatte bisher aber weder seine "Biografien" (Scholz, Lanz) gelesen, noch regelmäßig seinen Podcast (4 Flaschen) gehört. Dass er eine so schöne Hommage an Hamburg seine Stadt (die schönste Stadt der Welt) schreibt, damit hatte ich nicht gerechnet. Um ihn selbst und seine Freunde in diesem Buch zu erkennen, bin ich nicht genug vertraut mit den Verlagshäusern und den politischen Rankespielen in Hamburg.
Es ging am Anfang total langsam + irgendwie hat der Ermittler nicht ermittelt??? und dann hatte man das Gefühl, dass alles ganz schnell gehen musste und alle Infos auf einmal kamen