»Ali Fathollah-Nejad legt den Finger in die Wunden der westlichen Iran-Politik!« Natalie Amiri
Iran fordert die Weltpolitik heraus. Der Westen hat viel zu lange weggesehen und sich stattdessen für ein Atomabkommen gefeiert, das das Regime der Mullahs stärkte. Irans Raketenprogramm wurde ignoriert, ebenso die desaströse Menschenrechtslage und die massiven regionalpolitischen Ambitionen der »Achse des Widerstands«. Auch als daraufhin ein revolutionärer Prozess in Iran begann, änderte sich nichts an der strategischen Kurzsichtigkeit des Westens. Ali Fathollah-Nejad, einer der gefragtesten Iran-Experten Deutschlands, zeigt, welche Schuld die westliche Politik am ungebremsten Hegemonialstreben Teherans und der Eskalation im Nahen Osten trägt. Und er entwirft die Eckpfeiler einer Iran-Politik, die weder die Werte des Westens noch seine Interessen verrät – und dadurch nicht nur die Demokratiebewegung stärkt, sondern auch nachhaltig zur regionalen Sicherheit beiträgt.
»Einer der wenigen, die ein gründliches, über die Schlagzeilen hinausgehendes und vorausschauendes Verständnis für Iran haben.« Florence Gaub, Autorin von » Eine Bedienungsanleitung«
Im Buch „Iran – Wie der Westen seine Werte und Interessen verrät“ liefert Ali Fathollah-Nejad eine fundierte und tiefgründige Analyse des heutigen Iran und der vier Krisen, die das Land prägen: die sozioökonomische, ökologische, politische und geschlechtsspezifische Krise. Anstatt den Iran auf sein „Atomprogramm“, seine regionale Rolle oder sein „Regime“ zu reduzieren, zeichnet der Autor das Bild einer komplexen Gesellschaft, deren Bevölkerung seit Jahrzehnten unter den Folgen einer tief verwurzelten Autokratie extrem leidet.
Besonders wertvoll ist die Weigerung des Buches, Iran als bloßes außenpolitisches Problem zu betrachten. Fathollah-Nejad zeigt auf, wie die internationale Politik das Land immer wieder missverstanden und entsprechend falsch behandelt hat. Allzu oft wurden Strategien verfolgt, die indirekt die herrschenden Eliten stärkten oder keine Konsequenzen brachten, während die Bevölkerung und ihr langjähriger Kampf für Freiheit, Würde und bessere Lebensbedingungen an den Rand gedrängt wurden.
Obwohl das Buch Anfang 2025 erschienen ist, wirkt es angesichts der Entwicklungen bis zum 21. Juni 2026 bemerkenswert relevant. Die zentrale Botschaft bleibt aktuell: Iran darf nicht mit einer Einheitslösung betrachtet werden. Eine nachhaltige Iran-Politik muss Menschenrechte priorisieren, den Dialog mit der iranischen Zivilgesellschaft suchen und Sanktionen eher gezielt gegen die Machtelite richten. Das Buch verbindet politische Strukturen mit ihren menschlichen Folgen und zeigt den Iran nicht als Karikatur, sondern als dynamische, gebildete Gesellschaft, die Freiheit, Wohlstand und aktive internationale Unterstützung verdient.
Ergänzend empfehle ich aktuelle Interviews und Vorträge des Autors, die die im Buch dargestellten Argumente vertiefen und in den aktuellen Kontext einordnen. Wer Iran jenseits von Schlagzeilen, Stereotypen und geopolitischen Vereinfachungen verstehen möchte, findet hier eine bereichernde Lektüre.