Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die frechste Fee im Land?
In Mina Wirbelfees Welt ist nicht alles rosarote Zuckerwatte. Aber mit Mut, eigenem Köpfchen und magisch guten Freunden zaubert sie sich durch jedes noch so verrückte Abenteuer.
"Das ist KINDERQUÄLEREI!", schimpft Mina, als Mama sie Montagfrüh aus dem Bett zerrt und in die Feenschule schickt. Wie soll man denn so in Ruhe Abenteuer erleben?
Da trifft es sich ausgezeichnet, dass auf einmal Feenkönigin Mirabella auf der Matte steht. Mit einer tiefen Falte im Gesicht und dem wichtigsten Auftrag in der Geschichte des Mina soll schleunigst den Saft des Lebens besorgen, damit die scheußliche Falte wieder ganz schnell verschwindet.
Doch den magischen Saft kann nur eine die älteste Fee der Welt. Und die wohnt ganz tief im Märchenwald. Um da hinzukommen, muss Mina vorbei an so mancher Märchenfigur, allen voran dem bösen Rolf, äh, Wolf!
Das zweite, herrlich lustige Abenteuer der frechsten kleinen Fee der Welt – lustig geschrieben von Zoe Magdalena, warmherzig illustriert von Alexandra Helm.
NEINhorn meets Pipi Langstrumpf – moderne Fantasy-Heldin spricht Kindern aus der Seele Lustige Kinderbuchreihe von Comedy-Talent Zoe Magdalena Mit vielen farbenfrohen Illustrationen von Alexandra Helm Für Kinder ab 5 Jahren Vorlesezeit ist Familienzeit – die beste Art, aneinander gekuschelt fantastische Abenteuer zu durchleben
Der erste Band ist zauberhaft. Er enthält nicht nur viele kreative Ideen sondern überzeugt auch mit der selbstbewussten, lustigen, mutigen, frechen Bipoc Fee Mina also Protagonistin.
Das wirklich besondere aber am 1. Band ist, dass er ausgelutschte Klischees für Kinder gut verständlich vorführt - und auch klar zeigt: Die Dinge sind nicht immer so, wie sie aussehen!
Bert, die glatzköpfige rundbäuchige Zahnfee, ist zum Beispiel sehr beliebt und alle kleinen Feen wollen Autogramme von ihr. Die schönen Blumen sind böse. Gepupst wird auch, sogar zur Rettung. Der Wind ist schon alt und aus der Puste. Die starken Meerjungfrauen sind einfach zu schwach, um sich ihren Gefühlen zu stellen. Die Feenkönigin sabbert im Schlaf.
Und so weiter…
Dieses wirklich unangestrengte und humorvolle Hinterfragen ist der rote Faden des Buches. Wir lieben solchen Quatsch!
Nun der zweite Band. Auch hier hat die Autorin versucht, gängige Themen wie Rapunzel, Froschkönig und der böse Wolf zu verdrehen. Aber das Verdrehen passiert diesmal ohne tieferen Sinn. Es werden keine Vorurteile ad absurdum geführt. Besonders witzig ist es auch nicht. Aber vor allem: Viel mehr noch, die Verdrehungen befeuern eher noch Vorurteile. Der Froschkönig beispielsweise ist total selbstverliebt und das ist im Buch anscheinend absurd, weil er glatzköpfig und pickelig ist. Über Lispeln wird sich auch lustig gemacht.
Und natürlich das wichtigste: Der Grund, warum Mina losziehen soll ins Abenteuer: Die Feenkönigin hat eine Falte und die muss weg! Alt aussehen ist also wortwörtlich der Feind in diesem Abenteuer, jung aussehen die Mission. Wie konnte das als passendes Thema für Kinder durchgehen? Vermutlich noch mehrheitlich weiblich sozialisierte.
Diese Mission wird auch nicht wirklich hinterfragt, außer, dass sie „noch quatschiger als Mathe“ ist. Und damit kommen wir zu einem anderen Thema des Buches: Dass Mina die Schule hasst, nicht hingehen will und besonders Mathe so schlimm ist, dass es sogar eine extra Fee gibt, die den Test ausfallen lassen kann und eine zweite, die die Schule ausfallen lassen kann. Mathe? Nee, lieber die Falten der Königin bekämpfen.
Das erste Buch war so bestärkend. Lustig. Kreativ. Positiv. Provokant. Kindgerecht. Und das Gegenteil von Oberflächlich.
Der zweite Band? Eine frühe Werbung für Antifaltencreme? Mir fällt ehrlich nichts Gutes ein und ich würde einen Stern vergeben, bringe es aber nicht übers Herz, weil die Autorin mit dem ersten Band ein ziemlich perfektes, vergnügliches, tiefsinniges Kinderbuch mit einer komplexen Heldin kreiert hat.
Mina mag nicht zu Schule gehen, Mina möchte lieber ein Abenteuer erleben. Und so kommt es, das Mina für die oberste Fee in den Märchenwald geht um dort die älteste Fee der Welt zu treffen
Meine Meinung:
Fand ich Band eins schon nicht so amüsant und unterhaltsam, war ich trotzdem auf das zweite Abenteuer der Andersfee Mina gespannt. Aber, ganz ehrlich, das Buch ist für mich echt grenzwertig. Fängt es mit einer ganz furchtbar ungeborenen Fee ab, die nur ihren Willen durchsetzen will und sich über alle Regeln hinwegsehen. Würde ich meinem Kind jetzt nicht vorlesen. Auch der Teil im Märchenwald war dermaßen übertrieben lustig und sarkastisch, was Kinder ja überhaupt noch nicht verstehen können, das es nur noch genervt hat. Mir hat die Geschichte nicht gefallen, so möchte ich keine Kinderbücher vorlesen müssen.
Königin Mirabella benötigt den Saft des Lebens, da sie eine Falte bei sich entdeckt hat. Dieser ist nur im Märchenland zu finden. Hier begegnet Mina einige bekannte Märchengestalten. Den bösen Wolf, der am Ende gar nicht mehr böse sein will, Rotkäppchen die gar nicht so lieb zu ihrer Großmutter ist oder auch Rapunzel, die eine kleine verzogene Rockgöre ist.
Mina ist einem deutlich sympathischer als im ersten Band. Denn sie erkennt das Fehlverhalten der Märchengestalten. Auch die Illustrationen sind wieder sehr gut getroffen, auch wenn es dieses Mal deutlich weniger sind.