Inhalt:
Vier Schlüssel und damit auch die Herrschaft über ihre Teile des Hauses hat Arthur den verräterischen Treuhändern schon abgenommen und vier Teile des Vermächtnisses wiedergefunden. Doch Arthur muss feststellen, dass seine magische Kontamination unerbittlich voranschreitet. Erreicht sie 60%, wird er zum Bürger und kann nicht mehr nach Hause zurückkehren. Wenn er das verhindern will, darf er die Magie der Schlüssel nur noch im Notfall einsetzen. Doch wie soll er die Morgigen Tage aufhalten und die anderen Teile des Vermächtnisses finden - ohne Magie? Da erhält er eine Nachricht von Lady Freitag, dass sie abdankt und ihren Schlüssel und das Mittlere Haus dem Sieger aus dem Wettrennen von Arthur, dem Pfeifer und Samstag überlässt. Meint Doktor Freitag das ernst? Oder ist das eine Falle?
Meine Meinung:
"Listiger Freitag", der 5. Band der Fantasyreihe "Die Schlüssel zum Königreich", besteht wieder aus zwei Handlungsebenen: Einmal Arthurs Abenteuer im Haus, seine Suche nach dem Vermächtnisteil und dem Schlüssel seines Gegners, und dann den Auswirkungen des Machtkampfes und der Intrigen auf der Erde und auf Arthurs Freunde und Familie.
Diese Nebenhandlung nimmt in "Listiger Freitag" einen verhältnismäßig großen Teil ein - und das ist dieses Mal leider auch die Schwäche des Romans. Für mich war die Nebenhandlung um Blatt, die zusammen mit anderen Krankenhauspatienten von Doktor Freitag entführt wird, nicht so spannend wie die Haupthandlung. Auch steht dieses Mal Blatts eigene Familie auf dem Spiel, nicht Arthurs, der für mich die Hauptidentifikationsfigur ist und mit dem ich mitfiebere. Emotional war Blatts Erzählstrang daher nicht so mitreißend, auch hatte ich das Gefühl, dass es einige Längen durch Beobachtung und Inaktivität gab, bevor Blatt die Initiative ergriffen hat. Hier hätte man kürzen können.
Kommen wir zur Haupthandlung: Dieses Mal geht es um die Herrschaft des Mittleren Hauses, wie das Untere Haus des ehemaligen Herrn Montag, ist es eine Verwaltungsebene, in der es viel um Schriften und Ähnliches geht. So stolpert Arthur auch als Erstes in eine Wassermühle und sieht einen Fluss, der den riesigen Berg, aus dem das Mittlere Haus besteht, hinaufströmt und auf dem Flösser mit beschrifteter Kleidung aus Papier arbeiten, während die verschiedenen Ebenen des Mittleren Hauses mithilfe des Flusses oder von Flügeln bereist werden. Und natürlich ist Arthur ganz unten angekommen und muss irgendwie schnellstmöglich nach ganz oben.
Die Idee des Mittleren Hauses hat mir gut gefallen, auch dass es ein Wiedersehen mit den Pfeiferkindern Susi und Fred, Arthurs Freunden, die in die Gewalt des Pfeifers geraten waren, gab. Doch am besten fand ich dieses Mal den fünften Teil des Vermächtnisses, einen Fledermaus-Drachen, der seine Größe von beängstigend groß zu niedlich klein verändern kann und vom Charakter her von allen bisherigen Vermächtnisteilen am sympathischsten ist. Wir dürfen gespannt sein, welche Auswirkungen seine Verschmelzung auf Dame Primus hat, die ja doch etwas erschreckend wurde nach der Verschmelzung mit dem schlangenhaften vierten Teil.
Fazit: Leider bislang der schwächste Teil der Reihe, dennoch freue ich mich schon auf Samstag und Sonntag und ein Wiedersehen mit Arthur und Co.