Lost Places - Wo die Toten schweigen / Norbert Horst / Krimi / 2024 / 336 Seiten / Goldmann Verlag
Rezensionsexemplar
Es handelt sich um den ersten Band einer neuen Reihe, welche sich um die drei Hauptprotagonist*innen Deniz Müller (Leiter der Mordkommission), Alexander Rahn (Journalist) und Camilla Lopez (Staatsanwältin) dreht.
Die drei haben gemeinsame Vergangenheiten, was immer mal wieder angedeutet wird. Alle drei haben ein Thema, was im Buch immer wieder angesprochen wird. Diese sind sehr unterschiedlich. Zwischen Running Gag und Verwunderung über einen deutschen Nachnamen ist alles dabei. Leider laufen diese Situationen immer wieder gleich ab und haben zu wenig Varianz, auch wenn ich es gut finde, das bestimmte Dinge hervorgehoben werden, da sie leider die Realität wiederspiegeln (Stichwort Alltagsrassismus).
Ich war sehr gespannt, wie das Thema Lost Places in diesem Krimi eingebaut wird und muss leider sagen, dass es nicht so die übergeordnete Rolle spielt, wie ich gehofft hatte. Es gibt zu Beginn mehrere Handlungsstränge mit sehr vielen PoV-Wechseln. Nicht nur denen mit den Hauptfiguren sondern noch viele weitere. Es gibt leider euch welche, wo ich mir jetzt zum Ende hin gar nicht wirklich sicher bin, was die mit dem Fall zu tun hatten bzw. um wen es da überhaupt ging. Ich musste ab und zu aufpassen, nicht den Überblick zu verlieren.
Der Haupt-Fall selbst ist ziemlich klassisch und solide. Ich wurde leider nicht groß überrascht und hatte die ganze Zeit gehofft, dass noch eine Art Twist kommt, mit dem ich nicht gerechnet hätte.
Darauf liegt auch gar nicht so sehr der Fokus in meinen Augen. Der Grund, warum dieser Krimi dennoch interessant und spannend ist und bei der Stange hält, ist, wie die Ermittlungsarbeit dargestellt wird. Man merkt durch und durch, dass der Autor vom Fach ist, denn er war selbst Kriminalhauptkommissar.
Der ganze Ablauf, wie er geschildert wird, wirkt daher so Realitätsgetreu, dass man denken könnte, es wäre genau so passiert. Und das, ohne das der Schreibstil drunter leidet. Dieser ist angenehm und flüssig.
Das sind auch für mich die Gründe, warum dieses Buch im Gesamten doch relativ gut abgeschnitten hat und ich mir vorstellen könnte, auch Band 2 zu lesen.