Seit Jahrhunderten gibt es keine Kunst mehr. Sie gilt als überwunden – durch Techniken des Möglichen, von denen die Menschen nichts wussten, als sie noch auf der Erde lebten. Jetzt haben sie viele Welten besiedelt, viele intelligente Wesen kennengelernt. Auf Feldeváye aber, einem abgelegenen Planeten, kehrt die Kunst zurück – als Geschenk einer fremden Spezies. Ein junges Mädchen, Kathrin Ristau, stellt große Fragen: Was war Kunst, warum kommt sie wieder, was geschieht mit uns, wenn wir sie neu entdecken? Der Roman erzählt die Geschichte einer Frau, die auf die Fragen der Kunst bis ins hohe Alter persönliche und politische Antworten finden muss, weil nichts, das sie betrifft, von der großen Liebe über den Weg zum Ruhm bis hin zu den Schrecken von Krieg und Bürgerkrieg, sich den lebensentscheidenden Fragen nach der Kunst entziehen kann.
Daths Roman erzählt eine zukünftige Menschheitsgeschichte. Die Erde ist vor Jahrhunderten verlassen worden. Die Menschen haben neben anderen Spezies in weit entfernten Sonnensystemen zahlreiche Planeten besiedelt und per Terraforming ihren Bedürfnissen angepasst. Diese transgalaktische Welt ist hoch technologisiert: Gigantische Datennetze verbinden interplanetarische Gesellschaften, Verkürzerports ermöglichen Reisen durch die Galaxis, designte Viren fungieren als Datenträger, Menschen interagieren per eingepflanztem Interkomm-Modul und Nanoroboter werden als Waffen und Überwachungssysteme eingesetzt. In diesem Space Opera Background, in dem neben den Menschen auch andere Aliens beheimatet sind und die zusammen eine transgalaktische Gesellschaft bilden, besteht ihr Wirken vor allem darin, irdische Kunstwerke der Vergangenheit auf den Titel gebenden Planeten Feldeváye zu teleportieren. Feldeváye ist „ein gänzlich zivilisiertes, völlig gerechtes Gestirn“ und scheint mit seiner üppigen Natur eine Bilderbuch-Erde zu sein. Hierher bringen die Aliens irdische Kunstwerke, denn in Daths Zukunftswelt gibt es keine Kunst mehr, sie wurde überwunden. Das entspricht Hegels These vom Ende der Kunst, deren Rolle einer Wahrheitsvermittlung von der Philosophie übernommen wird – bei Dath ist es die alles durchdringende Technologie. Die Grundfrage von Daths Roman ist die philosophische Debatte über den Stellenwert von Kunst in einer hochtechnisierten, utopischen Gesellschaft, wozu braucht es überhaupt Kunst und was geschieht, wenn sie nicht vorhanden ist bzw. überwunden ? Dieses Buch macht es dem Leser nicht leicht, aber wen diese Frage interessiert und wer mit dem Schreibstil von Dietmar Dath zurechtkommt, dem kann es viel geben...
Ein grandioses Projekt, voller Ideen und Komplexitäten, thematisch faszinierend und wie ein Füllhorn. Trotzdem musste ich mich durchbeißen, und kann mich nicht zu mehr als drei Sternen durchringen, weil die vielen Gedanken, und die theoretischen Debatten, in denen die Figuren sich dauernd verstricken, dem Lesefluss doch erheblich im Weg stehen. Dazu kommt, dass viele der den Leser überflutenden Ideen nicht ausgeführt sind, und die hingeworfenen Einfälle dann liegen bleiben.
Mir schienen zu viele Fragezeichen für wirkliche Begeisterung auf beim Lesen, aber ein großes Ausrufezeichen verdient es doch, allein schon für die radikale Absicht, die phantastische Literatur von den haarigen Füßen mal wieder auf den Kopf zu stellen.
Toll, toll, toll. Da ist ganz viel drin (auch ???), es ist schön geschrieben und viel zu kurz. Und am liebsten würde ich gleich nochmal von vorn anfangen.
From when I was a teenager to about age 29 I used to read a lot of what people call theory, first Deleuze and Foucault and a lot of stuff, then Adorno et al., then Foucault and a lot of stuff again. I can't say that I understood much of it, maybe none.
I did aquire skills during this time which would have come in handy when reading this 800-page sci fi novel. Keeping track of dozens of concepts that just turn up and are not really introduced, and keeping track of dozens of names of other theorists that one is apparently expected to know.
I did not use these skills because quite frankly, I read this book as a pastime activity and not as work, but it seems that Dietmar Dath expects his readers to. This novel is just like the theory books: it is neverending, there are dozens of fictitious things that are introduced, and there is an endless fountain of new characters that keep on spawning seemingly until the last page.
I read a review that promised everything would come together at the end, but I kind of gave up on the book at around midpoint, when (I think?) still more new characters and new stuff was being introduced. I let the book sit for half a year and read a hundred more pages, but after that I just browsed through the book, hoping there'd be maybe a picture or something.
I felt like this is maybe a good novel that could have been made legible by cutting about half the stuff from it? Or maybe I'm not the galaxy brain who is able to understand all of this? Or maybe this is in fact a good book and it's just me who doesn't understand science fiction?
Dietmar Dath's 1,000-page theoretical treatise on science fiction is already waiting on my book shelf, possibly there's a heureka moment hidden inside it for me.