Wenn es rein um eine Offenlegung und Analyse des Rassismus in Politik und Gesellschaft geht, ist dieses Buch ein Brett.
Gerade diese Orientierung an dem Werk von Frantz Fannon und der frische Schreibstil von Mbembe gehen fantastisch ineinander auf und präsentieren das durch Rassismus verursachte Leid auf eine sachliche, nicht moralistische Art und Weise. Diese Mischung öffnet in gewisser Weise Bewusstsein an Stellen wo man gefühlt schon "taub" geworden ist und ermöglicht neue Blickwinkel.
Meine einzige Kritik richtet sich and die Passagen die sich verstärkt mit der liberalen Demokratie auseinandersetzen. Ich bin zwar auch der Meinung das man deren Geschichte kritisch betrachten muss; problematisch wird es für mich nur dann wenn der historische Kontext stellenweise schon fast universalistisch auf das Heute und die Zukunft der liberalen Demokratie übertragen wird.
Und kleinerer zusätzlicher Kritikpunkt: Warum wird immernoch Sigmund Freud so viel zitiert? Der ist abseits der Geschichte der Psychologie oder wenn man irgendwie eine Entwicklung nacherzählen möchte, komplett überholt und irrelevant. (Ist einfach ein Punkt der mich immer nervt)
Ansonsten wirklich ein sehr interessantes Buch welches mich inhaltlich und vom Schreibstil her echt positiv überrascht hat.