Die Geschwister Karl und Rosa führen ein einfaches Leben auf der Insel Feudalia. Sie helfen auf dem Hof ihrer Eltern, spielen im Wald und sammeln dabei das dringend benötigte Feuerholz für die Familie. Doch eines Morgens steht dort ein Schild: »Holz sammeln verboten. Holzdiebe werden bestraft.« Und dieses Verbot ist nur der Anfang einer großen Veränderung, die das Leben der Geschwister völlig auf den Kopf stellt. Schon bald wird die Familie von ihrem Hof vertrieben. In der Stadt müssen die Eltern, wie die meisten Inselbewohner, nun in Fabriken arbeiten, die reiche Herren von der Nachbarinsel Capitalia eröffnet haben. Während Vater und Mutter mehr schuften als je zuvor, reicht das Geld kaum für die Wohnung und das Essen. Den Menschen auf Feudalia war Wohlstand für alle versprochen worden, aber das erfüllt sich nicht. Doch muss das eigentlich so sein?
Warum haben die Arbeiter nichts vom erwirtschafteten Reichtum? Wieso ist der Wohlstand so ungleich verteilt? Auf der Suche nach Antworten stehen Karl und Rosa vor einem Rätsel – bis sie eine zündende Idee haben. Eine kämpferische Geschichte über Zusammenhalt und den Mut, gemeinsam etwas zu verändern.
Ole Nymoen studiert Soziologie und Wirtschaftswissenschaften in Jena und arbeitet als freier Journalist. Mit Wolfgang M. Schmitt spricht er in ihrem gemeinsamen Podcast Wohlstand für alle über Geld sowie ökonomische Ideengeschichte und politische Ökonomie.
Ein Kinderbuch über die Entstehung des Kapitalismus - yey! Ich bin großer Fan davon, schon Kindern die Welt um sie herum nahezubringen und zwar nicht nur was Tiere, Pflanzen und Gefühle angeht, sondern eben auch das System, in dem wir leben. Kinder leben in kapitalistischen Verhältnissen, sie werden von klein auf zu Wettbewerb, Performance und Leistung erzogen und je länger sie in dem Glauben leben, der Kapitalismus sei ein Naturgesetz, desto mehr Schwierigkeiten werden sie haben, sich eine andere Welt vorzustellen.
In "Die kleinen Holzdiebe" erleben die Kinder Karl und Rosa, was es heißt vom Leben auf dem Land (jede Familie arbeitet für sich selbst, die Königin erhält einen Zehnt) in die Stadt getrieben zu werden, wo die Eltern zehn Stunden am Tag für den Profit des Fabrikbesitzers schuften. Wer herumlungert, kommt ins Arbeitshaus. Das ist nicht fair! Warum haben manche so viel und andere fast nichts? Zum Glück kommt Karl Marx in Gestalt eines Fischers vorbei und erklärt den Kids, dass das Kapital der Feind ist. Jetzt braucht es nur noch eine zündende Idee, es zu bekämpfen.
Ich mochte die Geschichte ziemlich gern, sie ist spannend, an manchen Stellen lustig und ja, die Message stimmt. Manchmal ist es ein bisschen oberlehrerhaft, geht wahrscheinlich aber auch kaum anders, denn die Inhalte sind gar nicht so leicht zu verstehen, selbst für Erwachsene. Ich finde aber, dass es den Autoren gut gelungen ist, Kapitalistische Akkumulation kindgerecht zu vermitteln. Würde aber schon empfehlen, es gemeinsam zu lesen, denn es wirft vermutlich viele Fragen auf, über die es sich zu reden lohnt. Empfohlen ist das Buch ab neun, ich würde sagen, clevere Kids können es aber auch schon ab sieben oder acht vorgelesen bekommen.
Die Illustrationen werden viel gelobt, ich fand sie so mittel, aber auf jeden Fall nicht störend. Den Papagei hätte ich nicht gebraucht, aber ohne wäre es wahrscheinlich schwierig geworden, die Story glaubwürdig zu machen und ja, Kinder mögen ihn wahrscheinlich gern!
Seit einiger Zeit schon hege ich den Wunsch nach eigenen Kindern, doch gab es da dieses eine, große Problem. In größter Sorge, dass ich es nicht schaffen würde, künftigem Nachwuchs eine antikapitalistische und solidarische Weltsicht näherzubringen, schob ich meinen Wunsch nach hinten. Ich hätte es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren können, meine Kinder Lehrer:innen auszusetzen, die nichts anderes als das Leistungsprinzip predigen, ohne dass sie dem etwas entgegensetzen könnten. Viel zu groß war die Angst, dass sie eines Tages nach Hause kommen und mir erzählen, dass sie einer Start-up-Gang beigetreten sind oder über Instagram-Direktnachrichten Kontakte von einer "Business-Idee" überzeugen wollen.
Mit "Den kleinen Holzdieben" haben Wolfgang, Ole und Nick-Martin mich nun endlich aus dieser Misere retten können, denn mit diesem didaktischen Meisterwerk kann bei der kommunistischen Indoktrination der Nachkommen nichts mehr schiefgehen. Nach dem Lesen dieser theorielastigen Lektüre bin ich mir sicher, dass der kleine Wolfgang-Ole auf dem Spielplatz die Vergesellschaftung der Schaufeln und Eimer vorantreiben und das Klassenbewusstsein der Buddler:innen, die auch nichts anderes als die Arbeiter:innen von morgen sind, schärfen wird. Danke!
Das Buch enthält eine fesselnde Grundhandlung und eine richtige politische Message. Leider ist über das ganze Verbreiten der richtigen Botschaft das Kinderbuch sein ein bisschen zu sehr in den Hintergrund getreten. Vor allem in der Mitte des Buches gibt es einige Passagen während denen ich Wolfgang und Ole gerne "Show dont tell" auf die Stirn tätowiert hätte. Die richtige Interpretation des Gelieferten muss einem auch in einem Kinderbuch nicht immer auf einem Silbertablett serviert werden sondern kann auch Kindern, ggf. gemeinsam mit vorlesenden Personen zugemutet werden. Dennoch ist das kein schlechtes Buch. Gerade das Ende hat mich persönlich doch nochmal gefesselt und meine Grundfrage bei der Lektüre (lohnt sich das um Kindern auf Zeltlager vorzulesen) kann eindeutig mit ja beantwortet werden.
Ein antikapitalistisches Kinderbuch ab 10 Jahren? Her damit, dachte ich mir! Auch wenn ich der Meinung bin, dass wir definitiv mehr Kinderbücher brauchen, die den Kindern bereits früh beibringen, die Welt zu hinterfragen und Fragen zu stellen, die sich selbst Erwachsene nicht trauen zu stellen, weil sie es nie gelernt haben, wurde dies hier leider eher mäßig gut umgesetzt. Es geht um Rosa und Karl (Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht offensichtlich. Solche Anspielungen findet man zuhauf in diesem Buch, was ich echt genial finde!), die mit ihren Eltern auf der Insel Feudalia ihr bäuerliches Dasein leben. Doch plötzlich kommen die Reichen aus einer entfernten Insel mit dem Namen Capitalia und möchten den Reichtum des Volkes auf Feudalia erhöhen. Deshalb werden alle Menschen gezwungen, zukünftig in Fabriken zu arbeiten, damit die Rohstoffe effizienter genutzt werden können. Doch bald schon geht es der Familie von Karl und Rosa viel schlechter als zuvor, obwohl sie viel härter und länger arbeiten. Sie beginnen sich Fragen zu stellen: "Muss das so sein?", "Warum haben die Fabrikbesitzer so viel mehr Geld, obwohl sie nicht arbeiten?" und "Was können wir tun, um dies zu ändern?". Sie erleben viele schreckliche Dinge, die man sich nicht ausmalen möchte und Karl trifft auf einen anderen Karl, der fortan nur noch "alter Karl" genannt wird, der ihn über das nun bestehende System belehrt und über die kopflose Regentschaft des Kapitals spricht (Dass es sich dabei um Karl Marx handelt, habe ich erst bei dem Teil mit dem Kapital verstanden). Eine aufbrausende Geschichte mit vielen Höhen und Tiefen und fantastischen Zeichnungen! Für mich persönlich ist das Buch definitiv eine unglaublich tolle Lektüre gewesen. Durch die vielen Anspielungen und das (Für mich) simple Rüberbringen vom ausbeuterischen kapitalistischen System hat das Lesen sehr viel Spaß gemacht, weshalb es für mich auch 5 Sterne bekommt und ich es für alle Erwachsene empfehlen kann, die eine spaßige Lektüre suchen und sich mit den angesprochenen Themen auskennen (Oder auch nicht auskennen). Für Kinder kann ich das Buch jedoch nicht empfehlen. Die Sprache ist teilweise viel zu kompliziert als dass sie für Kinder ab 10 Jahren geeignet wäre. Zudem sind die theoretischen Teile mit Karl Marx auch zu komplex als dass sie ein 10 jähriges Kind verstehen könnte. Welches Kind versteht schon, was für eine Macht dem Kapital innewohnt? Man hätte die linke Message für Kinder, die ja das Hauptziel dieses Buches ist, viel simpler rüberbringen müssen, damit es wirklich etwas bringt. So denke ich nicht, dass dieses Buch bei Kindern eine bleibende Wirkung hinterlässt. Wohl eher bleibt den Kindern letztendlich eine Verwirrung im Gedächtnis, die sie beim Lesen dieses relativ komplexen Buches empfanden.
Ich hab das Buch meiner Freundin im Krankenhaus vorgelesen, das war schön, die Pfleger:innen wurden passiv-indoktriniert, gerne wieder, außerdem gibt man guten Freunden ein Küsschen*
Dieses Buch eignet sich gut, um auf anschauliche Weise und mit vielen Wiederholungen einige der Grundprinzipien des Kapitalismus kennenzulernen. Somit haben die Autoren ihr Ziel erreicht, einem Kinderbuch von Carsten Maschmeyer eines mit einer marxisitisch-kritischen Perspektive entgegenzusetzen. Ein schöne Geschichte für Kinder ist dabei in meinen Augen jedoch nicht herausgekommen.
Loben möchte ich neben der simplen Vermittlung der Theorie auch den Mut, Kindern ein größeres Vokabular zuzutrauen – bestenfalls sind Vor- oder Mitleser vorhanden, die unbekannte Begriffe erklären können. Oft passiert dies auch direkt im Text, indem ein Charakter nachfragt. Nur ein Fremdwort hätte ich weggelassen, leider ist es Teil des Titels und der zentralen Metapher: Juggernaut. Nicht nur ist der Begriff viel zu unbekannt, er passt auch nicht gut in den deutschen Vorleserhythmus. Ansonsten ist das Buch sprachlich bis hin zur metrischen Strenge in den abgedruckten Liedern glattpoliert, für meinen Geschmack dadurch zu charakterlos.
So kommen wir bereits zur Kritik: Die Story – das Abenteuer der beiden Kinder Rosa und Karl in einer sich durch den aufkommenden Kapitalismus rasch wandelnden, feudalen Welt – kommt nur sehr langsam ins Rollen, weshalb sie zum Schluss der 270 Seiten dann zu rasch und knapp auserzählt werden muss. Sie enthält wenig innovatives, viele klassische Handlungsinstrumente und wird erst gegen Ende spannend. Trotz des gemächlichen Starts und der Versuche im Worldbuilding kommt jedoch auch keine wirklich immersive Welt zustande. Noch schlimmer: Die Charaktere rund um Rosa (Luxemburg) und Karl (Liebknecht) sind Clichés, eindimensional und meist fad. Regelmäßig werden ihnen Verhaltensweisen angedichtet wie: "Wann immer die Mutter einen Satz mit 'Der nächste...' begann, kam das 'bestimmt' bestimmt [...]." (S. 22) Die Kinder im Buch lachten darüber, wir hingegen gar nicht. Nicht nur, weil das einfach nicht "ulkig" ist, sondern auch, weil diese catchphrase davor und danach nie wieder verwendet wurde. Das ist wohl mein größtes Problem mit dem Buch: Das Motto lautet zu oft tell, don't show. Hier hätte ich von so belesenen Autoren mehr erwartet. Die Zeichnungen sind interessant, der Stil aber gewöhnungsbedürftig.
Alles in allem kein Buch, das zu lesen ich bereuen würde, aber auch keine wirkliche Empfehlung.
Die Entstehung des Kapitalismus in einer Geschichte für Kinder erklärt - ich bin Fan! Weiß nicht genau für welches Alter ich es empfehlen würde - kommt sicher sehr auf die Begleitung des Themas von den erwachsenen Bezugspersonen ab.
Ich mag tatsächlich bisher gar nicht, wie die Charaktere Capitalias u.a. Bisher dargestellt werden. Und für sinnvoll halte ich das auch nicht. Vielleicht bekommt das noch mehr tiefe, aber ich finde so ein gut und böse Denken hat in einem marxistischen buch rein gar nichts verloren. Natürlich macht es Sinn wenn die Leute dort verbittert und griesgrämig sind, aber auch in einem Kinderbuch könnte man diese Hintergründe ja deutlich machen.. Mal sehen
Ich liebe die Idee, in politischen Kinderbüchern das zu erklären, was so einfach ist und doch von den Erwachsenen einfach nicht verstanden wird. Aber obwohl die Geschichte um die Geschwister Rosa und Karl, die in Feudalia dem Kapitalismus auf die Schliche kommen, unterhaltsam und süß war, habe ich zu große Widerstände gegen die etwas holzhammer-artigen Metaphern. Bin gespannt, wie ein echtes Kind dieses Kinderbuch findet.
Mir ist die Idee, ein kapitalismuskritisches und aufklärendes Buch für Kinder zu veröffentlichen, sehr sympathisch. Ich bin leider keine Expertin bei Kinderbüchern, was mir die Bewertung erschwert. Gut gelungen finde ich den Spannungsbogen, die Länge der Geschichte, die Charaktere und ganz besonders die Illustrationen, die aufgrund ihrer Ästhethik auch gerne hätten mehr sein dürfen. Für meinen Geschmack hätte die Sprache kindgerechter sein können, manche Ausdrucksweisen sind mir zu veraltet und zu sperrig für ein Kinderbuch, zum Beispiel "um diese Uhrzeit standen sie für gewöhnlich auf, um ihr Tagwerk zu verrichten". Die theoretischen Teile schienen mir sehr verdichtet und eventuell immer noch überkomplex dargestellt, so dass ich mich frage, ob die Zielgruppe damit abgeholt werden und ein Transfer gelingen kann. Inwiefern die Autor*innen mit dem Buch ihrem Anspruch gerecht werden, vermag ich nicht zu sagen. Da bin ich gespannt auf Kinderstimmen. Für Erwachsene ist es auf jeden Fall eine nette Lektüre und eine einfache Möglichkeit, ganz basic minimale Kapitalismuskritik serviert zu bekommen.
*2,5 Beim Versuch, kapitalismuskritische Inhalte kindgerecht zu vermitteln, bleibt die erzählerische Umsetzung hinter den Möglichkeiten zurück. Stattdessen durchzieht das Kinderbuch einen altgebackenen auktorialen Erzähler, der Geschehen und Gefühle erklärt und bewertet. Kindern und Jugendlichen wird dadurch vieles vorgegeben, anstatt ihnen Raum zu lassen, eigene Schlüsse zu ziehen. Die in die Dialoge angeführten Erklärungen zu Begriffen und gesellschaftlichen Prozessen sind grundsätzlich hilfreich; durch ihre Häufung liest sich das Buch allerdings sehr zäh. Gegen Ende ging dann wiederum alles schnell: die Einwilligung der Fabrikbesitzer in die Forderungen der Arbeitenden, der damit einhergehende Streikerfolg, Karls modifizierter Traum und das nette, aber pathetische Ende folgen dicht aufeinander.
Zudem wäre es schön gewesen, mehr über die Figuren (va Rosa) zu erfahren. Sie gewinnen eigentlich nur durch die Illustrationen von Nick-Martin Sternitzke an Kontur, die für mich das Highlight des Kinderbuches darstellen. Ebenso habe ich mich über den sichtbaren Spaß an Sprache gefreut, der dem Buch etwas Lebendigkeit verleiht.
Tja, wenn ich Sozialist wäre, fänd ich es wahrscheinlich gelungen und würde es später meinen Kids vorlesen. So muss ich sagen, dass ich die Idee zwar ganz nett finde, aber auch nicht mehr. Als Kinderbuch taugt es nur begrenzt; es ist eher eine weirde Genre-Verschmelzung. Die marxistische Analyse der Ökonomie kindlich verpackt - eher für interessierte Mittelalte, die sich obendrein für Literatur begeistern können. Kindern die Probleme der Arbeitswelt nahebringen zu wollen, ist… ambitioniert. Entsprechend erzwungen didaktisch muss auch eine Erklärung der Begriffe Kapital, Investition und Profit geraten. Ansonsten ist die Idee ganz nett, den Übergang feudaler zu kapitalistischen Gesellschaften anhand zweier Inseln „Feudalia“ und „Capitalia“ darzustellen. Kindgerechter kann man das Thema wohl nicht behandeln; fraglich aber, ob man es überhaupt sollte. Davon abgesehen: Mal wieder wird augenfällig, wie stark die marxistische Analyse an das 19. Jahrhundert gebunden ist - mit der Gesellschaft und der Arbeitsrealität des 21. Jahrhundert hat das dort Dargestellte kaum mehr was zu tun.
Ich bin seit Jahren ein begeisterter Anhänger von Ole und Wolfgang und schätze ihren Beitrag zur ökonomischen und politischen Bildung enorm. Er hat meine Sichtweise nachhaltig geprägt, und ich wünschte, ihre Ideen fänden ein noch breiteres Publikum.
Ein gutes Kinderbuch zu schreiben ist jedoch eine eigene Kunstform. Wenn man „Die kleinen Holzdiebe“ ausschließlich unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, muss man ehrlich eingestehen, dass es in dieser Hinsicht nicht ganz gelungen ist.
Dennoch vergebe ich vier Sterne, weil das Anliegen des Buches von großer Bedeutung ist: Kinder frühzeitig dazu zu ermutigen, die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse zu hinterfragen und ein grundlegendes Verständnis dafür zu entwickeln, wie unsere Gesellschaft im Kapitalismus funktioniert - nämlich nicht durch irgendwelcher Naturgesetze, sondern weil sie so gemacht wurde wie sie ist. Etwas, das uns Marx auch heute noch erklären kann.
Ich bin treuerer Hörer von „Wohlstand für alle“ und „Den neuen Zwanzigern“.
Bin daher auf das Buch aufmerksam geworden. Ich liebe die Arbeit von Ole und Wolfgang.
Der erste Versuch ein Kinderbuch zu schrieben ist allgemein gelungen, jedoch finde ich es für Kinder hier und da etwas zu „erwachsen“ und für Erwachsene zu kindlich.
Ich weiß nicht genau was die Zielgruppe ist, junge Teenager? Dafür ist die Geschichte vielleicht sogar etwas zu kindlich.
Was man jedoch sagen kann ist, dass die Inhalte gut rüberkommen und hier und da auch Spannung aufgebaut wird. Für ganz kleine Leser aber vielleicht auch etwas zu sehr. Der positive Turnus passiert ja leider erst ganz am Schluss. Ein paar mehr positive Beispiele von Gewerkschaften usw. In der Hauptstory wären nicht verkehrt gewesen. Vielleicht ist es aber auch etwas für eine Fortsetzung :)
Großartige Idee Kapitalismuskritik auch in Kinderbücher zu bringen. Mir hat es Spaß gemacht die spannende Geschichte zu verfolgen. Der Theorieteil ist allerdings schon beachtlich. Während das bei mir natürlich schon an viel Wissen anknüpft, kann ich mir noch nicht vorstellen ob es genauso schlüssig für Kinder und Eltern wirkt, die wenig mit linker Theorie zu tun hatten. Bei der Sprache hätte ich mir z.T. barrierearmere Formulierungen für Familien, die nicht aus dem Bildungsbürgertum kommen gewünscht. Meine Utopie ist nun, dass alle 10 Jahre alten Kinder sich in 10 Jahren auf dem Arbeitsmarkt in Gewerkschaften organisieren und ihre Betriebe bestreiken sodass wir besser Lebens- und Arbeitsbedingungen für alle erreichen.
ZU Beginn sehr gut und es zeigt auch die Kapitalistischen Probleme, baer gegen ende hin werden Kapitalistische Reformenals Antikapitalistisch bezeichnet.
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Das Ansinnen ist hoch anzurechnen. Die Umsetzung erfolgt dann aber mitunter ein bisschen plumb und mit dem Holzhammer. Ich bin mir unsicher, ob das Buch bei der Alterszielgruppe wirklich zündet.
"Die kleinen Holzdiebe" ist ein kleines Meisterwerk (auch für erwachsenen), das geschickt das Abenteuer von Karl und Rosa mit gesellschaftlicher Reflexion verwebt und ein überraschend tiefgründiges Bild einer gemeinschaftlich organisierten Welt zeichnet, die von kapitalistischen Machenschaften überrollt wird.
Das Rätsel um den mystischen Juggernaut, eine riesige und alles umspannende Macht, wirft existenzielle Fragen auf: Wie viel Einfluss hat der Einzelne? Kann die Gemeinschaft durch gemeinsame Überzeugungen und Zusammenhalt eine übermächtige, vielleicht sogar unterdrückende Macht überwinden? Es ist beeindruckend, wie das Buch diese Themen in eine märchenhafte Geschichte verpackt, ohne jemals den moralischen Zeigefinger zu erheben. "Die kleinen Holzdiebe und das Rätsel des Juggernaut" ist nicht nur ein fantasievolles Abenteuer, sondern auch eine subtile Erkundung von Solidarität und Gemeinschaft. Ein Buch, das zum Nachdenken über Gerechtigkeit und Zusammenhalt anregt – und das ich direkt meiner Nichte und meinem Neffen weitergeschenkt habe.