Dieser Roman ist wieder angesiedelt in Brandon Q. Morris Future History, zu der die meisten seiner Romane wie die "Eismond"-Romane und die "Proxima-Trilogie" zugerechnet werden können. In diesem Roman geht es um die Laserstationen, die die exterrestrischen Mini-Sonden (siehe: "Proxima Rising") auf ihre Geschwindigkeiten beschleunigen, dieser Laser ist auf dem Neptun-Mond Triton beheimatet, offensichtlich funktioniert er nicht mehr.
Deshalb sucht der RB-Konzern in Person von Valentina Schostakowna (ihr Vater hat das Programm der interstellaren Reise der Miniraumschiffe einst initiiert) einen Astronauten, der die 4-jährige Reise zum Neptun auf sich nimmt und auf dessen Mond Triton nach dem Rechten sieht. Sie findet diese Person in Nick Abrahams, der Weltrekordhalter mit den meisten Starts ins All ist, aber der seinen Lebensunterhalt nur noch als Pilot von Weltraumtouristen frönt und der mit seinem Job unzufrieden ist. Als er nach einer weiteren Eskapade seinen Job verliert und, als wäre es noch nicht genug, seine Frau ihn am selben Tag verläßt, nimmt er den Job von Valentina an, die ihn sofort aktzeptiert, weil er genau in die Jobbeschreibung passt. Er ist der einzige Mensch an Bord der EVA, das Raumschiff, das ihn innerhalb von 2 Jahren zum Neptun bringen soll. Er hat einen Sex-Roboter als Begleiter abgelehnt, nur der Putz-Roboter Oscar hat er aktzeptiert. Nach einiger Zeit stellt er fest, dass der Roboter eine fortschrittliche KI ist, die sich im Laufe der Zeit zu seinem besten Freund mausert. Bei allerlei menschlichen und technischen Problemen an Bord ist Oscar ein verläßlicher Partner, der für Nick unverzichtbar werden soll. Oscar bestätigt auch das Gerücht, dass andere Expeditionen nach Triton, um den Fehler zu beseitigen, gescheitert sind. Nick schaltet seine Ex-Frau ein, mit deren Hilfe er mehr über die verlorenen Expeditionen erfährt, durch einen Sonnensturm verliert die EVA danach jedoch die Kommunikation zur Erde. Als sie mit einem Lander auf Triton absteigen, werden sie abgeschossen, das Landegerät wird zerstört. Nick und Oscar überleben jedoch und können sich in diversen Geräten der vorangegangenen russischen Expedition retten (Rover, Lander, etc.), jedoch stellen sie fest, dass die Besatzung tot ist und sie sich gegenseitig umgebracht haben. In einer Eishöhle finden sie ein künstliches Objekt außerirdischen Ursprungs, das sie mit ihren Mitteln nicht überwinden können. Deshalb versuchen sie ins Innere der RB-Station zu kommen, die KI läßt sie überraschenderweise hinein. Die KI der Station erklärt den beiden, dass sie ein Eindringen in das außerirdische Objekt auf jeden Fall verhindern wird, da dies für die Erde das Ende bedeuten würde. Da diese Erklärung Nick nicht befriedigt, versucht er trotzdem hineinzukommen, was ihm und Oskar schließlich gelingt. Sie finden heraus, dass die Station für Terraforming genutzt wird, die Absicht war, die Erde zu terraformen nach außerirdischem Vorbild, allerdings wurde festgestellt, dass die Erde schon von Lebenskeimen infiziert war. Weiterhin wird weiter festgestellt, dass der ganze Mond Triton zur Terraform-Einrichtung gehört, der Mond ist nicht Teil des Sonnensystems. Es wird eine Lösung gefunden, indem Triton das Sonnensystem verläßt und irgendwo anders einen Planeten nach außerirdischen Vorbild terraformt, die KI des Triton-RB-Konzerns die Laserimpulse auf die Minisatelliten abstrahlt und ihnen somit zum insterstellaren Schub verhilft, Nick und Oskar können daraufhin mit der EVA zurück zur Erde fliegen, wo Nick auf Frau und Kind trifft und Oskar, frei und alleine seine Leben auf der Erde unter Menschen verbringt, ob als Putzroboter oder als etwas anderes, das ist wohl eine andere Geschichte...
Der Roman hat mir (teilweise) gefallen, zumindest die erste Hälfte mit dem Flut zum Neptun, die Interaktion zwischen Mensch und Maschine fand ich überraschend frisch, witzig und spannend. Die Hard-Science Handlung um die Außerirdischen auf Triton dagegen etwas infantil, was einem Hard-Science Szenario nicht angemessen ist. Außerdem ahne ich, dass einige wissenschaftlich-technische Aussagen so nicht stimmen können, z.B. die andauerne Beschleunigung von 1g über ein Jahr lang oder die Beschleunigung der Minisonden durch einen Laser auf Triton etc.pp.
Immerhin zeigt Mattias Matting in seinem Essay "Die neue Biografie des Neptun" dass er etwas von der Materie versteht, er zeigt hier auch auf, warum einige Basisdaten über das Neptun-System zeigen, dass Triton eventuell ein Objekt von außerhalb des Sonnensystems ist, der von Neptun eingefangen wurde. Trotzdem ist für mich die Handlung auf Triton extrem unglaubwürdig, genauso wie die Persönlichkeiten der diversen KI's, sie sind alle (übrigenz wie alle KI's im Universum von Brandon Q. Morris; Watson etc.pp.) zu menschlich und immer den Menschen zugetan, für mich eine zu optimistische Weltsicht.