Ich mag es wirklich, wenn ein bekanntes Konzept neu vorgestellt wird. Die Autorin hat sich hier nicht lumpen lassen und der Dämonenjagd einen neuen Anstrich verpasst.
Ally wurde von niemand anderem als dem Teufel beauftragt, um 666 Dämonen zurück in die Hölle zu schicken und diese Aufgabe führt sie um die ganze Welt. Die Story ist spannend geschrieben und viele Konzepte in den Buch sind interessant und erfrischend. So auch, dass die Protagonistin aktiv die Besessenheit durch einen Geist sucht, um dadurch die Mittel zum Kampf gegen die Dämonen zu haben. Dabei begegnet uns niemand anderer als Edward Teach (Blackbeard) höchst persönlich und als jemand, der in Assassins Creed Black Flag selbst mit dem alten Haudegen den Säbel schwingen durfte, war das ein cooler Aspekt des Buches für mich. Mehr möchte ich aber nicht verraten, denn ich will euch nicht Spoilern.
Neben Dämonen und Piraten gibt es auch Hexen, durch die sich eine Stärke der Autorin zeigt. Die historischen Ereignisse und Orte waren gut recherchiert und haben der Geschichte mehr Tiefe verliehen. Hier kommen wir aber schon zu meinem ersten Kritikpunkt, denn die Hexenmagie (Irinas insbesondere) wird nicht wirklich erklärt und wird schon mal als praktischer Ausweg aus einer misslichen Lage verwendet, ohne dass der Leser je erfährt, wie das eigentlich funktioniert hat. Die Protagonistin nimmt hier, wie auch häufiger in der Geschichte, eher eine passive Rolle ein und entschließt sich es nicht in Erfahrung bringen zu wollen. Sie verlässt sich auch stark auf ihre Kameraden, um überhaupt an die richtigen Informationen zu kommen. Kaum ein Hinweis darauf, wie die Suche weitergeht, kommt von ihr oder wird von ihr herausgefunden, sondern wird meist von ihren Begleitern geliefert.
Mein größter Kritikpunkt allerdings ist, dass die Handlung teilweise sehr schnell durchgespielt wird, während sie sich an anderer Stelle in die Länge zieht. Die Actionszenen sind meist rasch vorbei und man bekommt nicht wirklich mit, wenn die Charaktere im Kampf zu strugglen haben. Dadurch erscheint es so, als würde den Protagonisten fast alles gelingen und die Gegner eigentlich keine große Gefahr darstellen. Neben diesen Szenen gibt es Passagen, in denen sich immer wieder Worte, Ausdrücke und Beschreibungen wiederholen, wodurch diese Abschnitte in die Länge gezogen werden. Diese Momente haben mich meist so aus der Immersion geholt, dass ich mich erstmal wieder in die Geschichte finden musste. An anderer Stelle schafft es die Autorin aber einen atmosphärischen Schreibstil an den Tag zu legen und zaubert regelrecht mit Worten.
Zusammengefasst würde ich also sagen, dass „Schatten der Erlösung“ ein spannendes und interessantes Buch mit ein paar Schwachstellen ist, das ich jedem wärmstens Empfehlen kann, der Fan von Supernatural oder Buffy ist.