Meine Meinung Die Protagonistin, Antonia/Toni, hat schon Anfang des Buches viele Minderwertigkeitskomplexe und andere Probleme, die sie alle meist darauf zurückführt, dass ihr Vater die Familie vor einigen Jahren verlassen und sich dann nie wieder gemeldet hat. Tonis Gedanken sind sehr schwer zu verfolgen und genauso oft schwer zu verstehen. Die ersten Seiten hab ich mich dauernd gefragt "Was ist grad los, wo, wie, wer bin ich?!". Klar, das kann auch ein guter stilistischer Streich sein, aber so wirkte es nur verwirrend auf mich.
Toni ist wie gesagt eine schwierige Person, sie beschreibt ihr Leben nüchtern, eher schwarzmalerisch und rettet sich in Fantasie-Welten. Einerseits konnte ich sogar manchmal nachvollziehen, was sie denkt und warum sie so handelt. Ich muss echt sagen, dass sie mir sehr seltsam vorkam und ihre Freunde und Familie ebenfalls. Ich selber bin 16 und meine nicht, dass ich oft auf englisch denke und von einer Sache auf einmal auf völlig andere Sachen komme, die absolut nicht Sinn ergeben. Es ist nicht einfach zu beschreiben, was ich meine, doch vielleicht liegt das daran, dass ich die meiste Zeit, nix ernsthaft begreifen konnte. Tonis Leben kann ich nur von außen zusehen und beschreiben lassen, es ist, als würde ich von meinem Sitzposten aus auf eine Blase schauen, deren Innenleben mich vollends unwissend lässt. Könnte es daran liegen, dass es ein holländischer Autor ist und damit andere Gedankengänge nimmt als deutsche? So ganz will ich das nicht glauben.
Schon, dass ich mich eher zum Lesen des Buches gezwungen habe, als mich neugierig hinzusetzen und weiterzulesen, spricht ganz automatisch für sich. Ich hatte einfach keine Lust, mich erneut verwirren zu lassen....einmal kommt diese Szene dran und dann - schwuppdiewupp geht's woanders hin und macht man dies hier und das dort und ich. habe. nicht. durchgeblickt. Besonders diese Beziehungen zu verschiedenen Personen!! Also....die zu ihrem Vater, meine Güte, der Kerl hat seine eigenen Probleme, die schwer zu begreifen sind - armes Kind. Und die Beziehung zu ihren Geschwistern kam mir einfach komisch vor. Es hatte so seine Klischees, der große Bruder beschützt und sagt, wo's lang geht und die große Schwester ist in allem besser, sieht toller aus, hat nen Freund blablabla. Auch der ganze Verlauf des Buches....ähm. Ja, also was das war? Keine Ahnung. Mal passiert dies und dann passiert das und PLÖTZLICH ist alles schlimm und schrecklich. Bitte, was?! Warum sie zum Beispiel zum Lügen anfängt? Pft, weiß nicht. Meiner Meinung nach (und ich weiß, ich bin keine Psychologin oder sonstwas) hat Toni Depressionen oder ähnliches, die anscheinend NIEMAND zu merken scheint, obwohl es so offensichtlich ist, meine heilige Scheiße, ey. Immerhin verkriecht sie sich Monate fast toujours im Bett, geht sogut wie gar ned zur Schule.....und es leben 3, fast 4 Leute mit ihr zuhaus!! Eh, sagmal hackt's?? Sowas merkt man doch, wenn das total lange geht.....und so als Schwester würde ich mir verdammt nochmal Sorgen machen, oder?!
Mein Urteil Rückblickend muss ich echt zugeben, dass ich mich nur noch daran erinnere, wie ich genervt war vom Lesen und das Gesicht verzogen habe, weil ich schon wieder alles unverständlich fand. Was vielleicht nichtmal so schlecht war: Der Schreibstil. Ich kann es auch mögen, wenn hin und her in den Szenen gesprungen und alles nüchtern betrachtet wird, das war nicht mein Problem. Vielmehr der sogenannte rote Faden und der Umgang von Tonis Umfeld mit ihren Problemen und all ihre Gedankengänge und Handlungen waren für mich schier unverständlich. Weiß gar nimmer, was ich davon halten soll. Also, ne. Geht gar nicht.
In erster Linie gilt mein Dank für dieses Buch natürlich Blogg dein Buch und dem Urachhaus - Verlag für die Zusendung und Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares. Ich fand den Klappentext eigentlich gar nicht so schlecht und habe mich deshalb auf dieses Buch beworben. Aber hat es mir auch gefallen? Hat es meinen Erwartungen entsprochen? Lest selbst.
Antonia ist 14 und lebt mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern allein. Der Vater hat die Familie vor nicht allzu langer Zeit verlassen und gerade ihre Schwester Iris will von ihrem Vater nichts mehr wissen. Als ihr Vater die beiden zu sich nach Kreta einlädt, ist nichts mehr wie es war und Toni kommt mit der Situation noch weniger klar, als eh schon.
Sie zieht sich vollkommen zurück und versinkt ihr ihrer eigenen Welt, in einer Traumwelt, in welcher sie mit Karl - einem imaginären Freund - fast schon glücklich ist.
Als ihr Onkel versucht die Balance in der Familie wiederherzustellen, gerät ihr Leben vollends aus den Fugen, denn als ihr eigener Bruder will keinen zweiten Mann im Haus und schreckt auch nicht davor zurück, Toni für seine Zwecke einzuspannen. Noch ehe sie alles richtig realisieren kann, verstrickt sie sich aus einem Meer aus Lügen, aus welchem sie alleine nicht wieder rauszukommen scheint.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich mehrere Tage gebraucht habe, um diese Rezension in Worte zu fassen, um in Worte zu fassen, was nach diesem Buch in mir vorgeht.
Dadurch, dass ich selbst - in doppelter Hinsicht - ebenso ein Scheidungskind bin, konnte ich nachvollziehen, was in Toni vorgehen könnte, aber ihre Handlungen selbst.. die waren mir manchmal echt ein Rätsel.
Oftmals fand ich sie für ihre 14 Jahre einfach total unreif und die Tatsache, dass sie nicht die einzige ist, die in ihrer Familie eine Lüge nach der anderen verbreitet, hat es nicht unbedingt besser gemacht.
Max, welcher nicht davor zurückschreckt, seine eigene Schwester für seine Zwecke einzuspannen, um den ungeliebten Onkel loszuwerden, war mir wirklich am unsympatischten. Für sein Alter fand ich sein Verhalten echt angemessen und dass er die Worte seiner Schwester, welche das allerdings auch nicht wirklich richtig stellt, zu seinen Zwecken nutzt, fand ich ehrlich gesagt etwas schwach.
Der Schreibstil an sich war auf das entsprechende Alter, welches auch Toni wiederspiegelt, durchaus angemessen und ich bin gut durchgekommen. Einige der Gedankengänge Tonis konnte ich durchaus nachvollziehen und auch ihre typischen Streitereien mit ihrer Schwester Iris.
Im Großen und Ganzen fand ich, dass in dem Buch viel Potenzial verschwendet wurde und man durchaus etwas anderes daraus hätte manchen können.
Auch die Stellen, die die Eltern der Kinder betreffen, gerade was den Vater anging, fand ich schon ein bisschen.. an den Haaren herbeigezogen und auch unrealistisch.
Leider konnte mich das Buch - trotz dass ich es recht schnell durch hatte und aufgrund der Scheidungskindsache - einfach nicht überzeugen und so schwer es mir auch fällt, kann ich nur 2 von 5 Schneeflöckchenbäume für dieses Werk von Marjin Backer vergeben.