Jump to ratings and reviews
Rate this book

Avrupalı Nedir?

Rate this book
Güçlü bir cazibeye sahip olan “Avrupa” kelimesi birçok insan için düşünce ve din özgürlüğü, demokrasi, eşitlik, hukukun üstünlüğü ile özgürce gelişen bir kültür umudunu temsil ediyor. İkinci Dünya Savaşı ve Holokost’tan sadece birkaç on yıl sonra varılan bu nokta, şaşırtıcı derecede olumludur. Ama aynı zamanda, Avrupa’ya olan bağlılık hissinin başta Avrupalılar olmak üzere pek çok insanda zayıf olduğu da şikâyet konusudur. Bu nedenle, “Avrupa” ifadesini, onu oluşturan ve bir arada tutan şeyleri tanımlayan fikirler, değerler ve kültürel geleneklerle doldurmaya yönelik pek çok girişim olmuştur. Avrupalı Nedir?, yazarının açık uçlu bir Avrupa kavramını teşvik etmesiyle diğer girişimlerden farklı bir yerde duruyor. Avrupa hakkında konuşmayı sömürgecilikten kurtaran ve romantiklikten arındıran iki yönlü bir değişime çağırıyor. Bu şekilde düşünmenin, Avrupa kavramının tarihindeki iki dönemden -1700’lerdeki Aydınlanma ve sömürgeci dönem ile 1800’lerdeki Romantik dönem- kaynaklanan düşünce biçimlerinin üstesinden gelmeyi mümkün kılacağını iddia ediyor. Felsefe tarihçisi ve oryantalist Dag Nicolaus Hasse’nin Avrupalı Nedir? kitabı yapay Avrupa fikirlerinin bir eleştirisini sunuyor ve gerçekçi bir Avrupa kavramı geliştiriyor.

120 pages, Paperback

Published January 1, 2024

Loading...
Loading...

About the author

Dag Nikolaus Hasse

11 books7 followers
Dag Nikolaus Hasse (1969) is a German Arabist, historian of philosophy, Graeco-Arabist and Middle Latin philologist.

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
31 (38%)
4 stars
34 (41%)
3 stars
15 (18%)
2 stars
1 (1%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 - 9 of 9 reviews
Profile Image for Andy.
75 reviews16 followers
January 15, 2024
Das Buch bietet eine starke, klare Analyse und Dekonstruktion von traditionellen Europabegriffen, die zumeist willkürlich wichtige Teile der europäischen Gesellschaft, Kultur, Geschichte und Bevölkerung ausschließen. Der Autor belässt es aber nicht nur bei dieser wichtigen Kritik, sondern bietet auch einen eigenen, überzeugenden Entwurf an. Letzteres kommt leider etwas zu kurz, was gewiss auch dem Format der Reihe geschuldet ist. Ihm gelingt eine inspirierende Skizze dafür, wie Europa sich offen, inklusiv und historisch deutlich präziser fassen lässt. Leider fehlt eine wichtige Ausarbeitung: Ab und an wird angedeutet, dass es eine gemeinsame Basis in der europäischen Gesellschaft geben muss. Hasse nennt das zumeist das "Recht". Hier liegt ein Problem, das noch gelöst werden muss - vermutlich meint er damit generell die Grund- bzw. Menschenrechte und das demokratische System. Diese basieren natürlich stark auf Ideen aus der Philosophie der Aufklärung, vor allem aus Mittel- und Westeuropa. Es droht die Gefahr, dass man hier "durch die Hintertür" doch etwas einführt, das Hasse vermeiden wollte: Die Konstruktion einer mittelwesteuropäischen Idealkultur, die hierarchisch erhoben wird und andere Kulturräume ausgrenzt bzw. marginalisiert. Andererseits wird man hier auf gewissen Grundsätzen bestehen wollen, die man nicht relativierend neben autoritären, patriarchalen oder religiös dominierten Systemen und Normen als gleichberechtigte Gesellschaftsentwürfe hinstellen will. Die offenen Fragen, die sich im Anschluss stellen, sind dann: Was ist das "Recht", das wir als Kern der europäischen Gesellschaft festsetzen müssen, wie formulieren wir dieses "Recht", sodass es universelle (oder zumindest europaweite) Geltung beanspruchen kann, aber nicht aus einem Prozess entspringt, der nach kolonialistischen Mustern verläuft und exkludierende "Leitkulturen" konstruiert? Und wie machen wir es so stark und bindend, dass es nicht im Relativismus zerfließt?
Profile Image for Leander Machan.
19 reviews
March 19, 2022
Durch und durch lesenswert!

Ein geradezu brilliantes, ja zeitloses Werk ist Herrn Hasse hier gelungen.
Rein empirisch und geschichtlich begründet wird jede nationalistische, extreme Argumentationsgrundlage zerlegt und auf die Müllhalde gebracht.
Eine herausragende geschichtliche Zeitreise, die fundamentale, arrogante europäische Denkmuster, die in vielen Köpfen noch heute verankert sind, überschreibt.

Vor einem liegt ein Klassiker mit prägnanter und verständlicher Argumentation, bei der unnötige Längen ebenso wie zu kurz geratene Ausführungen vergeblich sucht.

Eine Pflichtlektüre!
Profile Image for madeleine.
115 reviews
December 30, 2021
Zuvor habe ich nie etwas gelesen aus der Reclam Reihe [Was bedeutet das alles?], aber ich habe dieses Buch durch Instagram entdeckt. Der Titel und Klappentext machten mich neugierig. Obgleich ich mit gewissen Erwartungen zu lesen begann, war ich doch schwer beeindruckt von diesem Büchlein. Mit unglaublicher Tiefe und bemerkenswert umfassend geht Hasse auf die Frage 'Was ist europäisch?' ein. Auf beinahe jeder Seite gab es etwas Neues zu lernen für mich; mit großem Interesse verfolgte ich den Gedankenfluss und wurde des Öfteren zum eigenen Nachdenken angeregt. Aus diesem Büchlein kann man definitiv einiges mitnehmen, vor allem aber ist man informierter und aufgeschlossener. Eine absolute Empfehlung!
7 reviews
July 27, 2026
Hasse
Das Buch teilt sich hierbei in zwei Teile auf:
Während im ersten Teil der traditionelle Europabegriff in Form einer Berufung auf Athen, Rom und Jerusalem sowie der Aufklärung argumentativ relativiert, wird im zweiten Teil eine neue Idee von Europa vorgestellt.

Persönlich (als Historiker) las ich den ersten Teil mit einer absoluten Selbstverständlichkeit: Das Mitdenken anderer Kulturen sowie die Einflüsse auf die europäische Kultur sind m.E. in fast jedem modernen Geschichtsbuch vorhanden. Dennoch sind einige Erwähnungen, insb. zu Osteuropa, durchaus interessant.
Der zweite Teil dagegen zeigt den innovativen Charakter Hasse. Er behauptet, dass man die europäische Kultur auf drei Weisen denken kann:
1. typisch europäisch: Erscheinungsformen der europäische Kulturen werden als besondere Synthesen verschiedener Einflüsse gesehen. Die Renaissance ist zwar europäisch, ihre einzelnen Bestandteile sind jedoch multikulturell.
2. kontinentaleuropäisch: Hier betrachtet man die verschiedenen Kulturen im geographischen Europa. So beschränkt sich bspw. europäische Architektur des 12. Jahrhunderts nicht allein auf die Gotik Frankreichs , Deutschlands, Italiens, sondern denkt auch weitere künstlerische Strömungen mit.
3. Europa als geistige Heimat: Dies ist eine rein subjektive Betrachtung, in der man sich mit einzelnen Erscheinungen (Harry Potter, Heavy Metal, Feminismus,…), die in Europa einflüssig waren/ sind, verbunden fühlt.
Gerade dieser „Heimatsbegriff“ geht einem nahe und ist persönliche sowie in Teilen identitätsstiftend und doch wird heutzutage dieser als zu schnell von nationalistischen Gruppierungen als Imperativ für alle Menschen eingefordert…
Hasses Gegenmodell eines offenen Europabegriffs fordert schlussendlich nicht Loyalität, sondern politische Verpflichtung (Verantwortung) für das Miteinander. Der Erhalt dessen macht Europa aus.

Kurz: Sehr empfehlenswert, insbesondere in der heutigen Zeit.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Youssof.
23 reviews1 follower
January 6, 2022
The writer attempts to define “European” and for that he looks at the term from political,geographical, and cultural lenses. Although the book is dense and contains a lot of historical data, the writer manages to structure his ideas in an organized manner. The writer also compares the way other writers and contemporary politicians use the word “Europe” and “European” , which makes his arguments intriguing.
63 reviews
November 13, 2023
Überzeugende Argumentation in Form und Inhalt. Erfreulich zugänglich, wissenschaftlich trotz knappem Raum auf hohem Niveau. Praktisch als Hinterhand-Werk für Diskussionen mit Europafreunden und -gegnern, gut auch als Geschenkdreingabe für alle politisch oder historisch Interessierten geeignet.
Profile Image for Theresa.
12 reviews
February 17, 2025
absolutes Must-Read! So aktuell, inspirierend und relevant. Europa verstehen und umdenken, aufgedröselt durch seine Geschichte. Gibt wertvolle Einblicke und macht Mut.
Profile Image for Desastroeses Hörnchen.
74 reviews31 followers
September 8, 2025
Obwohl das Buch sehr trocken geschrieben ist, hat es mich begeistert. Ich habe enorm viel gelernt – vor allem darüber, wie stark unsere gewohnten Begriffe für Regionen, Grenzen und Gebiete historisch verzerrt sind.

Das Werk zeigt eindrücklich, dass viele Benennungen nicht neutral oder „natürlich“ sind, sondern aus kolonialen und geopolitischen Machtinteressen stammen. So wurde die Welt lange Zeit von Europa aus eingeteilt: Begriffe wie „Orient“, „Dritte Welt“ oder auch „Naher Osten“ sind Produkte kolonialer Perspektiven. Ebenso sind Bezeichnungen wie „Osteuropa“ oder „Balkan“ eher politische Konstrukte, etwa aus Zeiten des Kalten Kriegs, als tatsächliche geografische Kategorien.

Besonders eindrucksvoll fand ich die Erkenntnis, dass die Grenzen Europas selbst flexibel und verhandelbar sind. Ob man den Ural, den Bosporus oder andere Linien als Grenze setzt – das hat weniger mit Naturgegebenheiten als mit kulturellen und politischen Abgrenzungen zu tun.

Das Buch macht klar: Sprache ist Macht. Wer Begriffe prägt, formt auch die Wahrnehmung von Regionen und den Menschen, die dort leben. Indem das Buch diese Mechanismen offenlegt, schärft es den Blick für die kolonialen und geopolitischen Schichten, die in unseren Alltagsbegriffen verborgen sind.

👉 Einziger Minuspunkt: Der Autor kritisiert zwar eurozentrische und koloniale Sprache, zitiert dabei aber fast ausschließlich wiederum eurozentrische Quellen. Das wirkt widersprüchlich und zeigt, dass er selbst teilweise unkritisch in eben diesen Denktraditionen verhaftet bleibt.

Trotz dieses Schrägtons kann ich das Buch sehr empfehlen. Es öffnet ein kritisches Bewusstsein dafür, wie selbstverständlich wir Kategorien übernehmen, die alles andere als neutral sind.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Taahaa Bilgic.
20 reviews
February 15, 2026
Avrupalı tanımı üzerine konuşurken güzel bir ‘kültür dairesi, medeniyet tanımları nasıl yapılır’ tartışması da dönüyor arkaplanda. Sömürgeci, romantik, din temelli, modernist-aydınlanmacı tanımları eleştiriyor ve daha geniş, açık bir Avrupalı tanımı yapmaya çalışıyor.

Sonunda ne muhafazakar yahut ulusçu ne sol liberal bi çok kültürlülük - ikisi de olmayan ama çok halklı Avrupa şehirlerinden örnek alınabilecek bir gelecek önerisi yaptığı iddiasında müellif, ama ben neresi multi-culti değil bu önerinin tam anlayamadım.

Yeni jenerasyon bir Alman şarkiyatçısı olarak İslam’a veya diğer doğu kültürlerine üsttenci değil aksine beklendiği gibi tarihteki haklarını teslim eden bir bakış. Ama hocamız Alman olduğu için bir yerde Ermeni soykırımı demeden edememiş. İstanbul’un eski uluslararasılığının kaybını 1915 olaylarını genosit kelimesi geçirerek bağlaması çok hoş ama 1915 olaylarında İstanbul Ermenileri göçe tabi tutulmadı, 200 küsur Ermeni tutuklandı ve İstanbul’daki 150 bin civarı Ermeni’nin olaylar sonunda muhtemelen on bin civarı bir kısmı göç etmişti. Dediğim gibi saygıdeğer hocamızın genosit diyesi gelmiş. Neyse konudan sapmayayım bu kitabın kalanını çok bağlayan bir şey değil. Güzel, kısa bi deneme.
Displaying 1 - 9 of 9 reviews