Die Hamburger Lesehefte PLUS umfassen neben dem Text und ausführlichen Wort- und Sacherläuterungen auch einen umfangreichen Materialteil, die Königs Materialien. Die Kombination schafft die Basis für eine eigenständige, vertiefende Analyse und fördert ein umfassendes Verständnis des Textes - ideal für den Einsatz im Schulunterricht.
Das zeichnet unsere Klassiker-Reihe aus: ungekürzter Originaltext (behutsam auf die neue Rechtschreibung angepasst) großzügiges Heftformat (DIN A5) in moderner Aufmachung lesefreundliches Textlayout (zeilen- und seitengleich mit den Hamburger Leseheften) breite Randspalte mit kurzen Worterläuterungen und Platz für eigene Notizen Biografie des Autors (alle wichtigen Infos kompakt zusammengefasst) ausführlicher Anmerkungs- bzw. Worterläuterungsteil umfangreicher Materialteil (nach Themenbereichen gebündelt) Navigationsleiste zur besseren Orientierung
Zum Inhalt: Zu dieser Komödie wurde Kleist durch einen Kupferstich nach einem Gemälde des Franzosen Debucourt angeregt. Er verlegt die Handlung jedoch in die Niederlande. Kleist wurde mit diesem Lustspiel Sieger in einem poetischen Wettkampf mit Ludwig Wieland, Heinrich Geßner und dem Schweizer Dichter Heinrich Zschokke.
We were students at a German highschool in the mid-1990s, and democracy seemed to be on a high. A judge leading the investigation against himself, corrupting facts and using his power to mislead the public? So 19th century, we thought!
Fast forward to the 21st century. We are parents raising kids in the post-fact world of Brexit and Trump, the era of fragile egos fighting for their privileges. Kleist? Scarily accurate, almost mild in his eloquent satire.
Sadly, literature has a way of staying contemporary, and to catch up with complacent humankind on a regular basis!
English: The Broken Jug This classic of German theater tells the story of a trial in a Dutch town, where the judge turns out to be guilty of attempted rape, framing a guy into seemingly becoming a deserter and undermining the fight against the Spanish oppressors - you know, 16th / 17th century stuff. Johann Wolfgang von Goethe (a.k.a. Germany's Shakespeare) cited this play as an example of the "theater of the invisible", as criminal deeds as well as the titular broken jug and the image it has depicted are never actually shown (the jug depicted the coronation of Philipp II. of Spain as King of the Netherlands in 1555, so the beginning of the Spanish reign).
So you guessed it: The absence invites the audience of Kleist's days (the play dates from 1808) to replace the virtually absent political enemy in the story with the political enemy of the time, who for Kleist was Napoleon. Think Imagined Communities: Reflections on the Origin and Spread of Nationalism or the concept of securitization as formulated by the Copenhagen School, but make it 19th century. Kleist had no interest in classicism, he was here for the political agitation and the intentionally messy characters.
So yes, certainly interesting stuff, but theater should be taught more widely than always looking at Kleist, Lessing and Brecht. There is so much more to discover, and it makes me sad how limited my knowledge is due to the fact that I have been confronted with particularly Goethe and Lessing at least five times, but never with people like Christoph Schlingensief or transgressive performance artists like Jonathan Meese.
Ich weiß nicht vor wie vielen Jahren ich das gelesen habe, auf jeden Fall in der Schulzeit, also vermutlich erste Hälfte der 90er. Solche "Reviews" kommen immer zustande, wenn mir GR Bücher empfiehlt, die ich längst gelesen habe.
Also ich fand damals den Zerbrochenen Krug mäßig unterhaltsam, ich erinnere mich auch an eine TV-Aufzeichnung einer Inszenierung mit Günter Strack, die es kaum besser machte.
Vor wenigen Jahren machte mich dann ein Kollege auf eine Peter Stein-Inszenierung am Berliner Ensemble aufmerksam und ich winkte schon müde ab. Ging dann aber doch hin: Klaus Maria Brandauer als Richter Adam war klasse und überhaupt - die Inszenierung brachte den Witz des Stücks wirklich zum Leuchten.
Es scheint also doch etwas in dem Stück zu stecken; und einem Stück vorzuwerfen, dass es beim Lesen nicht alle Facetten entwickelt, wäre sicher unfair. Daher 3,5 Punkte, aufgerundet auf 4.
Bei der mageren Konkurrenz lehnt man sich vielleicht nicht allzu weit aus dem Fenster mit dem Urteil: Das ist die beste deutschsprachige Komödie. Zugegeben: Am Ende holpert es etwas, Kleist scheint nicht so ganz zu wissen, wie er seinen Protagonisten am Ende aus der Nummer rauskriegt, also lässt er ihn einfach türmen. Insgesamt aber ist das ein Fest an sprachlicher Doppelbödigkeit, Situationskomik und manchmal auch Derbheit, dem aber die ganz großen Fragen zugrundeliegen: Lüge, Wahrheit und Vertrauen, Schuld und Gerechtigkeit und die allzumenschliche Schwäche in uns allen.
Überraschenderweise begann das Werk hübsch unterhaltsam und sogar amüsant. Selbst als nach wenigen Seiten sich abzeichnete, wer in Wahrheit den Krug zerbrach und wie die Szene zustande gekommen sein muss, verlor die Handlung nicht an Schwung. Ich mochte vor allem den knappen Schlag-Abtausch der Beteiligten. Führten indes Vorträge der Zeugen zu langen Monologen, wurden von Kleists umständliche Verskonstruktionen gar zu deutlich und schmälerten den Lesefluss und somit meine Lesefreude. Das Ende empfand ich als DEN Schwachpunkt des Werkes schlechthin. Da eben die dunkle Seite Richter Adams von Anfang an klar war, hatte ich mir irgendeinen überraschenden Knalleffekt zum Schluss ausgemalt. Aber so bleibe ich enttäuscht und unbefriedigt zurück. Schade eigentlich!
Well... What is there to say? This play is incredibly unremarkable. It just feels way too stretched and the final plot twist becomes pretty obvious at like roughly the middle of the play. I barely could bring myself to read it, since reading it just felt like a chore to me. Could be worse, though...